Arbeitsblatt: Farben entdecken
Material-Details
Dossier zum Thema Farbe. Wie wird Farbe wahrgenommen? Welche Bedeutungen haben Farben? Wie ist Farbe zusammengesetzt (Bindemittel, Pigment, Lösungsmittel)?
Bildnerisches Gestalten
Farbe
8. Schuljahr
5 Seiten
Statistik
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28.04.2025
Autor/in
Martina Allemann
Land: Schweiz
Registriert vor 2006
Textauszüge aus dem Inhalt:
BG Farben entdecken Dossier 1 Die Welt mit anderen Augen sehen Sehen wir Menschen alle dieselben Farben? Winzige Unterschiede gibt es wohl, aber alles in allem sehen wir Farben doch ziemlich ähnlich, wenn wir gesunde Augen haben. Doch wie ist es bei den Tieren? Bienen zum Beispiel haben ganz andere Augen als wir Menschen und können ultraviolettes Licht wahrnehmen, was für uns unsichtbar ist. Hätten wir Bienenaugen, würden die Blumen, die für uns gelb sind, wahrscheinlich dann so wie im Bild rechts aussehen. Wie Bienen Farben sehen. Hunde und Katzen sehen Farben viel trüber und weniger bunt als wir, und Stiere sind sogar ganz farbenblind! Das Tuch, das in der Arena vor ihnen hin und her geschwenkt wird, reizt sie nicht, weil es rot ist (das sehen nur wir), sondern weil es bewegt wird. Die Farben der Künstler Manche Künstler stellen die Welt nicht mit ihren natürlichen Farben dar. Ihre Augen funktionieren zwar genau wie unsere, aber nicht alle Künstler wollen abbilden, was zu sehen ist, sondern zum Beispiel mithilfe von Farben, Formen und Motiven eine neue Sicht auf die Welt wiedergeben. So beispielsweise der Maler Franz Marc mit seinem berühmten blauen Pferd. M. Allemann Franz Marc: Blaues Pferd I, 1911. Ölfarben auf Leinwand, 112 84,5 cm. Städtische Galerie im Lenbachhaus, München. St 1 BG Auftrag 1 Betrachte das Bild «Blaues Pferd I» und notiere stichwortartig, was für Eindrücke du von den Farben hast. Auftrag 2 Zu zweit: Lest den Text «Ein blaues Pferd?» und besprecht: Haben die genannten Farben für euch die gleichen Wirkungen? Welche Eigenschaften würdet ihr ihnen zuordnen? Ein blaues Pferd? Franz Marc genügte es nicht, ein Pferd in einer hügeligen Landschaft so «abzumalen», wie er es mit seinen – menschlichen – Augen sehen konnte. Mit Farben und Formen wollte er die natürliche Kraft, die Schönheit und die Lebendigkeit des Pferdes und der Landschaft zum Ausdruck bringen. Farben verband Franz Marc mit Bedeutungen. Blau zum Beispiel empfand er als «männlich», «herb» und «geistig», Gelb als «weiblich», «sanft» und «heiter», Rot war für ihn eine schwere Farbe. Indem er das Pferd in seinem Bild blau darstellte, gab er ihm also besondere Eigenschaften. 2 M. Allemann BG 2 Das Material der Farben Einige Materialien wie Holz, Erdbrocken oder Steine lassen sich zu Teilchen zerreiben oder zermahlen. Die winzigen Teilchen, die dabei entstehen, heissen Pigmente und sind der Grundstoff für fast alle Farbmaterialien – von Buntstiften über Pastell- und Wachsmalkreiden bis hin zu den Deckfarben in einem Farbkasten. Schon vor über 100 00 Jahren bemalten Menschen ihre Körper mit dem Pigment Ocker, einer gelblichen Erde. Zum Malen vermischten sie das Pigment mit Fetten oder Blut als Bindemittel. Denn ohne Bindemittel würden die Pigmente wie Staub davonfliegen, statt auf einem Untergrund zu haften. Auch heute werden solche Malereien in einigen Völkerstämmen als Körperschmuck ausgeführt. Pigmentgewinnung aus Erde und Gestein. Als Menschen vor etwa 30 00 Jahren Bilder von Tieren an Höhlenwände malten, benutzten sie ockerfarbene und rotbraune Erden sowie Russ aus Holz oder Knochen als Pigmente. Hier diente der Kalk an der feuchten Felswand als Bindemittel. Er verband die Pigmente so gut mit dem Untergrund, dass die Farben vieler Höhlenbilder heute noch frisch wirken. Meistens verdicken sich Pigmente Wandmalerei in der Höhle von Lascaux. mit dem Bindemittel stark, sodass es (Frankreich). schwierig ist, die Farbe genau aufzugragen. Aus diesem Grund wir meist noch ein Lösungsmittel beigefügt, welches die Farbe verflüssigt und somit streichfähiger macht. Wasser eignet sich für wasserlösliche Bindemittel wie Eiweiss oder Mehlkleister. Für nicht wasserlösliche Bindemittel wie Harze oder Wachse wird Alkohol oder Terpentin verwendet. 3 M. Allemann BG Farben Farben bestehen aus fein gemahlenem Farbstaub (Pigmenten) und einem Bindemittel, das in flüssigem Zustand die einzelnen Farbteilchen zusammenhält und schliesslich fest austrocknet. Pigmente werden entweder aus natürlichen Grundstoffen (z.B. aus Pflanzen oder Mineralien oder auf synthetischer Basis hergestellt. Als Bindemittel dienen z.B. Leim, Wachs, Öl und Kunstharz. Je nach Zusammensetzung unterscheidet man in Deckfarben, die weniger Bindemittel, aber noch zusätzliche Füllstoffe enthalten. Sie haben daher eine grössere Deckkraft. Hierzu gehören z.B. die herkömmlichen Malkastenfarben und Plakatfarben. Aquarellfarben, die keine Füllstoffe enthalten und, mit mehr oder weniger Wasser vermischt durchsichtige (transparente) Farbschichten ergeben. Ölfarben, deren Bindemittel aus Pflanzenöl gewonnen wird. Sie ergeben einige längere Trocknungszeit. Häufig werden mit Wasser vermalbare Ölfarben verwendet, die schneller trocknen und so leichter zu handhaben sind. Acrylfarben, die mit synthetischem Harz gebunden werden, schnell Auftrag 1 Probiere die verschiedenen Farbenarten (Deckfarbe, Aquarellfarbe, Ölfarbe, Acrylfarbe) aus. Gebrauche dazu die bereitgelegten A5-Blätter und verwende pro Blatt eine Farbenart. Probiere verschiedenes aus. Variiere beispielsweise mit der Wassermenge (Bei Ölfarbe kein Wasser verwenden!) und erprobe das Farbenmischen (dabei aber keine Farbarten mischen!). Diese Blätter werden ins Skizzenheft eingeklebt, sobald die Farben trocken sind. Auftrag 2 Beschreibe im Skizzenbuch in Worten deine Erfahrungen zu den verschiedenen Farbenarten. Welche Unterschiede hast du festgestellt? Was machen die verschiedenen Farbarten aus? Mit welchen Farben hast du am liebsten gemalt und warum? 4 M. Allemann BG Menschen immer wieder Farben gesammelt, um sie anderen zeigen und sich über die Farben verständigen zu können. Naturwissenschaftler haben aus verschiedenen Gebieten Farben von Steinen, Pilzen, Käfern, Schmetterlingen, Blättern, Blumen usw. gesammelt. Weil aber viele Dinge zu gross, zu schwer, lebendig oder nicht haltbar waren, wurden deren Farben in der Regel nachgemischt, die Farbmuster auf Blätter geklebt und gekennzeichnet. Auch Künstler haben Farben dokumentiert, manchmal sogar in richtigen Rezepten, wie zum Beispiel Cennino Cennini. Vor fast 700 Jahren schrieb er ein Rezept für ein bestimmtes Grün, damit man genau das Farbmaterial und das Msichverhältnis kennt, um diese ganz bestimmte Farbe wieder genauso hinzubekommen: Wie man Grün aus Auripigment und Indigo macht Es gibt eine grüne Farbe, die man aus zwei Teilen Auripigment und einem Teil Indigo bereitet, reibe die Mischung dieser beiden Farbstoffe gut in reinem Wasser. Dieses Grün eignet sich gut zum Bemalen der Schilde und Lanzen, ebenso bedient man sich dessen um trockne Zimmerwände anzustreichen. Ein anderes Bindemittel als Leim verträgt es nicht. Auftrag Erstelle ein Rezept zum Mischen einer bestimmten Farbe. Gib das Rezept einem/einer Mitschüler/in und schau, ob er/sie mit deinem Rezept zur selben Farbe gelangt wie du. 5 M. Allemann