Arbeitsblatt: Staatsformen
Material-Details
Die SuS lernen die verschiedenen Staatsformen anhand von Beispielen und Rollenspielen. Die Aufgabeblätter kommen mit Lösung
Geschichte
Politik
6. Schuljahr
56 Seiten
Statistik
216094
9
0
27.09.2026
Autor/in
Jacqueline Castillo-Vokinger
Land: Schweiz
Registriert vor 2006
Textauszüge aus dem Inhalt:
Martina Blunschy Grundrechte und Demokratie Argumentieren, debattieren, respektieren Kom romi 5. bis 6. Klasse – NMG (Räume, Zeiten, Gesellschaften) Martina Blunschy Grundrechte und Demokratie Argumentieren, debattieren, respektieren 5. bis 6. Klasse – NMG (Räume, Zeiten, Gesellschaften) Das Kopieren von ausgeliehenen elk-Werken ist verboten, ausgenommen aus einer schulinternen Handbibliothek. Bitte beachten Sie dazu die Copyright-Hinweise im Impressum. Impressum Martina Blunschy Redaktion, Satz und Seiten 45–50: Franziska Küng Lektorat und Seite 18: Irma Thürig Titelblatt und Layout: Kobal Grafik GmbH, Zug Illustrationen: Sämi Zwingli. Ausser: Familienmitglieder S. 13/16; Bilderrahmen S. 15; Pokal S. 17; Stoppuhr S. 18; Herz S. 20/21; Banner S. 20; Brief S. 21/23; Handschlag S. 22; Krone S. 23/24; Blatt S. 31; Lehrperson S. 31; Herz S. 31; Murmeln S. 36; Gedeck S. 43 von Nina Forcella. Superheldin S. 37 von Mile Penava. Medaille S. 17 AdobeStock 429995290 von Graficriver. Akropolis S. 25 AdobeStock 1570667654 von Mago. Symbole Gewaltentrennung S. 27 AdobeStock 1691365160 von Svitlana. Bundeshaus S. 28 AdobeStock 234228310 von Sergio Lievano. Foto S. 5: Franziska Küng ISBN: 978-3-0367-0000-7 Bestellnummer: 670000 Download als PDF: erhältlich auf elkverlag.ch 1. Auflage 2026 elk Verlag AG, Winterthur (Schweiz) www.elkverlag.ch Alle Rechte vorbehalten. Das Werk und seine Teile sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung in anderen als den gesetzlich zugelassenen Fällen bedarf deshalb der vorherigen schriftlichen Einwilligung des Verlags. Das Kopieren für den Schulunterricht ist gestattet, sofern das Werk von der betreffenden Lehrperson oder deren Schule erworben worden ist. Das Kopieren von ausgeliehenen Werken, insbesondere aus öffentlich zugänglichen Ausleihstellen, ist ausdrücklich verboten. elk Verlag: Grundrechte und Demokratie – Argumentieren, debattieren, respektieren 2 Inhaltsverzeichnis Einleitung und Bezug zum Lehrplan 21 Einsatz des Lehrmittels Hinweise und weiterführende Ideen Kompetenzraster Übersicht Arbeitsaufträge 4 5 7 9 10 Kopiervorlagen Teil 1: Diskutieren, argumentieren, debattieren, respektieren Teil 2: Demokratie, Staat, Grundrechte, Wahlen Teil 3: Kinderrechte 11 23 39 Glossar – A, B, 45 Lösungen 51 elk Verlag: Grundrechte und Demokratie – Argumentieren, debattieren, respektieren 3 Einleitung und Bezug zum Lehrplan 21 Wichtige Demokratiebildung Möchten Sie Ihre Schüler:innen zum Argumentieren und Diskutieren befähigen? Ihnen helfen, dabei fair und respektvoll zu sein? Und im Rahmen dieser Kompetenzen die Prinzipien der Demokratie und das Politsystem der Schweiz kennenzulernen? Dieses Dossier hilft Ihnen dabei. Es führt die Lernenden in drei Kapiteln zur Beschäftigung mit den Grundprinzipien der modernen Demokratie. Die Schüler:innen erfahren, was eine faire Diskussion/Debatte ausmacht, beschäftigen sich mit Grundrechten und Wahlen, informieren sich über Kinderrechte und verstehen, wie die Politik in der Schweiz funktioniert. Die Herangehensweise an diese komplexen und wichtigen Themen ist sehr zugänglich gestaltet: Sie werden über kurze Geschichten transportiert, sodass durchs Anknüpfen an eigene Erfahrungen eine echte Identifikation entsteht. Zudem helfen zahlreiche Gruppenübungen, das Diskutieren und Debattieren selbst zu erleben und zu verinnerlichen. Bezug zum Lehrplan 21 Der Fachbereich Natur, Mensch, Gesellschaft beinhaltet unter anderem die Kompetenzbereiche 7 «Lebensweisen und Lebensräume von Menschen erschliessen und vergleichen», 10 «Gemeinschaft und Gesellschaft – Zusammenleben gestalten und sich engagieren» und 11 «Grunderfahrungen, Werte und Normen erkunden und reflektieren». Mit den Arbeitsblättern dieses Lehrmittels bearbeiten die Schüler:innen verschiedene Kompetenzstufen der Bereiche. Das Kompetenzraster auf Seite 9 führt sie detailliert auf. Editionsform Das Lehrmittel «Grundrechte und Demokratie – Argumentieren, debattieren, respektieren» besteht aus einem Ordner: Ordner, 55 Seiten, 40 Kopiervorlagen, Format A4 elk Verlag, Bestellnr. 670000 elk Verlag: Grundrechte und Demokratie – Argumentieren, debattieren, respektieren 4 Einsatz des Lehrmittels Inhalte des Lehrmittels Die Aufträge dieses Lehrmittels animieren die Lernenden, sich mit der modernen Demokratie und ihren Grundprinzipien zu beschäftigen. Schritt für Schritt nähern sich die Schüler:innen der komplexen Thematik der Politischen Bildung. Das Lehrmittel enthält drei Teile: — Im ersten Teil erfahren die Schüler:innen, was eine faire Diskussion/ Debatte ausmacht, was ein triftiges Argument ist und wie man Kompromisse findet. — Im zweiten Teil beschäftigen sie sich mit Grundrechten und lernen verschiedene Regierungsformen kennen. Sie befassen sich mit dem politischen System von modernen Demokratien und lernen einige schweizspezifische Eigenheiten kennen. Sie informieren sich über das Prinzip der Wahlen und beschäftigen sich mit dem Frauenstimmrecht. — Der dritte Teil thematisiert die Kinderrechte. Diese Basis ermöglicht den Lernenden ein tieferes Verständnis der politischen Teilhabe und der eigenen Wirksamkeit. Zugängliche Herangehensweise Die Arbeitsaufträge dieses Dossiers bieten eine zugängliche Herangehensweise an die komplexen und wichtigen Themen: Es transportiert die Inhalte über kurze Geschichten (zum Lesen oder Hören), sodass durchs Anknüpfen an eigene Erfahrungen echtes Verständnis resultiert. Zusätzlich ermöglichen viele Gruppenaufträge eigene Erfahrungen mit dem Thema. Hörtexte und Videos mit Verständnisaufgaben bieten didaktische Abwechslung und Motivation. Jeder der drei Lehrmittel-Teile wird mit einer Rätselseite zur Repetition abgerundet. Glossar: Schwierige Begriffe – Wortschatzarbeit Das Kennenlernen und Abspeichern von neuen Fachwörtern bildet die Grundvoraussetzung, um in einer neuen Thematik mitreden zu können. Nutzen Sie mit Ihren Schüler:innen das Glossar, um auf sprachlicher Ebene für die Auseinandersetzung mit politischen Themen gerüstet zu sein. Es ist in Form eines «Wortschatzfächers» vorhanden (Seiten 45–50). Er besteht aus Streifen mit Fachbegriffen (Vorderseite) und deren Erklärungen (Rückseite). Kopieren Sie die Streifen doppelseitig. Die Schüler:innen schneiden die Streifen, lochen sie am einen Ende und heften sie mit einer Rundkopfklammer zusammen. Der Fächer kann vorbereitend, während und nachbereitend zu den Aufträgen verwendet werden. Tipp: Im Internet findet sich unter easyvote.ch ein weiteres ausführliches Politik-Lexikon, das ergänzend beigezogen werden kann. de/wissen/lexikon Hörtexte Einige Arbeitsblätter enthalten kurze Geschichten, die erlebnishaft in Themenbereiche einführen. Die Geschichten sind geschrieben und gelesen von der Autorin Martina Blunschy. Die Lernenden haben die Wahl zwischen Lesen und Hören: Sie können die kurzen Texte selbst lesen oder per QR-Code eine Audiodatei aufrufen und sie hören. Die QR-Codes (und alternativ die Angaben zur Eingabe in der Suchleiste des Browsers) sind auf den jeweiligen Kopiervorlagen abgedruckt. Hier eine Übersicht: elk.ag/Streit1 elk.ag/Streit2 03:15 01:52 elk.ag/Respekt elk.ag/Gewaltentrennung 01:50 02:45 elk Verlag: Grundrechte und Demokratie – Argumentieren, debattieren, respektieren 5 Videos Einige Arbeitsblätter enthalten Aufgaben, die sich auf kurze Videos beziehen. Die Links zu den Filmen (QR-Codes und alternativ die Angaben zur Eingabe in der Suchleiste des Browsers) sind auf den jeweiligen Kopiervorlagen abgedruckt. Hier eine Übersicht: elk.ag/Regierungsformen elk.ag/Parlament 05:24 02:20 elk.ag/Bundesrat elk.ag/Abstimmen1 02:00 02:23 elk.ag/Abstimmen2 elk.ag/Kindheit1 02:51 06:01 elk.ag/Kindheit2 elk.ag/Kindheit3 02:51 01:28 Icons Am linken Rand der Aufträge befinden sich Icons. Sie verbildlichen den Arbeitsauftrag. schauen, anschauen zeichnen, skizzeren lesen schreiben hören sprechen schneiden Gruppenarbeit lösen Zweierarbeit lösen recherchieren, Internet verwenden Zusatzaufgabe lösen Lösungen Das Lehrmittel enthält viele Übungen und Diskussionsaufgaben, für die es keine einheitlichen/abschliessenden Lösungen gibt. Wo möglich, finden Sie die Lösungen oder Lösungsvorschläge auf den Seiten 51–55. elk Verlag: Grundrechte und Demokratie – Argumentieren, debattieren, respektieren 6 Hinweise und weiterführende Ideen Seite 16: Streitgespräch – Debatte Praktiziert Ihre Klasse einen «Klassenrat»? Kennt Ihre Schule ein «Schüler:innen-Parlament»? Wenn bisher keines dieser Systeme eingeführt wurden, bietet sich nun – nach dem dem Kennenlernen des Prinzips «Familienrat» – die Einführung an. So nutzen die Lernenden ihre Erfahrungen aus der Gruppenübung auch in der Zukunft und bauen sie weiter zielführend aus. Seite 18: Gewinnen und verlieren – Zusatzaufgabe Für die Aufgabe kann auch ein anderes Thema gewählt werden, welches beispielsweise für die Klassengemeinschaft gerade aktuell ist. Die genannten Situationen in Aufgabe 2 klingen teilweise absurd, bilden im übertragenen Sinn aber tatsächlich Realitäten unserer Demokratie ab (z. B. Ausschluss von Menschen, die nicht lange genug in der Schweiz leben oder der Einfluss von sozialen und digitalen Medien auf die Meinungsbildung usw.). Das Ziel für die Lernenden ist die Diskussion über die Befugnis von Entscheidungstragenden und die daraus erfolgenden Konsequenzen. Bei Zeitknappheit können die Situationen in 2.b) auch nur in Gedanken durchgespielt werden. Seite 20: Respekt als Grundlage Als Vorbereitung oder begleitend zur Aufgabe 1 können Sie den Lernenden folgende Fragen stellen: — Habt ihr respektloses Verhalten beobachtet? Hat sich jemand euch gegenüber respektlos verhalten? Beschreibt, ohne Namen zu nennen. — Habt ihr euch respektlos gegenüber einer anderen Person verhalten? Beschreibt. — Warum verhalten sich Menschen anderen gegenüber respektlos? — Wie fühlt ihr euch, wenn sich jemand euch gegenüber respektlos verhält? Wie verhaltet ihr euch in solchen Momenten? Die «Respekt Challenge» (Aufgabe 2) eignet sich auch für ein gesamtes Schulhaus. So reflektieren die Schüler:innen über ihr Sozialverhalten und arbeiten am Gemeinschaftsklima. Seite 21: Respekt für alle Die Beispielgeschichte könnte sich jeden Tag genau so auf einem Pausenplatz abspielen. Das Beispiel zeigt eine schlagkräftige und selbstbewusste Protagonistin. Oft reagieren Kinder aber auf solch verletzende Kommentare eher mit Rückzug, als mit einem geschickten Konter. Tipp: Lassen Sie deswegen die Lernenden zuerst überlegen, wie sie in einer solchen Situation reagieren würden, bevor sie die Reaktion des Mädchens lesen. Allenfalls eignet sich ein Rollenspiel, um in die Gefühlswelt der Protagonistinnen einzutauchen. Seite 23: Monarchie, Demokratie, Diktatur, Anarchie Das aufgeführte Video ist nicht mehr ganz aktuell. So wird beispielsweise von der englischen Queen gesprochen, die 2022 verstorben ist. Ansonsten sind die Informationen korrekt und hilfreich für die Lernenden. Seite 26: Gewaltentrennung Sicherlich kennen die Lernenden aus eigener Erfahrung ähnliche Geschichten wie die Fussball-Erzählung. Lassen Sie die Schüler:innen ihre Erlebnisse stichwortartig notieren und gegenseitig oder im Plenum erzählen. Im Folgenden soll jeweils analysiert werden, wer eine Regel macht, einhält und kontrolliert (vgl. Aufgabe 2). elk Verlag: Grundrechte und Demokratie – Argumentieren, debattieren, respektieren 7 Seite 33: Auf zur Urne! Stimm- und Wahlrecht Das Würfelspiel thematisiert die Tatsache, dass eine grosse Zahl der in der Schweiz lebenden Menschen vom Stimm- und Wahlrecht ausgeschlossen sind – so beispielsweise Menschen mit Beeinträchtigungen. Dieser Punkt befindet sich aber aktuell im Änderungsprozess: Im Herbst 2025 hat nach dem Nationalrat auch der Ständerat die Motion angenommen, den diskriminierenden Stimmrechtsausschluss von Menschen mit Behinderungen aus der Verfassung zu streichen. Nun hat der Bundesrat die Aufgabe, die Motion umzusetzen. Weil der diskriminierende Text aus der Verfassung gestrichen werden soll, wird eine Volksabstimmung darüber nötig sein. Seite 36: Freie Meinungsäusserung Das Thema «Freie Meinungsäusserung» beinhaltet auch Gefahren und somit eine Verantwortung. Diskutieren Sie sie mit Ihrer Klasse als Weiterführung. Mögliche Denkanstösse: — Gibt es eine Grenze zur freien Meinungsäusserung? — In der Schweiz darf ich alles sagen – aber ist es ok, wenn ich alles sage? Wo liegt meine Verantwortung dafür, was ich ausspreche? — Wo liegen Gefahren der freien Meinungsäusserung? (Abwertung von Personen, Bevölkerungsgruppen, Geschlechtern, Religionen, etc.) — Wie ist es, wenn ich oder andere falsche Aussagen mache(n)? — usw. Bei Aufgabe 2 können in Wiederholungen beliebige (für die Klasse aktuelle) Themen besprochen werden. Seite 37: Parteien Als Weiterführung der Aufgabe 2 können beliebige Themen diskutiert werden (z. B. Sollen Smartphones an Schulen verboten werden?). Die Lernenden sollen aus Sicht «ihrer» Partei diskutieren und argumentieren. Seite 41: Gesetze: Einhaltung und Überprüfung Die Unicef bietet für Schulen verschiedene Materialien zu den Kinderrechten an. So kann beispielsweise ein Plakat mit Bild und Erklärung zu den 54 Artikeln der Kinderrechtskonvention bestellt werden. Material Kinderrechte (Unicef) Seite 42: Wer darf entscheiden? Als Zusatzaufgabe können die Schüler:innen weitere Beispiele notieren und gegenseitig lösen. Vielleicht fallen den Lernenden Situationen dazu ein, die sie bereits erlebt haben? elk Verlag: Grundrechte und Demokratie – Argumentieren, debattieren, respektieren 8 NMG.11.3 Die SuS können Werte und Normen erläutern, prüfen und vertreten. NMG.10.5 Die SuS können eigene Anliegen einbringen sowie politische Prozesse erkennen. NMG.10.4 Die SuS können das Verhältnis von Macht und Recht in Gegenwart und Vergangenheit verstehen. Die SuS können Werte und Normen verschiedener Generationen vergleichen (z. B. Gehorsam, Bedeutung materieller Güter, Freizeit). Die SuS können beschreiben, wofür sich Menschen engagieren und reflektieren, welche Motive und Werte darin zum Ausdruck kommen. Die SuS können Rechte und Pflichten von Individuen in unserer Gesellschaft nennen. Die SuS können an einem politischen Prozess aus dem Nahraum die Phasen und die Möglichkeiten der Mitwirkung erkennen. X Die SuS können politische Prozesse an einem aktuellen Beispiel nachvollziehen. Die SuS können den Weg von einer familienrechtlichen Gesellschaft zu einem Territorialrecht mit rechtstaatlichen Ansätzen erkennen (z. B. Innerschweizer Eidgenossenschaft). Die SuS können über Sanktionen bei Regelverletzungen hinsichtlich ihrer Verhältnismässigkeit nachdenken. Die SuS können die Verteilung von Macht an einem geschichtlichen Beispiel erklären (z. B. Altes Ägypten, Römisches Imperium, Zunftverfassung) und Modelle von Macht unterscheiden. Die SuS können Sanktionen in Zusammenhang mit vorher bekannten Regeln bringen. Die SuS können das Zusammenwirken von verschiedenen Teilbereichen des Staates an einem Beispiel erklären (z. B. Polizei und Gericht). Die SuS können ausgewählte Aufgaben einer Gemeinde den Ressorts einer Gemeinde zuordnen und deren Zusammenspiel erklären (z. B. Schneeräumung, Wasserversorgung). Die SuS können den Unterschied zwischen privater und öffentlicher Sphäre beschreiben (z. B. Unterschied zwischen Regeln in der Familie und Gesetzen wie ein Fahrverbot). NMG.10.3 Die SuS können grundlegende Funktionen öffentlicher Institutionen verstehen. Die SuS können sich bewusstmachen, beschreiben und einschätzen, was aus ihrer Sicht für das Zusammenleben von Menschen in verschiedenen Gebieten und für die Zukunft auf der Erde wichtig ist. NMG.7.4 Die SuS können Zusammenhänge und Abhängigkeiten zwischen Lebensweisen und Lebensräumen von Menschen wahrnehmen, einschätzen und sich als Teil der einen Welt einordnen. Arbeitsblätter Seite Streit am Esstisch 11 Streiten ergibt Sinn! 12 Familienrat u. w. 13–16 Gewinnen und verlieren 17–18 Kompromiss 19 Respekt u. w. 20–21 Rätsel (Teil 1) 22 Monarchie, Demokratie . 23 Lang lebe die Königin! 24 Geschichte der Demokratie 25 Gewaltentrennung u. w. 26–27 Staat: Bundesrat u. Parl. 28 Staat: Kanton und Gem. 29 Staat: Andere Länder 30 Grundwerte, Grundrechte 31 Grundwerte: Regeln u. Str. 32 Auf zur Urne! 33 Die SuS können Stereotypen und Vorurteile über Menschen mit anderen Lebensweisen hinterfragen (z. B. auf dem Pausenplatz, in Medien, Politik). Frauenstimmrecht 34 Amt zu vergeben 35 Freie Meinungsäusserung 36 Parteien 37 Rätsel (Teil 2) 38 Es war einmal 39 Was Ki. dürfen: Gesetze 40 Gesetze: Einhaltung und . 41 Die SuS können wahrnehmen, was Herkunft und Zugehörigkeiten (z. B. Familie, Sprache, Vereine, Herkunftsland, Religion) Menschen bedeuten. Wer darf entscheiden? 42 Kompetenzstufen Was Ki. müssen: Pflichten 43 NMG.7.1 Die SuS können unterschiedliche Lebensweisen beschreiben und erkennen, was Menschen ihre Herkunft und Zugehörigkeiten bedeuten. Rätsel (Teil 3) 44 Kompetenzen NMG.7 Lebensweisen und Lebensräume von Menschen erschliessen und vergleichen NMG.10 Gemeinschaft und Gesellschaft – Zusammenleben gestalten und sich engagieren NMG.11 Grunderfahrungen, Werte und Normen erkunden und reflektieren (Religionen, Kulturen, Ethik) elk Verlag Natur, Mensch, Gesellschaft Glossar 45–50 Übersicht Arbeitsaufträge Seite Titel Inhalt 11 Streit am Esstisch Geschichte „Streit am Esstisch S. 51 12 Streiten ergibt Sinn! Ist Streit schlecht? S. 51 13 Der Familienrat Rollen aufteilen S. 51 14 Gute oder schlechte Argumente? Argumente einteilen S. 51 15 Warum? – Argumente sammeln Argumente ausformulieren Debatte durchspielen Bereich Lösung S. 51 Teil 1: Diskutieren, argumentieren, debattieren, respektieren 16 Streitgespräch – Debatte 17 Gewinnen und verlieren 18 Gewinnen und verlieren – Zusatzaufgabe 19 Kompromiss Schnittmenge finden S. 52 20 Respekt als Grundlage Klassen-Challenge S. 52 21 Respekt für alle Geschichte, Schreibaufgabe S. 52 22 Rätsel (Teil 1) Rätsel Repetition S. 52 23 Monarchie, Demokratie, Diktatur, Anarchie Regierungsformen S. 53 24 Lang lebe die Königin! Monarchie Spiel, Erklärung S. 53 25 Geschichte der Demokratie Geschichte und Aufgaben S. 53 26 Gewaltentrennung Geschichte und Aufgaben S. 53 27 Gewaltentrennung in der Schweiz Vergleich mit der Schweiz S. 53 28 Staat: Bundesrat und Parlament Schweizerische Regierung S. 53 29 Staat: Kanton und Gemeinde Ordnung der Schweiz Machtwort oder Abstimmung S. 51 S. 51 S. 51 S. 53 Teil 2: Demokratie, Staat, Grundrechte, Wahlen 30 Staat: Andere Länder Andere Länder 31 Grundwerte, Grundrechte Werte vergleichen 32 Grundwerte: Regeln und Strafen Regeln und Strafen ableiten S. 54 33 Auf zur Urne! Stimm- und Wahlrecht Video und Würfelspiel S. 54 34 Frauenstimmrecht Frauengeschichte S. 54 35 Amt zu vergeben Spiel Klassenwahl S. 54 36 Freie Meinungsäusserung Meinungsfindung S. 54 37 Parteien Schweiz. Parteisystem S. 54 38 Rätsel (Teil 2) Rätsel Repetition S. 54 39 Es war einmal Geschichte der Kinder 40 Was Kinder dürfen: Gesetze Kinderrechte 41 Gesetze: Einhaltung und Überprüfung Kinderrechte – Reflexion S. 55 42 Wer darf entscheiden? Anwendungsbeispiele S. 55 43 Was Kinder müssen: Pflichten Kinderpflichten S. 55 44 Rätsel Teil 3) Rätsel Repetition S. 55 45–50 Glossar – A, B, Wortschatzfächer elk Verlag: Grundrechte und Demokratie – Argumentieren, debattieren, respektieren Teil 3: Kinderrechte Fachwortschatz S. 53 S. 53 S. 55 S. 55 10 Streit am Esstisch Teil 1: Diskutieren, argumentieren, debattieren, respektieren 1. Lies oder höre die Geschichte. Verwende einen Computer (Laptop, Tablet, Smartphone) und scanne mit der Kamera den QR-Code oder tippe elk.ag/Streit1 in die Suchleiste deines Browsers ein. „Bäh! – „Pfui! – „Grusig! Henry schiebt den vollen Teller Essen angewidert von sich weg. Broccoli, Hühnchen und Reis mag er überhaupt nicht. Wieso muss sein Papa auch immer dieses gesunde Zeug kochen? „Probiere doch einen Happen! sagt Papa Paul genervt. „Ich habe mir so viel Mühe gegeben und ich habe extra deine Lieblingssauce dazu gemacht. Widerwillig tunkt Henry ein Stück Broccoli in die Jägersauce und nimmt einen winzig kleinen Bissen. Es schmeckt nach Gras mit Nelkenpulver. „Ekelhaft, flüstert Henry leise vor sich hin. Papa Paul blickt Henry streng von der Seite her an. „Du kannst nicht jeden Tag Chicken Nuggets essen. Oder willst du etwa schon wieder krank werden und Milas Geburtstagsparty verpassen? Mila wirft ihrem Bruder über den Tisch hinweg einen entsetzten Blick zu. Sie sagt: „Ich würde gerne jeden Tag etwas anderes essen. Gerichte aus weit entfernten Ländern mit Gewürzen aus Tausend und einer Nacht. Verträumt blickt Mila auf ihren Teller und denkt dabei an ihr liebstes Märchen. Das ist zu viel für Henrys Nerven. Wütend steht er vom Stuhl auf und wirft seiner Schwester die Serviette ins Gesicht. „Dieses Zeug esse ich nicht!, schreit er durch die Küche. „Nana, jetzt reichts aber, sagt Mama Rita beschwichtigend. Sie ist gerade nach Hause gekommen. Lächelnd begrüsst sie ihre Kinder und küsst Papa Paul auf die Wange. „Streiten wir schon wieder über das Essen?, fragt Mama Rita. „Ich wünschte, wir könnten einmal ohne Streit zu Mittag essen. Am liebsten würde ich jedem etwas anderes kochen, nur damit hier Ruhe herrscht. „Kommt nicht in Frage!, wirft Papa Paul ein. „Wir sind eine Familie und essen auch gemeinsam. Ausserdem gibt das zu viel Arbeit und eine grosse Menge Reste. „Du kannst gut reden!, sagt Henry wütend. „Du kannst ja auch jeden Tag aussuchen, was du essen willst. „Blödsinn, erwidert Papa Paul laut. „Ich koche nicht, was ich will. Ich koche abwechslungsreich, gesund und günstig. Mama Rita will Frieden stiften. Sie sagt: „Danke Paul, dass du dir immer so Mühe beim Kochen gibst. Das wissen wir sehr zu schätzen. Bestimmt finden wir eine Lösung, mit der wir alle leben können. Mit diesen Worten setzt sie sich an den Esstisch und drückt sanft Henrys Hand. Henry schaut seine Mutter zweifelnd an. Ob sie wirklich eine Lösung finden werden? 2. Teilt euch in Vierergruppen auf. Erstellt in der Gruppe einen Plan für eure Mittagessen (Montag bis Sonntag). Werdet ihr euch einig oder gehen die Geschmäcker auch bei euch auseinander? Notiert drei Stichwörter, die eure Diskussion beschreiben. elk Verlag: Grundrechte und Demokratie – Argumentieren, debattieren, respektieren 11 Streiten ergibt Sinn! Teil 1: Diskutieren, argumentieren, debattieren, respektieren 1. Lies oder höre die Fortsetzung der Geschichte. Verwende einen Computer (Laptop, Tablet, Smartphone) und scanne mit der Kamera den QR-Code oder tippe elk.ag/Streit2 in die Suchleiste deines Browsers ein. Mila hat der Streit am Esstisch traurig gemacht. Am Abend erzählt sie ihrer Mutter davon. „Ich mag kein Streiten. Ich fühle mich dann schlecht und ich bekomme so ein Ziehen im Bauch. Ich wünschte, auf der Welt würde niemand streiten, sagt Mila und setzt sich zu ihrer Mutter auf das Sofa. Zu ihrer Verwunderung muss Mama Rita lächeln. Sie nimmt ihre Tochter fest in den Arm und erklärt ihr: „Dein Gefühl ist ganz normal. Ich mag Streiten nämlich auch nicht. Aber Streit ist sehr gut und sehr wichtig! Mila blickt ihre Mutter erstaunt an. „Du findest Streiten gut? Aber du sagst doch ständig, Henry und ich sollen uns nicht ewig streiten wegen der Schaukel im Garten und so! Mama denkt kurz nach, bevor sie antwortet: „Euren Streit um die höhere Schaukel im Garten finde ich sinnlos. Wir haben zwei Schaukeln und es macht doch keinen Unterschied, ob eine Schaukel eine Handbreit höher hängt als die andere. Aber wenn dir etwas am Herzen liegt, oder du etwas auf keinen Fall machen willst, dann musst du das sagen. Selbst wenn es Streit gibt. Streit ist eine Chance, sich selbst und andere besser zu verstehen. Und ausserdem ist es wichtig, sich zur Wehr zu setzen. Mila kuschelt sich fest in die Arme ihrer Mutter. Ob sie sinnvollen oder sinnlosen Streit wohl selbst unterscheiden kann? Mila nimmt sich fest vor, es gleich morgen früh zu versuchen. 2. a) Kreuze alle Situationen an, in denen Streiten für dich Sinn ergibt. Mein bester Freund möchte am Kiosk ein Kaugummi stehlen. Meine Mutter will mir einen Pulli kaufen, den ich nicht mag. Das Mittagessen schmeckt ekelhaft. Ich will die Zähne nicht putzen. Meine Oma küsst mich auf den Kopf, obwohl ich sie gebeten habe, das nicht mehr zu tun. Mein Lehrer hat mir bei der Prüfung eine zu schlechte Note gegeben. Ich soll meiner Freundin mein Taschengeld abgeben. Mein Taschengeld ist viel kleiner als das meiner Freunde. Ich habe Bauchschmerzen, aber meine Eltern glauben mir nicht. Meine Schwester hat mit meinen Spielsachen gespielt. Eine Freundin trägt dieselben Stiefel wie ich. Ich will aufs Spielfeld, aber mein Trainer wechselt mich nicht ein. b) Vergleicht eure Ergebnisse zu zweit. elk Verlag: Grundrechte und Demokratie – Argumentieren, debattieren, respektieren 12 Familienrat Teil 1: Diskutieren, argumentieren, debattieren, respektieren 1. Lies den Text genau durch. Um eine Lösung für den Streit am Esstisch zu finden, rufen Mama Rita, Papa Paul, Henry und Mila einen Familienrat ein. Dabei bringt jedes Familienmitglied seine Wünsche und Ideen ein. 2. a) Teilt die Klasse in vier gleichgrosse Gruppen auf. Lost jeder Gruppe ein Familienmitglied zu. b) Lest den Abschnitt zu eurem Familienmitglied. Was ist der Person wichtig? Markiert die wichtigsten Aussagen. Papa Paul wünscht sich gesundes Essen, das nicht so viel kostet und einfach zu kochen ist. Er will auf keinen Fall zu viele verschiedene Sachen gleichzeitig kochen, da dies immer mehr Reste gibt. Am liebsten mag Papa Paul Fisch und Reis. Von seiner Familie wünscht er sich mehr Dankbarkeit für seine Arbeit in der Küche. Mila mag Märchen und Geschichten aus fernen Ländern. Sie wünscht sich exotische Speisen, gerne mit viel Gewürzen und unbekanntem Gemüse. Mila probiert gerne neue Rezepte aus und wäre dafür auch bereit, selbst zu kochen. Von ihrer Familie wünscht sie sich mehr Offenheit für neue Gerichte und mehr Abwechslung auf dem Esstisch. Henry liebt Fast Food. Sein Lieblingsessen ist Chicken Nuggets mit viel Ketchup. Seit er vor einem halben Jahr seinem Papa Paul zuliebe eine ekelhafte Spargel probiert hat, fürchtet er sich vor Neuem. Henry möchte seine altbekannten Lieblingsspeisen essen, damit er beim Essen entspannen und geniessen kann. Von seiner Familie wünscht er sich mehr Verständnis. Mama Rita ist eine Allesesserin. Von Fleisch über Fisch, von Milchprodukten zu Gemüse, mag Mama Rita alles auf ihrem Teller. Was sie allerdings nicht mag, ist Streit am Esstisch. Sie ist dafür, die Essenswünsche von allen zu berücksichtigen, wenn es möglich ist. Von ihren Kindern wünscht sie sich mehr Dankbarkeit für die Kochkünste ihres Papas. Von Paul wünscht sie sich mehr Verständnis dafür, dass Kinder nicht alles gern essen. elk Verlag: Grundrechte und Demokratie – Argumentieren, debattieren, respektieren 13 Gute oder schlechte Argumente? Teil 1: Diskutieren, argumentieren, debattieren, respektieren 1. Lies den Text genau durch. Henry will beim Familienrat überzeugen und tägliche Chicken Nuggets durchsetzen. Darum bereitet er sich gut auf die Diskussion vor. Henry setzt sich an den Computer und recherchiert. „Ein Argument ist eine Begründung, mit der man andere von seiner Meinung überzeugen soll, steht dort geschrieben. Und weiter: „Um in einer Diskussion zu überzeugen, braucht man gute Argumente. Henry kratzt sich nachdenklich an der Nase. Was wohl ein gutes Argument ausmacht? 2. a) Finde im Wörtersalat sechs Kriterien für ein gutes Argument. Die Wörter können senkrecht, waagrecht oder diagonal stehen. b) Überlege dir anhand der sechs Kriterien, wie gut die folgenden Argumente formuliert sind. Markiere die überzeugenden Argumente mit einem Stern. chule mehr in die t ic l il ieso Zo Ich kann sow „ t: d fi ie gehen. schon alles! Minka möchte nicht länger draussen spielen. Sie sagt zu ihrer Mama: „Es ist kalt und es fängt an zu regnen. üse. Er sagt: Karl mag kein Gem viel zu teuer! „Das ist sowieso Bianca mag kein Wasser trinken. Sie sagt: „Zitronenwasser ist gesünder und schnell gemacht. Pius will sp „Dann ha äter ins Bett und be ich ke ine Albtr agt: äume. Hans hat seine Hausaufgaben nicht gemacht. Er sagt: „Bert hat die Aufgaben auch nicht gemacht! elk Verlag: Grundrechte und Demokratie – Argumentieren, debattieren, respektieren 14 Warum? – Argumente sammeln Teil 1: Diskutieren, argumentieren, debattieren, respektieren 1. Bereitet euch für den Familienrat vor. Sammelt in der Gruppe Argumente für euer Familienmitlied. Verwendet dazu das Arbeitsblatt „Familienrat. a) Was wünscht sich euer Familienmitglied? Notiert in Stichworten. b) Welche Gründe hat das Familienmitglied dazu? Notiert in Stichworten. c) Beim Argumentieren geht es darum, die eigenen Wünsche und Bedürfnisse zu erklären. Kombiniert die Abschnitte a) und b) zu ganzen Sätzen. 2. Henry/Mila/Mama/Papa wünscht weil Henry/Mila/Mama/Papa wünscht weil Henry/Mila/Mama/Papa wünscht weil Mit welchem Argument überzeugt ihr beim Familienrat am meisten? Notiert eure Vermutung in den Rahmen. elk Verlag: Grundrechte und Demokratie – Argumentieren, debattieren, respektieren 15 Streitgespräch – Debatte Teil 1: Diskutieren, argumentieren, debattieren, respektieren 1. Spielt mit eurer Klasse als Rollenspiel den Familienrat durch. Schneidet unten die Rollenkarten aus. Teilt die Rollen auf. • • • • • • • • • 2. Mila Henry Mama Rita Papa Paul Zeithüterin/Zeithüter: Sie/Er eröffnet die Debatte, stellt die Uhr und achtet darauf, dass die Diskussion nicht länger als 15 Minuten dauert. Moderatorin/Moderator: Sie/Er erteilt zu Beginn jedem Mitglied der Familie nacheinander das Wort. Während dieser Zeit bleiben die Zuhörenden still. Nach dieser Einstiegsrunde diskutieren die vier Familienmitglieder zusammen und versuchen, eine gemeinsam vertretbare Lösung zu finden. Die/Der Moderator/-in unterstützt den Gesprächsfluss und achtet darauf, dass alle Mitglieder ausgewogen mitreden können. Journalistin/Journalist: Sie/Er ist während der Debatte still und hört aufmerksam zu. Sie/Er macht sich Notizen und beschreibt am Ende der Diskussion seine/ihre (möglichst neutralen) Beobachtungen. Zauberin/Zauberer: Sie/Er darf ein Mitglied der Familie für eine Minute stumm zaubern, wenn diese/dieser zu viel redet oder etwas Unfaires sagt. Schülerinnen und Schüler ohne Rolle: Sie mimen das Publikum. Dieses darf Fragen stellen und seine Gedanken oder Argumente mitteilen. Dazu muss sich das Publikum melden und wird von der/dem Moderator/-in aufgerufen. Zieht ein Fazit aus der Debatte. Ist der Streit um das Essen jetzt gelöst? Worauf habt ihr euch geeinigt? Mila Henry Mama Rita Papa Paul Zeithüterin Zeithüter Moderatorin Moderator Journalistin Journalist Zauberin Zauberer elk Verlag: Grundrechte und Demokratie – Argumentieren, debattieren, respektieren 16 Gewinnen und verlieren Teil 1: Diskutieren, argumentieren, debattieren, respektieren 1. a) Welche Einigung habt ihr nach dem Familienrat getroffen? Notiert sie. b) Oft spricht man im Anschluss an Debatten davon, wer gewonnen und wer verloren hat. Je nach Person fühlt sich ein Entscheid eher wie ein Sieg oder wie eine Niederlage an. Wer hat eure Debatte eher gewonnen, wer verloren? 2. a) Wäre es fairer gewesen, wenn jemand die Debatte hätte entscheiden dürfen? Wenn ja: Wer? Lest die drei Möglichkeiten a) bis c) und beantwortet sie. a) Papa Paul entscheidet. Meistens kauft Papa Paul ein und kocht das Essen. Soll seine Meinung mehr zählen und er ein Schlusswort sprechen? Was denkt das Kind, das Papa Paul gespielt hat? b) Die Journalistin der Journalist entscheidet. Journalistinnen/Journalisten fassen in Artikeln und Kommentaren das Gehörte und Gesehene zusammen und prägen so die Meinung mit. Was denkt die Journalistin der Journalist? c) Das Publikum entscheidet. Oft ist die Meinung von allen zusammen entscheidend. Lasst das Publikum über einen Entscheid abstimmen. Zu welchem Entscheid kommt das Publikum? b) Hätte jemand anders entscheiden sollen, der an der Debatte teilnahm? Oder hätte die Lehrperson als lebenserfahrenste Person entscheiden sollen? Besprecht euch in eurer Gruppe und notiert eure Gedanken dazu. elk Verlag: Grundrechte und Demokratie – Argumentieren, debattieren, respektieren 17 Gewinnen und verlieren – Zusatzaufgabe Teil 1: Diskutieren, argumentieren, debattieren, respektieren 1. Führt in der Klasse eine Debatte zum Thema „nächste Schulreise durch. a) Arbeitet zu viert oder zu fünft. Wohin soll die Schulreise gehen? Sammelt Ideen. Argumentiert und entscheidet euch für zwei Ziele. Notiert sie so, dass sie für alle sichtbar sind (Wandtafel, Flipchart .). b) Diskutiert das Thema in der ganzen Klasse. Stellt eure Vorschläge vor und nennt Argumente. Eure Lehrperson ist Moderator/-in und Zeitwächter/-in. Führt die Debatte 15 Minuten lang durch. 2. a) Wer entscheidet nun über die nächste Schulreise? Spiele folgende Situationen in der Klasse durch. Die Mehrheit entscheidet. Macht eine Abstimmung, bei der jede Person eine Stimme hat. Die älteste Person im Raum entscheidet, weil sie am meisten Lebenserfahrung hat. Die Person, die das Thema am meisten betrifft, entscheidet, weil sie am meisten Verantwortung und Arbeit übernimmt. Diejenigen, welche seit mindestens drei Jahren in der Klasse sind, entscheiden gemeinsam. Die Klasse wählt drei Vertreter/-innen, die entscheiden dürfen. Diejenigen, die am meisten Taschengeld erhalten, dürfen entscheiden. Die Person, die einen Schwingwettkampf im Schulzimmer gewinnt, darf entscheiden. Alle mit der Lieblingsfarbe gelb dürfen gemeinsam entscheiden. Die Person, die am schönsten singen kann, entscheidet. Die Person, die am lautesten schreien kann, entscheidet. Die Person, die im letzten Semester die besten Noten hatte, entscheidet. b) In welcher Situation fühlst du dich gut vertreten? Kreuze grün an. c) In welcher Situation fühlst du dich übergangen oder nicht wahrgenommen? Kreuze rot an. d) Wie könnte ein Entscheid gefällt werden, der sich für möglichst viele Personen gut anfühlt? Welche Gründe könnte es geben, warum eine Person zum Entscheiden eher befugt oder eher unbefugt sein sollte? Diskutiert in der Klasse. elk Verlag: Grundrechte und Demokratie – Argumentieren, debattieren, respektieren 18 Kompromiss Teil 1: Diskutieren, argumentieren, debattieren, respektieren Jede Person hat das Recht auf eine Meinung. Manche Personen denken sehr ähnlich über ein Thema, manche sehr unterschiedlich. Dank Kompromissen finden Personen mit unterschiedlichen Meinungen einen gemeinsamen Nenner. 1. Lies die folgenden Texte durch und finde für die jeweiligen Probleme einen Kompromiss. Suche dafür die gemeinsamen Nenner und schreibe sie in die Schnittmenge. a) Mila will das Fenster weihnächtlich schmücken. Sie mag Schneeflocken, Schneemänner und Sterne. Henry mag kein Weiss. Er möchte die Fenster selbst bemalen und keine Sticker aufkleben. Papa Paul und Mama Rita wollen ausgehen. Paul mag Musik, Tanz, Theater und Essen. Mama Rita möchte nichts Anstrengendes unternehmen. Sie geht gerne ins Kino oder ins Restaurant. Mila will eine Gutenachtgeschichte hören. Sie mag Märchen und Gedichte. Henry will „Globi bei den Rittern als Gutenachtgeschichte hören. b) c) 2. Sind Kompromisse bei jeder Meinungsverschiedenheit möglich? Besprecht zu zweit. elk Verlag: Grundrechte und Demokratie – Argumentieren, debattieren, respektieren 19 Respekt als Grundlage Teil 1: Diskutieren, argumentieren, debattieren, respektieren 1. a) Wo Menschen zusammentreffen, sollte Respekt die Grundlage des Miteinanders sein. Teilt die Klasse in Gruppen mit drei bis vier Personen auf und diskutiert pro Gruppe eine der folgenden Fragen. Was bedeutet Respekt? Erklärt das Wort. Welches Benehmen ist respektlos? Was würde geschehen, wenn niemand auf der Welt Respekt vor den anderen hätte? Welche Menschen werden in unserer Gesellschaft am wenigsten/meisten respektiert? Was ist respektvolles Verhalten? b) Schreibt die wichtigsten Erkenntnisse auf. c) Bestimmt eine/-n Sprecher/-in. Stellt eure Erkenntnisse der Klasse vor. 2. a) Macht mit eurer Klasse die „Respekt Challenge. Lost die folgenden Aufgaben unter euch aus. Haltet euch die nächsten 24 Stunden genau an eure Aufgabe. Respekt Challenge Danke sagen nicht schreien grüssen die Hand geben die Tür aufhalten ausreden lassen andere anlächeln keinen Abfall liegen lassen den Vortritt lassen Komplimente machen keine Spitznamen sagen niemanden auslachen Hilfe anbieten Bitte sagen niemanden belauschen Blickkontakt halten Interesse zeigen zuhören nicht lästern pünktlich sein die Natur schützen Fluchwörter weglassen sich selbst respektieren in freundlichem sich entschulTonfall reden digen b) Diskutiert danach: Wie leicht fiel es mir, mich 24 Stunden daran zu halten? Wie habe ich mich dabei gefühlt? Wie erlebten mich die Menschen um mich herum? elk Verlag: Grundrechte und Demokratie – Argumentieren, debattieren, respektieren 20 Respekt für alle Teil 1: Diskutieren, argumentieren, debattieren, respektieren 1. Lies oder höre die Geschichte. Verwende einen Computer (Laptop, Tablet, Smartphone) und scanne mit der Kamera den QR-Code oder tippe elk.ag/Respekt in die Suchleiste deines Browsers ein. Luise kann es kaum erwarten: Heute wird sie in der Schule ihre Geburtstagseinladungen verteilen! Stundenlang hat sie bunte Karten gebastelt und mit ihrer schönsten Schrift die Einladung geschrieben. Zusammen mit ihrer Mutter hat sie beschlossen, dieses Jahr ihre ganze Klasse einzuladen. Damit sich niemand ausgeschlossen fühlt. In der Pause stellt sich Luise mit ihren Einladungen auf den Pausenplatz. Zuerst geht alles gut. Tom und Kimon freuen sich über die Einladung. Auch Raul und Ahmet strahlen. Aber dann nimmt Laura eine Einladung in die Hand und beginnt zu lachen. „So eine Babyparty!, sagt sie laut. „Das Thema Wald ist doch wirklich Kinderkram und selbstgemachte Karten habe ich schon seit Jahren nicht mehr verteilt. An meinem Geburtstag waren wir im Indoor-Spielplatz und nicht bei mir zuhause! Luise stehen für einen Moment die Tränen in den Augen. Sie findet ihre Schulkameradin respektlos. Kurzentschlossen nimmt sie Laura die Einladung wieder aus den Händen. „Was?, fragt Laura erschrocken. Luise sagt gelassen zu ihr: „Ich glaube ich habe doch nicht Platz für die ganze Klasse auf meiner Party. Jedenfalls nicht für dich. Nun ist es Laura, die Tränen in den Augen hat. Im Hintergrund läutet die Schulglocke und Luise geht zufrieden ins Schulhaus zurück. Sie ist stolz auf sich, denn sie hat etwas für sich eingefordert, das jedem Menschen zusteht. Respekt! 2. Warum verdienst auch du den Respekt von allen Menschen in deinem Umfeld? Antworte in ganzen Sätzen. Erinnere dich an deine Worte, wenn das nächste Mal jemand respektlos zu dir ist. elk Verlag: Grundrechte und Demokratie – Argumentieren, debattieren, respektieren 21 Rätsel (Teil 1) Teil 1: Diskutieren, argumentieren, debattieren, respektieren 1. Lies die Fragen und trage das richtige Lösungswort aus der Box ins Kreuzworträtsel ein. Achtung: Ein Lösungswort muss du selbst herausfinden! 1 2 3 4 5 6 Was ist das Gegenteil von Respekt? Was ist ein Synonym für Respekt? Aus welcher Sprache stammt das Wort Respekt? Am 18. Tag welches Monats ist der Tag des Respekts? Was heisst Respekt auf Italienisch? Was gilt als Zeichen des Respekts? 5 1 3 6 4 2 VERACHTUNG SEPTEMBER RISPETTO LATEIN HANDSCHLAG 2. Melek, Jan, Carla, David und Elio vollbringen in der Pause eine gute Tat. Finde anhand der Hinweise heraus, wer was tut. Notiere es auf ein Blatt. Einer hält einer älteren Person die Tür auf. Eine teilt ihren Znüni mit einem hungrigen Mitschüler. Eine hebt den Abfall vom Boden auf und wirft ihn in den Abfalleimer. Einer tröstet jemanden, der traurig ist. Einer lobt einen Mitschüler für seine gute Idee. Jan ist nicht derjenige, der den Abfall aufhebt. Carla hilft der älteren Person nicht mit der Tür. Elio lobt jemanden. Die Person, die den Znüni teilt, ist nicht Melek und nicht David. David ist nicht derjenige, der jemanden tröstet. elk Verlag: Grundrechte und Demokratie – Argumentieren, debattieren, respektieren 22 Monarchie, Demokratie, Diktatur, Anarchie Teil 2: Demokratie, Staat, Grundrechte, Wahlen 1. Schau das Video über verschiedene Regierungsformen. Verwende einen Computer (Laptop, Tablet, Smartphone) und scanne mit der Kamera den QR-Code oder tippe elk.ag/Regierungsformen in die Suchleiste deines Browsers ein. 2. Welche Regierungsformen gibt es? Folge dem Ja-/Nein-Diagramm und lass dir die verschiedenen Regierungsformen erklären. Start Frei NEIN Gibt es eine Regierung? heit ?! Anarchie Es gibt keine Regierung, Polizei oder Gerichte. Jeder Mensch organisiert sich selbst. JA JA Wählt das Volk die Regierung? Demokratie Das Volk wählt die Regierung und stimmt über Gesetze ab. NEIN JA Regiert eine Königin oder ein König? NEIN 3. Wähle ein beliebiges Land und informiere dich darüber. Folge dem Diagramm und finde heraus, welche Regierungsform dort besteht. elk Verlag: Grundrechte und Demokratie – Argumentieren, debattieren, respektieren Monarchie Eine Königin oder ein König regiert und vererbt die Macht an das eigene Kind. Diktatur Eine Person hat die alleinige Macht. Sie kommt ohne Wahlen oder durch unfaire Wahlen an die Macht. 23 Lang lebe die Königin! Teil 2: Demokratie, Staat, Grundrechte, Wahlen Die Monarchie ist eine Regierungsform. Bei dieser Regierungsform wird ein Land von einem König oder einer Königin regiert. Die Krone wird in der Familie an den erstgeborenen Sohn die erstgeborene Tochter weitergegeben. Der Monarch die Monarchin hat viel Macht über seine/ihre Untertanen. 1. In eurer Klasse wird die Monarchie ausgerufen. Jede Schülerin jeder Schüler schreibt ihren/seinen Namen auf einen Zettel. Die Lehrperson lost eine Königin oder einen König aus. a) Der König oder die Königin bestimmt einen Tag lang über folgende Dinge: • Beginn der Pause • Sitzordnung im Klassenzimmer • Hausaufgaben • Ämtli-Verteilung • Noten • Spiele b) Wie fühlst du dich während dieses Tages? Markiere alle passenden Begriffe. unfair lustig wütend mächtig komisch ängstlich rebellisch fair mutig fröhlich sicher traurig schüchtern hilflos 2. Suche eine Schülerin einen Schüler, die/der ganz andere Begriffe markiert hat und tauscht euch aus. Wieso hat sie/er sich so anders gefühlt? 3. a) Würdest du gerne Königin oder König in deinem Land sein? Kreuze an. Ja Nein b) Möchtest du in einem Land leben, in welchem jemand anders Königin oder König ist? Kreuze an. Ja Nein c) Welches Land welche Länder mit einer Monarchie kennst du? elk Verlag: Grundrechte und Demokratie – Argumentieren, debattieren, respektieren 24 Geschichte der Demokratie Teil 2: Demokratie, Staat, Grundrechte, Wahlen Die erste Form von Demokratie wurde vor ca. 2500 Jahren in Athen, Griechenland gegründet. Die Menschen Athens fanden es unfair, dass nur ein einzelner König regieren sollte. Darum trafen sich regelmässig alle freien Männer des Landes auf einem grossen Platz, um gemeinsam über wichtige Entscheide abzustimmen. Bei diesen Treffen wurde viel diskutiert, debattiert und gestritten. Die Debattierkünste der alten Griechen sind bis heute berühmt. Über die Jahrhunderte hinweg haben sich andere Länder die Idee abgeschaut. Weil Versammlungen von hunderttausenden Menschen nicht möglich sind, entstand die Idee, dass Menschen Vertreter in ein Parlament wählen. Das Parlament waltet als Stellvertretung des Volkes. Die moderne Demokratie fusst auf verschiedenen grundlegenden Prinzipien. Diese Prinzipien wurden über viele hundert Jahre hinweg erkämpft. 1. Beantworte die Fragen, indem du die Antwort mit der entsprechenden Farbe oben im Text unterstreichst. • • • • 2. Wann wurde die erste Demokratie der Welt gegründet? (blau) Warum wurden Vertreter für Parlamente gewählt? (gelb) Wo trafen sich die Männer Athens, um wichtige Entscheide zu treffen? (grün) Was ist ein Parlament? (rot) Richtig oder falsch? Setze ein Häkchen hinter alle korrekten Sätze. Die Menschen Athens wollten für immer nur einen König. Die Idee der Demokratie ist schon über 2500 Jahre alt. Die alten Griechen waren berühmt für ihre Debattierkünste. Ein Parlament besteht aus hunderttausend Menschen. 3. Notiere zwei Unterschiede zwischen der Demokratie Athens vor 2500 Jahren und der heutigen Schweiz. elk Verlag: Grundrechte und Demokratie – Argumentieren, debattieren, respektieren 25 Gewaltentrennung Teil 2: Demokratie, Staat, Grundrechte, Wahlen 1. Lies oder höre die Geschichte. Verwende einen Computer (Laptop, Tablet, Smartphone) und scanne mit der Kamera den QR-Code oder tippe elk.ag/Gewaltentrennung in die Suchleiste deines Browsers ein. Leon, Sonja und Selim kennen sich schon, seit sie kleine Kinder waren. Ihre Häuser stehen direkt nebeneinander, ihre Eltern sind gute Freunde und sie gehen in dieselbe Schulklasse. Sogar ihr liebstes Hobby teilen die drei Freunde miteinander, sie spielen nämlich leidenschaftlich gerne Fussball. Auf einem kleinen Fussballfeld hinter ihrer Primarschule üben sie gemeinsam kicken. Normalerweise macht ihnen das Spass, doch heute Morgen ist alles anders. Leon hat von seinem Götti einen neuen Fussball geschenkt bekommen. Er ist neu und teuer und wunderschön. Doch schnell geraten sie ab dem tollen Ball aneinander. „Ihr dürft meinen Ball nicht in die Pfütze treten, bestimmt Leon laut. „Er darf auf keinen Fall dreckig werden! Sonja und Selim geben ihr Bestes, damit der Ball sauber bleibt. Artig umrunden sie matschige Stellen und weichen Kaugummis und Vogelkot aus. Leon schnappt sich den Ball, trippelt um Sonja herum und trifft das Tor. „Juhuu!, ruft er laut. „Eins zu null für mich! Doch Sonja protestiert laut. „Das zählt nicht! Du hast gesagt, dass wir mit deinem neuen Ball nicht durch den Matsch dürfen. Aber du bist mitten durch die Pfütze gelaufen! Diesen Einwand will Leon nicht gelten lassen. „Es ist mein Ball, also bestimme ich, ob die Regeln eingehalten werden. Und ich sage: Ich war nicht im Matsch. Eine ganze Weile lang streiten Leon und Sonja noch miteinander und werden dabei immer lauter und wütender. Schlussendlich versetzt Sonja Leon einen heftigen Stoss und Leon landet rückwärts mitten im Matsch. „Das reicht jetzt!, ruft Selim laut aus. „So funktioniert das nicht! Wer die Regeln macht, sollte nicht bestimmen, ob sie eingehalten werden. Das wäre ja, als hätten wir einen König. „Und was schlägst du vor?, fragt Leon, während er sich den Dreck vom T-Shirt wischt. Selim denkt eine Weile nach. „Wie wäre es damit?, fragt er schlussendlich. „Leon gehört der Ball, also darf er sagen, wie damit gespielt werden soll. Leon und Sonja, ihr spielt Fussball und müsst euch an die Regeln halten. Ich bin der Schiedsrichter und kontrolliere, ob die Regeln eingehalten werden. 2. Schreibe in die Felder, wer die entsprechende Aufgabe übernommen hat. Regeln machen Regeln einhalten elk Verlag: Grundrechte und Demokratie – Argumentieren, debattieren, respektieren Regeln kontrollieren 26 Gewaltentrennung in der Schweiz Teil 2: Demokratie, Staat, Grundrechte, Wahlen In der Schweiz gibt es drei wichtige Gruppen, die zusammenarbeiten, damit das Land fair und gerecht bleibt. Diese drei Gruppen nennt man Gewalten. Sie teilen sich die Macht, damit niemand allein bestimmen kann. 1. Wie heissen die drei Gewalten? Halte einen Spiegel neben die Wörter. tlaweG ednebegzteseg 2. l w G d er ü s a tlaweG ehcilrethcir Lies die drei Texte. Welche der drei Gewalten ist gemeint? Schreibe die Titel aus Aufgabe 1 zu den passenden Texten. Diese Gewalt nennt man Legislative. Die Legislative überlegt sich, welche Regeln für das Land gut sind, und stimmt darüber ab. Die Legislative besteht aus dem Parlament, das sich aus Nationalrat und Ständerat zusammensetzt. Die Mitglieder dieser Räte werden vom Volk gewählt. Diese Gewalt nennt man Exekutive. Die Exekutive setzt die Regeln um, entscheidet und organisiert, wie das Land geführt wird. In der Schweiz ist die Exekutive der Bundesrat. Die Mitglieder des Bundesrates werden vom Parlament gewählt. Der Bundesrat arbeitet im Bundeshaus in Bern. Diese Gewalt nennt man Judikative. Die Judikative besteht aus Gerichten, welche überwachen, ob sich alle an die Gesetze halten. Wenn Menschen sich streiten, entscheidet die Judikative, wer recht hat und spricht Urteile aus. elk Verlag: Grundrechte und Demokratie – Argumentieren, debattieren, respektieren 27 Staat: Bundesrat und Parlament Teil 2: Demokratie, Staat, Grundrechte, Wahlen Das Schweizer Parlament ist eine Gruppe von Menschen, die wichtige Entscheidungen für unser Land trifft. Das Parlament besteht aus dem National- und dem Ständerat und wird vom Volk gewählt. Der Nationalrat hat 200 Mitglieder und der Ständerat 46. Die Parlamentsmitglieder beratschlagen sich über viele Themen und bestimmen über Gesetze und Abstimmungen. 1. a) b) Schau das Video über die Parlamentswahlen der Schweiz. Verwende einen Computer (Laptop, Tablet, Smartphone) und scanne mit der Kamera den QR-Code oder tippe elk.ag/Parlament in die Suchleiste deines Browsers ein. Notiere stichwortartig drei Dinge, die du aus dem Video gelernt hast. c) Wie heissen die National- und Ständeräte deines Kantons? Notiere. Der Bundesrat besteht aus sieben Personen, die zusammen das Land regieren. Sie werden vom Parlament gewählt und kommen aus verschiedenen Landesteilen der Schweiz und gehören verschiedenen Parteien an. Jedes Bundesratsmitglied ist für ein Departement zuständig. Die sieben MItglieder beratschlagen und bestimmen über Gesetze, über die Ausgaben des Staats und über die Zusammenarbeit der Schweiz mit anderen Ländern. 2. a) b) Schau das Video über den Bundesrat der Schweiz. Verwende einen Computer (Laptop, Tablet, Smartphone) und scanne mit der Kamera den QR-Code oder tippe elk.ag/Bundesrat in die Suchleiste deines Browsers ein. Notiere stichwortartig drei Dinge, die du aus dem Video gelernt hast. c) Wie heissen die sieben Bundesräte? Notiere. elk Verlag: Grundrechte und Demokratie – Argumentieren, debattieren, respektieren 28 Staat: Kanton und Gemeinde Teil 2: Demokratie, Staat, Grundrechte, Wahlen Die Schweiz wird nicht nur von Bern aus regiert. Sie ist in verschiedene politische Einheiten aufgeteilt. So gibt es die Untereinheiten Kanton und Gemeinde. Die Schweiz hat 26 Kantone und rund 2121 Gemeinden. Die Einheiten Bund, Kanton und Gemeinde nehmen verschiedene Aufgaben bei der Gesetzgebung und bei der Verwaltung der Schweiz ein. • Die Kantone sind eigenständig, ausser wenn ein Recht dem Bund übertragen ist. • Die Gemeinden sind eigenständig, ausser wenn ein Recht dem Kanton übertragen ist. 1. Notiere, in welchem Kanton und in welcher Gemeinde du lebst. Kanton: Gemeinde: Postleitzahl: 2. Jeder Kanton und jede Gemeinde hat ein eigenes Wappen. Finde heraus, wie die Wappen deiner Gemeinde und deines Kantons aussehen. Zeichne die Wappen in die Felder und schreibe sie an. 3. Welche Aufgaben übernimmt der Bund, welche der Kanton und welche die Gemeinde? Besprecht zu zweit und kreuzt eure Vermutung an. Abfallentsorgung Gesundheitswesen Nationalstrassennetz Strassenunterhalt Schulhäuser Landesverteidigung Alters- und Pflegeheim Abwassersystem Polizeiwesen Bund Bund Bund Bund Bund Bund Bund Bund Bund elk Verlag: Grundrechte und Demokratie – Argumentieren, debattieren, respektieren Kanton Kanton Kanton Kanton Kanton Kanton Kanton Kanton Kanton Gemeinde Gemeinde Gemeinde Gemeinde Gemeinde Gemeinde Gemeinde Gemeinde Gemeinde 29 Staat: Andere Länder Teil 2: Demokratie, Staat, Grundrechte, Wahlen Es gibt 195 Länder auf der Welt. Einige davon werden ähnlich regiert wie die Schweiz, andere unterscheiden sich komplett. 1. a) Lies die folgenden Behauptungen über andere Länder. Mach einen Haken hinter alle Sätze, die du für wahr hältst. • In der Europäischen Union gibt es 24 Amtssprachen. Alle Parlamentsdebatten und wichtigen Dokumente werden in alle diese Sprachen übersetzt. • In Island wurde die erste Frau weltweit zum Staatsoberhaupt eines Landes gewählt. • In einigen Ländern gibt es noch immer die Todesstrafe. • Die englische Königin Elizabeth II. war über 70 Jahre Königin. • In Mexiko darf das Staatsoberhaupt nur eine Amtszeit walten und kann nicht wiedergewählt werden. • Die japanische Monarchie besteht länger als jede andere Monarchie der Welt. • Das grösste Parlament der Welt ist in China. Es hat fast 3000 Delegierte, die allerdings nicht demokratisch gewählt sind. • Der kleinste Staat der Welt ist der Vatikan, ein Stadtstaat. • Die höchste Hauptstadt der Welt ist La Paz in Bolivien auf einer Höhe von etwa 3650 Metern. • In Alaska war der Kater „Stubbs fast 20 Jahre lang Ehrenbürgermeister. Er wurde in einer symbolischen Wahl gewählt, weil viele Wählerinnen und Wähler unzufrieden waren mit den menschlichen Kandidierenden. • In Australien besteht seit 1924 eine Wahlpflicht. Für Bürgerinnen und Bürger, die nicht wählen, gibt es Bussen. b) Besprecht eure Resultate zu zweit. Recherchiert bei Bedarf die Antworten. 2. Arbeitet zu zweit oder zu dritt. a) Legt eine Weltkarte auf den Boden. Wählt der Reihe nach ein Land und legt einen Stein auf die richtige Stelle. Recherchiert gemeinsam über diesen Staat. Notiert einen Fakt zur Regierung oder Regierungsform des Landes. b) Stellt eure Themen der Klasse vor. c) Notiere den Punkt, den du am interessantesten findest. elk Verlag: Grundrechte und Demokratie – Argumentieren, debattieren, respektieren 30 Grundwerte, Grundrechte Teil 2: Demokratie, Staat, Grundrechte, Wahlen Menschen haben persönliche Werte. Sie sind die Grundlage für ihr Verhalten und die Art des Zusammenlebens mit anderen Menschen. Werte können bewusst oder unbewusst sein. Auch Staaten und Länder fussen auf Werten. Man kann sie als Grundwerte bezeichnen, die der Grossteil der Menschen eines Staats miteinander teilen. Sie sollen das Zusammenleben regeln und Leitlinien bieten. In der Bundesverfassung der Schweiz sind diese Prinzipien als Grundrechte formuliert. Festgehalten sind zum Beispiel das „Recht auf Leben und persönliche Freiheit, das „Recht auf Glaubens- und Gewissensfreiheit, die „Medienfreiheit oder die „Rechtsgleichheit. 1. Lies die Auflistung von Werten. Kreuze alle Punkte an, die deiner Meinung nach zwingend für alle Menschen gelten sollten. • Die Meinung von jedem Menschen ist wichtig. • Niemand darf verletzt oder getötet werden. • Jeder Mensch ist gleich viel wert, unabhängig davon, wer seine Eltern sind oder welche Religion er hat. • Wer verletzt oder krank ist, soll von seinen Mitmenschen unterstützt werden. • Bei einem Streit muss ein Gericht ein faires Urteil fällen. Das Gericht darf nicht bestochen oder bedroht werden. • Jeder Mensch darf arbeiten und seinen Lohn behalten. • Tiere dürfen nicht gequält werden. • Wir tragen Sorge zur Umwelt. • Wir greifen kein anderes Land an. • Menschen, die sich nicht an Regeln halten, müssen bestraft werden. • Kinder sollen gleich behandelt werden wie Erwachsene. • Jedes Kind darf zur Schule gehen. 2. Vergleicht eure Ergebnisse zu zweit. Was ist gleich, wo gibt es Unterschiede? Schreibt eure Ergebnisse in ganzen Sätzen auf. elk Verlag: Grundrechte und Demokratie – Argumentieren, debattieren, respektieren 31 Grundwerte: Regeln und Strafen Teil 2: Demokratie, Staat, Grundrechte, Wahlen Als die Menschen sesshaft wurden, begannen sie vielerorts auf der Welt, gemeinsame Grundwerte festzuhalten. Sie vereinbarten Regeln und legten Strafen fest. So entstanden die ersten Gesetze. In unterschiedlichen Ländern gelten bis heute unterschiedliche Regeln, Gesetze oder Strafen. Teilt euch in Zweier- oder Dreiergruppen auf. Füllt die Lücken in der Tabelle. Achtet darauf, dass ihr euch sinnvolle und faire Regeln und Strafen ausdenkt. Grundwert Regel Strafe Wir tragen Sorge zur Umwelt. Wir werfen keinen Abfall auf den Boden. Einen Tag lang Abfall aufsammeln. Wir respektieren andere Menschen. Wir sind achtsam und respektvoll gegenüber Tieren. Wir unterstützen Menschen, die krank oder verletzt sind. Jeder Mensch darf seinen Lohn behalten. Alle Menschen verzichten auf Gewalt. Kinder dürfen zur Schule gehen. elk Verlag: Grundrechte und Demokratie – Argumentieren, debattieren, respektieren 32 elk Verlag: Grundrechte und Demokratie – Argumentieren, debattieren, respektieren Leider hast du keinen Schweizer Pass. Du hast eine geistige Beeinträchtigung und stehst unter einer Beistandschaft. Du bist noch nicht 18 Jahre alt. Ziel Du möchtest über ein nationales Gesetz abstimmen oder an den Wahlen für National- und Ständerat teilnehmen und die Stimm- und Wahlunterlagen ausfüllen. Achtung! Nicht alle Menschen, die in der Schweiz leben, dürfen wählen und abstimmen. Spielt das Würfelspiel zu zweit. Ihr braucht zwei Spielfiguren und einen Würfel. Kommt ihr auf ein Spezialfeld, müsst ihr zum Start zurückkehren. 2. Start Schaue dir die zwei Videos zum Stimm- und Wahlrecht in der Schweiz an. Verwende einen Computer (Laptop, Tablet, Smartphone) und scanne mit der Kamera die QR-Codes oder tippe elk.ag/Abstimmen1 und elk.ag/Abstimmen2 in die Suchleiste deines Browsers ein. 1. Auf zur Urne! Stimm- und Wahlrecht Teil 2: Demokratie, Staat, Grundrechte, Wahlen 33 Frauenstimmrecht Teil 2: Demokratie, Staat, Grundrechte, Wahlen Frauen durften in der Schweiz nicht immer wählen und abstimmen. Wusstest du das? Früher durften nur Männer mitbestimmen in der Politik. Eine lange Zeit kämpften viele Frauen schweizweit um ihr Recht, ebenfalls wählen zu dürfen. Erst 1971 beschlossen die wahlberechtigten Männer in der Schweiz, dass künftig alle erwachsenen Personen mit einem Schweizer Pass das Stimm- und Wahlrecht auf nationaler Ebene erhalten sollen – auch die Frauen. 1. Kennst du Frauen, die vor 1971 geboren wurden? Schreibe ihre Namen auf. 2. Verwende einen Computer (Laptop, Tablet, Smartphone). Tippe die Begriffe Frauenstimmrecht Nein Plakat in die Suchleiste des Browsers. Betrachte die Plakate. Mit solchen Plakaten wollten die Gegner das Frauenstimmrecht bekämpfen. Welche Gedanken fallen dir dazu ein? Notiere Stichworte. 3. Gestalte ein Plakat, mit welchem du für das Frauenstimmrecht wirbst. 4. In welchem Jahr wurde in deinem Wohnkanton das kantonale Frauenstimmrecht eingeführt? Bitte deine Eltern um Hilfe oder recherchiere im Internet. Kanton: elk Verlag: Grundrechte und Demokratie – Argumentieren, debattieren, respektieren Jahr: 34 Amt zu vergeben Teil 2: Demokratie, Staat, Grundrechte, Wahlen In eurer Klasse wird das Amt des Klassensprechers der Klassensprecherin vergeben. Diese Person soll verschiedene Aufgaben übernehmen. 1. a) Arbeitet zu zweit. Besprecht die Frage: Welche Aufgaben soll ein/-e Klassensprecher/-in in unserer Klasse übernehmen? Notiert mindestens drei Punkte. Klassensprecher Klassensprecherin Aufgaben: b) Stimmt in der Klasse über die Aufgaben ab. Notiert alle Aufgaben schriftlich, die mit einer Mehrheit angenommen werden. 2. Alle Schülerinnen und Schüler, welche das Amt des Klassensprechers gerne übernehmen würden, schreiben ihre Namen an die Tafel. Damit stellen sie sich offiziell zur Wahl. 3. Legt gemeinsam ein Datum für die Wahl fest. Das Datum sollte nicht zu weit in der Zukunft liegen, aber genügend Zeit für einen Wahlkampf bieten. Bis zu diesem Datum darf diskutiert, gestritten und Werbung gemacht werden. Malt Plakate, präsentiert eure Ideen oder überzeugt mit Argumenten. Wahldatum: 4. Am Wahltag schreibt jeder Schüler jede Schülerin anonym einen Namen auf einen Zettel und steckt ihn in eine Wahlurne. Eure Lehrperson zählt die Stimmen und nennt das Resultat. 5. Und nun? Wie lange soll der Klassensprecher die Klassensprecherin im Amt bleiben? Diskutiert über den Sinn einer Amtszeitbeschränkung. Haltet eure Entscheidung in einem Satz fest. elk Verlag: Grundrechte und Demokratie – Argumentieren, debattieren, respektieren 35 Freie Meinungsäusserung Teil 2: Demokratie, Staat, Grundrechte, Wahlen Die freie Meinungsäusserung ist ein Grundrecht einer modernen Demokratie und bei Wahlen und Abstimmungen sehr wichtig. Ohne diesen Grundsatz würden die Menschen nicht alle Argumente hören und vielleicht einseitig informiert werden. 1. 2. Um sich eine eigene Meinung zu bilden, muss man sich mit einem Thema auseinandersetzen. Schneidet die folgenden Lose aus und verteilt sie zufällig an die Schülerinnen und Schüler eurer Klasse. Recherchiert und überlegt euch fünf Minuten lang eure Meinung zu eurem Los. Findet dann die Person mit demselben Los und diskutiert. Wie lief eure Diskussion? Soll die Schule am Morgen um 9 Uhr starten? Dürfen Tiere in Käfigen gehalten werden? Sind Elefanten schöne Tiere? Gibt es Superhelden wirklich? Brauchen wir Schuluniformen? Soll Werbung für Zigaretten verboten werden? Gehören unhöfliche Men- Sollte Musik als Schulschen ins Gefängnis? fach gestrichen werden? Klingen Kuhglocken schön? Soll die Schule am Morgen um 9 Uhr starten? Dürfen Tiere in Käfigen gehalten werden? Sind Elefanten schöne Tiere? Gibt es Superhelden wirklich? Brauchen wir Schuluniformen? Soll Werbung für Zigaretten verboten werden? Gehören unhöfliche Men- Sollte Musik als Schulschen ins Gefängnis? fach gestrichen werden? Klingen Kuhglocken schön? Soll die Schule am Morgen um 9 Uhr starten? Sind Elefanten schöne Tiere? Dürfen Tiere in Käfigen gehalten werden? Abstimmungen und Wahlen finden in der Schweiz anonym statt. Anonym bedeutet, dass niemand weiss, wer was abgestimmt hat. Ahmt mit dem Spiel Murmel-Box eine anonyme Wahl nach. Spiel: Murmel-Box Die Lehrperson hat einen Schuhkarton mit einem herausgeschnittenen Loch. Sie stellt der Klasse eine Frage (z. B. Sollen wir in der nächsten Turnstunde Volleyball spielen?). Jedes Kind legt heimlich eine rote Murmel für Ja oder eine blaue Murmel für Nein in die Box. Die Farbe, die öfter vorkommt, gewinnt. Macht mehrere Spielrunden mit anderen Abstimmungsfragen. elk Verlag: Grundrechte und Demokratie – Argumentieren, debattieren, respektieren 36 Parteien Teil 2: Demokratie, Staat, Grundrechte, Wahlen Im schweizerischen Politiksystem gibt es verschiedene Parteien. Parteien sind Gruppen von Menschen, die ähnliche Werte und Ideen haben und sich für bestimmte Regeln und Veränderungen einsetzen. Den Parteien gehören Politikerinnen und Politiker an. Das sind Menschen, die sich beruflich oder in der Freizeit für Politik einsetzen. Die wählenden Menschen kennen die Politikerinnen und Politiker meistens nicht persönlich. Durch die Parteizugehörigkeit aber wissen sie ungefähr, wofür eine Politikerin oder ein Politiker einsteht. 1. Arbeitet zu zweit. Sucht im Internet nach Schweizer Parteien und zeichnet oder schreibt drei Logos oder Namen in die Fe