Arbeitsblatt: Schreibauftrag & HV zum Thema Sitznachbarn
Material-Details
au SRF
https://www.srf.ch/news/schweiz/schule-in-winterthur-die-nachbarschaft-in-der-schulbank-kann-fuers-leben-praegen
Mit Lösungen
Deutsch
Hörverstehen
8. Schuljahr
11 Seiten
Statistik
215133
47
0
28.03.2026
Autor/in
Adrian Bechtiger
Land: Schweiz
Registriert vor 2006
Textauszüge aus dem Inhalt:
Die Nachbarschaft in der Schulbank kann fürs Leben prägen Wie stellt die Lehrerin am Anfang der Lektion Aufmerksamkeit her? Wie sind die Bänke in der Klasse angeordnet? Was ist den Schüler:innen in der Sitzordnung wichtig? Wie alt sind die Schüler:innen der Klasse? Was für einen Sitznachbarn erachtet Franky als geeignet für sich selber? Weshalb fände Franky diese Eigenschaften bei seinem Sitznachbarn hilfreich? Wie beschreibt Franky die Wirkung von Ritalin? Ab wann dürfen die Schüler:innen von Frau Locher die Sitzordnung selber bestimmen? Was ist der Lehrerin wichtig bei der Sitzordnung? Was ist gemäss Patricia Locher lernförderlich? Weshalb tat sich Patricia Locher bei der Sitzordnung dieser Klasse schwer? Was beachtet Frau Locher bezüglich des Leistungsniveaus, wenn es um das Zusammensetzen von Schüler:innen geht? Weshalb stehen die Pulte in Patricia Lochers Zimmer nicht in Reihen hintereinander? Was hat sich für Carmen DAlpaos mit dem Churermodell im vergleich zu den klassischen Bankreihen verändert? Welche Themen des Podcasts «Zwüschestund» werden erwähnt? In welcher Folge geht es um die Sitzordnung? Zu welchen Resultaten kommt die Studie über die Sitznachbarschaft in der Schule? Schreibauftrag Schreibauftrag: Nachbarschaft in der Schulbank – Sitzordnungen und ihr Einfluss Aufgabe: Schreibe einen persönlichen Text (ca. 250 Wörter) zum Thema „Nachbarschaft in der Schulbank mit dem Fokus auf die verschiedenen Sitzordnungen in der Schule. Beschreibe und reflektiere, wie unterschiedliche Sitzformen (z. B. Reihen, Gruppen, flexible Plätze wie im „Churer Modell) das Lernen, den Umgang mit den Mitschülerinnen und Mitschülern und die Freundschaften beeinflussen können. Baue Folgendes ein: Erkläre, welche Sitzordnung(en) du selbst in der Schule kennst oder erlebt hast (z. B. feste Reihen, Partnerarbeit, Gruppentische oder flexible Plätze). Beschreibe, wie sich die Sitzordnung auf deine Konzentration und dein Lernen auswirkt. Erzähle, wie die Sitzordnung deine Beziehungen zu deinen Sitznachbarn beeinflusst – hilft sie beim Freundschaften schließen oder eher nicht? Überlege, welche Vorteile und Nachteile die verschiedenen Sitzordnungen haben könnten. Reflektiere, wie du dich fühlst, wenn du deinen Platz wechselst oder in einer neuen Sitzordnung lernen musst. Kriterien für deinen Text: 1. Umfang: Ca. 250 Wörter. 2. Zeit: höchstens 90 Minuten 3. Struktur: Einleitung, Hauptteil, Schluss. 4. Inhalt: Persönliche Erfahrungen und Gedanken zu den verschiedenen Sitzordnungen und deren Einfluss auf Lernen und Freundschaften. 5. Sprache: Klare und vollständige Sätze, abwechslungsreicher Wortschatz. 6. Rechtschreibung und Grammatik: Achte auf korrekte Schreibweise und Zeichensetzung. 7. Persönlicher Stil: Authentisch und ehrlich, zeige deine eigene Meinung. Die Nachbarschaft in der Schulbank kann fürs Leben prägen Wie stellt die Lehrerin am Anfang der Lektion Aufmerksamkeit her? Sie zählt von fünf retour. Die Schüler:innen wissen, dass sie sich bei 0 zur Lehrerin umdrehen und aufpassen müssen. Wie sind die Bänke in der Klasse angeordnet? Die Bänke sind in einem Kreis angeordnet. In der Mitte des Schulzimmers gibt es einen grossen Tisch. Was ist den Schüler:innen in der Sitzordnung wichtig? Neben wem sie sitzen. Das man sich versteht und Harmonie herrscht. Wie alt sind die Schüler:innen der Klasse? 15 Was für einen Sitznachbarn erachtet Franky als geeignet für sich selber? Ein Sitznachbarn, der eher für sich selber ist, ein «schlauer» Schüler. Weshalb fände Franky diese Eigenschaften bei seinem Sitznachbarn hilfreich? Er habe ADHS und lasse sich daher rasch ablenken. Wie beschreibt Franky die Wirkung von Ritalin? Er merke nicht, was ausserhalb von ihm passiere, fühle sich mehr für sich, alleine. Ab wann dürfen die Schüler:innen von Frau Locher die Sitzordnung selber bestimmen? Kurz vor dem Abschluss Was ist der Lehrerin wichtig bei der Sitzordnung? 1. Dass sich die Schülerinnen und Schüler an ihrem Platz gut konzentrieren können, d.h. u.a. möglichst wenig Möglichkeiten zur Ablenkung von sich selber und durch andere Schüler:innen. 2. Dass sie sich sehr wohl fühlen an ihrem Platz. Was ist gemäss Patricia Locher lernförderlich? Wenn sich die Schüler:innen an ihrem Platz wohl fühlen und konzentrieren können. Weshalb tat sich Patricia Locher bei der Sitzordnung dieser Klasse schwer? Alle mögen sich in der Klasse sehr und haben untereinander viel zu besprechen. Was beachtet Frau Locher bezüglich des Leistungsniveaus, wenn es um das Zusammensetzen von Schüler:innen geht? In Mathe: Leistungsstärkere Schüler:innen setzt sie zusammen, sodass sie in ihrem eigenen Tempo weitergehen können. Schüler:innen, die mehr Hilfe benötigen, würden sie sowieso von ihr erhalten. In Deutsch: Schüler:innen, die gut erklären können werden neben Schüler:innen, die Deutsch noch nicht so gut beherrschen gesetzt. Weshalb stehen die Pulte in Patricia Lochers Zimmer nicht in Reihen hintereinander? Sie hat von einer Kollegin einen Input zum Churermodell erhalten. Die Kollegin hat Gruppentische, Einzeltische, einen grossen runden Tisch, sodass möglichst viele Lernmöglichkeiten vorhanden sind. Die Schüler:innen können ihren Platz selber wählen, nachdem sie am Anfang vorne bei der Lehrerin in einem Kreis gesessen sind und Erklärungen oder Anweisungen erhalten haben. Was hat sich für Carmen DAlpaos mit dem Churermodell im vergleich zu den klassischen Bankreihen verändert? Sie erklärt weniger Inhalt vorne vor den Schüler:innen mit der Absicht, dass diese z.B. die Übung anschliessend nachmachen. Ihre Rolle habe sich verändert. Sie sei nun mehr ein Coach, der bei den Jugendlichen vorbei gehe und Hilfestellung leiste. Die Schüler: innen arbeiten selbständiger. Welche Themen des Podcasts Zwüschestund werden erwähnt? Sitzordnung Chancengerechtigkeit Zeugnis Ferien In welcher Folge geht es um die Sitzordnung? In der Folge zum Classroom Management. Zu welchen Resultaten kommt die Studie über die Sitznachbarschaft in der Schule? Der Schulerfolg sei von der Sitzordnung meistens nicht abhängig, allerdings scheinen Leistungsstarke Schüler:innen zu profitieren, wenn sie nebeneinander sitzen. Wenn sie neben leistungsschwächeren Schüler:innen sitzen scheint ihre Leistung etwas schwächer zu werden. Die Nachbarschaft in der Schulbank kann fürs Leben prägen Neben wem man sitzt, hat keinen grossen Einfluss auf die Schulnote. Der Banknachbar macht einen nicht schlauer – dafür kann er zum Freund werden. Merisa ist 15 Jahre alt und steht kurz vor dem Ende ihrer Schulzeit. Wenn sie über ihren Banknachbarn spricht, sagt sie: «Die Schule hat viel zu unserer Freundschaft beigetragen.» Merisa geht in die dritte Klasse des Oberstufenschulhauses Rosenau in Winterthur. Sie sitzt neben ihrem besten Freund. Das geniesse sie. Die Nachbarschaft in der Schulbank habe Freundschaften gefestigt. «Aufs Lernen hatte das aber wenig Einfluss.» Damit bestätigt sie, was die Wissenschaft herausgefunden hat. Felix Elwert ist Professor für Soziologie an der amerikanischen Universität Wisconsin-Madison. Er hat gemeinsam mit anderen Forschern mehrere Aufsätze zum Thema Sitznachbarn in der Schule publiziert. Dafür hat er eine gross angelegte Studie mit insgesamt rund 3000 Schülerinnen und Schülern in Ungarn durchgeführt. Seine wichtigste Erkenntnis: «Der Sitznachbar hat keinen messbaren Einfluss auf die Noten. Allerdings kann zwischen Sitznachbarn eine Freundschaft entstehen.» Viele Lehrpersonen und auch Eltern würden davon ausgehen, dass es schwachen Schülern helfe, wenn man sie neben starke Schülerinnen setze. «Das ist plausibel. Diese Vermutung hat sich aber kaum bestätigt», sagt Elwert. Schulerfolg könne man nicht mit dem «richtigen» Sitznachbarn beeinflussen. Einen kleinen Effekt hat die Wissenschaft allerdings doch gefunden: Zwei leistungsstarke Schüler scheinen laut Elwert voneinander zu profitieren, wenn sie nebeneinander sitzen. «Das eigene Fortkommen ist aber eher davon abhängig, was man selber kann oder von zu Hause mitbekommen hat.» Wer neben wem sitzt, ist im Schulzimmer oft ein emotionales Thema – besonders nach den Sommerferien. Die beiden langjährigen Lehrerinnen Patricia Locher und Carmen DAlpaos, die im Schulhaus Rosenau unterrichten, machen sich viele Gedanken zum Thema. Wenn sie die Sitzordnung bestimmt, achtet Locher darauf, dass sich die Schülerinnen und Schüler gut konzentrieren können und nicht abgelenkt werden. Und genauso wichtig sei es, «dass sie sich sehr wohl fühlen». Denn ohne das gehe es nicht. In der Praxis habe sich bewährt, was die Wissenschaft herausgefunden hat: Locher setzt gerne zwei leistungsstarke Schülerinnen und Schüler nebeneinander. «Zum Beispiel in der Mathematik. Dann können die beiden davonziehen. Die schwächeren bekommen die Hilfe ja ohnehin von mir.» Flexible Arbeitsplätze im «Churer Modell» Carmen DAlpaos arbeitet nach dem sogenannten «Churer Modell», weil sie eine Alternative gesucht habe zu den Schulbänken in Reihen hintereinander. Am Anfang der Stunde sitzen die Schülerinnen und Schüler vorne in einem Kreis zusammen, während die Lehrerin etwas erklärt. Dann arbeiten sie individuell an einem frei wählbaren Ort weiter: an einem grossen runden Tisch, Einzeltischen oder Gruppentischen. «So sind alle Lernmöglichkeiten vorhanden», sagt DAlpaos. Ihre Rolle habe sich dadurch verändert: «Ich bin eher ein Coach, der bei den Schülerinnen und Schülern vorbeigeht.» Deshalb arbeite sie so gerne mit dem «Churer Modell». Die beiden Schülerinnen Amina (15) und Israa (16) sitzen in Carmen DAlpaos Klasse gerne nebeneinander. Einerseits, weil sie sich gut verstehen, andererseits aber auch, weil sie gut nebeneinander arbeiten können. Und Israa betont: «Wenn ich eine Frage habe, hilft Amina mir.»