Arbeitsblatt: Woher kamen die Indianer?

Material-Details

Thema: Indianer
Deutsch
Lesefertigkeit
8. Schuljahr
1 Seiten

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1829
31
17.10.2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Woher kamen die Indianer ?? Bevor die Weissen nach Amerika kamen, lebten dort ausschliesslich Indianer. Das weiss jedes Kind. Wann und wie aber hatten die ersten Menschen den Kontinent besiedelt? Das wissen nicht einmal die Forscher trotz aufschlussreicher Funde und plausibler Theorien. Als Christoph Kolumbus 1492 die ersten Eingeborenen auf der Insel Hispaniola sah, konnte er fast nicht glauben, dass diese fremdartig aussehenden Wesen Menschen waren. Erst Papst Julius II. erklärte die Indianer der Neuen Welt zwanzig Jahre später für Nachkommen Adams und Evas. Doch damit war für die Europäer ein Problem entstanden: Wie kamen diese Menschen in die Neue Welt, wenn sie als Nachkommen des ersten Menschenpaares eigentlich aus der Alten stammten? Verschiedene Lösungsvorschläge wurden gemacht: Sie konnten Verirrte sein, die sich einst am Bau des bilblischen Turms zu Babel beteiligt hatten oder einfach nur Seeleute, die weit vom Kurs abgekommen waren. Im fortschrittlichen 19. Jahrhundert begegnete der berühmte Naturforscher Charles Darwin an der Südspitze Argentiniens den Feuerländern. Und reagierte mit beinahe der gleichen Voreingenommenheit wie einst Kolumbus: Die Indianer beherrschten nach seiner Ansicht nur unvollkommen eine menschliche Sprache und jede Religion sei ihnen fremd. Der italienische Paläontologe Florentino Amaghino meinte sogar, die Ureinwohner Amerikas seien durch eine eigene Schöpfung unabhängig von den Menschen der Alten Welt entstanden. Andere Forscher vermuteten, die Indianer könnten Überlebende des versunkenen Kontinents Atlantis sein. Erst in unserem Jahrhundert haben Wissenschaftler Methoden entwickelt, die einen realistischeren Blick auf die Geschichte der Indianer erlauben. Dennoch bleibt manches im Unklaren. Als Kolumbus 1492 in der Neuen Welt den Anker auswarf, lebten schätzungsweise 12 Millionen Menschen in Nord- und Südamerika, vielleicht sogar erheblich mehr. Sie redeten etwa 2200 unterschiedliche Sprachen, allein in Nordamerika mehr als 500, die Ureinwohner lebten in eben so vielen Stämmen. Wie sollte man alle Verbindungen und Unterschiede erkennen? Die gängigste Theorie lautet seit einigen Jahrzehnten: Die Vorfahren der Indianer wanderten vor rund 12.000 bis 15.000 Jahren aus Asien in das heutige Alaska ein. Dies sei möglich gewesen, weil damals Riesengletscher große Teile von Kanada und die nördlichen Vereinigten Staaten bedeckten. Weil es auf dem Land so viel Eis gab, lag der Meeresspiegel im Vergleich zu heute etwa 100 Meter tiefer. Die Beringstrasse, der Wasserweg zwischen Sibirien und Alaska, war Festland geworden. Tiere und ihre Jäger wanderten von Asien aus nach Osten und gerieten so auf den anderen Kontinent. Dort gab es viel zu essen und viel Platz in einem menschenleeren Land. Später zogen die Einwanderer allmählich bis zur Südspitze von Südamerika.