Arbeitsblatt: Raumplanung

Material-Details

Fachliche Grundlagen der Raumordnung mit Aufgabenstellung, Teil 1
Geographie
Deutschland
12. Schuljahr
1 Seiten

Statistik

23472
2440
2
12.08.2008

Autor/in

albra (Spitzname)
Land: Deutschland
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Raumordnung – Fachliche Grundlagen 1 Ek 13 RP Aufgabe: Fassen Sie die Kernaussagen des Textes auf der Folie zusammen und bereiten Sie sich auf die Präsentation vor dem Kurs vor! Die Raumforschung erkundet die Zusammenhänge im „Lebensraum. Dazu müssen verschiedene Disziplinen herangezogen werden: Geographie, Geologie und Geoökologie, Meteorologie, die Bevölkerungs-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften und, wegen der vielen Konflikte, die Rechtswissenschaften. In Deutschland dient das System der laufenden Raumbeobachtung durch das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) dazu, die strukturelle Entwicklung aller Regionen zu erfassen, um so die wissenschaftlichen Grundlagen für raumordnerische Maßnahmen bereitzustellen. Landesplanung ist die Anwendung der Raumforschungsergebnisse innerhalb eines Bundeslandes. Sozialräumliche Ansprüche Wenn die Raumordnung Planung für den Menschen sein will, muss den sozialen Kriterien der Raumforschung besondere Bedeutung zukommen. Hinweise geben Untersuchungen des Bevölkerungsverhaltens (bei Einkauf, Freizeit, Verkehrsmitteln und -richtungen etc.) sowie die Wohn-, Arbeitsplatz- und Freizeitvorstellungen der Bevölkerung. Dazu werden Daten in den großen und aufwändigen Volkszählungen gesammelt (Makrozensus, alle 10 Jahre oder seltener mit umfassender Datenerhebung; Mikrozensus, Stichproben, Hochrechnungen und mit eingeschränktem Untersuchungsbereich) sowie in zahlreichen Erhebungen auf Fach-, Regions- oder Gemeindeebene. Daneben bedient sich die Raumforschung der empirischen Sozialforschung (z.B. Befragung und Umfrage). Im Vordergrund stehen Untersuchungen von Bevölkerungsverteilung und -veränderung, von Alters- und Berufsstruktur, von Bevölkerungsmobilität und örtlichen/regionalen Wanderungsgewinnen oder -verlusten. Dabei befasst man sich nicht nur mit den derzeitigen Verhältnissen, sondern auch mit den Wünschen und längerfristigen Absichten der Bevölkerung. Ein Beispiel dafür ist der Vergleich der Wunschwohnorte mit den tatsächlichen Verhältnissen. Allerdings zeigen sich merkliche Unterschiede innerhalb der Groß- und Kernstädte zwischen den alten und den neuen Bundesländern. Im Osten ist der Umzugswunsch ins Umland viel stärker. Zwar bedeuten solche Wünsche noch nicht unmittelbar, dass ein Umzug konkret geplant ist. Die Raumforschung aber gewinnt aus solchen Untersuchungen Hinweise, welche Wanderungen in Zukunft möglicherweise zu erwarten sind mit entsprechenden Auswirkungen auf die Raumstruktur. Das Infrastrukturmodell spiegelt sozialräumliche Ansprüche an die Erreichbarkeit von Einrichtungen wider. Je nach sozialer Gruppe können andere Prioritäten gesetzt sein. Wird ein Denkmodell dieser Art auf bestehende Wohn- oder Industriestandorte angewandt, so zeigt sich häufig genug, dass auch solch nahe liegenden Infrastrukturvorstellungen nicht realisiert werden. Bereits diese Sachverhalte zeigen prinzipielle Widersprüche in der Nutzung des Raums: Einerseits geht es um die freie Entfaltung der Persönlichkeit oder eines Wirtschaftsunternehmens, die sich den Lebensraum entsprechend den eigenen Wünschen gestalten möchten. Andererseits aber geht es um die Interessen der Nachbarn, der Allgemeinheit. Hat Gemeinwohl Vorrang vor den Individualinteressen, Naturerhaltung Vorrang vor den Freizeitwünschen Einzelner und nachhaltige Mobilität Vieler vor dem Mobilitätskomfort Weniger?