Arbeitsblatt: Chemische Reaktionen untersuchen
Material-Details
Dossier vom Thema „Chemische Reaktionen untersuchen“
Chemie
Anderes Thema
8. Schuljahr
24 Seiten
Statistik
215225
50
2
15.04.2026
Autor/in
- -
Land: Schweiz
Registriert vor 2006
Textauszüge aus dem Inhalt:
Name: NT 2. Sek Chemische Reaktionen untersuchen Grundlernziele Ich . . kenne die wichtigsten Fachbegriffe zum Thema und ich kann diese mit eigenen Worten erklären. . kann entscheiden, ob es sich bei einem Vorgang um eine chemische oder physikalische Reaktion handelt. . kann erklären, was eine chemische Reaktion ist und was die Begriffe Edukt und Produkt bedeuten. . kenne die fünf Eigenschaften von chemischen Reaktionen und ich kann genau erklären, was jeweils damit gemeint ist. . kann aufzählen und erklären, wodurch die Geschwindigkeit einer chemischen Reaktion beeinflusst werden kann. . kann die drei Szenarien der Energieumwandlung bei chemischen Reaktionen erklären. (Aktivierungsenergie; exotherme und endotherme Reaktion) . kann die Begriffe Reinstoff, Stoffgemisch, Element und Verbindung erklären. . verstehe das Atommodell von Dalton und kann die vier Regeln über Atome aufzählen kann verstehen, wieso die Gesamtmasse bei einer chemischen Reaktion immer gleich bleiben muss und ich kann es mit eigenen Worten erklären. . kenne den Aufbau des Periodensystems der Elemente (PSE). . finde mich im Periodensystem der Elemente (PSE) zurecht und ich kann Aufgaben dazu lösen. Chemisch oder physikalisch Führe folgende Versuche durch und entscheide, ob der Versuch chemisch oder physikalisch ist. Notiere die Reaktionseigenschaften. Schülerversuche 1.) Material: Brausetablette, Becherglas, Wasser Gib ein Stück der Brausetablette ins Wasser. Beobachtung: Interpretation: 2.) Material: Reagenzglas mit 1 ml Wasser, RG-Halter, Bunsenbrenner, Zündhölzer, Spiegel, Schutzbrille! Erhitze das Wasser im RG bis es siedet und halte dann einen kalten Spiegel etwa 5 cm neben die Öffnung des RGs. Beobachte den Spiegel. Beobachtung: Interpretation: 3a) Material: Rechaud Kerze, Zündhölzer, Becherglas (50 ml) Entzünde die Kerze und stülpe ein Becherglas darüber. Vergleiche mit 3b. Beobachtung: Interpretation: 3b) Material: Rechaud Kerze, Zündhölzer, Becherglas (400 ml) Entzünde die Kerze und stülpe ein Becherglas darüber. Vergleiche mit 3a. Beobachtung: Interpretation: 1 4.) Material: Eisenwille, Reagenzglas mit verdünnter Salzsäure, Schutzbrille Gibt die Fe-Wolle in das RG mit der Salzsäure (trage die Schutzbrille!) Beobachtung: Interpretation: Demoversuche Lehrperson 5.) Material: Reagenzglas mit etwas Kerzenwachs, RG-Halter, Becherglas, Eiswasser, Bunsenbrenner, Schutzbrille! Die LP erwärmt das Wachs im RG bis es geschmolzen ist. Sie gibt das RG dann sofort in das Becherglas mit dem Eiswasser. Beobachtung: Interpretation: 6.) Material: Eisenwolle, 4,5V-Batterie, feuerfeste Unterlage Die LP berührt die Eisenwolle mit der Batterie. Beobachtung: Interpretation: 7.) Material: Magnesiumband, Bunsenbrenner Die LP hält für kurze Zeit ein Stück Magnesiumband über die Flamme. Vorsicht! Nicht direkt ins Licht schauen! Beobachtung: Interpretation: 2 Auftrag: Fülle aufgrund der Beobachtungen der Versuche die Tabelle unten aus. Beschreibe stichwortartig die Beobachtungen und entscheide, ob der Versuch chemisch oder physikalisch war. Begründe die Entscheidung. Versuche analog die anderen Reaktionen theoretisch zu beschreiben. Beispiel Beobachtungen chemisch physikalisch Begründung Brausetablette in Wasser Wasserdampf kalter Spiegel brennende Kerze im Becher Eisenwolle in Salzsäure schmelzendes Wachs im RG Eisenwolle mit Batterie Magnesium in Flamme rostender Nagel Destillation von Alkohol Trocknen von Wäsche Aufladen einer Batterie Wasser erhitzen keimende Bohne 3 Reaktionsmerkmale Eine Reaktion ist dann chemische, wenn die Stoffe . Wasser das zu Wasserdampf erwärmt wurde ist immer noch «Wasser», nur enthält es mehr Energie als das kalte Wasser. Wir haben also nicht den Stiff sondern nur den Zustand der Teilchen verändert. Dank der höheren Energie und Temperatur, können sie sich Stoffliche Veränderungen können mit Hilfe von Reaktionsmerkmalen erkannt werden. Auftrag: Notiere dir solche Merkmale. Reaktionsmerkmal Beispiel Licht Farbänderung Geruchsänderung Änderung der Konsistenz Merke: Es gibt eindeutige Reaktionsmerkmale, wie z.B., oder . Diese Reaktionsmerkmale deuten auf eine chemische Reaktion hin, weil sie deutlich machen, dass sich ein Stoff verändert hat und nun neue physikalische und chemische Eigenschaften besitzt. Und es gibt nicht eindeutige Reaktionsmerkmale. Eine können wir auch dadurch erreichen, dass wir zwei unterschiedliche Farben zusammenmischen. Auch das Merkmal, dass sich ein Stoff erwärmt, muss nicht unbedingt auf eine chemische Reaktion hindeuten. Schaue dazu das YouTube-Video zu «unterkühltem Wasser». Suche im Internet nach der Definition von Chemie. 4 Chemische Reaktionen Wenn du zwei Stoffe zusammengibst, können sich die Stoffe vermischen. Zum Beispiel entsteht beim Zusammengeben von Salz und Wasser eine homogene Salzlösung. Wenn du zwei Stoffe zusammengibst, kann es aber auch sein, dass die Stoffteilchen sich nicht nur vermischen, sondern miteinander reagieren. Das bedeutet, dass die zusammengegebenen Stoffe in neue Stoffe umgewandelt werden. Diese Umwandlung heisst chemische Reaktion. Die Stoffe, mit denen eine chemische Reaktion beginnt, heissen Ausgangsstoffe (Edukte). Die Stoffe, die neu entstehen heissen Produkte. Bei einer chemischen Reaktion werden also Ausgangsstoffe in Produkte umgewandelt. Dabei bleiben die Grundbausteine, aus denen die Stoffe bestehen, alle erhalten. Die Grundbausteine verbinden sich aber anders. Es gilt: Beispiel für eine chemische Reaktion Die Brausetablette wird in ein Glas mit Wasser gegeben. An ihrer Oberfläche entstehen kleine . Sie werden grösser, lösen sich ab und . Ihre Anzahl wächst, es werden immer mehr und mehr. Schliesslich bildet sich ein ganzer Wirbel von Gasblasen. Die Tablette wird dabei immer . Schliesslich tragen die Gasblasen die Reste nach oben. Und dann hat sich die Brausetablette auch schon ganz aufgelöst: Der Vitamintrunk ist fertig! Das Auflösen der Brausetablette wird mit dem Lösen von Salz in Wasser verglichen. 1. Beschreibe die beiden Vorgänge. Lösen von Salz: Lösen der Brausetablette: 2. Was ist der Unterschied? 5 Chemische Reaktionen 1. Kalk Unser Trinkwasser besteht hauptsächlich aus dem Stoff Wasser. Im Trinkwasser sind viele andere Stoffe gelöst, zum Beispiel Kalk. Wenn Wasser an Oberflächen verdunstet, bleibt Kalk zurück und lagert sich ab. Der Kalk wird als weisslicher Belag sichtbar. Mit einem säurehaltigen Reinigungsmittel wie zum Beispiel Essigreiniger kann man den Kalk entfernen. a. Zeichne in die zwei leeren Kästen die Wasserteilchen und die Kalkteilchen beim Vorgang der Kalkablagerung: b. Ergänze das Reaktionsschema für die Reaktion «Kalk reagiert mit Essig». Ausgangsstoffe oder Edukte Beschreibung der Reaktion Produkte Kohlenstoffdioxid und Calciumacetat 6 2. Ein Gedankenexperiment a. Stell dir vor: Auf einer Waage steht links eine Schale mit Alkohol, rechts wurde die Waage mit einem Massestuck ins Gleichgewicht gebracht. Wie ändert sich die Waage, wenn du den Alkohol entzündest? Schreibe deine Vermutung auf. b. Stell dir vor: Nun wiederholst du das Experiment. Nach dem Anzunden stulpst du ein Becherglas uber die Schale mit dem Alkohol. Damit die Waage im Gleichgewicht ist, muss rechts ein zusätzliches Massestuck hinzugefugt werden. Wie ändert sich jetzt die Waage, wenn du den Alkohol entzündest? Schreibe deine Vermutung auf. 7 Eigenschaften von chemischen Reaktionen Chemische Reaktionen folgen Gesetzen und haben Eigenschaften. 1.) Der Massenerhaltungssatz: Bei chemischen Reaktionen verschwinden keine Teilchen! Die Masse bleibt erhalten. Betrachte zum Beispiel die chemische Reaktion Feuer. Beim Feuer wird Holz in Asche umgewandelt. Wenn man das Holz zuvor und die Asche danach wägt, stellt man fest, dass das Holz schwerer ist als die Asche. Und doch geht bei dieser chemischen Reaktion nichts verloren, denn man muss alle Ausgangsstoffe und alle Produkte berücksichtigen. Die Ausgangsstoffe sind das Holz und der Sauerstoff in der Luft. Die Produkte sind die Asche und das Kohlenstoffdioxid in der Luft. Um die Massenerhaltung zu zeigen, müsste vor dem Feuer das Holz mit dem Sauerstoff in der Luft und nach dem Feuer die Asche mit Kohlenstoffdioxid in der Luft in einem grossen geschlossenen Raum gewogen werden. 2.) Chemische Reaktionen können von selbst ablaufen oder initiiert werden Einige chemische Reaktionen laufen bei Raumtemperatur spontan, also wie von selbst ab. Zum Beispiel läuft die Reaktion der Brausetablette mit dem Wasser spontan ab. Viele chemische Reaktionen laufen bei Raumtemperatur aber nicht spontan ab, sondern müssen «angestossen» oder initiiert werden. Zum Beispiel muss ein Streichholz an der Schachtel gerieben werden, bevor es zu brennen beginnt. Das Streichholz entzündet sich nicht spontan in der Schachtel. 3.) Chemische Reaktionen können schnell oder langsam ablaufen Chemische Reaktionen können unterschiedlich schnell ablaufen. Zum Beispiel ist ein Feuer eine schnelle chemische Reaktion. Das Rosten eines alten Fahrzeugs ist eine langsame chemische Reaktion. 4.) Bei chemischen Reaktionen kann Energie abgegeben oder benötigt werden Einige chemische Reaktionen geben nach dem Start thermische Energie und Strahlungsenergie ab, wie zum Beispiel bei einem brennenden Zündholz oder einem Feuer. Aber andere chemische Reaktionen benötigen dauernd Energie, damit sie ablaufen. Zum Beispiel benötigt das Laden eines Akkus dauernd elektrische Energie, damit die chemische Reaktion im Akku ablaufen kann. Steht keine elektrische Energie mehr bereit, stoppt die chemische Reaktion im Akku. 8 5.) Chemische Rektionen können einfach oder retour ablaufen Grundsätzlich lassen sich alle chemischen Reaktionen umkehren. Aber bei einigen chemischen Reaktionen ist es praktisch unmöglich, sie umzukehren. Solche chemischen Reaktionen nennen wir «einfach». Zum Beispiel kann aus der Asche und den Gasen nicht wieder ein Streichholz entstehen. Andere chemische Reaktionen lassen sich leicht umkehren und können in beide Richtungen ablaufen. Solche chemischen Reaktionen nennen wir «retour». Wenn man zum Beispiel Rotkohl in Wasser kocht, wird das Rotkohlwasser blau. Gibt man Essig in das Rotkohlwasser, läuft eine chemische Reaktion ab und das Rotkohlwasser wird rot. Wenn man dann Natron dazu gibt, läuft die chemische Reaktion «retour» ab und das Rotkohlwasser wird wieder blau. Auftrag: Auf den Bildern siehst du Ausgangsstoffe und Produkte. Klebe die Bilder aufs Blatt. Beschreibe mit Worten die Veränderungen, die man sieht. Fülle für jedes Bild eine Tabelle aus. Veränderungen: 9 Veränderungen: Veränderungen: 10 Veränderungen: 11 Reaktionsgeschwindigkeiten Um ein Feuer zu entfachen, nehmen wir zuerst kleine Reisigzweige, dünne Äste und erst wenn alles brennt, legen wir die dickeren Hölzer nach . Suche nach einer möglichen Erklärung: 1.) Material: RG mit 1 ml verdünnter Salzsäure, 1 cm Magnesiumband, RG-Halter, feuerfeste Unterlage, Schutzbrille Gib das Magnesiumband in die verdünnte Salzsäure. Beobachtung: 2.) Material: zusätzliches RG mit 1 ml verdünnter Salzsäure, Löffel Magnesiumpulver auf Papier, RG-Halter, feuerfeste Unterlage, Schutzbrille Schütte das Magnesiumpulver in die verdünnte Salzsäure. Beobachtung: Interpretation (vergleiche Versuch 1 und 2): Eine chemische Reaktion läuft umso heftiger ab, je ein Stoff ist. Dadurch wird seine vergrössert und die Teilchen können schneller reagieren. 3.) Material: Eisenwolle, 4,5V-Batterie, feuerfeste Unterlage, Schutzbrille Berühre mit der Batterie die Eisenwolle. Beobachtung: 4.) Video Material: Eisenwolle, 4,5V-Batterie, feuerfeste Unterlage, Schutzbrille, dickwandiger Glaszylinder mit Deckel, konzentrierter Sauerstoff, Pinzette Der Glaszylinder wird mit konzentriertem Sauerstoff gefüllt und mit einem Deckel verschlossen. Halte mit einer Pinzette die Eisenwolle. Berühre die Batterie und lasse die Eisenwolle in den Zylinder fallen und verschliesse sofort den Deckel. Beobachtung: Interpretation (vergleiche Versuch 3 und 4): Eine chemische Reaktion läuft umso heftiger ab, je ein Stoff ist. Weil die der Teilchen dadurch viel höher ist, reagieren die Teilchen schneller. 12 5.) Material: 1,58 Na2S2O3 (Natriumthiosulfat), 1,62 FeCl3 (Eisen(III)-Chlorid) in je 200 ml Wasser auflösen, Stoppuhr, Messzylinder, Becherglas BG je 60 ml abmessen und in ein BG zusammengiessen, Zeit messen. Beobachtung: 6.) je 60 ml der Lösungen auf Versuch 5 auf 40 Grad erwärmen und zusammengiessen, Zeit messen. Beobachtung: 7.) je 60 ml der Lösungen aus L23 mit etwas Fehlinglösung versetzen. Beobachtung: Interpretation: Eine chemische Reaktion läuft umso schneller ab, je ist. Die sogenannte RGT-Regel besagt, dass die 8.) Material: RG mit 1 ml Wasserstoffperoxyd (H2O2), 1 ml Wasser (H2O), RG-Gestell, Schutzbrille Gib das Wasser (H2O) zum Wasserstoffperoxyd (H2O2). Beobachtung: 9.) Material: zusätzlich noch ein Körnchen Kaliumpermanganat (KMnO 4), glühender Holzspan Weise mit dem glühenden Holzspan das Produkt nach. Beobachtung: Interpretation (vergleiche Versuch 8 – 9): Weise mit dem glühenden Holzspan das Produkt nach. Eine chemische Reaktion läuft manchmal erst ab, wenn ein zusätzlicher Stoff dazukommt. Wenn dieser Stoff nur in kleinster Menge dazugegeben wird (ein Körnchen), kann es nicht handeln, sondern um einen . Einen solchen Stoff nennt man Katalysator. Notiere die Definition: 13 Energie bei chemischen Reaktionen Nun werden drei Szenarien zu Energieumwandlungen bei chemischen Reaktionen vorgestellt: 1.) Energie zur Aktivierung Einige chemische Reaktionen laufen bei Raumtemperatur nicht spontan ab. Diese chemischen Reaktionen benötigen zusätzliche Energie, damit sie starten können. Die Energie zum Starten einer chemischen Reaktion heisst Aktivierungsenergie. Zum Beispiel muss der Kerze mit dem Streichholz zuerst von aussen Aktivierungsenergie zugefügt werden. Danach brennt die Kerze ohne weitere Energiezufuhr weiter. 2.) Energie abgeben (exotherm) Bei einigen chemischen Reaktionen haben die Produkte weniger Energie als die Ausgangsstoffe. Dabei wird Energie an die Umgebung abgegeben, meistens in Form von thermischer Energie, Strahlungsenergie oder elektrischer Energie. Zum Beispiel wird beim Brennen einer Kerze die chemische Energie des Kerzenwachses in thermische Energie, Strahlungsenergie und chemische Energie in der Umgebung umgewandelt. 3.) Energie benötigen (endotherm) Wenn bei einer chemischen Reaktion Energie von aussen zugeführt werden muss, haben die Produkte mehr Energie als die Ausgangsstoffe. Dies ist zum Beispiel beim Laden eines Akkus der Fall: Die elektrische Energie aus der Umgebung wird als chemische Energie im Akku gespeichert. Aufgaben Welche Antwort ist richtig? a) Energie wird für Reaktion benötigt 1.) Energie Produkte Energie Edukte b) Energie wird bei Reaktion abgegeben a) Energie wird für Reaktion benötigt 2.) Energie Produkte Energie Edukte b) Energie wird bei Reaktion abgegeben Beantworte die Fragen 1.) Was ist die Aktivierungsenergie? 14 2.) Was ist der Unterschied zwischen einer Reaktion, die Energie benötigt und einer Reaktion, die Aktivierungsenergie benötigt? 3.) Eine der wichtigsten chemischen Reaktionen in der Natur ist die Fotosynthese. Versuche dich zu erinnern: Wo findet die Fotosynthese statt? Was passiert bei der Fotosynthese? Wieso ist die Fotosynthese eine chemische Reaktion? Fülle zur Fotosynthese folgende Tabelle aus: Gut zu wissen Es gibt auch Reaktionen, bei denen bei Raumtemperatur bereits genügend Aktivierungsenergie vorhanden ist. Zum Beispiel können sich Putzlappen mit Leinöl zum Pflegen von Holzmöbeln bereits bei Raumtemperatur selbst entzünden. 15 Repetition – Reinstoffe und Gemische Stoffgemische werden auch einfach Gemische genannt. Gemische bestehen aus verschiedenen Reinstoffen. Homogene und heterogene Gemische Es gibt verschiedene Arten von Gemischen. Kannst du bei einem Gemisch die einzelnen Reinstoffe mit blossem Auge oder mit der Lupe erkennen, ist es ein heterogenes Gemisch. Wenn du die einzelnen Reinstoffe nicht erkennen kannst, ist es ein homogenes Gemisch. Je nach Aggregatzustand der beteiligten Stoffe haben die Gemische unterschiedliche Bezeichnungen. Bezeichnung des Gemisches Aggregatzustand der Bestandteile Beispiele Gemenge Suspension Emulsion Rauch Nebel/Schaum Aerosol 16 Elemente, Verbindungen und Daltons Atommodell Ein Reinstoff kann ein Element oder eine Verbindung sein Du hast gelernt, dass ein Stoffgemisch in einzelne Reinstoffe aufgetrennt werden kann. Die Reinstoffe kann man mithilfe von Trennverfahren nicht weiter auftrennen. Aber viele Reinstoffe kann man mithilfe von chemischen Reaktionen in andere Reinstoffe zerlegen. Reinstoffe, die man mit einer Reaktion zerlegen kann, nennt man Verbindungen. Wenn man einen Stoff chemisch nicht weiter zerlegen kann, ist er ein Element. Zum Beispiel lässt sich die Verbindung Wasser chemisch in die Elemente Wasserstoff und Sauerstoff zerlegen. Erkläre mit eigenen Worten, worin sich Element und Verbindung unterscheiden und was sie gemeinsam haben. Element: Verbindung: Jeder Stoff ist aus Atomen aufgebaut: Daltons Atommodell John Dalton versuchte als einer der Ersten zu erklären, warum chemische Reaktionen so ablaufen, wie sie es tun. Dalton arbeitete als Lehrer und forschte über das Wetter, die Luft und andere Gase. Er führte viele Experimente mit vielen verschiedenen Elementen durch. Aus seinen Beobachtungen leitete er eine Idee ab, wie die Teilchen, aus denen Stoffe bestehen, aufgebaut sind. Er nannte die kleinsten Grundbausteine der Teilchen Atome. Dalton leitete vier Regeln über Atome ab: • Alle gasförmigen, flüssigen und festen Stoffe bestehen aus Atomen. Atome sind kleinste Kugeln und lassen sich nicht weiter teilen. • Alle Atome eines Elements haben die gleiche Grösse und die gleiche Masse. • Die Atome von unterschiedlichen Elementen haben unterschiedliche Grössen und unterschiedliche Massen. Es gibt also genauso viele Atomsorten wie Elemente. • Atome können bei chemischen Reaktionen weder zerstört noch erschaffen werden. Bei chemischen Reaktionen werden die Atome der Ausgangsstoffe in ganzzahligen Verhältnissen nur neu angeordnet. Seit dem Mittelalter träumten Alchemisten davon, Metalle in Gold zu verwandeln. Die Atomtheorie von Dalton liess diese Träume platzen. Nur wenn die Goldatome bereits in den Ausgangsstoffen vorhanden sind, kann über aufwendige chemische Reaktionen reines Gold als Produkt gewonnen werden. 17 Atommassen bestimmen Dalton konnte die Massen der verschiedenen Atomsorten noch nicht genau bestimmen. Aber er wusste schon, dass das Wasserstoffatom das leichteste Atom ist, und gab ihm die Massenzahl 1. Er fand über viele Experimente und Berechnungen heraus, wie viel Mal schwerer andere Elementatome im Vergleich zum Wasserstoffatom waren. Zum Beispiel ist ein Stickstoffatom etwa 14-mal schwerer als ein Wasserstoffatom. Es bekam nach Dalton also die Massenzahl 14. Viele Chemikerinnen und Chemiker haben danach weitere Elemente gefunden und ihre Massenzahlen berechnet. Auch wenn die Zahlen noch sehr ungenau waren, konnte mit der Zeit Ordnung in die chemischen Elemente gebracht werden. Zum Beispiel hat ein Calciumatom eine geringere Masse als ein Eisenatom und ein Eisenatom eine geringere Masse als ein Kupferatom). Bei chemischen Reaktionen werden die Atome neu angeordnet Heute weiss man, dass die Atome in jedem Stoff auf ganz bestimmte Weise angeordnet sind. Nur bei einigen ganz bestimmten Gasen bewegen sich die Atome einzeln und frei umher. Bei allen anderen Stoffen, egal ob Elemente oder Verbindungen, sind die Atome auf bestimmte Weise angeordnet. Im Bild unten siehst du die Reaktion von Eisen mit Schwefel nach der Atomvorstellung von Dalton. Aufträge 1.) Beschreibe in deinen eigenen Worten den Verlauf der chemischen Reaktion oben. 2.) Erkläre den Unterschied zwischen einem Gemisch (Eisen-Schwefel-Gemisch) und einer Verbindung (Eisensulfid). 3.) Erkläre mit Hilfe des Bilds und Daltons Atommodell, warum die Gesamtmasse bei einer chemischen Reaktion immer gleich bleiben muss. 18 Versuch – Gemisch vs. Verbindung Material: Schale Pistill, Reagenzglas, Reagenzglasklammer, Spatel, Brenner, Eisendraht, Tiegelzange, Schutzbrille, feuerfeste Unterlage, Magnet 1.) Schaut euch die beiden Pulver in der Schale genau an. Beschreibt sie so genau wie möglich. Was könnten dies für Stoffe sein. Pulver 1 Pulver 2 Beschreibung 2.) Nehmt das Pistill und vermischt die beiden Pulver gründlich. 3.) Füllt das Gemisch in das Reagenzglas (mit dem Spatel) 4.) Fahrt mit dem Magneten dem Reagenzglas entlang. Was könnt ihr beobachten? 5.) Erhitzt den Draht über dem Brenner. (Er soll sehr heiss werden und glühen). 6.) Steckt den glühenden Draht ins Gemisch im Reagenzglas. Beobachtet, was passiert. (Falls nichts passiert: Reagenzglas direkt über die Brennerflamme halten). Beobachtungen: 7.) Lasst die Verbindung abkühlen. 8.) Entfernt den Stoff mithilfe des Drahtes aus dem Reagenzglas. Falls dies nicht klappt: Reagenzglas mit dem Hammer zerstören (Vorsichtig mit den Scherben!). 9.) Gebt den Stoff wieder in die Schale und zermahlt es mit dem Pistill. Beschreibt den neuen Stoff. Stoff im Reagenzglas Stoff als Pulver Beschreibung 19 Das Periodensystem der Elemente (PSE) Im Periodensystem der Elemente sind die Elemente nach einem bestimmten Prinzip angeordnet. Wie ist das Periodensystem der Elemente (PSE) aufgebaut? Jedes Element im Periodensystem der Elemente (PSE) trägt eine Nummer von 1 bis 118. Wasserstoff hat die Nummer 1, Oganesson hat die Nummer 118. Diese Nummer der Elemente heisst Ordnungszahl. Am Beispiel Wasserstoff siehst du im Bild unten, was zu jedem Element im PSE angegeben wird. Am oberen Rand sind immer die Angaben zum Atom (1) dargestellt. Am grössten ist das Symbol (2) für jedes Element angegeben. Das Symbol für Wasserstoff ist H. Links neben dem Symbol steht die Atommasse (3). Die Einheit der Atommasse ist