Arbeitsblatt: Frankreich
Material-Details
Eine Übersicht über Frankreich und seine Geografie; Karten- und Länderkunde
Geographie
Europa
7. Schuljahr
10 Seiten
Statistik
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06.01.2026
Autor/in
Sarah Häutle
Land: Schweiz
Registriert vor 2006
Textauszüge aus dem Inhalt:
Frankreich Frankreich Frankreich Frankreich Regionen Frankreichs Alsace Aquitaine Auvergne Basse-Normandie Bourgogne Bretagne Centre-Val de Loire Champagne-Ardenne Corse Franche Comté Haute-Normandie Ile de France Languedoc Roussillon Limousin Lorraine Midi Pyrénées Nord-Pas de Calais Pays de la Loire Picardie Poitou Charente Provence-Alpes-Côte dAzur Rhône Alpes Hauptort Strasbourg Bordeaux Clermont-Ferrand Caen Dijon Rennes Orléans Châlons-en-Champagne Ajaccio Besançon Rouen Paris Montpellier Limoges Metz Toulouse Lille Nantes Amiens Poitiers Marseille Lyon Frankreich Frankreich ist eines der grössten Länder Europas. Es erstreckt sich von der Nordsee bis zum Mittelmeer. Es bildet eine Art Landenge zwischen dem Atlantik und dem Mittelmeer. Frankreich hat die Form eines Sechsecks. Kein Punkt ist mehr als 450 km vom Meer entfernt. Die Landschaft ist abwechslungsreich, in den Bergen im Osten und Süden befindet sich der Mont Blanc (4 810 m), die höchste Erhebung Westeuropas. Das Flachland Frankreichs wird aus vier Flussbecken gebildet, der Seine im Norden, der Loire und der Garonne, die nach Westen fliessen, und der Rhone, die vom Genfer See ins Mittelmeer fliesst. Die Oberflächengestalt Frankreichs ist sehr vielfältig. Etwa 2/3 der Gesamtfläche ist flaches bis hügeliges Land mit fruchtbaren Böden. Die meisten Ebenen liegen im Nord- und Südwesten. Die Landschaften im Südosten sind gebirgiger. Die zahlreichen Flüsse Frankreichs bilden eine Art Fächer, dessen Zentrum im Zentralmassiv liegt. Die meisten Flüsse führen reichlich Wasser und sorgen für eine artenreiche Vegetation und eine erfolgreiche Landwirtschaft. Kennzeichnend für Frankreich ist die landschaftliche, klimatische und kulturelle Vielfalt des Landes. Beckenlandschaften, Mittelgebirge und Hochgebirge im Einflussbereich von Mittelmeer und Atlantik ermöglichen die saftigen Weiden der Normandie, den Blumenreichtum der Alpen, die Lavendelfelder der Provence und die Heidelandschaften der Gascogne. Heute ist Frankreich eine der führenden Industrie- und Exportnationen der Welt. Traditionell wird in Frankreich die Wirtschaftspolitik von vergleichsweise starken staatlichen Eingriffen gelenkt. Die Schlüsselindustrien, besonders die Energiewirtschaft, sind bislang unter staatlicher Kontrolle, doch in den letzten Jahren wurde zunehmend dereguliert und privatisiert. Frankreich ist ein bedeutender Produzent von Atomstrom, und Deutschland einer seiner wichtigsten Kunden. In Frankreich wird ca. 80 Prozent der Elektrizität von Atomkraftwerken produziert. Deutschland ist der wichtigste Handelspartner Frankreichs. Zusammen mit Deutschland gehörte Frankreich zu den Gründungsnationen der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft und trug viel zu den engeren Bindungen in der Europäischen Union bei. So war Frankreich auch eine treibende Kraft bei der Einführung des Euros. Aufgaben: 1. Frankreich hat die Form eines Sechsecks. Beschreibe die sechs Seiten und Ecken anhand der Karte. 2. In Frankreich gibt es natürliche und künstliche Grenzen. Erkläre! 3. Welche Bedeutung besitzt Frankreich für Europa? Frankreich Frankreich – Land mit Leistungsfähiger Landwirtschaft Wein, Gemüse, Getreide, Obst, Käse, Fleisch sind Erzeugnisse der französischen Landwirtschaft. Du findest diese u. a. in vielen Lebensmittelgeschäften. Frankreich gehört zu den bedeutendsten Erzeugern und Exporteuren der Erde von landwirtschaftlichen Produkten. In Europa nimmt es die führende Stellung ein. Obwohl immer weniger Menschen in der Landwirtschaft arbeiten (1995: 2%), steigen Menge und Qualität der Erzeugnisse. Die französischen Landwirtschaftsgebiete Je nach Bodenqualität und klimatischen Bedingungen unterscheidet sich die Landwirtschaft in den einzelnen Landesteilen. In Gebieten mit besonders günstigen Wachstumsbedingungen wurde der Anbau von Sonderkulturen entwickelt. Ein Raum mit sehr guten Bedingungen für den Ackerbau ist das Pariser Becken. Auf fruchtbaren Böden auf Löss werden hohe Mais- und Weizenerträge erzielt. Das Gebiet wird auch als die „Kornkammer Frankreichs bezeichnet. Vom Seeklima begünstigt, hat sich in der Normandie eine leistungsfähige Viehwirtschaft entwickelt. In modernen Molkereien und Käsereien werden tierische Produkte zu hochwertigen Erzeugnissen (z. B. CamembertKäse) veredelt. Im Norden liegt der Schwerpunkt des Zuckerrübenanbaus. Auch hier überwiegen Grossbetriebe. Die Bretagne ist führend in der Schweinemast und Geflügelhaltung. Neben Futteranbau wird in dem früher rückständigen Landwirtschaftsgebiet Gemüseanbau mit hohen Erträgen betrieben. Ein weiteres Gunstgebiet ist die Küstenregion am Mittelmeer. Kennzeichnend sind Sonderkulturen, wie Obst, Wein, Gemüse und Blumen. Ungünstige Anbaubedingungen herrschen im Zentralmassiv. Nur für die Viehhaltung (Rinder- und Schafzucht) sind die Bedingungen etwas besser. Weil die Einkommen niedrig sind und die Arbeit sehr schwer ist, wandern viele junge Menschen in die Städte. Zurück bleiben häufig nur alte Leute. Sterben sie, verfallen die Häuser und niemand bearbeitet mehr die vorhandenen Roggen- und Kartoffelfelder. Staatliche Hilfsmassnahmen sollen die Abwanderung der noch verbliebenen Bauern und Landarbeiter verhindern. Denn auf 120 000 km2 Fläche leben nur noch 3 Mio. Menschen. Aufgaben: 1. Nenne sechs wichtige Anbaugebiete mit ihren Anbauprodukten 2. Beschreibe günstige Anbaubedingungen für ein Landwirtschaftsgebiet. Frankreich Europas Weinland Nummer 1 Kaum ein Franzose setzt sich zu Tisch, ohne ein Glas Wein zu trinken, denn Wein gehört seit Jahrhunderten zur Esskultur Frankreichs. Die warmen Sommer in den Beckenlandschaften der Seine, Loire, Rhône und der Garonne bieten für den Weinanbau günstige Voraussetzungen. Neben Italien ist Frankreich das wichtigste Weinanbauland der Erde. Berühmte Weine, wie der Champagner, Burgunder oder Bordeaux, geniessen Weltruf und erzielen hohe Preise. Die Namen dieser Weine weisen auf Anbaugebiete hin (Abb. 73.1). In den letzten Jahrzehnten erfuhr der französische Weinanbau bedeutende Veränderungen. Früher erfolgte in grossem Umfang auch der Anbau qualitätsarmer Weinstöcke. Das führte zu einem Überangebot an Wein und zur Entstehung des so genannten „Weinsees in der damaligen Europäischen Gemeinschaft. Um dies zu verhindern, wurde den Winzern für die Einstellung des Weinanbaus finanzielle Entschädigung gezahlt und zum Anbau besserer Rebsorten und zur Kultivierung geeigneter Flächen geraten. So ging die Produktion zurück, aber die Weinqualität konnte verbessert werden. Berühmte Weine werden in den Chateaus (franz. Schloss, Abb. 73.1), so werden grosse Weingüter genannt, hergestellt. Der überwiegende Teil der Weinproduktion erfolgt jedoch in Winzergenossenschaften. In diesen Einrichtungen sind oft Tausende Winzer organisiert. Die Genossenschaften verfügen über moderne Produktionstechniken für das Keltern, die Herstellung und Abfüllung und finanzieren oft auch die Vermarktung der Weine. Aufgaben: 1. Nenne Veränderungen, die sich in den Weinanbaugebieten vollzogen haben. 2. Welche Auswirkungen haben diese Veränderungen? französischen Frankreich Frankreich – ein führendes Industrieland Nach dem Zweiten Weltkrieg erfuhr die französische Wirtschaft einen grossen Aufschwung und erreichte den Anschluss an die Weltspitze. In nur 30 Jahren gelang der Sprung von einer landwirtschaftlich geprägten Wirtschaft zu einer führenden Industrienation. Heute ist Frankreich das fünftgrösste Industrieland der Welt Die „alten Industriegebiete im Norden bei Lille und in Lothringen haben sich auf Grundlage der Kohlen- und Eisenerzvorkommen entwickelt. Wie überall in Europa sinkt allerdings dort die Bedeutung der Kohle-, Eisenund Stahlindustrie. Auch die traditionelle Textilindustrie beschäftigt immer weniger Menschen. Das führt in diesen Gebieten zu einem Anstieg der Arbeitslosenzahlen. Zu den neuen leistungsfähigen Industriezweigen gehören der Flugzeug- und Maschinenbau, die Automobilindustrie, Elektrotechnik und Elektronik. Der Staat versucht die unausgewogene Wirtschaftsstruktur auszugleichen, um überall gleichwertige Lebensverhältnisse zu erreichen. Dazu müssen: die traditionellen Wirtschaftsgebiete an die neuen Entwicklungen angepasst, das wirtschaftliche Übergewicht von Paris abgebaut und- neue Industrien in vernachlässigten Regionen im Westen und Südwesten angesiedelt werden. Neue Industrien Noch immer ist Paris das Wirtschaftszentrum des Landes. Doch inzwischen haben sich im Westen Frankreichs, der einst vorwiegend landwirtschaftlich genutzt wurde, Betriebe angesiedelt. Zunehmend entwickeln sich im Rahmen der Wirtschaftsförderung neue Industriezentren im südlichen Frankreich (Abb. 74.2). Grenoble, Nizza, Bordeaux und Toulouse sind Standorte moderner Wachstumsindustrien. So ist der Flugzeugbau ein bedeutender Zweig der französischen Industrie geworden. In Toulouse z. B. erfolgt die Endmontage des meistgekauften Mittelstreckenflugzeuges in Europa, des „Airbus. Auch der TGV gilt als Symbol französischer Hochtechnologie. Hinzu kommt, dass die Modernisierung des Eisenbahnnetzes die wirtschaftliche Entwicklung zurückgebliebener Landesteile fördert. In Nizza und Cannes wurden Forschungs- und technische Ausbildungszentren errichtet. Aufgaben: 1. Zwischen den Landesteilen bestehen Unterschiede in der wirtschaftlichen Entwicklung. Erkläre! 2. Nenne Industriezweige, die sich im Süden Frankreichs entwickeln. Verwende dazu den Atlas. Frankreich Zentrum Paris und der „Rest des Landes Die seit Jahrhunderten gewachsene politische, kulturelle und wirtschaftliche Vormachtstellung der Metropole Paris führte zu einer zunehmenden Benachteiligung anderer Landesteile auf wirtschaftlichem und sozialem Gebiet (Einkommen, Schulwesen usw.). Die Provinzen wurden durch Gesetze und Entscheidungen der französischen Zentralregierung nahezu zur Bedeutungslosigkeit verurteilt. Die Unterschiede zwischen dem Verwaltungsund Industriezentrum Paris und den übrigen Landesteilen wurden in den fünfziger Jahren immer grösser. Um die Überbelastung von Paris abzubauen und die wirtschaftliche Entwicklung der anderen Regionen Frankreichs zu fördern, erfolgten Stilllegungen von Industriebetrieben in Paris. Andere wurden umgesiedelt. Pläne für die Entwicklung industrieller Fördergebiete zur Entlastung der Hauptstadt entstanden. Ihre Ziele kannst du der Karte Abb. 77.1 entnehmen. Unternehmen, die in den so genannten Metropolen des Gleichgewichts Betriebe gründeten, wurden durch staatliche Massnahmen unterstützt. Sie konnten Bauland kostengünstig erwerben und mussten weniger Steuern zahlen. So errichteten viele Pariser Firmen Zweigwerke in südlichen und in westlichen Landesteilen. Aber die Hauptverwaltungen der Industrieunternehmen verblieben in Paris. Auch die Verteilung der finanziellen Mittel erfolgte von Paris aus. Damit ist Paris nach wie vor das entscheidende Zentrum des Landes und nimmt Einfluss auf landesweite Entwicklungen. Trotz positiver Veränderungen für die einst industriell rückständigen Landesteile nahmen z. B. die Einkommensunterschiede zwischen Paris und den anderen Regionen Frankreichs weiter zu, stieg das Wachstum der Produktion im Grossraum Paris an, flossen die grossen Investitionen nach Paris. Ob das Übergewicht von Paris so abgebaut werden kann, bleibt offen. Aufgabe: Frankreich 1. Paris ist der Mittelpunkt Frankreichs, geographischen Mitte des Landes. Erkläre! liegt jedoch nicht in der Paris und seine Region Die Hauptstadt Paris liegt weit im Norden Frankreichs. Trotz dieser Randlage übertrifft Paris an Einwohnerzahl und Bedeutung alle anderen Städte des Landes bei weitem. Seit der Industrialisierung zu Beginn des 19. Jahrhunderts breitete sich die Stadt immer mehr aus. Im Grossraum Paris, der auch als Ile-deFrance bezeichnet wird, konzentrieren sich auch noch heute die Schwerpunkte der französischen Wirtschaft. Bedeutend sind Grossbetriebe wie die Autohersteller Renault und Citroen oder die Flugzeug- und Elektroindustrie. Aber auch der Bau vieler Klein-und Mittelbetriebe als Nachfolgeindustrien führte zur Ausweitung der Industrieregion. So haben allein im Stadtgebiet von Paris mehr als 90000 Industrie- und Handelsbetriebe ihren Sitz. Sie beherrschen den französischen Markt. Mit dem industriellen Wachstum nahmen auch die Umwelt- und Verkehrsprobleme in Paris zu. Da immer mehr Menschen im Zentrum von Paris arbeiten und in den Randbereichen wohnen, werden die Verkehrsprobleme der Stadt immer brennender. Schon jetzt ist an normalen Werktagen in der Innenstadt kaum ein Parkplatz zu finden, zu den Hauptverkehrszeiten sind die Pariser Ringautobahnen hoffnungslos verstopft. Täglich suchen rund 750 00 Autofahrer einen Abstellplatz für ihr Fahrzeug. Selbst die Metro ist überfüllt. 20 Fernstrassen und Autobahnen führen sternförmig nach Paris. Die Hauptstrecken der Eisenbahnen enden in sechs grossen Kopfbahnhöfen. Erweiterungen des Verkehrsnetzes (Autobahnen, Strassen, Metro, Flughäfen u. a.) reichen jedoch nicht aus, damit Millionen von Pendlern reibungslos zu ihren Arbeitsplätzen in der Stadt gelangen. Da die Bevölkerungszahl im Grossraum ständig gewachsen ist, haben Städteplaner und die Regierung Lösungsmöglichkeiten entwickelt. Im Umkreis von 10-15 km vom Zentrum werden neue Städte angelegt (Villes Nouvelles). Sie sollen bis zu 300000 Einwohner beherbergen. Damit nicht mehr so viele Menschen pendeln müssen, werden auch Einkaufs-, Erholungs-, Arbeits- und Bildungseinrichtungen geschaffen. Aufgaben: Frankreich 1. Nenne Ursachen und Folgen der Bevölkerungsabwanderung aus der Innenstadt. 2. Paris hat ein grosses Verkehrsproblem. Erkläre die Gründe dafür und wie man dem entgegenwirken will. 3. Erkläre den Zusammenhang zwischen Bevölkerungsentwicklung und wirtschaftlicher Entwicklung der Region Paris.