Arbeitsblatt: HV & LV zur Berufswahl aus der Rundschau von SRF
Material-Details
HV & LV zur Berufswahl aus der Rundschau von SRF
Deutsch
Hörverstehen
8. Schuljahr
7 Seiten
Statistik
215132
9
0
28.03.2026
Autor/in
Adrian Bechtiger
Land: Schweiz
Registriert vor 2006
Textauszüge aus dem Inhalt:
Frühe Berufswahl Der Druck auf Teenager bei der Lehrstellensuche steigt Derzeit sind wieder tausende Lehrstellen ausgeschrieben – oder bereits vergeben. Wer heute eine KV- oder Informatik-Lehre machen will, muss früh dran sein und viel Zeit und Energie investieren «Habt ihr die Karte mit eurem Wunschberuf in der Hand?», fragt der Sekundarlehrer Sven Wellauer seine Klasse. Die Schülerinnen und Schüler der zweiten Oberstufe im Krämeracker in Uster stehen ratlos vor unzähligen Berufskärtchen. Die Auswahl ist gross: 250 verschiedene Lehrberufe gibt es in der Schweiz. Zwei Drittel der Jugendlichen in der Schweiz entscheiden sich für eine Lehre – und müssen also bereits mit 14 Jahren eine der wichtigsten Entscheidungen fürs Leben treffen. In kaum einem anderen Land beschäftigen sich Jugendliche so früh mit der Berufswahl wie in der Schweiz. Videointerviews, «Matchingdays» Co. Und die Anforderungen steigen. Bereits für Schnupperlehren müssen die Jugendlichen heute ein aufwändiges Bewerbungsdossier einreichen. «Ein Anruf reicht eigentlich nicht mehr», sagt Wellauer, der seine Schülerinnen und Schüler im Unterricht engmaschig betreut. Diese steigenden Ansprüche bereiten dem Lehrer Sorgen. Denn viele Firmen verlangen inzwischen Multichecks, Bewerbungsvideos oder führen interne Tests durch. Das werde gerade leistungsschwachen Schülerinnen und Schülern zum Verhängnis: «Gewisse Schüler müssen die Chance bekommen, sich vor Ort zeigen zu können», sagt Wellauer. Ohne Hilfe von zu Hause schwierig Im Gegensatz zu einigen Mitschülern weiss Andri Foster, was er will: eine Bank- oder Versicherungslehre. Er ist ambitioniert: «Auch wenn ich viel Druck habe, sage ich mir immer: Du schaffst das!» Schon vor den Sommerferien sass er mehrere Tage am Laptop, schrieb Bewerbungen und nahm Bewerbungsvideos auf. Unterstützt wird er von seinem Vater: «Wenn man zu Hause keine Hilfe hat, stelle ich mir das extrem schwierig vor», sagt er. «Auch wir kommen an unsere Grenzen, alles zeitlich unter einen Hut zu bringen.» Firmen rekrutieren immer früher Nicht nur für die Jugendlichen ist der Aufwand gross – auch für die Firmen. Grosse Lehrbetriebe wie Siemens erhalten mehrere tausend Bewerbungen pro Jahr. Es werde immer schwieriger, zu erkennen, wie gut ein Bewerber oder eine Bewerberin wirklich sei: «Wir stellen fest, dass viele Bewerbungen mit künstlicher Intelligenz erstellt werden», sagt Melanie Fahrner, Ausbildungsverantwortliche bei Siemens – und rechtfertigt damit den neu eingeführten Selektionsschritt: das Videointerview. Firmen rekrutieren zudem immer früher. «Teilweise müssen sich Jugendliche bereits vor den Sommerferien bewerben, obwohl sie erst in der zweiten Oberstufe sind», sagt der Leiter der Berufsbildung bei Siemens, Michele Marchesi. «Man nimmt ihnen die Zeit, die sie bräuchten, um sich wirklich zu orientieren.» Wer bei der Siemens in den Videointerviews überzeugt, wird an den Assessment-Tag eingeladen. In Vierergruppen werden die Bewerber geprüft. Texte schreiben, Einzelgespräche und Gruppenarbeiten gehören dazu. Zum Beispiel gemeinsam in 15 Minuten eine Kugelbahn bauen. Auch Andri Foster muss an einen Assessment-Tag – bei der Zürich Versicherung. Es läuft gut und er bekommt eine Zusage. Doch er sagt nicht sofort zu, denn er fährt mehrgleisig. Zwei Wochen später bekommt er die Zusage von der Zürcher Kantonalbank. Diese Lehrstelle nimmt er an. Doch so geht es längst nicht allen. In seiner Klasse sind noch immer 15 auf der Suche. Hör- und Seh-Verständnis 1. Im kaum einem andrem Land befassen sich Jugendliche so früh mit ihrer wie in der Schweiz. Jedes Jahr schliessen rund Jugendliche die obligatorische Schulzeit ab. machen eine Lehre. Besonders beliebt sind: 2. Was sind die Unterschiede zu früher in der Berufswahl und im Bewerbungsprozess? 3. Welche Sorgen macht sich der Lehrer bezüglich dem «Effizienzdenken» vieler Betriebe und den in 2. Beschriebenen Unterschieden zu früher? 4. Andris Lehrstellensuche: Ein. 5. Immer öfter verlangen die Firmen neben klassischen Bewerbungsdossiers und Motivationsschreiben auch . 6. Was stellt sich der Vater besonders schwierig vor, wenn mein zu Hause keine Unterstützung hat? 7. Wie sind die Lehrstellen und Lehrberufe bei Siemens verteilt? 8. Wie viele Bewerbungen erhält Siemens ugf. pro Lehrstelle? 9. Welche zwei Fragen hörst du im Videocall mit der Ausbildungsverantwortlichen von Siemens? 10. Welchen Vorteil sieht die Ausbildungsverantwortliche in Videointerviews? 11. Weshalb hat Andrin Absagen erhalten? 12. Woran sieht man, dass Andrin die Stelle bei Siemens unbedingt will? 13. Was ist die erste Aufgebe, welche die Jugendlichen bei Siemens erfüllen müssen? 14. Was wollen die Ausbildungsverantwortlichen als Beobachter bei der zweiten Aufgabe von den Jugendlichen sehen? 15. Im dritten Schritt stehen Einzelgespräche an. Welche Fragen werden dort gestellt? 16. Was ist die letzte Aufgabe der Jugendlichen an diesem Tag? 17. Zu welchen Erkenntnissen kommen die Ausbildungsverantwortlichen bei der Beurteilung des Textes eines Jugendlichen? 18. Was ist der letzte Aufgabe der Jugendlichen vor dem definitiven Entscheid für die Lehrstelle? 19. Welche Aufgabe musste Andrin erfüllen? Lösungen 1. Im kaum einem andrem Land befassen sich Jugendliche so früh mit ihrer Berufswahl wie in der Schweiz. Jedes Jahr schliessen rund 83 00 Jugendliche die obligatorische Schulzeit ab. 65.7 machen eine Lehre. Besonders beliebt sind: Büro Verwaltung Gesundheitswesen Informatik 2. Was sind die Unterschiede zu früher in der Berufswahl und im Bewerbungsprozess? Schnupperlehre: Ein Anruf alleine reicht oft nicht mehr, meist wird ein Bewerbungsdossier wie für eine Lehrstelle verlangt. Lehrstellensuche: Es gibt mehr Eignungstests und Infoanlässe und zunehmend mehrstufige Prozesse mit mehreren Hürden. (Multicheck, obligatorische Infoanlässe, Bewerbungsdossier senden, Matching Day, Vorstellungsgespräch, etc.) 3. Gewisse Schüler und Schülerinnen erhalten evtl. nicht die Chance sich zu zeigen, da sie unter dem Radar durchfliegen, gar nicht erst eingeladen werden. Dies weil sie viele Qualitäten mitbringen, die im Zeugnis nicht abgebildet werden und somit schon in einem ersten Selektionsprozess herausfliegen. Welche? 4. Familienprojekt 5. Videobewerbungen 6. Die Übersicht über Aufgaben und Termine zu behalten. 7. 70 Lehrstellen in 12 Lehrberufen 8. 40 9. Weisst du was Siemens für Produkte hat? Kennst du die Haupttätigkeiten eines Applikationsentwickler? 10. Viele Bewerbungsdossiers werden mit (Hilfe von) ChatGPT oder anderer KI geschrieben und/ oder kreiert. Bei Nachfragen, z.B. was gewisse Begriffe bedeuten wird das fehlende Wissen der Bewerbenden offensichtlich. 11. Absagen gab es von Firmen, bei denen er nicht schnuppern ging oder von Betrieben, die mit dem Bewerbungsprozess schon fortgeschritten waren. 12. Er hat sich vorbereitet. Er hat sich Notizen über die wichtigsten Fakten gemacht und geht sie immer wieder durch. Er ist die Strecke zum Sitz der Firma am Vortag mit seinen Eltern abgefahren. 13. Sie müssen einen Steckbrief über sich auf einem A3-Blatt gestalten (Angaben zur Person, etc. Ich will diesen Beruf bei Siemens erlernen, weil ). Die Jugendlichen sind frei in der Gestaltung. 15 Minuten Zeit. 14. Es geht v.a. um Teamfähigkeit und Charaktereigenschaften wie Durchsetzungsvermögen. 15. Fragen zur Persönlichkeit (Neugier, Kreativität, Hilfsbereitschaft, Lösungsorientiert, etc.) Was würden andere (Schulkollegen) über dich sagen, wenn sie dich jetzt gesehen hätten? Wart du so wie sie dich kennen oder anders? 16. Ein Sprachtest, einen Aufsatz über sich selbst schreiben. 17. Gut, geht aber nicht sehr in die Tiefe. Man «findet ihn wieder»; sehr reflektiert, erhält sicher viel Unterstützung, holt sich Unterstützung bei Bedarf aber auch. Hoher Leistungsgedanke, man muss ihn vielleicht manchmal sogar bremsen. 18. Ein Praktikumstag 19. Er musste ein fiktives Kundengespräch führen. Ausgangspunkt Du hast den Artikel „Frühe Berufswahl – Der Druck auf Teenager bei der Lehrstellensuche steigt gelesen. Er zeigt, dass Jugendliche in der Schweiz sehr früh über ihre berufliche Zukunft entscheiden müssen – und dass die Anforderungen bei der Lehrstellensuche immer grösser werden. Deine Aufgabe Schreibe einen zusammenhängenden Text von genau einer Seite. In deinem Text soll erkennbar sein, dass du den Artikel verstanden hast, über deine eigene Situation nachdenkst und deine Meinung klar ausdrücken kannst. Gliederung deines Textes 1. Zusammenfassung des Artikels (ca. Seite) Beschreibe mit eigenen Worten: Worum geht es im Artikel insgesamt? Welche Schwierigkeiten haben Jugendliche bei der Lehrstellensuche? Welche neuen Anforderungen (z. B. Videointerviews, Multicheck, Assessment-Tage) werden erwähnt? Was sagen die Lehrpersonen und Firmenvertreter dazu? Was zeigt das Beispiel von Andri Foster? Schreibe keine Details ab, sondern fasse die wichtigsten Punkte mit deinen eigenen Worten zusammen. 2. Deine persönliche Situation (ca. Seite) Schreibe über dich selbst: Was waren oder sind deine grössten Herausforderungen in der Berufswahl oder bei der Lehrstellensuche? Was hast du in den Herbstferien dafür gemacht? Wo stehst du aktuell im Bewerbungsprozess? Was sind deine nächsten Schritte? Formuliere in ganzen Sätzen – kein Frage-Antwort-Stil. 3. Deine Meinung und Reflexion (ca. Seite) Setze dich mit dem Artikel auseinander: Wie findest du es, dass Firmen heute mehrstufige Bewerbungsprozesse (mit Videos, Tests, Assessments) verlangen? Ist dieser Aufwand gerechtfertigt oder übertrieben? Haben Jugendliche deiner Meinung nach genug Zeit und Unterstützung, um eine gute Entscheidung zu treffen? Was sollte sich ändern, damit Jugendliche weniger Druck haben? Begründe deine Meinung mit Beispielen oder eigenen Erfahrungen. Formale Vorgaben Schreibe eine Seite lang! Verwende Absätze und einen klaren Aufbau. Achte auf korrekte Rechtschreibung und Satzzeichen. Der Text muss deine eigene Sprache zeigen – keine Abschreibungen aus dem Artikel.