Arbeitsblatt: Dossier zu Durchblick 1 Neue Welten neue Zeiten
Material-Details
Dossier zum Lehrmittel Seiten 42 - 73
Geschichte
Neuzeit
7. Schuljahr
28 Seiten
Statistik
215267
3
0
15.04.2026
Autor/in
Stefan Peterhans
Land: Schweiz
Registriert vor 2006
Textauszüge aus dem Inhalt:
RZG (Durchblick 1 Seiten 42 – 73) Kap. 2 3 Neue Welten, neue Zeiten, neue Ansichten Einleitung Aufgaben: a) Schau dir auf der Titelseite des Dossiers das untere Bild an. Wer und was ist hier dargestellt? b) Betrachte nun den Zeitstrahl und notiere die Jahreszahlen (auf Hunderter gerundet) von wann bis wann die Epoche der Neuzeit dauert. c) In der Neuzeit sind wir nicht einfach von heute auf morgen angelangt, sondern dazu führten verschiedene Schlüsselereignisse/-themen, die alle als Prozesse wahrgenommen werden müssen. Betrachte das obere Bild der Titelseite und nenne die vier Schlüsselthemen, welche in die Neuzeit führen. 2.1 Eine neue Sicht, der Beginn einer «neuen Zeit» Lies im Buch «Durchblick 1» die Seiten 50 und 54. Aufgaben: a) Definiere den Begriff «Renaissance» b) Definiere den Begriff «Humanismus» c) Arbeite heraus, warum Bücher vor Gutenbergs Erfindung sehr teuer waren und was sich mit seiner Erfindung daran änderte. 2 d) Q2 und Q3 geben unterschiedliche Meinungen wieder. Nenne die Unterschiede. e) Gibt es solche Meinungsverschiedenheiten auch in der heutigen Zeit mit den neuen Technologien? Diskutiere mit deinen Pultnachbarn*in darüber. Fasse kurz zusammen. 3 f) Vergleiche die zwei Bilder. Halte Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der untenstehenden Tabelle fest. Q1 Q4 Gemeinsamkeiten Unterschiede g) Lies folgenden Text. Kreuze auf der Seite 5 die korrektenn Sätze an und notiere die passende Zeile in die Klammer. Bücher machen Bildung möglich 4 Adelige und reiche Bürger sammelten in der Neuzeit Bücher. (.) Bücher aus dem Mittelalter wurden vernichtet. (.) Arme Leute sammelten Bücher in ihren Stuben. (.) Hauslehrer unterrichteten Kinder von reichen Kaufleuten. (.) In den Niederlanden gab es 1513 eine Schule für Arme. (.) Die Humanisten wollten den Aberglauben verbreiten. (.) Die Humanisten wollten das freie Denken verbreiten. (.) h) Beschreibe, wie heutzutage das Lernen in Schulen aussieht und welche Ziele damit erreicht werden. i) Überlege, wie und was Kinder in 20 Jahren lernen werden. 2.2 Der Blick auf die Welt, Vorstellungen von der Erde Karte des Hekataios Karte des Ptolemaios 5 Aufgaben: a) Vergleiche die beiden Karten miteinander. Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede kannst du feststellen? Lies im Buch «Durchblick 1» die Seite 38. Aufgabe: b) Weshalb wohl fallen die Entdeckerfahrten und die neuen Weltbilder in dieselbe Zeit? 2.3 Auf der Suche nach den Schätzen Indiens, die Europäer suchen neue Wege Lies im Buch «Durchblick 1» die Seite 46 und 47. Aufgaben: a) Weshalb waren Indien und China so begehrte Handelspartner, was fanden die Europäer dort? 6 b) Weshalb suchten die Europäer nach neuen Wegen nach Indien und China? c) Schaue mithilfe des QR Codes folgenden Film auf SRF DRS Myschool d) Welche Gewürze sind zu sehen? Beschrifte sie korrekt. e) Arbeite heraus, welche Verbesserungen es in der Seefahrt im 15./16. Jh gab. 7 f) Lies den Lückentext und setze folgende Wörter ein: Berge, Einheimischen, Entdeckerfahrten, Fahrtrichtung, Flüsse, Insel, Insel, Kaufmann, Küste, Nordpol, Orientierungsinstrumente, Osten, Seen, Sichtweite, Süden, Westen, Wetter Wenn ein durch bewohnte Länder zieht, so fällt es ihm nicht schwer, seinen Weg zu finden. Er kann sich bei den danach erkundigen oder einen Führer mieten. , und geben ihm weitere Hinweise. Der Seefahrer und seine Begleiter sind dagegen auf ihrem Schiff allein. Das Meer ist überall gleich. Wie kann man die richtige Richtung einhalten und den gewünschten Hafen finden? Die ersten Seefahrer fuhren nur der nach oder von zu, wenn diese in lagen. Schon früh aber erkannte man, dass die Sonne immer im aufgeht, am Mittag im steht und am Abend im untergeht. In der Nacht erblickte man den hintersten Stern des Kleinen Bären, den Polarstern, stets über dem . So war es möglich, bei gutem die gewünschte einigermassen genau einzuhalten. Für die ausserhalb des ruhigen und inselreichen Mittelmeeres genügte das nicht. Zwischen 1300 und 1500 wurden daher mehrere eingeführt. g) Schneide die Bilder und Beschreibungen auf dem Zusatzblatt aus und ordne sie dem richtigen Orientierungsinstrument zu. Mit Hilfe des Kompasses konnte man die Fahrtrichtung kontrollieren und festlegen. 8 Mit Astrolabium oder dem Jakobsstab konnten die Seefahrer den Breitengrad, auf dem sie sich gerade befanden, feststellen. Das Lot wurde eingesetzt, um die Meerestiefe in Küstennähe zu messen. Das Log und die Sanduhr wurden eingesetzt, um die zurückgelegte Distanz zu messen. 9 Betrachte im Buch «Durchblick 1» Die Karte M4 auf der Seit 47. Aufgaben: Erstelle auf der Seite 11 eine Kartenlegende mit folgender Anleitung, notiere jeweils auch die Jahreszahlen. 1. Der europäische Handel über das Mittelmeer und durch das Osmanische Reich wurde im 15. Jahrhundert problematisch. Umkreise die Lage des Osmanischen Reiches nach 1453 rot. 2. Da das Osmanische Reich die Handelswege nach Indien und China kontrollierte, suchten die Portugiesen neue Wege nach Ostasien. Deshalb gingen portugiesische Seefahrer immer wieder entlang der afrikanischen Küste auf Entdeckungsreisen. a) Bartolomeo Diaz gelang es, das Kap der Guten Hoffnung zu umsegeln. Trage seine Route orange in die Karte ein. b) Vasco da Gama gelang es 1498, Indien ostwärts zu erreichen. Trage seine Route grün in die Karte ein. c) Vasco da Gama erreichte Mombasa in Afrika und Kalikut in Indien. Kreise die Orte hellgrün ein. d) Trage die Route Fernando Magellans in die Karte ein und benenne einige Orte auf seiner Route. 3. 1994 schlossen die Königreiche Spanien und Portugal einen Teilungsvertrag, benenne ihn und Trage die Linie in die Karte ein. 4. Kolumbus lernte viel von den portugiesischen Seefahrern. Schliesslich ging er aber für das spanische Königshaus auf Entdeckungsreise. Er segelte westwärts nach Indien. a) Trage seine erste Route dunkelbraun in die Karte ein. b) Wo landete er genau? c) Welcher bis zu diesem Zeitpunkt nicht bekannte Kontinent steuerte er an und welche Kulturen waren dort zu finden, trage in die Karte ein. d) Welche Kontinente waren auch nach diesen Fahrten noch nicht bekannt? 10 11 2.4 Die Europäer entdecken Amerika Lies im Buch «Durchblick1» die Seite 48 und 49. Aufgaben: a) Fasse den Text von Seite 48 zusammen. b) Wie erlebte Kolumbus die Landung, (M2 und M3 Seite 49): 12 c) Betrachte das 3D-Modell der Santa Maria und ordne die Ziffern den richtigen Begriffen zu: d) Zähle auf, woraus die Nahrung der Schiffsbesatzung bestand. e) Erkläre, welche Folgen diese Ernährung für die Seeleute haben konnte. f) Versetze dich in die Lage der Seeleute, welche monatelang auf einem Schiff zusammen waren. Erläutere die Auswirkungen auf ihr Zusammenleben. 13 2.5 Reichtum für die Europäer Lies folgende Texte und bearbeite die Aufträge auf der Seite 15 14 Aufgaben: a) Beschreibe, wie die Europäer in den Kolonien Reichtum gewannen. b) Welche dieser Speisen können wir nur dank der Entdeckung Amerikas zu uns nehmen? c) Zeichne in die Karte mit Pfeilen ein, wie der Dreieckshandel funktionierte. Beschrife anschliessend die Kontinente und die Pfeile. Verwende dazu folgende Beschriftungen: Rohrzucker – Gewehre – Rum – Kaffeebohnen – Baumwolle – Sklaven – Stoffe – Afrika – Kakaobohnen – Nordamerika – Südamerika – Europa 15 d) Erkläre mit eigenen Worten, wie der Dreieckshandel funktioniert. Verwende in deinem Text die Begriffe aus Aufgabe c). Anfangs verpflichteten die spanischen und portugiesischen Kolonialherren in Amerika die indianische Urbevölkerung zur Zwangsarbeit in ihren Plantagen und Bergwerken. Viele Indianer hielten jedoch der harten Arbeit sowie von den Europäern eingeschleppten Infektionskrankheiten nicht stand, sodass man (unter anderem auch auf Anregung von Bartolomé de las Casas, der dadurch die Indianer schützen wollte und diese Entscheidung später bereute) auf die Idee kam, schwarzafrikanische Sklaven einzuführen. Diese galten als widerstandsfähiger. 16 e) Beschreibe das Bild detailliert. Was kannst du darauf alles sehen? Welche Gefühle löst es bei dir aus? In der Neuzeit nahm die Sklaverei einen erneuten Aufschwung mit der Ausdehnung des europäischen Seehandels und der Errichtung überseeischer Kolonien. Die Kolonien waren in vielen Fällen nur dünn besiedelt, sodass für den Aufbau der Wirtschaft afrikanische Sklaven eingeführt wurden, weil zuvor die Indianersklaverei verboten wurde und die Zahl der Indianer zurückging. Deshalb wurden Negersklaven aus Afrika nach Amerika eingeführt, auf deren Arbeitskraft die Ökonomie dieser Kolonien jahrhundertelang weitgehend basierte. Die weltweit führende sklavenhandelnde Nation war bis ins 19. Jahrhundert Portugal. Allein nach Brasilien wurden von portugiesischen Kaufleuten in der Neuzeit mehr als 3 Millionen afrikanischer Sklaven verkauft. Es gab kaum eine europäische Seehandelsmacht, die am internationalen Sklavenhandel nicht beteiligt war; dies schliesst nicht nur spanische, britische, französische und holländische, sondern auch schwedische, dänische und brandenburgische Kaufleute ein. f) Beschrifte in der Zeichnung die sieben Tiere und Pflanzen. Zeige mit unterschiedlichen Farben an, welche Tiere und Pflanzen von Europa nach Amerika und welche von Amerika nach Europa gelangten. g) Wer hat durch die Entdeckungsreisen mehr gewonnen. Amerika oder Europa? Begründe! 17 3.1 Ist die Kirche noch zu retten? Mittelalterliche Glaubensvorstellungen Lies im Buch «Durchblick 1» die Seiten 58 bis 61. Aufgaben: a) Welche Vorstellung haben die meisten Religionen vom Leben nach dem Tod? b) Wie stellte sich ein Mensch im Mittelalter das Jenseits vor? Was musste er also machen? c) Setze folgende Begriffe in die Abbildung ein: Ungerechtigkeit – kriegerisches – Kritik – Ablassbriefen – unchristlich – Thesen – ausgebildet Zustand 18 d) Unten siehst du ein Bild, wie man sich das Jüngste Gericht vorstellte. Trage die Begriffe Sätze am richtigen Ort ein. Fegefeuer, Hölle, Himmel Jüngstes Gericht: Abwägen von guten schlechten Taten Tod: Die Seele verlässt den Körper e) Wozu dienten Ablassbriefe? 19 3.2 Die Reformation beginnt – Martin Luther Lies im Buch «Durchblick 1» die Seiten 62 und 63 und löse die Aufgaben. Aufgaben: a) Luther wollte die Kirche nicht abschaffen oder spalten, er wollte sie reformieren. Welche Reformen wollte er mit seinen Thesen 1517 durchsetzen? b) Als Luthers Thesen bekannt wurden, wurde er zum Reichstag nach Worms bestellt, was sollte dort geschehen? Und was geschah? c) Fasse zusammen, wie Papst und Kaiser auf Luthers Verhalten reagieren. Papst Leo X: KaiserKarl V. 20 d) Luther durfte den Reichstag verlassen, was geschah dann? e) «Dass Luther die Bibel übersetzte, war vielleicht der wichtigste Schritt zur Umsetzung seiner Lehre.» Wie beurteilst du diese Aussage? f) Auf diesen zwei Bildern wird Luther von zwei Künstlern unterschiedlich dargestellt. Beurteile jeweils, ob der Künstler auf der Seite Luthers oder auf der Seite des Papstes gestanden hat. Begründe deine Entscheidung. Luther Papst Luther Papst Begründung: Begründung: 21 3.3 Die Reformation breitet sich aus. Reformation auch in der Eidgenossenschaft? Zwingli und Calvin Lies im Buch «Durchblick 1» die Seiten 64 und 65. Aufgaben: a) Luthers Lehren erreichten auch die Eidgenossenschaft. 1. Woher stammte Zwingli 2. Was studierte er? 3. Wo arbeitete er? 4. Welche Meinung vertrat er? 5. Worin unterschied er sich zu Luther? Huldrych Zwingli 1484-1531 b) Wie reagierte die Zürcher Regierung auf Zwinglis Ansichten? c) Johannes Calvin 22 Auch der Genfer Kirchenrat Johannes Calvin forderte eine Reform der Kirche. Rasch fand er vor allem in der Westschweiz viele Anhänger. Er begründete die evangelisch-reformierte Konfession, welche strenge Verhaltensregeln einführte (Alle Vergnügungen wie Kartenspiel, Tanz und Theater wurden verboten). In der Schweiz gab es vorübergehend drei Konfessionen: Die Reformierten nach Zwingli, die Reformierten nach Calvin, auch Calvinisten genannt, und die Anhänger des katholischen Glaubens. 1566 einigten sich die Anhänger von Zwingli und Calvin auf ein gemeinsames Bekenntnis. Damit war die Eidgenossenschaft nur noch in zwei Konfessionen gespalten. Die unterschiedlichen Glaubensauffassungen zeigten sich in der Lebensweise der Menschen. So hielten die Katholiken am Glauben an die Heiligen fest. Wahlfahrten und feierliche Prozessionen gehören zum Alltag. Die Reformierten lehnten allen Bilderschmuck in ihren Kirchen ab. Im Zentrum standen vor allem die Predigt und das Einhalten der strengen Regeln. Zahlreiche Konflikte erschwerten das Zusammenleben sehr. In der Schweiz und in ganz Europa führten Glaubensfragen immer wieder zu Streit, häufig sogar zu Kriegen. 3.4 Die Spaltung der Kirche Lies im Buch «Durchblick 1» die Seiten 66 und 67. a) Nenne mithilfe der Karte je drei Gebiete, die 1. der Reformation folgten: 23 2. dem katholischen Glauben treu blieben: 3. Was lässt sich über den Kanton Aargau sagen?: b) Die Spannungen zwischen den beiden konfessoinellen Lager führten dazu, dass Truppen aufmarschierten, es kam zum Krieg und anschliessend zu zwei Friedensverträgen, dem ersten und zweiten Kappeler Landfrieden. Recherchiere dazu im Internet und fasse kurz zusammen, was mit den beiden Begriffen gemeint ist: c) Wie entwickelte sich die reformation in Europa? Kommentiere die Karte in Durchblick 1 Seite 66 24 3.5 Die Villmergerkriege Lies die folgenden Texte, markiere die wichtigsten Informationen Villmergerkriege Reformierte Orte Zürich und Bern (Berner Truppen) gegen Katholiken (Truppen der Freien Ämter, Luzern und Zug). Grund: Die Reformierten wollten die Vormachtstellung in der Eidgenossenschaft, denn die katholischen Orte hatten die politische Dominanz. 1. Schlacht bei Villmergen 1656: Sieg der Katholiken (behalten Vormachtstellung in Eidgenossenschaft) 2. Schlacht bei Villmergen 1712: Sieg der Reformierten (haben nun die Vormachtstellung) 1. Villmergerkrieg 1656 Ursachen und Auslöser Im Bauernkrieg von 1653, als die Obrigkeit der reformierten und katholischen Orte gemeinsam gegen aufständische Bauern vorging, waren die seit mehr als hundert Jahren bestehenden konfessionellen Differenzen lediglich vorübergehend in den Hintergrund gerückt. 1654 erhielt der Zürcher Bürgermeister Johann Heinrich Waser den Auftrag, einen Plan zur Bündniserneuerung auszuarbeiten. Das Bundesprojekt von 1655 stiess jedoch bei den Katholiken auf Ablehnung, da sie ihre Vormachtstellung bedroht sahen. Die Differenzen zwischen den Konfessionen traten wieder offen zu Tage. Im September 1655 eskalierten die Streitigkeiten, als im Schwyzer Ort Arth lebende Reformierte nach Zürich flohen, nachdem die Behörden ihre Vermögen beschlagnahmt hatten. Vier dieser Flüchtlinge wurden von den Schwyzern hingerichtet, drei weitere der Inquisition in Mailand übergeben. Zürich forderte an einer Sondertagsatzung im Dezember die Bestrafung der Verantwortlichen und Wiedergutmachung. Als diese Forderungen ignoriert wurden, erklärte Zürich am 6. Januar 1656 den Krieg. Die katholischen Orte der Innerschweiz sicherten Schwyz ihre Unterstützung zu. Auf reformierter Seite leistete einzig Bern in vollem Umfang Hilfe, während Schaffhausen lediglich Truppen zu defensiven Zwecken zur Verfügung stellte. Neutral blieben Basel, Freiburg, Solothurn, Appenzell Ausserrhoden, Glarus, die Drei Bünde und St. Gallen. 25 Kriegsverlauf Am 7. Januar führte General Hans Rudolf Werdmüller die Zürcher Hauptmacht nach Rapperswil, wo sie mit der Belagerung der Stadt begann. Kleine Einheiten nahmen Frauenfeld, Kaiserstuhl, Klingnau und Zurzach ein, andere verschanzten sich bei Oberwil und Kappel am Albis. Die Schaffhauser bezogen zwischen Wädenswil und Hütten Stellung. Bern mobilisierte erst am 8. Januar und war vorerst auf sich allein gestellt. Rund zwei Drittel der Soldaten wurden benötigt, um die Grenzen zu den katholischen Nachbarn zu sichern. Die übrigen Soldaten zogen unter dem Kommando von General Sigmund von Erlach in Richtung Aarau. Dort wollte man sich ursprünglich mit den Zürchern vereinigen, die aber ihre Kräfte in der ungünstig verlaufenden Belagerung von Rapperswil gebunden hatten. Auf katholischer Seite übernahm Luzern die oberste Kriegsleitung. Die nicht zum Grenzschutz aufgebotenen Truppen aus Luzern und Zug sammelten sich in Muri und vereinigten sich bei Boswil mit Kontingenten aus den Freien Ämtern. Am 24. Januar 1656 kam es zur Ersten Schlacht von Villmergen. Die katholischen Truppen überraschten das am Vorabend in Villmergen eingetroffenen Berner Heer und konnten es trotz zahlenmässiger und waffentechnischer Unterlegenheit vertreiben, wozu vor allem die mangelnde Koordination seitens der Berner beitrug. Nachdem die Zürcher am 3. Februar einen letzten Sturmangriff auf Rapperswil versucht hatten, brachen sie die Belagerung ergebnislos ab. In den folgenden Wochen kam es zu kleineren Scharmützeln und Übergriffen auf die Bevölkerung. Folgen Die Konfliktparteien schlossen am 7. März den Dritten Landfrieden. Sie sicherten sich die Einstellung der Kampfhandlungen zu und gewährten Amnestie für Verfehlungen während des Krieges. Ausserdem wurden die Truppen zurückgezogen, die Kriegsgefangenen freigelassen und die errichteten Befestigungen geschleift. Jeder Ort erhielt das Recht, bezüglich der Konfession den status quo aufrechtzuerhalten. Strittige Fragen wie Entschädigungszahlungen wurden einem Schiedsgericht übertragen, jedoch kam es aufgrund der Zerstrittenheit des Gremiums in vielen Fällen zu keinem Ergebnis. Der eigentliche Kriegsauslöser, die reformierten Flüchtlinge aus Arth, blieb unberücksichtigt. Im Wesentlichen bestätigte der Friedensvertrag die seit dem Zweiten Kappeler Landfrieden von 1531 bestehenden Machtverhältnisse, also die politische Dominanz der katholischen Orte innerhalb der Eidgenossenschaft. 2. Villmergerkrieg 1712 Vorgeschichte Auslöser des Kriegs war ein seit Jahrzehnten andauernder Konflikt zwischen dem Fürstabt von St. Gallen und seinen reformierten Untertanen im Toggenburg, der schliesslich im April 1712 eskalierte. Die reformierten Orte Bern und Zürich erklärten dem Fürstabt den Krieg, ihnen stellten sich die katholischen Orte der Innerschweiz entgegen. Die Reformierten strebten danach, die seit dem Zweiten Kappeler Landfrieden von 1531 bestehende und im Ersten Villmergerkrieg von 1656 bestätigte politische Vormachtstellung der Katholiken zu durchbrechen. Die Innerschweizer besetzten die Städte Baden, Mellingen und Bremgarten, um einen Keil zwischen Bern und Zürich zu treiben. Ende Mai gelang es den Bernern, Mellingen und Bremgarten zu erobern. Gemeinsam mit den Zürchern nahmen sie nach kurzer Belagerung auch Baden ein. Am 3. Juni begannen Verhandlungen und am 18. Juli wurde in Aarau ein Friedensvertrag unterschrieben. Unter Beeinflussung des päpstlichen Nuntius Caraccioli lehnten die Landsgemeinden von Schwyz, Zug und Unterwalden den Friedensvertrag jedoch ab. Auch in Luzern und Uri zwang das Volk die Regierung, erneut die Waffen gegen die reformierten Orte zu erheben. Am 20. Juli eroberten Innerschweizer Truppen im Gefecht von Sins die Reussbrücke Sins–Hünenberg zurück. Die Berner Hauptstreitmacht, die wegen des zwischenzeitlich gewährten Ernteurlaubs merklich kleiner geworden war, brach ihr Lager in Muri ab und zog am 21. Juli nach Wohlen. Die Verbündeten aus Zürich konnten 26 nicht zu ihnen stossen, da sie in Hütten und Schönenberg ihre Stellungen gegen die Schwyzer und Zuger halten mussten. Tagelange heftige Regenfälle verhinderten zunächst eine Entscheidungsschlacht. Verlauf Als die Regenfälle am 25. Juli aufhörten, planten die Innerschweizer von Boswil und Sarmenstorf her einen Zangenangriff. Allerdings brachen die Berner angesichts drohender Überschwemmungen der Bünz ihr Lager in Wohlen um 5 Uhr morgens ab und zogen weiter, bevor die Gegner sie erreicht hatten. Die Berner hatten vor, über Villmergen zu einer strategisch geeigneteren Stellung auf dem Maiengrün oberhalb von Hägglingen zu gelangen. Kurz nachdem die letzten Berner Truppen um 10 Uhr Villmergen durchquert hatten, trafen die ersten Innerschweizer im Dorf ein. Mangelnde Disziplin war dafür verantwortlich gewesen, dass sie nicht rascher vorangekommen waren. Der Berner Oberbefehlshaber Niklaus von Diesbach stoppte den Weitermarsch und brachte die Truppen auf dem Langelenfeld zwischen Villmergen und Dintikon in Position. Begleitet von gegenseitigem Artilleriebeschuss zogen sich die Berner langsam zurück und hofften, die Innerschweizer auf offenes Feld herauszulocken. Diese versuchten aber erneut, die Berner in einer Zangenbewegung zu umzingeln. Doch der rechte Flügel beim Weiler Hembrunn war zu schnell vorgerückt und hatte nicht auf den linken Flügel gewartet, der über den Rand des Rietenbergs vorrückte. Dies gab den Bernern um 13 Uhr die Gelegenheit, gezielt gegen den rechten Flügel der Gegner vorzugehen. Es gelang ihnen, die Innerschweizer zur Bünz hin abzudrängen, wo hunderte von Soldaten im Sumpf ertranken oder von Dragonern aufgerieben wurden. Das Kampfgeschehen im Zentrum der Front zersplitterte sich währenddessen in Einzelaktionen. Der rechte Flügel der Berner wiederum musste fortwährend zurückweichen, da die Innerschweizer der Höhe oberhalb Dintikons herab feuern konnten. General von Diesbach wurde verwundet, woraufhin Samuel Frisching (II.) das Oberkommando übernahm. Die Innerschweizer standen um 17 Uhr kurz vor dem Sieg, als aus Richtung Seengen im Südwesten und Ammerswil im Westen gerade noch rechtzeitig Verstärkungen der Berner eintrafen und dem Feind in den Rücken fielen. Zudem waren aus Lenzburg neue Geschütze herangeschafft worden, die endgültig die Wende brachten. Das Heer der Innerschweizer löste sich um 18 Uhr auf und floh, von Dragonern verfolgt, zurück nach Villmergen. Folgen Nach gewonnener Schlacht drangen Berner und Zürcher in die Luzerner Landschaft, das Gebiet von Zug, über den Brünigpassnach Unterwalden und über Rapperswil in die Linthebene vor, worauf der Widerstand der Innerschweizer endgültig zusammenbrach. Im Frieden von Aarau vom 11. August 1712, auch Vierter Landfriede genannt, setzten Bern und Zürich die konfessionelle Gleichberechtigung in den Gemeinen Herrschaften durch und beendeten die Vormachtstellung der katholischen Orte. Die Reformierten übernahmen die alleinige Herrschaft über die Grafschaft Baden, den nördlichen Teil der Freien Ämter und Rapperswil. Ausserdem wurde Bern in die Mitherrschaft aller Gemeinen Herrschaften aufgenommen, an denen es bis damals noch keinen Anteil hatte. Der St. Galler Fürstabt Leodegar Bürgisser beteiligte sich nicht an den Friedensverhandlungen und der Status des Toggenburgs blieb zunächst ungeklärt. Erst nach seinem Tod im Jahr 1717 im Exil fügte sich sein Nachfolger Joseph von Rudolfi am 16. Juni 1718 im Frieden von Baden den Bedingungen der Sieger. Die Toggenburger erhielten konfessionelle Autonomie und unterstellten sich freiwillig der Herrschaft der Fürstabtei. Denkmal zur Erinnerung an die Schlachten von Villmergen 1656 und 1712. Die Inschrift lautet: Auf den Fluren dieser Gemeinde anno 1656 im Himmelrych und anno 1712 in den Langeln schlugen sich eidgenössische Brüder um ihres Glaubens willen. Lasst uns heute ihrer in Liebe gedenken und lasst uns nie müde werden zu versöhnen, wo immer Entzweiung droht. Das walte Gott. Villmergen im Jahr 1959. 27 Prüfungen 1. Teil (Kapitel 2.1 – 2.5) Datum: • • • • • • • • • • • • • Folgende Daten kann ich auf dem Zeitstrahl einordnen und erklären: 1492, 1519-1522. Folgende Begriffe kann ich erklären: Renaissance, Humanismus, Entdeckungsfahrten, Buchdruck Ich kann erklären, wie sich das Bild der Welt durch die Humanisten verändert hat. Ich kenne Gutenbergs Erfindung und die Auswirkungen. Ich weiss, welche Weltbilder es gab. Ich kann erklären, warum die Menschen unbedingt nach Indien wollten. Ich kenne die neuen Navigationsinstrumente, die es im 15./16. Jahrhundert gab und kann die Folgen für die Seefahrt erklären. Ich kann die Routen von Bartolomeo Diaz, Vasco da Gama, Magellan und Kolumbus auf einer Weltkarte ungefähr einzeichnen. Ich kenne die Beweggründe von Kolumbus Richtung Westen aufzubrechen. Ich weiss, was Kolumbus tatsächlich entdeckt hat. Ich kann erläutern, wer von den Entdeckungen wie profitiere und wer nicht. Ich kann den Dreieckshandel erklären. Ich kann erklären, was mit dem Sklavenhandel gemeint ist, und kenne heute noch sichtbare Folgen. 2. Teil (Kapitel 3.1 – 3.5) Datum: • • • • • • • • • • • Folgende Daten kann ich auf dem Zeitstrahl einordnen und erklären: 1517, 1531, 1656, 1712. Folgende Begriffe kann ich erklären: Ablass, Fegefeuer, Reformation, Kappeler Landfriede. Ich kann erklären, welche Vorstellungen die Menschen im Mittelalter vom Jenseits hatten. Ich kann den Ablasshandel erklären. Ich weiss, was Luther an der Kirche reformieren wollte. Ich kann erklären, was Zwingli an der Kirche kritisierte. Ich kann erklären, worin sich Luther und Zwingli unterschieden. Ich kann einige Informationen zu Calvin nennen. Ich weiss, warum es in der Schweiz katholische und reformierte Kantone gibt und sie grob verorten. Ich kann 3 katholische und 3 reformierte Kantone aufzählen. Ich weiss über die beiden Villmergerkriege Bescheid und kann Ursachen, Verlauf und Folgen beider Kriege grob erläutern. 28