Arbeitsblatt: Aufsatz zum Thema Erlebniserzählung und aufbau
Material-Details
Es sollen Adjektive, Verben und Nomen gesucht werden. Wo ist der Höhepunkt des Textes? Weitere Fragen erarbeiten
Deutsch
Texte schreiben
4. Schuljahr
2 Seiten
Statistik
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10.05.2026
Autor/in
Rachel Rohner
Land: Schweiz
Registriert vor 2006
Textauszüge aus dem Inhalt:
Der schlammige Abgang Am vergangenen Samstag, so Anfang März, erwachte ich bei schönstem Wetter. Perfekt für die aufregende Wanderung gemeinsam mit Marley der Sitter entlang. Diese Tour hatte ich bereits lange geplant. Als erstes mussten wir beide aber noch unseren Rucksack packen. Dieser lag verstaubt in einer Ecke. Nach der langen Verletzungspause war ich überglücklich endlich wieder meine Wanderschuhe zuschnüren zu können. Marley hüpfte auch schon vergnügt neben mir auf und ab wie ein Känguruh. Das tut er immer, wenn ich ihm die Leine anlegen möchte. Noch völlig müde von der frühen Morgenstunde aber freudig begaben wir uns die steile Treppe zum Bahnhof Killwangen hinunter. Die Reise begann – endlich! Nach vielmaligem Umsteigen und etwas unschlüssig standen wir am Ende in irgendeinem Dorf im Kanton St. Gallen an der Bushaltestelle. Wo sollte es nur weitergehen? Kurzentschlossen schaltete ich die Wanderapp ein und unser aufregendes Abenteuer konnte beginnen. Marley hatte ich an der langen Schleppleine um meinen Bauch gebunden. Am Anfang mussten wir zwei uns wieder aneinander gewöhnen, aber dann kamen wir in unseren gewohnten Trott und spulten die ersten paar Kilometer gemütlich ab. Die Landschaft war atemberaubend und das Wetter spielte mit. Die ersten Sonnenstrahlen wärmten unsere müden Körper, die Gelenke hielten stand und Marley war überglücklich endlich wieder neue Gerüche schnuppern zu dürfen. Es sollte ein toller Tag werden. Doch plötzlich war es so weit. Wir kamen in einen Wald, der auch direkt an der Sitter lag. In den letzten Tagen musste es wohl stark geregnet haben. Auf alle Fälle war der Boden extrem nass. Von überall her suchten sich kleine Bäche und Rinnsale ihren Weg zum Fluss hinunter. Der Waldboden und alle Pfade waren entsprechend aufgeweicht und rutschig – wie Schmierseife. Mich ergriff ein sehr unangenehmes Gefühl tief in der Magengegend. Aber Marley und mein Wunsch, ans Ziel zu kommen, zogen mich weiter in den Wald hinein. Marley war der nasse Boden völlig egal. Er raste alle Wege entlang, Hügel hoch und wieder runter. Er war so schnell, dass der Schlamm, Pflanzen und das Wasser herumspritzten und auf seinem Fell schmutzige Spuren hinterliessen. Marley war in diesem Moment der wohl glücklichste Hund auf diesem Planeten. Aus heiterem Himmel stieg mein klammes Gefühl im Magen weiter an: Einen sprintenden Hund um den Bauch gebunden zu haben, und dies in einer Landschaft aus Schlamm und rutschigen Hängen konnte nicht gut ausgehen. Und so kam es dann auch. Marley raste den nächsten Hügel hinunter und wollte den Schwung nutzen, um weiter zu flitzen. Schlagartig spannte sich die Leine um meinen Bauch an und ich wurde auf meinem zuerst sehr steilen, von Wurzeln durchzogenen Weg nach unten und nach vorne gerissen. Im hohen Bogen flog ich den Hügel hinunter und fiel sehr unsanft auf meine linke Seite. Ein unendlicher Schmerz, der sich wie tausend Blitze anfühlte, schoss durch meine linke Schulter. Ich lag im Schlamm, auf harten Steinen und spitzen Wurzeln und staute den kleinen Bach. Völlig verzweifelt schrie ich irgendetwas, weinte gleichzeitig und der Gedanke an die Aufgabe unseres Abenteuers schoss mir durch den Kopf. Wer sollte mich hier schon finden können? Ich war verloren! Marley bemerkte recht schnell meine missliche Lage und kam zurückgetrottet, setzte sich neben mich direkt in den Bach und schaute mich mit seinen Rehaugen an. So lag ich lange neben meinem Hund im Bach und liess langsam und völlig entkräftet den Schmerz vergehen. Ich berappelte mich nach einer Weile, setzte mich einigermassen normal auf meinen Hosenboden und überlegte, wie es nun weitergehen soll. Kurzentschlossen löste ich den Karabiner an Marleys Halsband und er konnte frei los spurten. Ich kämpfte mich zurück auf die Beine, atmete ein paar Mal kräftig durch, rückte meinen Rucksack zurecht und setzte den ersten Schritt in den Schlamm. Schliesslich war unser Weg noch lange und ich wollte das Ziel unbedingt erreichen.