Arbeitsblatt: Spiele mit dem Luftwurm

Material-Details

Stichworte: Kreativität, erfinden, Sensorik, Feinmotorik, Koordination "Spiele mit dem Luftwurm" beinhaltet das Erfinden von Bewegungsspielen mit einem mit Luft gefüllten Bratschlauch. Dieser eignet sich wegen seiner genialen Flugeigenschaften hervorragend um die Kinder selber Bewegungsspiel (Flug- und Laufspiele) selber mit dem Spielgerät zu erfinden. Eine meiner wunderbarsten Unterrichtsstunden als Sportlehrer.
Bewegung / Sport
Bewegung
3. Schuljahr
17 Seiten

Statistik

25500
1092
4
16.09.2008

Autor/in

Niko Götz
Land: Deutschland
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

STAATLICHES E I A (GHS) MANNHEIM Zweiter beratender Unterrichtsbesuch im Fach Sport Unterrichtsentwurf zum Thema: Spiele mit dem „Luftwurm Klasse: 3a Schule: Theodor-Heuss-Schule Oftersheim Datum: 20. Oktober 2000 Verfasser: Niko Götz Mentorin: Frau Moser Lehrbeauftragte: Frau Edinger INHALT 1. BEDINGUNGSANALYSE 3 1.1 Klassengefüge und Lernvoraussetzung . 3 2. SACHANALYSE 4 3. DIDAKTISCH-METHODISCHE ANALYSE 6 4. FORDERUNG DES BILDUNGSPLANS 8 5. LERNZIELE . 9 6. 5.1 Grobziel der Stunde 9 5.2 Feinziele der Stunde 9 ABLAUF DER STUNDE 10 6.1 Aufwärmen/Einstimmen . 10 6.2 Hauptteil: Spielen mit dem „Luftschlauch . 12 6.3 Aufräumen der „Luftschläuche Gemeinsamer Abschluss 13 7. VERLAUFSPLAN 14 8. LITERATURANGABEN UND MATERIAL . 15 3 1. Bedingungsanalyse 1.1 Klassengefüge und Lernvoraussetzung Die Klasse 3a der Theodor-Heuss-Grundschule in Oftersheim besteht aus 11 Jungen und 7 Mädchen im Alter von acht und neun Jahren. Es besitzen 17 Schüler die deutsche und ein Schüler (Bryan) die asiatische Staatsangehörigkeit. Bryan spricht und versteht die deutsche Sprache ohne Probleme. Als auffälligen Schüler möchte ich Johann nennen, der in diesem Schuljahr neben Bryan und Sabrina neu in die Klasse gekommen ist. Er hat meiner Beobachtung nach Schwierigkeiten, sich in die Klassengemeinschaft einzufügen und distanziert sich auch räumlich sichtbar von der Klasse. Bryan und Sabrina hingegen haben sehr schnell Anschluss an ihre Klassenkameraden gefunden. Ich konnte beobachten, dass Johann während Besprechungen im Klassenkreis sich zuerst sehr zögerlich dazu gesellt und wenn er sich schließlich dazu entschlossen hat, bei der Gruppe Platz zu nehmen, tut er dies am äußeren Rand der Gruppe mit ein, zwei Meter Distanz zu seinen MitschülerInnen. Mein Eindruck ist, dass es ihm mehr und mehr leichter fällt, sich auf seine MitschülerInnen und seine neues Umfeld Schule einzulassen. Hier bietet der Sportunterricht sehr gute Möglichkeiten, Johann bei der Integration in die Klasse zu unterstützen. Möglichst offen gehaltene Bewegungsaufgaben die in Gruppen- oder Partnerarbeit, ein gemeinsames Erproben und Erfinden von Lösungen erfordert, unterstützen diesen Integrationsprozess. Hierbei sind die Kinder gefordert, sich auf ihre MitschülerInnen einzulassen und erfahren dabei, dass sie ein Teil der Klassengemeinschaft sind. Kim trägt an beiden Ohren ein Hörgerät, was meiner Beobachtung nach keinerlei negativen Einfluss auf deren Hörverstehen und motorische Fähigkeiten nimmt. Die gesamte Klasse ist sehr bewegungsfreudig, geht gerne in den Sportunterricht und wenn es einmal Unruhe gibt, dann würde ich diese als „kreative Unruhe bezeichnen. Dieser natürlichen Neugierde für Bewegung möchte ich Möglichkeiten im Sportunterricht bieten, in denen experimentiert, gestaltet und selbst erfunden werden kann. 4 2. Sachanalyse Der Einsatz eines Bratschlauchs im Sportunterricht klingt vorerst überraschend, da einem die Eigenschaften diese Folienschlauchs nicht bekannt sind. Es wäre auch ein Einsatz von üblichen Luftballons möglich, doch lösen diese in ihrer Spiel- und Einsatzmöglichkeit dagegen weniger Erstaunen aus, hat doch dieses Spiel- und Übungsgerät längst Einzug in den Sportunterricht gehalten und sich etabliert. Bei dem Bratschlauch (ich nenne ihn „Luftschlauch) handelt es sich um einen Luftballon in Walzenform, der zu vergleichbaren Spiel- und Einsatzmöglichkeiten eines Luftballons einlädt und darüber hinaus zu besonderen Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten aufgrund seiner Größe, Form und Flugeigenschaften herausfordert. Die besondere Bedeutung erfährt der Luftschlauch durch seine spezifischen Eigenschaften, welche die Kinder auf vielfältige Weise ansprechen und durch diverse Einsatzmöglichkeiten, die eine enorme Bandbreite darstellen. Die physikalischen Eigenschaften des Luftschlauchs verlangen im Umgang fein dosierten Krafteinsatz, behutsame Anpassung der Bewegungen, schnelle Reaktionen, Aufmerksamkeit der Bewegungen, gute Koordination, aber auch konditionelle Fähigkeiten im Bereich der Schnelligkeit und der Ausdauer. Einen Luftschlauch wirft, schlägt, transportiert, stellt usw. man nicht auf eine bestimmte Art und Weise, sondern ist völlig unvorbelastet in seiner Handhabung. Deshalb fordert dieser Lerngegenstand die Phantasie, Kreativität und Spontaneität der Kinder in hohem Maße, aufgrund seines enormen Motivationscharakters. Der Umgang mit dem Luftschlauch mit einem Partner oder in der Gruppe fordert die Interaktion und die Kommunikation in hohem Maße. Der behutsame Umgang, den das Spielgerät erfordert, verlangt eine gute Abstimmung zwischen dem oder den Partner(n). 5 Die Herstellung des Spielgerätes: Handelsübliche Bratschläuche werden auf eine Länge von ca. 1,5 zugeschnitten. An einem Ende wird der Schlauch verknotet. Durch die Öffnung am anderen Ende wird Luft eingefangen, danach wird auch diese mit einer Kabelbinde verschlossen. Das Füllen mit Luft geschieht folgendermaßen: Ein Kind läuft durch die Halle und hält die Öffnung des Schlauches so, dass Luft hineinströmen kann. Ist der Schlauch ziemlich mit Luft gefüllt, so kommt das Kind zum Lehrer zurück, der nun den Luftschlauch mit dem Mund weiter aufbläst, bis er prall gespannt ist. Dann dreht er das Ende ab und verschließt das Ende mit einer Kabelbinde. Dieser Verschluss, wird durch abtrennen mit einer Schere geöffnet Der Bratschlauch verliert dabei zwar minimal an Länge, kann jedoch öfter wiederverwendet werden. 6 3. Didaktisch-methodische Analyse Der experimentelle Gebrauch von Gegenständen macht diese zu Objekten. Ihre motorische Erkundung führt zu gegenständlichen Erfahrungen. Die pädagogisch bedeutende Frage ist, wie der Erwerb solcher Erfahrungen unterstützt werden kann. Diese sollten möglichst selbst gemacht werden. Gerade das unterscheidet sie von fremder Belehrung. Erfahrungen zu ermöglichen heißt nichts anderes, als Umstände zu schaffen, Gelegenheiten zu bieten, Situationen zu gestalten, in denen bestimmte Erfahrungen gemacht werden können. Der spielerische und experimentierende Umgang mit Gegenständen und Materialien kann als kindgerechte Erkundung von Objekten bezeichnet werden. Dies dient als Grundlage für die sachgerechte Einübung der Beherrschung von Geräten. Die Objekterkundung wird somit zu einer wichtigen Vor- bzw. Zwischenstufe für das Erlangen von Gerätbeherrschung. Die allzu frühe Festlegung auf normierte Bewegungen an Sportgeräten stellt jedoch eine Verengung der Bewegungsentwicklung der Kinder dar. Der Erfindergeist, der Spieltrieb und die individuelle Gestaltungsfähigkeit des Kindes werden dadurch in vorgeprägte Bahnen gelenkt und der Prozess der eigenständigen Auseinandersetzung mit den vielfältigen Anregungen, die Geräte bieten, bleibt ausgeschlossen. Mehrperspektivisches Denken wird gefördert, wenn Möglichkeiten geboten werden, unterschiedliche Materialien und Gegenständen aus ihrem ursprünglichen Bedeutungszusammenhang herauszureißen, um mit ihnen zu experimentieren und zu gestalten. Mehrperspektivisches Denken wird verhindert, wenn mit normierten Geräten und Gegenständen normierte Bewegungen vorgegeben werden. Um dieser Vorgeprägtheit im Umgang mit Geräten aus dem Weg zu gehen, hat sich der Einsatz von Materialien und Gegenständen aus der Alltagswelt bewährt. Das Kind wächst in seinen Möglichkeiten, Bewegungen zu erfinden und zu gestalten. Es verbessert sein Bewegungskönnen und gewinnt dabei ein Stück Selbstvertrauen und Sicherheit. 7 In diesem Unterricht steht die Kreativität, die Phantasie und die Spontaneität der SchülerInnen im Vordergrund, der Unterricht ist prozessorientiert. Dies dient dazu, die Selbständigkeit, Selbstverantwortung und Selbstverwirklichung der Schüler anzustreben. Das Lernen in dieser Stunde erfolgt auf induktivem Weg. Dennoch muss ich Lernvorschläge bereithalten, falls die Kinder nach einiger Zeit keine Ideen mehr haben. Hier gilt es, das Entwickeln und/oder Ausführen von Spielideen behutsam anzuregen. 8 4. Forderung des Bildungsplans Der Grundschulbildungsplan enthält vier Erfahrungs- und Lernbereiche, die für den Sportunterricht vorgegeben sind. Zwei Erfahrungs- und Lernbereiche, der Erfahrungs- und Lernbereich 1: „SPIELEN – SPIEL INDIVIDUALERFAHRUNGEN UND ERFAHRUNGEN MIT DEM PARTNER UND DER GRUPPE und der Erfahrungs- und Lernbereich 2: „SICH BEWEGEN MIT UND OHNE HANDGERÄT, sind Bereiche, die indieser Stunde aufgegriffen werden. Der Grundschulbildungsplan verlangt im Erfahrungs- und Lernbereich 1, dass den Kindern ermöglicht wird, eigene Spielideen zu erfinden und zu entwickeln. Auf Individualerfahrungen und Erfahrungen mit dem Partner und der Gruppe wird ausdrücklich hingewiesen. Im Erfahrungs- und Lernbereich 2 wird noch einmal auf die Bedeutung der Individualerfahrungen, der Erfahrungen mit dem Partner und der Gruppe hingewiesen, in denen die Vielfalt der Bewegungs- und Erfahrungenmöglichkeiten mit Kleingeräten im Vordergrund steht. Forderungen des Bildungsplans, die in diesem Unterricht erfüllt werden. 9 5. Lernziele 5.1 Grobziel der Stunde Die Kinder sollen ein neues Spielgerät erkunden. Sie sollen dabei Spiele alleine, mit Partner und in Gruppen erfinden. 5.2 Feinziele der Stunde Motorischer Lernzielbereich (mZ): mZ1 Die SchülerInnen sammeln vielfältige Bewegungserfahrungen mit einem neuen Spielgerät. mZ2 Die Kinder sollen ihre koordinativen Fähigkeiten mittels des Luftschlauches verbessern. mZ3 Die SchülerInnen sollen ihre Bewegungen den physikalischen Eigenschaften des Luftschlauches anpassen. Affektiver Lernzielbereich (aZ): aZ1 Die SchülerInnen sollen Freude und Spaß am Spielen und an der Bewegung mit dem Luftschlauch haben. aZ2 Die Kinder sollen ihren Ideenreichtum, ihre Phantasie und ihre Kreativität entwickeln. Sozialer und kognitiver Lernzielbereich (skZ): skZ1 Die Kinder sollen im Umgang mit deren MitschülerInnen Rücksichtnahme und Zusammenarbeit üben und Ideen anderer respektieren und tolerieren. skZ2 Die Kinder sollen sich auf ihre(n) Partner einlassen und mit ihm/ihnen kooperieren. skZ3 Die SchülerInnen sollen Ordnungsregeln einhalten. skZ4 Die SchülerInnen sollen selbständig Spielideen entwickeln. skZ1 Die Kinder sollen ihre Spielfähigkeit mit dem Luftschlauch verbessern. 10 6. Ablauf der Stunde Donnerstag: Vorbereitungen für die Stunde am Freitag. Herstellung des Spielgeräts. Die Vorbereitung für diese Stunde wurde von den Kindern mitgetragen. In der Sportstunde am Tag zuvor erfolgte die Herstellung der Luftschläuche. Während die Klasse selbständig ein Spiel durchführt, erstelle ich immer mit drei bis vier Kindern, die von der Spielgruppe weggeholt werden, die Luftschläuche. Diese Kinder laufen gleichzeitig in der Halle umher und füllen die Luftschläuche mit Luft. Ich übernehme die Luftschläuche, blase sie prall auf, verschließe das Ende mit einem Plastikfolienverschluss und stelle sie senkrecht in die offenen Kästen ab. Nachdem für jedes Kind ein Luftschlauch und drei weitere Ersatzluftschläuche bereit stehen, ist die Vorbereitung abgeschlossen. Die Organisation, die für diese Vorgehensweise erforderlich ist, erfordert es, dass die Kinder in einem Teil der Halle ohne Mithilfe des Lehrers spielen. Auswahlkriterium für dieses Spiel ist die Ortsbindung. Ballspiele eignen sich keinenfalls. Das Spiel „Komm mit – Lauf weg! oder das Seilspiel im Kreis „Hexentanz würden sich hier eignen. Ich entschied mich für das Spiel „Komm mit – Lauf weg! mit Variationen wie „Hüpf mit – Krabbel mit!, welches die Kinder kennen und fähig sind, ohne mein Mitwirken zu spielen. 6.1 Aufwärmen/Einstimmen 1. Aufwärmen Freies Spiel – offener Beginn (nur kurze Zeit) Der Beginn der Stunde entspricht dem natürlichen Bewegungsdrang der Kinder. Die Kinder, die sich schnell umgezogenen haben, erhalten in der Halle die Möglichkeit, ohne meine Mitwirkung, sich mit dem Sprungseil zu betätigen. Die Kinder haben sich mit mir auf bestimmte Verhaltensregeln während dieser Phase geeinigt, die wir bei einem gemeinsamen Gespräch aufgestellt haben. Diese Verhaltensregeln sind Voraussetzung dafür, dass vor dem offiziellen Beginn der Sportstunde, ohne meine Mitwirkung, Spiele mit dem Sprungseil gespielt werden dürfen. 11 Die Verhaltensregeln: „Ich streite nicht um Geräte (Seil,.). „Ich nehmen Rücksicht auf andere Kinder. „Ich nehme mich auch mal zurück und höre den anderen Kindern zu. Während die SchülerInnen sich mit dem Sprungseil alleine, zu zweit oder in der Gruppe beschäftigen, bleibt mir die Möglichkeit die Luftschläuche, welche ich in offenen Kästen aufbewahre, noch einmal zu überprüfen und bereitzustellen. 2. Offizielles Begrüßen Einstimmen Obwohl die Kinder bereits Kontakt mit dem Spielgerät gehabt haben, gehe ich davon aus, dass die Motivation bei den Kindern, sich mit dem Luftschlauch auseinanderzusetzen, sehr hoch ist. Die Kinder erfahren von mir, dass es sich hier um ein neues Sport- und Spielgerät handelt. Es liegt nun an den SchülerInnen, zuerst dem Spielgerät einen Namen zu geben und dann zu erforschen, welche Spiele mit dem Spielgerät alleine, zu zweit als auch in der Gruppe gespielt werden können. Dann erkläre ich die Klasse 3a offiziell als Spieleerfinder. Dies halte ich auf einem Plakat fest: Die Klasse 3a erfindet Spiele mit dem „ Alternativer Stundenbeginn: Handelt es sich um eine Doppelstunde, würde ich die oben beschriebene Vorbereitung an den Anfang dieser Doppelstunde setzen. Eine Alternative zu dieser Stunde wäre gewesen, wenn die Schüler mit dem original verpackten „Bratschlauch aufgefordert worden wären, sich Spiele zu zweit zu überlegen. Die Kinder hätten so nach und nach den Gegenstand in seiner Ganzheit erfahren können und dessen Entwicklung im wahrsten Sinne des Wortes vornehmen können. Ich habe mich, hauptsächlich aus Zeitgründen und zum anderen aufgrund der noch fehlenden Erfahrung mit diesem Gegenstand als Spielgerät gegen diese Vorgehensweise entschieden. 12 6.2 Hauptteil: Spielen mit dem „Luftschlauch 1. Experimentierphase: Alleine mit dem „Luftschlauch spielen. Nun wird das neue Gerät alleine erspielt. Die besonderen Flugeigenschaften, das lautlose Schweben dieses Gerätes sollen in dieser Phase erfahren werden können. Vor dieser Phase ist eine ganz wichtige Regel vorzugeben: „Nicht zu stark auf den Luftschlauch schlagen. Ich mache den Kindern einsichtig, dass zu großer Druck auf den Luftschlauch bewirkt, dass dieser nicht mehr prall genug bleibt und damit viele seiner Spielmöglichkeiten verliert. Wie gewohnt, werden am Ende einer Spielphase besondere Lösungen herausgestellt und gegebenenfalls nachgespielt. Erst danach wird von den Kindern eine neue Aufgabe, in Form einer 2. Experimentierphase, verlangt. 2. Experimentierphase: Zu zweit mit dem „Luftschlauch spielen. Es ist denkbar, dass durch die affektive und emotionale Erregung der Kinder das Miteinander diesmal noch nicht gelingen kann. Wenn nämlich der Sättigungsgrad beim Alleinspielen noch nicht erreicht ist, kann es für manche Kinder eine verfrühte Forderung sein, miteinander zu spielen. Erfahrungen, die ich in dieser Klasse beim Spiel mit Teppichfliesen gemacht habe. Im Prinzip verläuft diese Phase wie die 1. Experimentierphase. 3. Experimentierphase: In der selbstgewählten Sozialform (alleine, mit einem Partner oder in der Gruppe) mit dem „Luftschlauch spielen. Die Kinder sind es gewohnt, je nach Interesse und Bereitschaft sich für einen oder für mehrere Partner zu entscheiden. Um dem Einfallsreichtum, der Spontaneität und der Kreativität unterstützende Voraussetzungen zu bieten, überlasse ich hier den Kindern die Entscheidung, ob sie wieder alleine, zu zweit oder mehreren mit dem „Luftschlauch weiter experimentieren. Auch hier werden besondere Lösungen herausgestellt und gegebenenfalls nachgestellt. Nach dieser 3. Experimentierphase wird im gemeinsamen Gespräch über die entdeckten Spielmöglichkeiten der Kinder gesprochen. Ich schlage den Kindern vor, in der anschließenden HuS-Stunde bei ihrem Klassenlehrer Herrn Heiss die entwickelten Spiele schriftlich und/oder bildlich 13 festzuhalten und eine Art Spielanleitung zu entwerfen. Dies habe ich bereits mit Herrn Heiss besprochen. Mit Hilfe der Aufzeichnungen der erfundenen Spiele, werde ich in der Folgestunde einzelne Spielvorschläge herausgreifen und vertiefen. 6.3 Aufräumen der „Luftschläuche Gemeinsamer Abschluss Da wir in der Folgestunde Spiele mit dem „Luftschlauch vertiefen werden, stellen die SchülerInnen den „Luftschlauch im Kleingeräteraum ab. Falls die Zeit es noch zulässt spielen wir gemeinsam im Kreis ein Abschlussspiel mit einem normalen „Luftschlauch oder dem „Riesenluftschlauch. Diese Phase dient nach den verschiedenen Experimentierphasen als gemeinsamer, aktiver Abschluss der Stunde. Hier lassen wir gemeinsam den „Riesenluftschlauch wie eine Rakete steigen. Ist die Unterrichtszeit zu Ende, verabschiede ich die Kinder, die sich dann zum Umkleiden begeben. Einen „Luftschlauch und das Plakat nehmen zwei Schüler in die anschließende HuS-Stunde bei ihrem Klassenlehrer Herrn Heiss mit. 14 7. Zeit Verlaufsplan Unterrichtsphase Teilziele Material (Seite 9) 8.258.35 Aufwärmen/ Einstimmen Offener Beginn der Stunde Spiele mit dem Sprungseil 8.358.40 Offizielle Begrüßung/ Einstimmen Gespräch und Organisation der Unterrichtsstunde Verlauf, Impulse, Aufgaben, Regeln Freies Spielen mit dem Sprungseil (nur kurze Zeit): skZ1 skZ2 skZ3 Hinweise zur Vermittlung Es sind Sprungseilspiele allein, zu zweit oder in Gruppen möglich Während des Freien Spiels können sich die schnell umgezogenen Schüler aktiv betätigen, bis alle Kinder umgezogen in der Halle sind. Die Kinder erfahren ihre Funktion als Spieleerfinder. Dem neuen Spielgerät wird ein Name gegeben. Vorgegebene feste Regel: „Nicht auf den Luftschlauch schlagen. 8.408.45 Hauptteil: 1. Experimentierphase Alleine mit dem Luftschlauch spielen 193 Luftschläuche Alleine mit dem Luftschlauch spielen: mZ1 mZ2 mZ3 az1 az2 8.458.50 2. Experimentierphase Zu zweit mit dem Luftschlauch spielen 8.509.00 3. Experimentierphase Alleine, mit Partner oder in der Gruppe mit dem Luftschlauch spielen 9.009.07 Aufräumen der Luftschläuche/ GemeinsamerAbschluss Evtl. Riesenluftschlauch skz1 skZ3 skZ4 skz5 skZ2 Die Aufgabenstellung erfolgt nach induktiver Vorgehensweise: -Kinder finden Spielformen/Lösungen -Kinder stellen ihre Lösungen vor -die übrigen Kinder spielen das nach -noch einmal die schönsten Spiele nach freier Wahl durchführen lassen Zu zweit mit dem Luftschlauch spielen Vorgehensweise wie in der 1. Experimentierphase. Alleine, mit Partner oder in der Gruppe mit dem Luftschlauch spielen Vorgehensweise wie in der 1. Experimentierphase. Besprechung/Reflexion weiteres vorgehen Aufräumen der Luftschläuche/Gemeinsamer Abschluss Jedes Kind löst den Plastikverschluss und rollt den Luftschlauch, wie von mir demonstriert auf. Danach schließt eine gemeinsame Spielphase im Kreis mit dem Riesenluftschlauch die Stunde ab. Es kann durchaus sein, dass ich nach induktivem Beginn, bei Mangel an Spielideen der Kinder deduktiv weiterarbeiten muss. Mein Bestreben ist jedoch nach Möglichkeit, immer wieder zur induktiven Vorgehensweise zurüchzukehren. 15 8. Literaturangaben und Material BILDUNGSPLAN für die Grund- und Hauptschule Baden-Württemberg. Lehrplanheft 1/1994. Neckar-Verlag, Villingen-Schwenningen 1994. GLÜCKSMANN, INGRID; RÖSLER RUDOLF: Stundenblätter Sport und Spiel in der Grundschule, Klett, Stuttgart 1991. SCHERLER, K.: Geräte und Objekte. In: Zeitschrift Sportpädagogik 1/1986. Material: MELITTA TOPPITS, Bratschlauch extrabreit; 3 Meter länge; 31 cm breit. Kabelbinden Papierbogen und Stift 2/3 Kästen ohne Deckel