Arbeitsblatt: Übersicht Verhütungsmittel

Material-Details

Übersicht über die verbreitetsten Verhütungsmittel (Stand Okt. 2005). Gruppenarbeit durch Schüler; ev. Ungenauigkeiten bei Prozentangaben möglich.
Biologie
Fortpflanzung / Entwicklung
8. Schuljahr
8 Seiten

Statistik

2222
1609
67
10.10.2006

Autor/in

Rubin Markus
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Übersicht Verhütungsmittel Kondom Anwendung: Kondom erst überziehen, wenn der Penis erigiert, also hart ist. Dabei zuvor die Vorhaut zurückziehen, dann das Präservativ mit dem Reservoir nach aussen auf die Eichel setzen und zum unteren Ende des Penis hinab rollen. Wirkung: Durch das Material (Latex) des Kondoms wird verhindert, dass Spermien in einen fremden Körper kommen, um sowohl Schwangerschaften als auch die Ansteckung mit sexuell übertragbaren Krankheiten zu vermeiden. Sicherheit: Das Kondom liegt im Pearlindex bei 2-3 (entspricht 97%-98%). Vorteile: • Das Kondom ist das einzige Verhütungsmittel, das eine Ansteckung mit sexuell übertragbaren Krankheiten (beispielsweise AIDS, Tripper und Hepatitis B) weitgehend verhindert. Nachteile: • Kondome können als unangenehm empfunden werden, da sie den Hautkontakt verhindern und somit das Empfindungsvermögen herabsetzen. • Das Überziehen kann als Unterbrechung und als Störfaktor im Liebesspiel angesehen werden. • Vereinzelt treten auch Fälle von Latexallergien auf. Bei den betroffenen Allergikern kann der Einsatz von Kondomen zu unangenehmem Juckreiz führen. Welche weiteren Namen werden dafür verwendet? • Die Kondome werden auch Gummi, Pariser oder Präservativ genannt. Spirale Anwendung: Der beste Zeitpunkt um die Spirale einzusetzen ist das Ende der Menstruation oder die ersten Tage danach. Sie wird vom Frauenarzt eingesetzt. Wirkung: Spiralen sind T-förmige Stücke aus Kunststoff. Der Mittelteil ist mit Kupferdraht umwickelt und setzt eine geringe Menge Kupfer-Ionen frei. Dadurch kommt es zu einer Reaktion an der Gebärmutterschleimhaut und die Spermien werden abgetötet. Die Spirale ist ein Verhütungsmittel für längere Zeiträume. Sie schützt zwischen drei bis fünf Jahren, manchmal auch bis zu 8 Jahren vor Seite 1 ungewollten Schwangerschaften, weil sie verhindert, dass sich eine befruchtete Eizelle in die Gebärmutter einnistet. Sicherheit: Der Pearl-Index liegt zwischen 0,3 und 2,7 (entspricht 97.3% bis 99.7%). Vorteile: • Man braucht eine längere Zeit nicht an Verhütung zu denken. Nachteile: • Häufig wird die Spirale in den ersten beiden Anwendungsmonaten ausgestossen. • Beim Einsetzen können Verletzungen auftreten. Viele Frauen leiden unter stärkeren und längeren Monatsblutungen. • Sie schützt keines Wegs von AIDS und anderen Erkrankungen. • Pille Anwendung: Nach dem ersten Tag nach der Regelblutung muss man die Pille jeden Tag einnehmen und man muss das 28 Tage lang machen, aber die letzten 7 Tage haben keine Wirkung mehr. Wirkung: Durch die Zuführung von synthetischen Gestagenen und Östrogenen wird im Blut eine so hohe Konzentration dieser beiden Hormone erreicht, dass die Hypophyse dadurch in die Irre geführt wird und glaubt, die Frau sei schwanger. Als Folge davon wird der Eisprung verhindert. Sicherheit: Der Pearlindex der Pille liegt bei 0.1 bis 0.9 (entspricht 99.1%-99.9%). Sie ist deshalb für junge Frauen, die auf keinen Fall schwanger werden wollen, besonders geeignet. Bei falscher Anwendung kann der Pearlindex bis auf 2 ansteigen. Durchfall in den ersten 3 Stunden nach Einnahme kann die Sicherheit stark beeinträchtigen. Vorteile: • Die Pille schützt sehr zuverlässig vor einer Schwangerschaft. Nachteile: • Der Blutdruck kann steigen. Was kann die Pille nicht verhindern? Die Pille kann Geschlechtskrankheiten wie z.B. AIDS nicht verhindern. Welche Methode funktioniert ähnlich? Vaginalring Seite 2 Diaphragma/Muttermundkappe Was ist es? Das Diaphragma ist ein biegsamer Ring, der mit einer Gummimembran überspannt ist. Die Frau muss in frühestens zwei Stunden oder unmittelbar vor dem Geschlechtsverkehr einsetzen und darf in frühestens acht Stunden danach wieder herausnehmen Anwendung: Es wird vor dem Geschlechtsverkehr auf der Innenseite mit samenabtötender Creme oder samenabtötendem Gel bestrichen und auf den Gebärmuttermund gesetzt, so dass die Samenzellen nicht in die Gebärmutter gelangen können. Nach dem Geschlechtsverkehr muss das Diaphragma noch ungefähr acht Stunden an seinem Platz bleiben. Das ist wichtig, damit alle Samenzellen abgetötet werden, bevor Sie das Diaphragma entfernen. Nach dem Herausnehmen kann das Diaphragma einfach mit klarem Wasser abgewaschen werden. Man sollte es sauber, trocken und dunkel in einem kleinen Kästchen aufbewahren. Vor der Wiederverwendung sollte es auf Risse und Löcher untersucht werden. Sicherheit: Der Pearl-Index liegt nach unterschiedlichen Studien bei 2 bis 7 (entspricht 93%-98%). Die Sicherheit hängt vor allem von einer guten Beratung und einer korrekten Anpassung ab, und natürlich davon, dass das Diaphragma konsequent und richtig angewendet wird. Wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, ist die Sicherheit hoch. Chemische Verhütungsmittel Anwendung: Crèmes, Gel, Schaum oder Zäpfchen müssen ca.10 Minuten vor dem sexuellen Kontakt in die Scheide eingeführt werden. Anders als Tabletten, die geschluckt werden müssen. Ihre Wirkung hält ungefähr eine Stunde an. Bei jedem erneuten Geschlechtsverkehr, auch wenn er innerhalb dieser Stunde stattfindet, muss das Mittel erneut aufgetragen werden. Wirkung: Sie können Spermien abtöten oder bewegungsunfähig machen und zusätzlich eine Barriere gegen die Spermien bilden. Sicherheit: Pearl-Index zwischen 9 und 25 (entspricht 75%-91%). Seite 3 Vorteile: Die Mittel wirken nur in der Scheide und gehen nicht in den Blutkreislauf. Sie sind zudem auch leicht anzuwenden. Sie sind jederzeit einsetzbar und belasten den Körper nicht dauerhaft. Nachteile: Beeinträchtigung des spontanen Sexualverhaltens. Sie können Brennen in der Scheide und/oder am Penis verursachen. Es kann auch zu allergischen Reaktionen kommen. Starke Hitzeentwicklung bei einigen Schaumzäpfchen. Manche Crèmes riechen schlecht. Femidom Anwendung: Das Femidom erweckt bei vielen Nutzerinnen anfängliche Skepsis. Man soll sich Zeit nehmen, sich an das Femidom zu gewöhnen, falls man diese Barrieremethode verwenden möchte. Nachdem das Femidom ausgepackt wurde, wird es mit dem inneren Ring in die Scheide eingeführt. Es sitzt erst richtig, wenn nur noch der äussere Ring ausserhalb der Scheide ist. Wirkung: Durch das Material (Kunststoff Polyurethan) des Kondoms wird verhindert, dass Spermien in einen fremden Körper kommen, um sowohl Schwangerschaften als auch die Ansteckung mit sexuell übertragbaren Krankheiten zu vermeiden. Sicherheit: Wie auch bei anderen Verhütungsmittel gehen die Angaben auch beim Femidom weit auseinander. Der Pearl-Index liegt bei 2-25 (entspricht 75% bis 98%). Damit liegt die Sicherheit deutlich unter der des Kondoms für den Mann. Vorteile: Es ist das einzige empfängnisverhütende Mittel für die Frau, welches auch Schutz gegen sexuell übertragbare Krankheiten bietet. Aufgrund des Schutzes über die äusseren Schamlippen ist die Frau besser vor Geschlechtskrankheiten geschützt als bei einem männlichen Kondom. Es kann auch von Personen mit Latexallergien verwendet werden und ist ausserdem stärker als Latex. Es unterbricht den Sex nicht, es verlangt keinen steifen Penis und es verlangt kein Zurückziehen, solange der Penis noch nicht ganz schlaff ist. Nachteile: Es ist teurer als ein herkömmliches Kondom und wird nicht in so vielen Geschäften verkauft, wodurch es auch schwerer zu finden ist. Zu Beginn kann es unbehaglich und schwierig sein, es einzuführen. Die Frau muss dafür hinaus behilflich sein, den Penis in das Femidom einzuführen. Seite 4 Natürliche Verhütungsmethoden Was ist damit gemeint? Damit ist gemeint, dass keine chemischen Verhütungsmittel in Frage kommen. Die Anwendung wird nur mit dem Körper gemacht und man muss den Körper gut kennen und beherrschen. Welche Tatsachen werden dabei ausgenützt? Dass man nicht befruchtungsfähig ist und dass die Körpertemperatur beim Eisprung ansteigt. immer Kalendermethode Die Frau führt einen Menstruationskalender, in dem die Zyklustage aufgezeichnet werden. Als ein Zyklus wird dabei der Zeitraum vom ersten Tag einer Monatsblutung bis zum letzten Tag vor der nächsten Blutung bezeichnet. Sicherheit: Pearl-Index: 15 bis 38 (entspricht 62%-98%). Die Temperaturmethode gilt als unsicheres Verhütungsverfahren. Vorteile: keine Chemie, gratis Nachteile: Es gibt viele Gründe für aussergewöhnliche Zyklusschwankungen: Stress, Ortsveränderungen, umweltbedingte Faktoren, Erkrankungen. Temperaturmethode Anwendung: Die Messung der Körpertemperatur gibt Aufschluss über die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage der Frau. Durch die Bildung des Gelbkörperhormons steigt die Körpertemperatur leicht an. Eine Frau ist nicht befruchtbar, wenn 6 Tage lang die Temperatur niedrig und dann 3 Tage die Temperatur um mindestens 0,2 Grad höher liegt. Ab diesem Zeitpunkt, bis zur Regelblutung ist die Frau nicht befruchtbar. Ganz wichtig ist bei dieser Methode, dass täglich vor dem Aufstehen im Bett gemessen wird. Grundsätzlich sollten die Zeit, das Thermometer und die Stelle an der gemessen wird, immer gleich sein. Sicherheit: Die Temperaturmethode allein ist kein sehr Verhütungsverfahren, weil die Unsicherheitsfaktoren sehr gross sind. sicheres Vorteile: Keine Nebenwirkungen Nachteile: Extrem sorgfältige und regelmäßige Messung ist notwendig, die die Kontrolle und Zyklusbuchführung nicht ersetzt. Seite 5 Koitus interruptus Anwendung: Ejakulation ausserhalb der Scheide. Bei dieser Art der Verhütung verlässt der Mann die Scheide kurz vor seinem Orgasmus. Daher ist bei dem Samenerguss ausserhalb der Frau darauf zu achten, dass kein Samen in die Nähe der Scheide gelangen auch nicht über die Hände. Sicherheit: Pearl-Index 25 bis 38 (entspricht 62%-75%). Nachteile: Vor dem eigentlichen Samenerguss gibt der Mann unbemerkt und unkontrolliert geringe Menge Flüssigkeit mit befruchtungsfähigem Samen ab. Diese Flüssigkeit wird auch als Liebes-tröpfchen bezeichnet. Samen, die an die weiblichen Schleimhäute gelangen, reichen bereits für eine Schwangerschaft aus. Es gibt auch psychische Nebenwirkungen. Schleimstrukturmethode Bei der Schleimstrukturmethode wird jeden Tag der Schleim des Muttermunds oder des Scheidenganges untersucht. Der Schleim muss immer von der gleichen Stelle genommen werden, das ist wichtig, sonst kann man die Beschaffenheit nicht miteinander vergleichen. Nicht fruchtbar ist die Frau, wenn der Scheideneingang trocken ist. Leicht fruchtbar: Der Schleim ist zäh und klebrig und behält auch beim Ziehen die Form. Fruchtbar: Die Schleimproduktion führt zu einem feuchten Scheidengang. Der Schleim ist weiss bis gelb. Sehr fruchtbar: Der Schleim ist spinnbar und zieht klare Fäden. Sterilisation Sterilisation der Frau Beschreibung: Eileiter werden durchtrennt, Operation mit Vollnarkose Sicherheit: Pearl-Index 0.2 bis 0.3 (entspricht 99.7% bis 99.8%). Zu beachten: Schwieriger als beim Mann, nicht vor dem 35. Lebensjahr zu empfehlen Seite 6 Vorteil: Hohe Sicherheit, Hormonproduktion, Sexualtrieb und Menstruation verändern sich nicht Nachteil: Schwer rückgängig zu machen Kosten: zwischen 500 und 2500 Franken; die Kosten für die Sterilisation werden normalerweise von der Krankenkasse übernommen, aber das rückgängig machen nicht. Sterilisation des Mannes Beschreibung: Durchtrennung der Samenleiter, Operation bei örtlicher Betäubung. Sicherheit: Pearl-Index 0.1 (entspricht 99.9%). Vorteile: Hohe Sicherheit, Hormonproduktion, Sexualtrieb und Erektion verändert sich nicht Nachteile: Schwer rückgängig zu machen Zu beachten: Risikoärmer als bei der Frau, nicht vor dem 35. Lebensjahr Kosten: zwischen 500 und 2500 Franken; die Kosten für die Sterilisation werden normalerweise von der Krankenkasse übernommen aber das rückgängig machen nicht. weitere Verhütungsmittel Vaginalring Anwendung: Der Vaginalring wird in die Scheide eingeführt und gibt Hormone ab. Sicherheit: Der Pearlindex beträgt 0,65 (entspricht 99,35%). Vorteile: Wenn man erbricht, verliert der Vaginalring nicht an Wirkung. Nachteile: Er kann Kopfschmerzen, Übelkeit, Jucken und Stimmungsschwankungen verursachen. Ausserdem wird der Ring beim Verkehr von beiden Partnern gespürt. Hormonpflaster Anwendung: Es wird am Bauch, Gesäss oder am Unterarm angeklebt. Wenn es sich löst, muss man ein neues ankleben. Nicht mit Klebeband fixieren! Seite 7 Vorteile: Wie beim Vaginalring beeinflusst Erbrechen nicht die Wirkung des Pflasters. Nachteile: Manchmal können Hautreizungen auftreten Sicherheit: Der Pearlindex liegt bei 0.88 (entspricht 99.12%). Das Hormonabgebende Intra-Uterin-System (IUS) Anwendung: Es wird in die Gebärmutter eingesetzt, wo sich die Wirkung der Hormone entfalten kann. Dadurch wird bewirkt, dass der Schleimpfropf sich verdickt und die Spermien nicht durchkommen Sicherheit: Der Pearlindex liegt bei 0.1, (also 99.9%). Nachteile: Es schützt nicht vor Geschlechtskrankheiten Die Dreimonatsspritze Anwendung: Die Spritze wird alle drei Monate vom Arzt in die Gesässmuskeln indiziert und verhindert Schwangerschaften indem sie den Eisprung hemmt und auf die Gebärmutterschleimhaut und den Schleimpfropf wirkt Vorteile: Erbrechen beeinflusst nicht die Wirkung der Spritze Nachteile: Es kann passieren dass die Regelblutung aussetzt Sicherheit: Sie ist eine sichere Methode die in den der Monaten einen grossen Schutz vor Schwangerschaft bringt Das Hormonstäbchen Anwendung: Das Stäbchen wird vom Arzt an einer guten Stelle eingesetzt und muss nach drei Jahren ersetzt werden. Es enthält Hormone, welche dafür Sorgen, dass der Eisprung gehemmt wird und sich der Schleimpfropfen verdickt Sicherheit: Das Stäbchen bietet eine sichere Verhütung. Vorteile: Sichere Verhütung während drei Jahren. Nachteile: Es kann sein, dass die Regelblutung länger oder kürzer geht, es können Gewichtszunahmen einsetzen und es treten häufig Kopfschmerzen auf. Seite 8