Arbeitsblatt: Datumsgrenze Infos
Material-Details
Informationen zur Datumsgrenze
Geographie
Kartographie / Gradnetz
7. Schuljahr
2 Seiten
Statistik
36589
731
12
12.03.2009
Autor/in
big (Spitzname)
Land: Schweiz
Registriert vor 2006
Textauszüge aus dem Inhalt:
Die Datumsgrenze Die feste Datumsgrenze ist eine gedachte Linie auf der Erdoberfläche, an deren westlicher Seite jedes Datum auf der Erdkugel zuerst in Erscheinung tritt. In Folge dessen wird nach ihrer Überquerung in östliche Richtung das Datum des vorherigen Tages vorgefunden und bei Überquerung in westlicher Richtung entsprechend der nächste Tag. Diese Grenze verläuft seit dem Jahre 1845 ungefähr entlang des 180. Längengrads. Fährt man also von Japan nach Amerika (Wechsel von Ost zu Westlänge), so muss man dasselbe Datum zweimal zählen, umgekehrt muss man einen Tag wegfallen lassen. Auf Schiffen führt man den Wechsel meistens um Mitternacht aus, so dass man, wenn man etwa am 1. August die Datumslinie passiert, bei Fahrtrichtung Amerika den neuen Tag wieder als 1. August bezeichnet, umgekehrt bei Fahrtrichtung Japan aber zu dem neuen Tag sogleich 3. August sagen muss, denn ein Tag, der 2. August, muss ja ausfallen. Notwendigkeit der festen Datumsgrenze Die Welt ist in 24 Zeitzonen unterteilt, ausgehend vom NullMeridian von Greenwich. Da die Erde in 360 Längengrade eingeteilt ist, entspricht eine Zeitzone theoretisch einem Bereich von 15 Längengraden. Schreitet man nun vom NullMeridian ausgehend in Richtung Osten vorwärts, wird es immer später – man verliert gewissermassen Zeit; nach 180 Längengraden ist man so um 12 Stunden in der Zeit vorangerückt. Begeht man die gleiche Reise Richtung Westen, gewinnt man Zeit hinzu. Nach 180 Längengraden hat man so 12 Stunden Zeit gewonnen. Die Differenz zwischen diesen beiden „Zeitreisen beträgt nun also am 180. Längengrad 24 Stunden, also genau einen Tag. Man kann sich auch folgendes vorstellen: Bei einer 24stündigen Reise westwärts um die Erde müsste man nach jeder Stunde die Uhr um eine Stunde zurückstellen. Nach Ankunft am Ausgangspunkt wäre exakt wieder der Zeitpunkt der Abreise – und das ist unmöglich. Also muss man irgendwo auf der Welt einen Sprung um 24 Stunden nach vorne machen. Bei einer Reise ostwärts gilt das Gleiche, ohne einen Sprung um 24 Stunden zurück, wäre man nach der 24stündigen Reise erst 48 Stunden nach Abreise angekommen. Da es nicht möglich ist, in der Zeit immer weiter voran oder zurück zu reisen, wurde entlang des 180. Längengrades die Datumsgrenze festgelegt. Beim Überschreiten dieser Grenze Richtung Westen wird der ganze Zeitgewinn, den man bis dahin erhielt, in einen Zeitverlust der gleichen Höhe umgewandelt – man verliert einen Tag. Beim Überschreiten in Richtung Osten dagegen wird der aufgelaufene Zeitverlust in einen Zeitgewinn umgewandelt, man gewinnt einen Tag hinzu. Kuriositäten entlang der Datumsgrenze Der 180. Längengrad verläuft zwar überwiegend durch Gewässer – deswegen wurde er auch als Datumsgrenze bestimmt. Wo er jedoch übers Land verläuft, bringt er als Datumsgrenze verwaltungstechnisch Probleme mit sich. Aus diesem Grund wurde die Datumsgrenze bereits mehrfach „ausgebeult, um ein einheitliches Datum innerhalb eines Staates zu garantieren. So verläuft die Datumsgrenze statt über die zu Russland gehörende Tschuktschenhalbinsel weiter östlich durch die Beringstrasse. Die etwas weiter südlich liegenden AlëutenInseln – Hoheitsgebiet der USA – werden dagegen westlich von der Datumsgrenze umlaufen. Auch einige neuseeländische Inseln sorgten dafür, dass die Datumsgrenze auf der Südhalbkugel leicht in Richtung Osten verschoben wurde. Lange Zeit war der mikronesische Inselstaat Kiribati, dessen winzige Eilande sich über mehrere Millionen Quadratkilometer Pazifik verteilen, durch die Datumsgrenze geteilt, was zunächst kein grosses Problem darstellte. Im Zuge der Entwicklung des Staates aber war auch hier eine Festlegung auf ein Datum nötig. So entschied sich Kiribati, dass es komplett westlich der Datumsgrenze liegen sollte. Dies führte zur bisher stärksten Verschiebung der Datumsgrenze Richtung Osten, die am 1. Januar 1995 aktiv wurde. Die Anpassung führte dazu, dass das östlichste Eiland Kiribatis offiziell der erste Teil der Welt war, der das Jahr 2000 als erster begrüssen konnte. Werbeträchtig wurde diese Insel daher in „Millennium Island (deutsch etwa Jahrtausendwendeinsel) umbenannt. Quasi einen ganzen Tag in der Geschichte übersprungen haben die Philippinen. Da sie von 1898 bis 1946 eine Kolonie der USA waren, „tickten sie daher nach deren Datum. Mit der Unabhängigkeit aber entschloss man sich, den asiatischen Nachbarstaaten vom Datum her gleichzuziehen und übersprang somit die Datumsgrenze Richtung Westen, verlor also einen Tag. Quelle: www.wikipedia.de