Arbeitsblatt: Oberflächenbehandlung von Holz
Material-Details
Schülerinformationsblatt über
Beizen, Lasieren, Ölen und Wachsen von Holz
mit Fragen zum Infotext.
Kann als Stationenlernen verwendet werden.
Werken / Handarbeit
Holz
9. Schuljahr
7 Seiten
Statistik
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26.04.2026
Autor/in
Gerhard Gruber
Land: Deutschland
Registriert vor 2006
Textauszüge aus dem Inhalt:
Oberflächenbehandlung von Holz Gut geschützt hält besser 1. Die Vorarbeiten Unbehandeltes Holz ist empfindlich. Es sieht schnell abgegriffen aus und Feuchtigkeit hinterlässt ihre Spuren auf der Oberfläche. Die meisten Werkstücke, die in der Holzwerkstatt entstehen, werden daher mit einer schützenden Schicht versehen. Wird die Oberflächenbehandlung gut ausgeführt, wirkt sie durchaus veredelnd. Hier siehst du einen Überblick über die Technik und die Mittel, die zur Wahl stehen. Die Vorbereitung – gründlich schleifen Es ist mühsam, aber für das Ergebnis entscheidend. Mit einem scharfen Papier (Körnung 120 bis 180) wird die Oberfläche gründlich in Richtung der Holzmaserung geschliffen. Achte darauf, dass alle Kratzer quer zur Maserung, die eventuell bei vorhergegangenen Schleifgängen entstanden sind, ausgeschliffen werden. Die meisten Oberflächenbehandlungsarten verstärken solche Fehlstellen gnadenlos – es sei denn, das Werkstück wird deckend lackiert. Ähnlich verhält es sich mit Leimresten. Auch sie müssen gründlich entfernt werden, da sie nach der Oberflächenbehandlung erst recht ins Auge stechen. Nach jedem Schleifen muss der Staub mit einer Bürste (nicht aus Metall!) aus den Poren gebürstet und mit einem Tuch abgenommen werden. Grundierung und Zwischenschliff Zur Grundierung werden grundsätzlich jene Materialien eingesetzt, die auch für die spätere Oberflächenbehandlung verwendet werden – es sei denn, es ist auf dem Produkt ausdrücklich anders vermerkt. Nach diesem ersten Anstrich fühlt sich die Oberfläche zunächst rau an. Das liegt daran, dass sich durch die Feuchtigkeit die Holzfasern aufgestellt haben. Für eine schöne, glatte Oberfläche folgt nun der Zwischenschliff: Dazu verwenden Sie ein sehr feines Schleifpapier (Körnung 200 bis 320) und schleifen damit die Oberfläche von Hand, bis sie spürbar glatt ist. Ein Durchschleifen der Schicht sollten Sie allerdings unbedingt vermeiden. Zur Not – falls Sie kein feines Schleifpapier parat haben – können die Fasern auch einfach mit der Rückseite eines gröberen Papiers geglättet werden. Endauftrag Jetzt ist Ihr Werkstück bereit für den Deckanstrich, der mit Pinsel, Rolle oder Lappen aufgetragen wird. Nach der vorgeschriebenen Trocknungszeit kann das Produkt auch noch ein weiteres Mal aufgetragen werden. 2. Beizen und Lasieren Oberflächenbehandlung 1 Oberflächenbehandlung von Holz Gut geschützt hält besser Die Beize: Beizen ist kein Oberflächenschutz sondern lediglich ein Einfärben des Holzes. Gebeizte Holzflächen müssen zum Schutz also zusätzlich noch einen Überzug erhalten. Die Anwendung von handelsüblichen Beizen ist relativ einfach: Sie werden in Wasser aufgelöst, sind nach dem Erkalten gebrauchsfertig und können mit dem Pinsel aufgetragen werden. Es werden auch Fertigbeizen angeboten, die je nach Bedarf und Wunsch mit Wasser verdünnt werden können. Die Farbstoffe lagern sich in den Holzfasern ab und färben diese. Vorbereitend (nach dem Schleifen und vor dem Beizen) muss das Werkstück gewässert, das heißt, mit sauberem Wasser befeuchtet werden. Dadurch quellen Poren und auch Druckstellen auf. Sobald die Fläche vollständig getrocknet ist, wird sie mit einem feinen Schleifpapier (zwischen Körnung 200 und 280) nachgeschliffen. Die Lasur: Sie wird oft im Außenbereich verwendet, kommt aber auch in Innenräumen zum Einsatz. Im Außenbereich bieten (farblich) pigmentierte Produkte einen guten Schutz vor UV-Strahlung, außerdem sind Lasuren wasserdampfdurchlässig, das Holz kann also Wasser aufnehmen und abgeben. Die Lasurschicht bildet daher keine Blasen, reißt nicht und platzt nicht ab. Das alles macht den Anstrich für den Außenbereich attraktiv. Für den Außenbereich vorgesehene Lasuren sollten allerdings in Innenräumen nicht verwendet werden, da sie häufig mit Pilz- oder Insektenschutzmitteln angereichert sind. Hier gibt es spezielle Lasuren für Innenräume. Das Überzugmaterial ist transparent oder farbig erhältlich, wobei auch die farbigen Anstriche die Holzstruktur nicht komplett verdecken. Die Maserung bleibt also erkennbar. 3. Lackieren Der Lack: Alkydharzlack, Nitrozelluloselack, Polyurethanlack oder Wasserlack? Die Vielfalt an Lacken ist groß. Für dich entscheidend sind die Fragen: Möchte ich eine matte oder eine glänzende Oberfläche? Farblos oder deckend? Für drinnen oder draußen? Und auf Wasserbasis oder mit Lösungsmitteln? Die meisten dieser Fragen werden beim Blick auf die Inhaltsmittel beantwortet. Bei den meisten Werkstücken empfiehlt sich der Griff zu lösemittelfreien Produkten auf Wasserbasis. Diese trocknen zwar etwas langsamer als die lösemittelhaltigen, diesen Nachteil machen sie aber durch die einfachere Handhabung weg: Das Werkzeug lässt sich problemlos mit Wasser reinigen, und bei der Verarbeitung sind Sie nicht den Lösemitteldämpfen ausgesetzt. Lack verschließt die Holzoberfläche – das hat Vor- und Nachteile. Von Vorteil ist die Unempfindlichkeit einer lackierten Oberfläche. Wasser – lässt sich problemlos wegwischen. Kritisch wird es, wenn die Lackschicht beschädigt wird und Flüssigkeit unter den Lack gelangt. Dann beginnt der Lack an dieser Stelle abzuplatzen. Die Reparatur – also das erneute Überstreichen – einer solchen Stelle bleibt immer sichtbar. Da hilft nur, die ganze Fläche zu schleifen und neu zu lackieren. Lacke sind außerdem in vielen Farbvarianten zu haben. Sie decken die Holzoberfläche völlig zu, es ist keine Maserung mehr sichtbar – in manchen Fällen, wenn beispielsweise minderwertige Plattenmaterialien oder Reststücke verwendet wurden, ist genau das gewünscht. Oberflächenbehandlung 2 Oberflächenbehandlung von Holz Gut geschützt hält besser 4. Das Ölen: Das Öl: Bei Ölen für Holzoberflächen handelt es sich meist um Leinölfirnis. Dem reinen Leinöl sind dabei Trockenstoffe beigemischt, mit denen die Trockenzeit von mehreren Tagen auf 24 Stunden abgekürzt wird. Greife am besten zum Produkt eines Naturfarbenherstellers, dann bekommst du eine ökologische und gesundheitlich unbedenkliche Holzoberfläche. Das Öl wirkt auf dem Holz wie eine Imprägnierung: Es dringt tief in die Oberfläche ein und „feuert die Maserung an, das heißt, die natürlichen Holzfarben werden intensiver. Das Holz bleibt dabei offenporig, das heißt, es kann Luftfeuchtigkeit aufnehmen und abgeben. Die Behandlung mit Ölprodukten ist auch für Laien einfach zu bewerkstelligen: Das flüssige Öl wird mit Pinsel oder Lappen satt aufgetragen. Nach einer kurzen Einwirkzeit muss die überschüssige Flüssigkeit mit einem Lappen gründlich abgenommen werden. Reibe kräftig nach, sonst klebt später die Oberfläche. Nach der Trocknungszeit, meist 24 Stunden, den Vorgang wiederholen. Achtung: Ölgetränkte Lappen in einem Glas mit Schraubverschluss aufbewahren oder ausgebreitet ins Freie hängen. Zusammengeknüllt liegengelassen, können sie sich selbst entzünden! Geölte Oberflächen erhalten einen schönen Glanz, wenn sie abschließend gewachst werden. 5. Das Wachsen: Wachs: Wachs ist in flüssiger oder in fester Form, farbig oder transparent erhältlich. Vor allem Weichhölzer oder Eiche eignen sich dazu, gewachst zu werden. Wie auch bei der geölten Oberfläche lässt Wachs die Poren offen, das Wachs dringt allerdings nicht so tief ins Holz ein. Die Oberfläche reagiert später auch empfindlicher auf Wasser und Hitze als die eines geölten Werkstücks. Die gewachste Oberfläche kann poliert werden, so dass eine matt glänzende Oberfläche entsteht. Außerdem lässt sich mit gefärbten Antikwachsen eine „Antik-Optik erzielen. Öl ist die ideale Grundierung für eine gewachste Oberfläche. Das Wachs kann aber auch direkt aufgetragen werden, beachten Sie auch hier die Herstellerangaben. Das Material mit einem weichen Lappen in Faserrichtung in das Holz einreiben. Nach kurzer Trockenzeit mit einem sauberen Lappen polieren oder mit einer Rosshaarbürste glätten und blankreiben. Geölte und gewachste Oberflächen sind nicht so widerstandsfähig wie beispielsweise lackierte. Dafür können sie jeder Zeit ganz problemlos erneuert oder ausgebessert werden. Oberflächenbehandlung 3 Oberflächenbehandlung von Holz Gut geschützt hält besser Beizen Vorteile: Nachteile: Lasieren Vorteile: Nachteile: Ölen Vorteile: Nachteile: Wachsen Vorteile: Nachteile: Lackieren Vorteile: Oberflächenbehandlung 4 Oberflächenbehandlung von Holz Gut geschützt hält besser Nachteile: Lösun Beizen Vorteile: • einfache Anwendung • Holzmaserung bleibt erhalten • jede Farbe und Intensität möglich färbt das Holz ein, jede Farbe möglich Nachteile: • kein Oberflächenschutz, muss nachbehandelt werden • Werkstück muss gewässert werden Lasieren Vorteile: • meist für den Außenbereich Oberflächenbehandlung 5 Oberflächenbehandlung von Holz Gut geschützt hält besser • guter Schutz vor UV-Strahlung • wasserdampfdurchlässig, kann Wasser aufnehmen und abgeben • reißt und platzt nicht • farbig und transparent erhältlich • Holzmaserung bleibt erhalten Nachteile: • Lasuren für den Außenbereich nicht für den Innenbereich nehmen (Gesundheit) Ölen Vorteile: • ökologisch, gesundheitlich, unbedenkliche Holzoberfläche • für den Innenbereich ideal • wirkt wie eine Imprägnierung • dringt tief in die Oberfläche ein, verstärkt die Holzfärbung • kann Feuchtigkeit auf- und abgeben • relativ einfache Handhabung Nachteile: • Trocknungszeit 24 Stunden, muss dann wiederholt werden • Öl getränkte Lappen müssen in ein Glas mit Schraubverschluss eingeschlossen werden • im Freien ausgebreitet liegen lassen • Nie zusammengeknüllt liegen lassen, Feuergefahr! Wachsen Vorteile: • farbig oder transparent und flüssig oder fest • mit Antik-Wachs kann eine Antik-Optik erzielt werden • können jederzeit erneuert oder ausgebessert werden Nachteile: • dringt nicht tief ins Holz ein • empfindlich auf Wasser und Hitze Lackieren Vorteile: • matt oder glänzend • farblos oder deckend farbig • verschließt die Oberfläche • gegen Wasser unempfindlich Nachteile: • Lackschicht kann beschädigt werden, dann springt der Lack ab • Reparatur schwierig – muss komplett geschliffen und nachlackiert werden • keine Maserung mehr sichtbar – Werkstücke verlieren den Holzcharakter Oberflächenbehandlung 6