Arbeitsblatt: Niederlande
Material-Details
Eine Landeskunde zu den Niederlanden mit integrierten Aufgaben
Geographie
Europa
7. Schuljahr
5 Seiten
Statistik
214391
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06.01.2026
Autor/in
Sarah Häutle
Land: Schweiz
Registriert vor 2006
Textauszüge aus dem Inhalt:
Niederlande Der Name des Landes Der offizielle und auch in der Umgangssprache übliche niederländische Name des Landes lautet Nederland, während im Standarddeutschen der Landesname Niederlande heisst und umgangssprachlich zumeist als Holland benannt wird. Der Name Holland bezieht sich eigentlich nur auf den nordwestlichen Teil des Landes, auf die frühere Provinz Holland als bedeutendste Provinz der Republik der Vereinigten Niederlande. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts ist diese Provinz aufgeteilt in die zwei Provinzen Nordholland (Hauptstadt Haarlem) und Südholland (Hauptstadt Den Haag). Ausserhalb der Niederlande werden die Niederländer zumeist als „Holländer bezeichnet und auch die niederländische Tourismusindustrie und sonstige Wirtschaft vermarkten das Land durchweg als Holland (sowohl im Englischen als auch im Standarddeutschen). Niederländer, die nicht aus der Region Holland stammen, hegen meist eine gewisse Abneigung gegenüber der Bezeichnung Holland für die Niederlande und Holländer für den Niederländer, da die tonangebende Region Holland in den übrigen niederländischen Landesteilen bei vielen Nicht-Holländern unbeliebt ist. Der Landesname „Niederlande ergibt sich aus der Geschichte. Die Niederlande waren lange Zeit ein Teil des Herrschaftsgebietes des Fürstenhauses Habsburg, das sowohl am Ober- als auch am Niederrhein Herrschaftsgebiete besass. Erstere nannten sie „die oberen Rheinlande, letztere „die niederen Rheinlande. Im Laufe der Zeit entfiel die Flussbezeichnung, insbesondere auch deshalb, weil die Habsburger ihre oberrheinischen Gebiete verloren und so blieb lediglich die Bezeichnung „Niederlande, während es seitdem sprachlich keine Oberlande (mehr) gibt. Im Niederländischen sagt man zu den historischen Regionen auch de Lage Landen, also die tief oder niedrig liegenden Länder, da es in den Niederlanden kein Gebirge und nur wenige Erhöhungen gibt. Aufgaben: 1. Beschreibe mit eigenen Worten die Entstehung des Namens Niederlande. 2. Weshalb haben es die Niederländer nicht gern, wenn man sie als Holländer bezeichnet? Niederlande Die Niederlande im Überblick Die Niederlande grenzen im Süden an Belgien und im Osten an Deutschland. Im Norden und Westen liegt die Nordsee. Grosse Gebiete der Niederlande wurden dem Meer abgewonnen und ein Fünftel des von Flüssen und Kanälen durchzogenen Landes liegt unter dem Meeresspiegel. Ungefähr die Hälfte des Landes liegt weniger als einen Meter über dem Meer. Die flachen Gebiete werden in der Regel durch Deiche vor Sturmfluten geschützt, die insgesamt eine Länge von ca. 3.000 km haben. Der höchste Punkt des Festlandes, der Vaalserberg im äussersten Süden im Dreiländereck zu Deutschland und Belgien, befindet sich 322,50 über dem Amsterdamer Pegel. Teile der Niederlande, wie z. B. fast die gesamte Provinz Flevoland, wurden durch Landgewinnung dem Meer abgewonnen. Sie werden als Polder (seltener auch als Koog) bezeichnet. Ungefähr ein Fünftel der Landesfläche ist mit Wasser bedeckt, wovon das IJsselmeer den grössten Teil ausmacht, eine ehemalige Nordsee-Bucht namens Zuiderzee, die 1932 durch einen 29 km langen Abschlussdeich eingepoldert wurde. Die Landschaft wird durch den Arnheimer Wald, die Tulpenfelder des Westens, die Seen der nördlichen und mittleren Regionen sowie durch die eindrucksvollen Dünen der Küstenregion aufgelockert. Die Niederlande haben die höchste Bevölkerungsdichte aller europäischer Flächenstaaten. Die Bevölkerung ist jedoch nicht gleichmässig über das Land verteilt. Knapp 40% der Einwohner leben in den beiden Provinzen Nord- und Südholland, die nur etwa 16% der Gesamtfläche umfassen. Hier liegen die beiden grössten Städte Amsterdam und Rotterdam. Hier konzentriert sich auch die wirtschaftliche Kraft des Landes. Ohne den Schutz durch Deiche und Dünen würde mehr als die Hälfte der Niederlande vom Meer und teilweise auch von den Flüssen überflutet sein. Das sind die küstennahen Marsch- und Moorgebiete sowie die Mündungsgebiete von Rhein, Maas und Schelde. Etwa ein Viertel des Staates liegt sogar unter dem Meeresspiegel. Dieser Raum muss ständig entwässert werden. Früher übernahmen Windmühlen diese Aufgabe, heute arbeiten grosse Pumpwerke. Aufgaben: 1. Wofür sind die vielen Windmühlen in den Niederlanden gebaut worden? Niederlande 2. Weshalb ist die Bevölkerung sehr ungleichmässig über das Land verteilt? Randstadt Holland Randstadt Holland ist ein hufeisenförmiges Städteband in den Niederlanden. Die wichtigsten Städte sind Dordrecht, Rotterdam, Den Haag, Leiden, Haarlem, Amsterdam, Hilversum und Utrecht. Der Raum wurde einst von Mooren und Seen eingenommen und von freien Mündungsarmen von Rhein und Maas durchzogen. Um 1100 begann die Erschliessung. Städte wurden auf tragfähigem Baugrund gegründet (Küstendünen, Sandböden, Uferwälle von Flüssen). Fortschritte im Wasserund Deichbau gaben mehr Sicherheit. Grachten dienten der Entwässerung und waren Transportwege. Sie sind heute noch typisch für diese Städte. Handel und Gewerbe entwickelten sich. Häfen ermöglichten weltweite Handelsverbindungen. Arbeitsplätze zogen viele Menschen vom Land in die Städte. Gleichzeitig begann die Trockenlegung und Kultivierung der Fehnwildnis (FehnMoor), Es entstanden Reihendörfer entlang von kleinen Flüssen, Entwässerungskanälen und Deichen. Neues Land wurde durch Abtorfen von Mooren und durch Auspumpen des Wassers gewonnen. Das war nur mit grossem Aufwand möglich, da die Flächen unter dem Meeresspiegel liegen. Windmühlen sorgten für die Entwässerung. Der Torf als Brennmaterial und die Agrarprodukte dienten der Versorgung der nahen Städte und sicherten der Landbevölkerung ein Einkommen. So entstand allmählich der hufeisenförmige Städtegürtel, der das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der Niederlande ist. Rotterdam und Amsterdam sind mit ihren Häfen Tore zum europäischen Hinterland und Zentren des Handels und der Industrie. Die Landwirtschaft im ländlichen Raum hat sich zunehmend auf Milchviehhaltung und Gartenbau (v.a. Blumen, Blumenzwiebeln, Gemüse) spezialisiert. Ausgedehnte Gewächshausanlagen sind entstanden. Daneben dienen der innere Raum – vor allem mit seinen Wasserflächen – wie auch die Küste als wichtige städtenahe Erholungsgebiete. Amsterdam Städteansicht und Grachten Aufgaben: Niederlande 1. 2. 3. Was genau sind Fehn? Was geschah mit ihnen? Wozu dienten die Grachten? Weshalb leben so viele Menschen in Randstadt Holland? Mit Wasser eng verbunden Zum Schutz der vom Wasser bedrohten Teile ihres Landes schufen die Niederländer die Polder: von Deichen umgebenes Land in Höhe oder unter dem Meeresspiegel. Um diese Polder trocken und den Grundwasserspiegel tief genug zu halten, muss ständig mit Hilfe von Pumpen und über höher liegende Entwässerungskanäle Wasser abgeführt werden. Im 17. Jahrhundert begann die Trockenlegung auch grösserer Binnenseen, insbesondere nördlich von Amsterdam. Anlass für diese Polder war unter anderem der zunehmende Nahrungsmittelbedarf der damals rasch wachsenden Städte. Die Finanzkraft der Amsterdamer Kaufleute und die verbesserte Mühlentechnik ermöglichten diese Landgewinnung. Windmühlen wurden später von Dampfmaschinen abgelöst. Dadurch konnten auch tiefere und grössere Polder trocken gehalten werden, Nach 1900 ging man zur Landgewinnung in noch grösserem Stil über. In den Niederlanden gibt es ein Sprichwort: Gott schuf die Welt, doch die Niederlande schufen ihr Land aus dem Meer! Seit Jahrhunderten kämpfen die Menschen gegen die Überflutung ihres Landes. Gleichzeitig ringen sie dem Meer aber auch wieder Land ab. Die Niederländer müssen aber das Wasser auch schützen. Grund- und Oberflächenwasser werden einmal durch Einleitung von Abfallstoffen in den Niederlanden selbst verschmutzt. Hinzu kommt jedoch das stark verschmutzte Wasser, das vor allem der Rhein aus den Anliegerstaaten mitbringt. Mit immer grösserem Aufwand müssen sowohl die Ursachen der Verschmutzung beseitigt als auch ihre Folgen bekämpft werden. Die Trink- und Brauchwasserversorgung ist daher sehr problematisch. Eine weitere Gefahr für die Wasserqualität ist die Versalzung. Über die vielen Flüsse und Kanäle dringt salziges Meerwasser viele Kilometer landeinwärts. In weiten Teilen der küstennahen Niederlande ist entweder das gesamte Grundwasser salzig bis brackig oder das süsse Grundwasser reicht nur bis in geringe Tiefe. Auch hier sind sehr aufwendige Massnahmen erforderlich, so zum Beispiel die Trennung von Salz- und Süsswasser durch Dämme. Aufgaben: 1. „Die Niederländer schufen ihr Land aus dem Meer! Begründe diese Aussage. Niederlande 2. Gib Gründe an, warum die Trink- und Brauchwasserversorgung im Mündungsgebiet des Rheins schwierig ist. 3. Weshalb versalzt so viel Grundwasser? Das Deltaprojekt Die verheerende Sturmflut am 1. Februar 1953 im Mündungsgebiet von Rhein, Schelde und Maas forderte 1800 Menschenleben und überschwemmte 1600 km 2 Land. Die Furcht vor solchen Katastrophen beschleunigte die Durchführung des Deltaplanes. Fünf Mündungsarme wurden durch massive Dämme abgeriegelt. Diese Dämme und Deiche bieten nun Schutz gegen Überschwemmungen. Ein Teil der Gewässer wird zu Süsswasserseen, da sie dem Einfluss des Meeres entzogen sind. Damit verringert sich auch die Gefahr der Versalzung der Böden. Ausserdem sind neue Möglichkeiten für die Trinkwassergewinnung und für den Wassersport geschaffen. Auch eine bessere verkehrsmässige Erschliessung des Inselgebietes ist so erreicht worden. Ein so grosses Projekt bringt zwangsläufig auch Nachteile mit sich. Die Küstenfischerei (Garnelen, Muscheln usw.) und die Austernzucht verloren durch die Aussüssung der Seen hinter den Dämmen weite Gebiete. In den sechziger Jahren wurde zudem deutlich, dass sich das Delta-Projekt auch auf die Natur nachteilig auswirkt. Man befürchtete, dass die Gezeiten sich zu stark änderten. Zudem bedeutete ein Rückgang der Salzwiesen ein grosser Verlust für die Landwirtschaft. Die Tierwelt war zusätzlich bedroht, da die Schlickwatten zusehends verschwanden und wegen zu wenig Salzseen viele Vogelarten kein Futter mehr fanden. Angesichts heftiger Proteste änderte man deshalb den Plan für die Osterscheide grundlegend. Anstelle eines Abschlussdammes wurde ein gewaltiges, dreiteiliges Sturmwehr errichtet, das nur bei Überschwemmungsgefahr geschlossen wird. Bei normaler Wetterlage kann das Meerwasser in die Osterscheide strömen. So wird die Umwelt nur wenig beeinflusst. Wertvolle Naturräume bleiben erhalten. Dort kann auch die Austernzucht fortbestehen. Niederlande Aufgaben: 1. Weshalb wurde das Deltaprojekt gebaut? 2. Welche Bedeutung hat das Projekt für die Niederlande? 3. Welche Nachteile bringt es mit sich? 4. Welche Vorteile ergeben sich aus dem Projekt?