Arbeitsblatt: Geschichte des Gegenteils

Material-Details

In einer kurzen Geschichte wird der Begriff "Gegenteil" erklärt. Im Anschluss an die Geschichte kann das beigefügte Arbeitsblatt ausgefüllt werden.
Deutsch
Wortschatz
2. Schuljahr
4 Seiten

Statistik

340
2444
61
13.04.2007

Autor/in

Simone Iseli

3006 Bern

Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Die Geschichte des Gegenteils Es waren einmal zwei Länder, Normalien und Gegenteiligen. In Normalien gingen die Leute vorwärts und sagten die Dinge genau so, wie sie sie meinten. Aber in Gegenteiligen gingen die Leute rückwärts und sagten immer das Gegenteil von dem, was sie meinten. Im Winter sagten die Leute in Normalien: Brrrr, ist das kalt heute!, aber in Gegenteiligen sagten sie: Aaaah, ist das warm heute!. Sie fanden auch, im Winter sei es viel zu hell, dabei war es viel zu dunkel. Eines Tages trafen sich an der Grenze der Prinz von Normalien und die Prinzessin von Gegenteiligen – es war Liebe auf den ersten Blick. Aber als sie anfingen, zusammen zu reden, verstanden sie sich nicht. Die Prinzessin sagte zum Prinzen: Wenn ich dich sehe, fühle ich mich traurig!, dabei meinte sie das Gegenteil. Der Prinz erwiderte: Aber wenn ich dich sehe, fühle ich mich fröhlich!, was dann die Prinzessin nicht verstand. Beide wussten nicht, ob sie richtig oder falsch miteinander sprachen. Sie konnten sich aber mit den Händen darauf einigen, dass ihre Eltern zusammen reden sollten. Eine Woche später besuchte das Königspaar von Normalien den Palast von Gegenteiligen. Sie brachten einen grossen Karren voll Geschenke mit. Als der König von Gegenteiligen das sah, rief er aus: Oooh nein, so wenig Geschenke! König Hans von Normalien fand das doch etwas frech und sagte: Also, ich finde das ganz schön viel!, worauf ihn König Snah von Gegenteiligen verwundert ansah. Sie begrüssten sich endlich, und König Snah sagte zur Königin Sina von Normalien: Ich finde Ihr Kleid echt schwach!. Zuerst wurde sie wütend, aber dann dachte sie: Eigentlich meint er ja, das Kleid sei stark. und lächelte. Sie sagte dann zur Königin Anis von Gegenteiligen: Ich hatte nicht gedacht, dass Sie so jung und hübsch sind!. Anis wurde wütend und erwiderte: Und ich hatte mir nicht vorgestellt, dass Sie so dünn sind! und war ganz erstaunt, als Königin Sina sie anlächelte. Dick war Sina gewiss nicht, aber sie fand es trotzdem ein schönes Kompliment. So ging das Gespräch weiter, wurde mal laut, mal leise, je nachdem, wie gut sich die Königspaare verstanden. Zum Glück konnten sie sich aber zum Schluss darauf einigen, dass der Prinz und die Prinzessin heiraten durften. König Snah sagte: Und dafür machen wir ein gaaaanz kleines Fest!, worauf Hans erwiderte: Also, unser Land ist reich, wir können euch sicher helfen. Snah meinte schliesslich: Kein Problem, wir können alles nicht bezahlen. Hans fragte sich, wie beide Länder zusammen ein grosses Fest machen könnten, obwohl sie sich nicht verstanden, aber dann dachte er, König Snah werde das schon regeln. Er hoffte einfach, dass es an diesem Tag nicht regnen würde, denn ein nasser Prinz und eine trockene Prinzessin würden nicht schön aussehen. Ein paar Monate später feierten dann alle Bewohner von Normalien und Gegenteiligen im Schloss von König Snah ein Riesenfest. Da die beiden Könige verstanden hatten, dass es schwierig ist, zusammen zu reden, wenn man nicht das Gleiche sagt, einigten sie sich darauf, dass aus beiden Ländern zusammen ein Land werden sollte, mit Snah als König, aber mit Hans als Sprachkönig. Drum lernten von da an die Kinder, das zu sagen, was sie meinten – und nicht das Gegenteil. Und wenn sie nicht gestorben sind... Suche das Gegenteil nass richtig hell wenig viel schwach falsch trocken fröhlich dunkel stark traurig dick gross warm laut eckig