Arbeitsblatt: Geschichte des Antisemitismus

Material-Details

Arbeitsblatt zum Judenhass im Mittelalter. Text, Bilder und offene Fragen.
Geschichte
Mittelalter
7. Schuljahr
2 Seiten

Statistik

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4
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11.01.2026

Autor/in

Tibor Sarvari
Land: Deutschland
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Judenhass im Mittelalter Bild: Darstellung eines Pogroms 1439. Das Christentum hatte schon sehr früh ein Problem mit dem Judentum. Jesus selbst war Jude und die Christen glauben, dass er der Sohn Gottes war. Juden glauben das nicht und die Christen haben ihnen das von Anfang an übelgenommen. Schon 100 Jahre nach Christus gibt es Briefe der ersten Christen, in denen die Juden als die Mörder von Jesus angeprangert werden. Außerdem wurde ihnen vorgeworfen, an eine veraltete Religion zu glauben. Diese Streitigkeiten fanden statt, als sich das Christentum gerade offiziell vom Judentum trennte. Die Juden wurden wenig später als „Gottesmörder bezeichnet. Im Mittelalter verfestigten sich diese Vorwürfe. Den Juden wurde unterstellt, Christen zu töten und für das Unheil auf der Welt verantwortlich zu sein. Sie mussten in Siedlungen außerhalb der Stadtmauern (Ghettos) leben und durften keine handwerklichen Berufe ausüben. Außerdem war es ihnen verboten, Land zu kaufen und sie galten als Ungläubige. Ihre Gotteshäuser (Synagogen) wurden regelmäßig bei Aufständen zerstört. Die christlichen Bauern unterstanden im Mittelalter den Adeligen und mussten einen Teil ihrer Ernte an die Adeligen abgeben. Wenn die Ernte schlecht war oder die Abgaben zu hoch wurden, kam es immer wieder zu Aufständen der Bauern. Bei fast allen Aufständen wurden auch die Juden angegriffen, die meist vollkommen wehrlos waren. Auch während der Kreuzzüge wurden regelmäßig ganze jüdische Siedlungen niedergebrannt. Den Juden wurden verschiedene Verbrechen nachgesagt, die häufigsten Vorwürfe waren: Die Ritualmordlegende Die Ritualmordlegende besagt, dass die Juden angeblich christliche Kinder entführten und töteten und ihr Blut zum Backen für ihr Pessahbrot (ein traditionelles Brot, dass an jüdischen Feiertagen gebacken wird) verwendeten. Obwohl sie vollkommen frei erfunden ist, hat sie sich lange gehalten. Brunnenvergiftung In Zeiten, in denen die Pest sich in Europa ausbreitete, wurde den Juden vorgeworfen, die Brunnen vergiftet zu haben. Die Menschen konnten sich die Ansteckung nicht erklären und schoben die Schuld auf die Juden. Heutzutage gilt die Pest wegen besserer Hygiene und moderner Medikamente als besiegt. Übertragen wurde sie von Flöhen, die im Fell von Ratten und Nagetieren leben. Geldgier Den Juden war der Zugang zu beinahe allen Berufen verboten. Den Geldhandel (also das Leihen von Geld gegen Zinsen) wollten die Christen aus religiösen Gründen nicht machen. Also beauftragten sie die Juden damit. Wenn es zu Hungersnöten oder Krisen kam, mussten sich viele Menschen bei den Juden Geld leihen. Die Wut darüber führte oft zu sogenannten Pogromen, bei denen die Ghettos verwüstet und viele Juden getötet wurden. Diese Pogrome brachen bis in unsere Zeit immer wieder aus. Weil die Juden sich in ihrem Aussehen nicht von der restlichen Bevölkerung unterscheiden, wurden sie gezwungen, sogenannte „Judenhüte zu tragen. So konnte sie jedermann sofort erkennen und zum Beispiel einen Bogen um sie machen oder sie während eines Pogroms sogar angreifen. Aufgaben: 1. 2. 3. 4. 5. Beschreibe in eigenen Worten, welche Vorurteile es im Mittelalter über Juden gab. Kennst Du weitere Beispiele, welche Vorurteile es (auch heute) noch über Juden gibt? Wieso wurde den Juden nachgesagt, geldgierig zu sein? Wieso wurden sie als Feinde der Christen bezeichnet? Wie müssen sich die Juden im Mittelalter wohl gefühlt haben, wenn die Zeiten wieder einmal wegen einer schlechten Ernte unsicher wurden? Schreibe aus der Sicht eines jüdischen Menschen im Mittelalter (zum Beispiel einen Brief oder Tagebucheintrag über die Ängste und Sorgen).