Arbeitsblatt: Tourismus - Die Geschichte des Reisens

Material-Details

Das Arbeitsblatt beschreibt das Reiseverhalten der Menschen von der Antike bis zum heutigen Massentourismus. Die Bilder wurden aus Datenschutzgründen entfernt, lassen sich aber bei den angegebenen Quellen leicht auffinden.
Geographie
Gemischte Themen
7. Schuljahr
4 Seiten

Statistik

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21.11.2022

Autor/in

Nicci (Spitzname)
Land: andere Länder
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Tourismus Die Geschichte des Reisens Hast du dir schon einmal die Frage gestellt, wie die Menschen früher gereist sind, als es noch keine Autos gab und was so eine Reise damals bedeutete? Dieses Arbeitsblatt nimmt dich mit auf eine Reise durch die Zeit. Antike – Der Beginn des Reisens, wie wir es kennen Kleiner zeitlicher Überblick: Die Zeit der alten Ägypter dauerte von ca. 4000 vor Christus bis ca. 400 vor Christus. Kaum zu glauben, wie lange das schon her ist, oder? Das Römische Reich bestand in verschiedenen Variationen von ca. 500 vor Christus bis ca. 500 nach Christus bzw. im Oströmischen Reich sogar bis ins 15. Jahrhundert. Im 6. Jahrhundert begann schliesslich schon das Mittelalter, das erst im 15. Jahrhundert endete. Wann genau sich erste Formen des Reisens entwickelten, kann man schwer sagen. Menschen sind schon immer gereist, nur nicht immer so, wie wir es heute kennen. Bereits für das Alte Ägypten sind Wallfahrten zu den Tempeln der Gottheiten nachgewiesen. Falls du noch nie etwas von Wallfahrten gehört hast, das sind Reisen zu einer religiösen Stätte. Und auch die Griechen sind bereits gereist. Denk nur einmal an die Olympischen Spiele der Antike. Eine erste Blütezeit des Reisens fand zur Zeit der Römer statt, da viele Römer reich waren und es sich leisten konnten, aus privaten Gründen auf Reisen zu gehen. Zu den beliebtesten Fernzielen gehörten die Sieben Weltwunder des Altertums. Das Reisen war für damalige Verhältnisse recht komfortabel, denn im Römischen Reich wurde das Strassennetz stark ausgebaut und gepflegt. Zudem erreichte man mindestens einmal am Tag eine Herberge (Unterkunft). Aber allzu angenehm darfst du dir das Reisen zu dieser Zeit dennoch nicht vorstellen: in den allermeisten Fällen wurden die Reisen nämlich komplett zu Fuss zurückgelegt, da sich die wenigsten ein Pferd oder gar eine Kutsche leisten konnten. Und wenn man nicht zu Fuss unterwegs war, dann sass man in ungefederten Kutschen oder Sänften, die nur langsam vorwärtskamen. So legten die meisten Reisenden zwischen 20 und 35 Kilometer pro Tag zurück. Es konnte also Tage, Wochen oder Monate dauern, bis man endlich sein Ziel erreichte. Die Römer zog es jedoch auch in die Ferne – vor allem nach Griechenland, Kleinasien und Ägypten. Besonders schnell liess sich dorthin mit dem Schiff reisen. Spezielle Touristenschiffe gab es jedoch nicht. Wer reisen wollte, quartierte sich auf einem Handelsschiff ein. Verpflegung und Diener brachte man mit an Bord. Geschlafen wurde in der Regel unter freiem Himmel. Woher man weiss, dass Römer nach Ägypten gefahren sind? Touristen aus dem Römischen Reich hinterliessen ihre Spuren, da sie an die Wände von Bauwerken kritzelten. Diese «Graffitis» antiker Touristen sind bis heute erhalten geblieben. Nachdem die Herrschaft der Römer in Westeuropa beendet war und das Mittelalter begann, verfielen die Strassen und das Reisen wurde wieder beschwerlicher und es reiste für lange Zeit niemand mehr zum Vergnügen. Mittelalter – dunkle Zeiten fürs Reisen? Ihr müsst euch eine Reise im Mittelalter wie folgt vorstellen: Das Land war kaum besiedelt und die Natur meist noch unberührt und wild – das hört sich jetzt erstmal sehr romantisch an, aber gerade das war das grösste Problem der Reisenden. Es gab nicht viele Wege (und die meisten Wege waren nicht gepflastert und sehr mühsam zu begehen) geschweige denn Brücken, um Flüsse zu überqueren. Man musste sich schon sehr genau auskennen, um auch wirklich den Weg zum Ziel zu finden. Im Mittelalter war die üblichste Art der Reise neben der Handelsreise die Wallfahrt. Man traf nicht nur sehr selten auf jemanden, der einem helfen konnte. Man musste auch damit rechnen, von Wegelagerern überfallen zu werden. Und wenn es nicht die Räuber waren, die einem nach dem Leben trachteten, dann waren es die wilden Tiere, wie zum Beispiel Bären, die damals noch frei in den Wäldern herumliefen. Wenn man dann aber doch mal auf ein Dorf oder eine Hütte traf, konnte man damit rechnen, dass Hilfe nahte und man eine Herberge bekam. Im Mittelalter war Gastfreundschaft nämlich sehr wichtig. Die Neuzeit als neue Ära des Reisens Die Entdeckung der Welt Bis zur Neuzeit reisten eigentlich die wenigsten Menschen gerne, denn das Reisen war mit grossen Gefahren verbunden. Das änderte sich ab dem 16. und 17. Jahrhundert langsam. Die Ära des Reisens begann mit Forschungs- und Bildungsreisen zu Land aber auch zur See. Christoph Kolumbus hatte auf seiner Suche nach einem Seeweg nach Indien bereits Amerika entdeckt und so die Weltkarte ergänzt (kaum vorstellbar, dass im Bewusstsein der Menschen zur damaligen Zeit nur Europa und Asien existierten!). Im Laufe der Jahre wurden viele grosse und kleine Inseln, unbekannte Tiere und Pflanzen und gar ganze Kontinente entdeckt. So entdeckte James Cook mit seiner Crew nach einer jahrelangen Reise durch Südostasien um 1770 Neuseeland und setzte als erster Europäer der Welt einen Fuss auf den Kontinent Australien, da sein Schiff auf das Great Barrier Reef aufgelaufen und fast gesunken war. Reisen als Hobby in Adelskreisen Neben den Forschern war das Reisen im 18. Jh. ansonsten aber nur Adelskreisen vergönnt, denn kaum ein Bauer oder Handwerker hatte das Geld, die Zeit oder das Recht, eine Auslandsreise zu unternehmen. Am Anfang waren es die Briten, die ihre Söhne auf die sogenannte „Grand Tour durch Europa und insbesondere Italien schickten. Bald folgten auch junge, reiche Männer aus Deutschland, Skandinavien und sogar Amerika. Die jungen Männer reisten mit ihrer Kutsche und ihrem Reiseschrank, in dem sie ihre gesamte Garderobe transportierten. Sie sollten während ihrer Bildungsreise ihre Sprachkenntnisse erweitern sowie wertvolle Kontakte knüpfen. Orte, die man als Mann von Welt gesehen haben musste, waren damals Rom, Venedig, Florenz, Wien, Paris und Nizza. Dieser Reisetrend führte dazu, dass entlang der üblichen Reiserouten im grossen Stil Herbergen und Gaststätten eröffneten, die zum Teil noch heute existieren. Und auch die Strassen wurden über die vielen Jahre hinweg erhalten, so dass sie meist bis heute benutzt werden. Wanderlust Im 19. Jahrhundert, genauer gesagt in der Epoche der Romantik, änderte sich dann die Bedeutung des Reisens noch einmal grundlegend. Die Liebe zur Natur und der Drang, sich selbst zu erfahren, machten das Reisen zu einer neuen Art von Erlebnis. Jetzt erst wurde für viele Menschen das Wandern und die Schönheit der Natur überhaupt interessant. Ausserdem wurden erst jetzt die Alpen als Reiseziel entdeckt und das Skifahren erfunden. Auch war es die Zeit der Kurorte. Thomas Cook organisierte die erste Pauschalreise 1841, nämlich eine Bahnreise für etwa 570 Personen. Das erste Reisebüro gründete er dann 1845 in England. Zu dieser Zeit wurde übrigens auch der deutsche Begriff „Wanderlust geprägt, der heute in unglaublich vielen Sprachen verwendet wird. Aber Italien oder die hiesigen Badeorte waren bald nicht mehr gut genug. So ging es für diejenigen, die es sich leisten konnten, mit dem weltberühmten Orientexpress, einem Luxuszug mit Speise- sowie Schlafwagons, der auch „der König der Züge genannt wurde, nach Istanbul oder mit dem Dampfschiff nach Ägypten. Damit wir uns aber richtig verstehen, nur reiche Leute konnten sich das Reisen leisten. Das 20. Jahrhundert – Reisen werden erschwinglich Als nach dem Zweiten Weltkrieg, Anfang der 1950er Jahre, wirtschaftlicher Aufschwung in vielen Ländern Europas einsetzte, gab es bald kein Halten mehr. Die Menschen nutzten jetzt die Gelegenheit, aus der Enge der Grossstadt und dem Stress des Alltags auszubrechen. An Fern- bzw. Flugreisen ans Mittelmeer war für die meisten dennoch nicht zu denken – eine solche Reise kostete nämlich gut und gerne mehr als ein ganzes Monatseinkommen. Man reiste also mit dem Auto. Das konnte schnell mal zu einem ganz schönen Abenteuer werden. Bei einer Fahrt durch die Alpen konnte es nämlich passieren, dass der 3- PS-Motor die Steigungen nicht schaffte und dann musste man halt das Auto den Berg hochschieben. Fernreisen konnten sich in den 1960 und 70er Jahren noch die wenigsten Menschen vorstellen. Das lag daran, dass sich der Flugverkehr in ferne Länder gerade erst entwickelte. Die grossen Passagierflugzeuge starteten Anfang der 70er Jahre und ein Flug mit einer Maschine wie dem Jumbo Jet (Boeing 747) oder gar der Concorde, die ihre gut betuchten Insassen mit Überschallgeschwindigkeit über den Atlantik beförderte, war damals noch extrem teuer. So entdeckten zunächst wohlhabendere Menschen die Fernreisen mit dem Flugzeug für sich. Heute können sich sehr viele Menschen Flugreisen in die fernsten Länder der Welt erlauben. Nicht nur, weil die Flüge im Laufe der Zeit so viel günstiger und gleichzeitig die Menschen der westlichen Welt wohlhabender geworden sind, sondern auch, weil wir heutzutage mehr Urlaubstage haben als früher. Dank der in den 90er Jahren stark expandierten Billigfluggesellschaften, allen voran Ryanair, die den etablierten Fluggesellschaften ordentlich Konkurrenz machen und so die Preise generell sinken lassen, können sich mittlerweile so viele Menschen wie noch nie eine Flugreise leisten und sie setzen diese Möglichkeit auch eifrig in die Tat um. Der Welttourismusorganisation zufolge reisten im Jahr 2015 weltweit 1,18 Milliarden Menschen, das sind doppelt so viele wie noch vor 20 Jahren! Anstatt einem Urlaub im Jahr machen wir mittlerweile neben dem Sommerurlaub noch Städtetrips und Wellnessurlaub. Quellen: