Arbeitsblatt: Dossier Naturphänomene

Material-Details

Dossier zum Thema Naturphänomene nach dem Lehrmittel Terra
Geographie
Geologie / Tektonik / Vulkanismus
8. Schuljahr
25 Seiten

Statistik

215753
34
1
05.08.2026

Autor/in

Joelle Leuenberger
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

1 Lernziele Schalenbau Ich kann beschreiben, wie man Kenntnisse über den inneren Aufbau der Erde gewonnen hat. Ich kann eine Auflistung, Tabelle oder Skizze zum Schalenbau der Erde erstellen. Vulkane Ich Ich Ich Ich Ich kann kann kann kann kann die Vorgänge bei einem Vulkanausbruch beschreiben. Gefahren, die mit einem Vulkanausbruch verbunden sind, beschreiben. wichtige Begriffe in einem Blockbild zu einem Vulkan zuordnen. Vulkane lokalisieren und auf einer Karte einzeichnen. Schichtvulkane und Schildvulkane miteinander vergleichen. Leben mit Vulkan Ich kann an den Beispielen Island und Ätna beschreiben, wie die Menschen den Vulkanismus für den Tourismus und die Landwirtschaft nutzen. Ich kann begründen, weshalb Menschen in Vulkangebieten leben und wirtschaften. Ich kann mithilfe einer Karte im Atlas Vulkane in Italien nennen. Erdbeben Ich kann Gebiete mit vielen Erdbeben in der Schweiz, in Europa und weltweit benennen. Ich kann die Entstehung eines Erdbebens erklären. Ich kann Zerstörungen durch Erdbeben beschreiben und mögliche Auswirkungen benennen. Ich kann die Entstehung von Tsunamis und deren Folgen beschreiben. Ich kann erläutern, von welchen Faktoren das Erdbebenrisiko in einem Gebiet abhängt. Ich kann die Begriffe «Vorsorge» und «Nachsorge» und «Bewältigung» erklären und Beispiele nennen. Entstehung der Berge Ich kann die drei Phasen der Entstehung der Alpen beschreiben. Ich kann beschreiben, warum sich Fossilien auf den Berggipfeln finden lassen. Ich kann einige Gebirge weltweit lokalisieren und plattentektonisch einordnen. Gletscher Ich Ich Ich Ich kann kann kann kann die Entstehung von Gletschereis beschreiben. Nährgebiet und Zehrgebiet definieren. Teilstrukturen eines Gletschers in einem Blockbild benennen. Ursachen für das Abschmelzen der Gletscher benennen. Überschwemmung Ich kann die Auswirkungen von Hochwasser und Überschwemmungen beschreiben. Ich kann natürliche Ursachen und durch den Menschen beeinflusste Ursachen von Hochwasser und Überschwemmungen nennen. Ich kann Massnahmen des Hochwasserschutzes aufzeigen. 2 Der Schalenbau der Erde Wie sieht die Erde innen aus? Niemand kann bis zum Mittelpunkt der Erde bohren. Das tiefste Bohrloch der Welt ist nur etwas mehr als 12 Kilometer tief. Bis zum Mittelpunkt der Erde sind es aber 6370 Kilometer. Trotzdem wissen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler viel über das Innere der Erde. Sie untersuchen Erdbebenwellen. Diese Wellen bewegen sich in verschiedenen Gesteinen unterschiedlich schnell. So können sie erkennen, wie die Erde aufgebaut ist. Man kann nicht tiefer bohren, weil es sehr heiss wird (schon in 10 km Tiefe etwa 300 C) und der Druck sehr gross ist. Die Schalen der Erde 1. Erdkruste Die Erdkruste ist die äusserste Schicht. Sie ist dünn und fest. Es gibt zwei Arten: Kontinentale Kruste (Land) hauptsächlich aus Granit. Ozeanische Kruste (Meeresboden) hauptsächlich aus Basalt. Basalt ist schwerer als Granit. 2. Erdmantel Der obere Teil ist fest. Zusammen mit der Erdkruste bildet er die Lithosphäre. Darunter liegt die Asthenosphäre (Fliesszone). Hier ist das Gestein weich und verformbar, herrschen Temperaturen von etwa 1000 C, entsteht Magma. Magma ist geschmolzenes, zähflüssiges Gestein. 3. Erdkern Im Inneren der Erde liegt der Erdkern. Er besteht vor allem aus Eisen und Nickel. Der Erdkern hat zwei Teile: Äusserer Erdkern: flüssig, über 3000C Innerer Erdkern: fest, über 5000C, bleibt wegen des sehr hohen Drucks fest Lernhilfe Schale Zustand Besonderheit Erdkruste fest Auf ihr leben wir. Erdmantel fest und teilweise weich Hier entsteht Magma. Äusserer Erdkern flüssig Sehr heiss. Innerer Erdkern fest Sehr heiss und grosser Druck. Vulkanausbrüche 3 Vulkanausbrüche im Südwesten Islands erreichten im Januar 2024 die Hafenstadt Grindavík und zwangen die Bewohnerinnen und Bewohner, ihre Häuser zu verlassen. Aber wie entstehen Vulkane? Sind alle Vulkane gleich? Kräfte aus dem Inneren der Erde Der Ausbruch eines Vulkans ist immer ein beeindruckendes Naturereignis. Es beweist, dass gewaltige Kräfte im Inneren der Erde stecken. Viele kleine und grössere Erdbeben weisen zwar auf einen möglichen Vulkanausbruch hin, aber genaue Vorhersagen über den Zeitpunkt sind nicht möglich. Der Mensch steht sogenannten endogenen Prozessen machtlos gegenüber. Endogene Prozesse sind Kräfte, die aus dem Erdinneren wirken und unseren Landschaften die Grobform geben. Feuerwerk aus der Tiefe 1. Tief unter dem Vulkan sammelt sich Magma. 2. In der Magmakammer baut sich vor einem Ausbruch (Eruption) ein gewaltiger Druck auf. 3. Der Druck nimmt ständig zu, bis er so hoch ist, dass Magma durch den Schlot nach oben schiesst. 4. Ist die Gesteinsschmelze dickflüssig, werden aus dem Krater, der trichterförmigen oder kesselförmigen Öffnung des Schlotes, Asche, Gesteinsbrocken und Lavabrocken bis zu 100 hoch in den Himmel geschleudert. 5. An den Seiten des Vulkans öffnen sich Spalten, sogenannte Nebenkrater, aus denen glutrote Lava fliesst. 6. Als Lava wird das Magma bezeichnet, wenn es an der Erdoberfläche austritt. 7. Da dickflüssige, gasreiche Lava den Schlot immer wieder verstopft, kommt es meist zu heftigen Ausbrüchen. Aufgaben 1. Nenne, welche Anzeichen auf einen möglichen Vulkanausbruch hinweisen. 2. Nenne den Unterschied zwischen Magma und Lava. 4 3. Schaue dir den Erklärfilm an. Beschreibe, was im Erdinneren vor sich geht, warum es zu einem Vulkanausbruch kommt und was bei einem Vulkanausbruch passiert. 4. Ordne die Zahlen den richtigen Begriffen zu. Nummer Begriff Lava Magmakammer Krater Schlot Magma Asche Gesteinsbrocken 5 5. Recherchiere im Internet und arbeite heraus, wo auf der Welt es Anhäufungen von Vulkanen gibt. Markiere diese Gebiete 6. Vergleiche Schichtvulkane und Schildvulkane in einer Tabelle nach der Art des Ausbruchs, Lavaeigenschaft, Form und Ausdehnung. Ausbruch Lavaeigenschaft Schildvulkan Schichtvulkan 6 Form Ausdehnung Leben mit Vulkan Vulkanismus ist zwar gefährlich, kann aber für die Menschen auch sehr nützlich sein – als Wärmelieferant oder als Grundlage für Landwirtschaft und Tourismus. Islands Landschaften locken jährlich mehrere Hunderttausend Touristinnen und Touristen auf die Insel. In Island liegt das Magma nahe an der Erdoberfläche. Dadurch wird das Grundwasser erhitzt. Diese natürliche Wärme nennt man Geothermie. Die Menschen nutzen sie, um Strom zu erzeugen und Häuser sowie Gewächshäuser zu heizen. In den Gewächshäusern wachsen sogar Tomaten, Orangen und Zitronen. Auch Trottoirs bleiben im Winter eisfrei, weil warmes Wasser unter ihnen durch Rohre fliesst. Viele Menschen baden zudem gerne in den heissen Quellen. Der Ätna auf Sizilien ist einer der bekanntesten Vulkane Europas. Jedes Jahr besuchen viele Touristinnen und Touristen den Vulkan. Es gibt Strassen, Wanderwege, Skilifte sowie Restaurants und Souvenirläden. Der Tourismus bringt den Menschen Geld. Trotzdem bleibt der Ätna gefährlich, denn er ist ein aktiver Vulkan und kann jederzeit ausbrechen. Trotz der Gefahr leben viele Menschen in der Nähe des Ätna. Nach einem Vulkanausbruch entstehen aus Lava und Asche mit der Zeit sehr fruchtbare Böden. Deshalb können dort viele Pflanzen gut wachsen. Die Menschen bauen unter anderem Oliven, Orangen, Zitronen, Pistazien, Feigen, Wein, Getreide und anderes Obst an. Aufgaben 1. Erkläre, weshalb in Island Baden in einem Freibad auch im Winter möglich ist. 2. Beschreibe, wie der Vulkanismus den Tourismus am Ätna fördert. 7 3. Begründe, wieso der Ätna von den Einheimischen trotz seiner Gefahren als «guter Berg» bezeichnet wird. 4. Nenne mithilfe einer geeigneten Karte im Atlas die Namen weiterer Vulkane in Italien. 8 Erdbeben Erdbeben gehören zu den gefürchtetsten Naturereignissen, denn sie treten meist überraschend und oft zerstörerisch auf. Wie Erdbeben entstehen Früher waren alle Kontinente zu einem einzigen Kontinent vereint. Dieser hiess Pangaea. Im Laufe von Millionen von Jahren zerbrach Pangaea in mehrere Teile. Heute weiss man, dass die Erde aus grossen Erdplatten besteht. Auf ihnen liegen die Kontinente und die Ozeane. Die Erdplatten der Gesteinshülle sind in ständiger Bewegung. Da die Ränder der Erdplatten nicht glatt sind, verhaken sie sich ineinander. So entstehen Spannungen. Wenn der Druck zu gross wird, bewegen sich die Platten ruckartig in eine neue Position und das Gestein bricht. Diese Bewegung nehmen wir als Erdbeben wahr. Der Ort im Erdinneren, an dem das Erdbeben seinen Ursprung hat, wird Erdbebenherd oder Hypozentrum genannt. Senkrecht über dem Hypozentrum an der Erdoberfläche liegt das Epizentrum, welches stark erschüttert wird. Die wellenartigen Bewegungen des Erdbebens werden seismische Wellen oder auch Erdbebenwellen genannt. Es gibt verschiedene seismische Wellen. Diese bewegen das Gestein unterschiedlich und breiten sich unterschiedlich schnell aus. Erdbebenwellen werden mit Erdbebenmessgeräten gemessen. Diese Erdbebenmessgeräte heissen Seismometer. Messung von Erdbeben Die Stärke eines Erdbebens wird mit der Magnitude angegeben. Die Magnitude zeigt an, wie viel Energie bei einem Erdbeben freigesetzt wird. In den Nachrichten hört man zum Beispiel: «Ein Erdbeben der Stärke 7,8 hat die Türkei erschüttert.» Mit der Stärke ist die Magnitude gemeint, die von 0 bis 9 reicht. Ein Anstieg der Magnitude um 1 Wert entspricht einem etwa zehnmal stärkeren Ausschlag bei der Erdbebenmessung und einer ungefähr dreissigmal grösseren Energie. Ein Erdbeben der Magnitude 7 hat also etwa 30-mal mehr Energie als ein Erdbeben der Magnitude 6 und 900-mal (30 mal 30) mehr Energie als ein Erdbeben der Magnitude 5. Vorhersage von Schäden 9 Eine genaue Vorhersage, wann und wo die Erde bebt, ist bislang nicht möglich. Erdbeben treten meist überraschend auf und dauern zwischen wenigen Sekunden und rund vier Minuten an. Ein Erdbeben hat kurzfristig nicht nur die Zerstörung von Gebäuden zur Folge. Strassen reissen auf, Geröll rutscht einen Berghang herunter, Telefonverbindungen, Wasserleitungen und Abwasserleitungen brechen, elektrische Leitungen und Gasrohre reissen und können Explosionen und Brände verursachen. Fast noch schlimmer sind die langfristigen Folgen, insbesondere in Ländern ohne gute Versicherungen und Infrastruktur. Beispiele sind der Verlust von Menschenleben und der Beziehungen zwischen Menschen, Verletzungen, Hungersnöte, Seuchen, Obdachlosigkeit und Arbeitslosigkeit. Erdbeben und Plattentektonik Erdbeben treten am häufigsten an der Grenze zwischen zwei Erdplatten auf. Flache und eher schwache Erdbeben gibt es häufig an Mittelozeanischen Rücken, wo sich zwei Erdplatten mit ozeanischer Kruste voneinander wegbewegen. Starke und tiefe Erdbeben werden oft dort beobachtet, wo sich zwei Erdplatten aneinander vorbeioder aufeinander zubewegen. Beispiele sind rund um den Pazifik und in den Regionen Alpen, Kaukasus und Himalaja. Aufgaben 1. Nenne zwei kurzfristige Folgen von Erdbeben. 2. Nenne zwei langfristige Folgen von Erdbeben. 10 3. Erkläre die Entstehung eines Erdbebens. Verwende die Begriffe «Erdplatten», «Hypozentrum» und «Epizentrum». 4. Arbeitet zu dritt und teilt die Teilaufgaben a)–c) untereinander auf. Informiert euch auf der Webseite des Schweizerischen Erdbebendiensts, wo aktuell und in den letzten Jahren Erdbeben gemessen wurden. a) in der Schweiz b) in Europa c) weltweit 5. Vertiefe dein Wissen zum Thema Erdbeben und gestalte ein Poster. Recherchiere dazu in geeigneten Quellen. Möglich sind folgende Themen: Was sind Hypozentrum und Epizentrum? In welcher Tiefe treten Erdbeben normalerweise auf? Was ist die Magnitude? Gibt es weitere Skalen, die Erdbeben messen? Welche Arten von Erdbeben gibt es? Was sind P-, S-, Love- und Rayleigh-Wellen? Thema eigener Wahl (frage deine Lehrperson, bevor du mit der Arbeit beginnst) 11 Erdbeben – Wie können sich Menschen schützen? Millionen von Menschen leben in Gebieten, in denen es Erdbeben gibt. Ein Beispiel ist Japan. Dort gibt es oft starke Erdbeben. Deshalb müssen sich die Menschen gut darauf vorbereiten. Das Erdbeben in Japan 2011 Am 11. März 2011 gab es vor der Ostküste Japans ein sehr starkes Seebeben. Ein Seebeben entsteht unter dem Meeresboden. Dieses Erdbeben hatte die Stärke 9,0 und gehörte zu den stärksten, die je gemessen wurden. Das Erdbeben löste einen Tsunami aus. Das ist eine riesige Flutwelle. Tsunamis können über 1000 km/h schnell werden und bis zu 35 Meter hoch sein. Sie zerstören viele Häuser an der Küste. Die Folgen waren sehr schlimm: 18 537 Menschen starben. 375 000 Gebäude wurden zerstört. 470 000 Menschen verloren ihr Zuhause. Das Kernkraftwerk Fukushima wurde schwer beschädigt. Es kam zu einer Atomkatastrophe. Nicht jedes Erdbeben richtet grosse Schäden an. Wie schlimm die Folgen sind, hängt von verschiedenen Dingen ab: Erdbebengefahr: Liegt das Gebiet an einer Plattengrenze? Untergrund: Weicher Boden verstärkt die Erschütterungen. Harter Fels ist stabiler. Menschen und Gebäude: Leben viele Menschen dort? Gibt es viele Häuser, Strassen und Leitungen? Bauweise: Sind die Gebäude erdbebensicher gebaut? Erdbeben in Japan und in der Schweiz Japan liegt direkt an einer Plattengrenze. Deshalb gibt es dort oft starke Erdbeben. Die Menschen wissen das und bereiten sich gut darauf vor. Viele Gebäude sind erdbebensicher gebaut. Die Schweiz liegt nicht an einer Plattengrenze. Deshalb gibt es hier seltener starke Erdbeben. Trotzdem können sie vorkommen. Besonders im Mittelland könnten die Schäden gross sein, weil dort viele Menschen leben und der Boden oft weich ist. Viele Gebäude sind zudem nicht für starke Erdbeben gebaut. Wie können sich Menschen schützen? Beim Schutz vor Naturgefahren gibt es drei wichtige Bereiche: 1. Vorsorge Das Ziel ist, Schäden zu verhindern oder klein zu halten. Beispiele: Gebäude erdbebensicher bauen. 12 Erdbeben mit Messgeräten und Satelliten überwachen. Die Bevölkerung früh warnen. In Schulen und Betrieben regelmässig das richtige Verhalten üben. 2. Bewältigung Nach einem Erdbeben muss schnell geholfen werden. Dazu gehören: Rettung von Verletzten und Verschütteten. Versorgung mit Wasser, Lebensmitteln und Medikamenten. Unterkünfte wie Zelte bereitstellen. Hilfe aus anderen Ländern. 3. Nachsorge Nach dem Erdbeben wird das zerstörte Gebiet wieder aufgebaut. Ausserdem überprüft man, was gut funktioniert hat und was man beim nächsten Erdbeben besser machen kann. So können Menschen in Zukunft noch besser geschützt werden. Aufgaben 1. Beschreibe die Gefahr, weshalb Tsunamis gefährlich sind. Verwende dazu das Beispiel von Japan im März 2011. 2. Arbeitet zu zweit. a) Hört euch die Erzählung «Schicksalsschlag in Japan» an. Teilt euch auf und macht euch Notizen. Eine Person dokumentiert die Entstehung eines Tsunami, die andere Person dokumentiert die Auswirkungen des Tsunami von Japan. Entstehung: Auswirkungen: b) Erklärt euch eure Ergebnisse gegenseitig. 3. Beurteile, welche Bedeutung es für die Bewältigung von Naturereignissen hat, ob ein Land reich oder arm ist. 13 14 Die Entstehung unserer Berge Wer in den Alpen wandert, entdeckt manchmal Überraschungen. Hoch in den Bergen findet man versteinerte Muscheln. Manche Felsen sind stark verbogen und sehen aus, als wären sie geknetet worden. Das zeigt, wie die Alpen entstanden sind. Phase 1: Ablagerung und Verfestigung Vor etwa 180 Millionen Jahren lag dort, wo heute die Alpen sind, ein flaches Meer. Auf dem Meeresboden sammelten sich Sand, Ton, Schlamm, Reste von Pflanzen und Tieren. Mit der Zeit wurden diese Ablagerungen immer dicker. Durch grossen Druck und Hitze verwandelten sie sich in Gestein. Phase 2: Die Erdplatten bewegen sich aufeinander zu Vor etwa 100 Millionen Jahren begann sich die Afrikanische Platte auf die Eurasische Platte zuzubewegen. Dabei wurden die Gesteinsschichten mitsamt Meeresboden als Decken übereinandergeschoben, zusammengedrückt und stark gefaltet. Dadurch wurde die Erdkruste immer dicker. Diese gefalteten und verschobenen Gesteinsschichten kann man heute noch in den Alpen sehen. 1Die dunklen Gesteinsschichten (oben) wurden als Decke über die hellen Gesteinsschichten (unten) geschoben (Tschingelhörner, GL) Phase 3: Die Hebung der Alpen Vor etwa 45 Millionen Jahren entstanden die Alpen. Später, vor etwa 7 Millionen Jahren, bildete sich auch der Jura. Durch den starken Druck wurden manche Gesteinsschichten mehr als 10 Kilometer nach oben gehoben. Doch Wind, Wasser, Eis und die Schwerkraft trugen die Berge über Millionen von Jahren wieder ab. Das abgetragene Gestein wurde im heutigen Mittelland abgelagert. Die Alpen verändern sich noch heute Die Afrikanische und die Eurasische Platte bewegen sich auch heute noch langsam aufeinander zu. Deshalb werden die Alpen weiterhin leicht angehoben. Gleichzeitig tragen Wind, Wasser und Eis die Berge wieder ab. Heute wachsen die Alpen ungefähr genauso schnell, wie sie abgetragen werden. Dadurch bleiben ihre Höhen ungefähr gleich. 15 Aufgaben 1. Arbeite mit dem Atlas. Suche eine Karte, die die Alpen zeigt und beschreibe, wo sie sich befinden. 2. Ordne folgende Sätze zur Entstehung der Alpen den passenden Abbildungen zu. 16 Durch den Einfluss von Wasser, Schwerkraft, Eis und Wind wird das Gebirge zum Teil abgetragen. Der Gesteinsschutt wird im Gebiet des heutigen Mittellandes abgelagert. Gesteinsschichten werden als Decken übereinandergeschoben. Heute sind Decken als übereinandergeschobene Gesteinsschichten in Felswänden erkennbar. Manche Felswände zeigen Verfaltungen und sehen aus, als ob ein Riese sie wie einen Teig geknetet hätte. Auf dem Meeresboden lagern sich Sand, Ton, Schlamm und Reste von Pflanzen und Tieren ab. 3. Beschreibe die drei Phasen der Entstehung der Alpen. Phase 1 Phase 2 Phase 3 17 4. Wie kommen versteinerte Muscheln auf die Alpengipfel? Erkläre. 5. Lokalisiere mithilfe vom Bild und einer geeigneten Atlaskarte weitere Gebirge, die durch den Zusammenstoss von Erdplatten entstanden sind. 18 Gletscher – Eis in Bewegung Gletscher gehören zu den eindrucksvollsten Landschaften der Alpen. Sie entstehen aus Schnee und verändern die Landschaft. Heute werden viele Gletscher jedoch immer kleiner. Wie entstehen Gletscher? (1) Im Hochgebirge fällt jedes Jahr sehr viel Schnee. Auf jeden Quadratmeter fällt jährlich mehr als eine Tonne Neuschnee. (2) Im Sommer wird der Schnee durch wiederholtes Auftauen und Gefrieren zu Firn. Das ist alter, körniger Schnee. (3) Mit den Jahren drückt das Gewicht des neuen Schnees den Firn immer stärker zusammen. So entsteht zuerst Firneis. (4) Neuer Schnee presst das Firneis noch mehr zusammen und es entsteht später Gletschereis. (5) Das schwere Eis bewegt sich langsam den Berg hinunter. Diese Bewegung nennt man Gletscher. Ein Gletscher entsteht nur oberhalb der Schneegrenze. Dort fällt im Winter mehr Schnee, als im Sommer schmilzt. Dieser Bereich heisst Nährgebiet. Unterhalb der Schneegrenze schmilzt mehr Eis, als neu entsteht. Dieser Bereich heisst Zehrgebiet. 19 Teile eines Gletschers Ein Gletscher hat verschiedene Teile: Gletscherspalten Entstehen an steilen Hängen durch unebenen Untergrund Geltscherzunge Ende des Gletschers Gletschertor Dort fliesst Schmelzwasser heraus Gletscherbach Abfliessendes Schmelzwasser Gletschersee Gletscherbach endet in einem Gletschersee vor dem Gletscher Moräne Steine und Gerölle, das vom Gletscher abgehobelt wurde. Befindet sich unter dem Gletscher, an den Seiten und am Ende. Warum schmelzen Gletscher? Gletscher verändern sich jedes Jahr. Bei viel Schnee und tiefen Temperaturen wachsen sie. Bei warmem Wetter schmelzen sie. Seit etwa 1870 sind die Gletscher in den Alpen stark kleiner geworden. Heute haben sie in der Schweiz weniger als die Hälfte ihres früheren Volumens. Der wichtigste Grund ist der Klimawandel. Durch die steigenden Temperaturen schmilzt mehr Eis. Gleichzeitig fällt im Winter weniger Schnee. Wenn sich das Klima weiter erwärmt, könnten die Gletscher in den Alpen bis zum Ende dieses Jahrhunderts fast ganz verschwinden Gletscherschmelze ist aus vier Gründen schlecht für uns alle: Weniger Wasser im Sommer: Gletscher speichern Wasser wie ein riesiger Schwamm. Im heißen Sommer schmilzt ein Teil und fließt in die Bäche und Flüsse. Wenn die Gletscher weg sind, fehlt dieses Wasser für Trinkwasser und für die Felder der Bauern. Mehr Hochwasser am Meer: Das ganze geschmolzene Eis fließt am Ende ins Meer. Dadurch steigt das Wasser weltweit an. Viele Städte an der Küste werden dann überschwemmt. Gefahr in den Bergen: Das Eis hält die Berge wie ein Kleber zusammen. Schmilzt das Eis, werden die Felsen locker. Es kommt viel öfter zu gefährlichen Steinschlägen, Erdrutschen und Schlammlawinen. Weniger Strom: Wenn die Flüsse im Sommer fast austrocknen, können Wasserkraftwerke nicht mehr genug Strom produzieren. Auch Schiffe können auf zu flachen Flüssen nicht mehr fahren. 20 Aufgaben 1. Beschreibe die Entstehung von Gletschereis. 2. Erkläre die Begriffe «Nährgebiet» und «Zehrgebiet» 3. Benenne die Teile des Gletschers. 1 2 3 4 5 6 7 8 21 4. Wieso ist es nicht gut, dass unsere Gletscher schmelzen? Nenne drei Gründe. 5. Suche im Internet mit dem Suchbegriff «Gletschervergleiche» nach Bildern von Gletschern zu verschiedenen Zeitpunkten. Vergleiche die Bilder miteinander. Welche Unterschiede fallen dir auf? 6. Beschrifte den Gletscher mit den verschiedenen Gletscherteilen aus Aufgabe 3. 22 Überschwemmungen Hochwasser und Überschwemmungen entstehen oft nach starkem oder langem Regen. Durch den Klimawandel werden solche Ereignisse wahrscheinlich häufiger. Überschwemmungen in der Schweiz Ende Juni 2024 gab es in der Schweiz starke Gewitter. Innerhalb von 24 Stunden fielen bis zu 200 Liter Regen pro Quadratmeter. Besonders betroffen waren das Wallis und das Tessin. Gleichzeitig schmolz viel Schnee. Dadurch stiegen Bäche und Flüsse schnell an. Sie führten Steine und Geröll mit und traten über die Ufer. Die Folgen waren Überschwemmungen, Erdrutsche und grosse Schäden an Häusern, Strassen und Betrieben. Natürliche Ursachen von Hochwasser Nicht jeder starke Regen führt zu Hochwasser. Das hängt von verschiedenen Faktoren ab. Boden und Pflanzen: Trockene Böden und Pflanzen können Wasser speichern. Sind sie schon nass, fliesst das Wasser schneller ab. Schnee: Bei Kälte bleibt das Wasser als Schnee liegen. Bei Wärme schmilzt der Schnee und verstärkt das Hochwasser. Seen: Seen können Wasser speichern. Sind sie bereits voll, können sie kein zusätzliches Wasser aufnehmen und treten eher über die Ufer. Wie beeinflusst der Mensch Hochwasser? Auch der Mensch kann Hochwasser verstärken. Wiesen und Wälder speichern viel Wasser im Vergleich zu genutzten Flächen (z.B. für die Landwirtschaft) Beton und Asphalt lassen kein Wasser versickern. Das Wasser fliesst schnell oberflächlich ab. Natürliche Flüsse mit vielen Kurven und Überschwemmungsflächen können mehr Wasser aufnehmen. Begradigte Flüsse in engen Kanälen führen das Wasser schneller weiter und erhöhen die Hochwassergefahr. Wie können sich Menschen schützen? Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Schäden durch Hochwasser zu verringern. Schutzdämme und Rückhaltebecken halten Wasser zurück. Sandsäcke helfen, Wasser umzuleiten. Flüsse sollen dort, wo es möglich ist, über die Ufer treten dürfen, zum Beispiel in Auen, auf Wiesen oder Feldern. So werden Dörfer und Städte besser geschützt. Viele Flüsse werden wieder natürlich gestaltet, damit sie mehr Wasser aufnehmen können. Wenn starker Regen erwartet wird, wird der Wasserstand von Seen vorsorglich gesenkt. So können die Seen später mehr Wasser speichern. Durch gute Planung und Schutzmassnahmen können Menschen die Folgen von Hochwasser deutlich verringern. 23 Aufgaben 1. Nenne zwei natürliche Ursachen von Hochwasser. 2. Nenne zwei durch Menschen beeinflusste Ursachen von Hochwasser. 3. Recherchiere im Internet nach Überschwemmungen in den letzten Jahren. Mache dir Notizen zum Ort, Jahr, Ursache und Folgen. Ort Jahr Ursache 24 Folgen Schutz vor Naturgefahren Du hast nun verschiedene Naturgefahren (z.B. Vulkanausbrüche, Erdbeben oder Überschwemmungen) kennengelernt. Man kann sich nicht vollständig vor Naturgefahren schützen. Mit guten Massnahmen lassen sich die Schäden aber deutlich verringern. Wann wird ein Naturereignis zur Naturkatastrophe? Ein Naturereignis wird zur Naturkatastrophe, wenn es sehr stark ist und Menschen oder Gebäude betroffen sind. Drei wichtige Bereiche des Schutzes 1. Vorsorge: Die Vorsorge soll Schäden verhindern oder klein halten. Dazu gehören: Gefahrenkarten, die zeigen, wo Naturgefahren auftreten können. Bauvorschriften, damit an gefährlichen Orten nicht gebaut wird. Schutzwälder, die Steine, Schnee oder Erde zurückhalten. (z.B. Lawinestopper) Schutzdämme und Auffangbecken, die Naturgefahren abschwächen. Warnungen und Evakuationen, wenn eine Gefahr droht. 2. Bewältigung: Während oder kurz nach einer Naturkatastrophe muss schnell geholfen werden. Dabei helfen der Zivilschutz, Rettungsdienste, Feuerwehr, Polizei und andere Einsatzkräfte. 3. Nachsorge: Nach einer Naturkatastrophe werden Schäden behoben. Ausserdem wird untersucht, was funktioniert hat und was man beim nächsten Mal besser machen kann. So wird der Schutz vor Naturgefahren laufend verbessert. Aufgaben Suche die Gefahrenkarte deiner Gemeinde oder eines anderen Ortes im Internet oder unter dem Link: 1. Beschreibe die Naturgefahren, von denen die Gemeinde betroffen ist. 25 2. Recherchiere im Internet nach Hinweisen und Merkblättern deiner Wohngemeinde oder deines Kantons, wie Menschen sich im Falle eines Naturereignisses verhalten sollen. Notiere dir drei wichtige Punkte. 3. Hausaufgabe: Begebt euch an einen Ort, der auf der Gefahrenkarte eurer Gemeinde als gefährlich eingestuft wird (z. B. einen Bach, einen Fluss, einen von Lawinen oder Erdrutschen gefährdeten Hang). Sind bauliche Schutzmassnahmen erkennbar? Beschreibe und dokumentiere sie mit Fotos auf ein Notizblatt Recherchiere im Internet und erkläre die Funktionsweise der beobachteten Schutzmassnahmen auf deinem Notizblatt 26