Arbeitsblatt: Infos zu Camille Saint-Saens und Karneval der Tiere

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Die Infos können beim gemeinsamen Hören dieses Programmmusikstückes gebraucht werden (Kurzer Lebenslauf und Beschreibung des Werkes)
Musik
Anderes Thema
5. Schuljahr
4 Seiten

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21.03.2009

Autor/in

Gaby Walther
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Camille SaintSaëns Camille SaintSaëns Charles Camille SaintSaëns [ʃaʀl kamij sɛsɑ s] (* 9. Oktober 1835 in Paris; † 16. Dezember 1921 in Algier) war ein französischer Pianist, Organist, Musikwissenschaftler, Musikpädagoge und Komponist. Er wurde vor allem durch seine „große zoologische Fantasie Karneval der Tiere und die Oper Samson et Dalila bekannt. Karneval der Tiere Den „Karneval der Tiere („Le carnaval des animaux) mit dem Untertitel „Grande fantaisie zoologique komponierte Camille SaintSaëns im Januar 1886 in einem kleinen österreichischen Dorf. Hier verarbeitete er in nur in wenigen Tagen frühe Skizzen zum Carnaval, die aus einer Zeit stammten, als er noch als Klavierlehrer tätig war (1861/65). Die Gelegenheit, das Werk jetzt niederzuschreiben, war ein Konzert, das der damals bekannte Cellist CharlesJoseph Lebouc alljährlich am Fastnachtsdienstag gab. Am 9. März 1886 wurde der „Karneval der Tiere, mit Camille SaintSaëns und Louis Diémer als Pianisten, erstmals aufgeführt. Das Werk für Kammerorchester mochte er aber dann doch nicht veröffentlichen, fürchtete er doch um seinen Ruf. Denn abgesehen davon, dass er in den Stücken allerlei Tierrufe durch die Instrumente imitierte, hatte er zudem mehrere seiner Berufskollegen (Jacques Offenbach bei den „Schildkröten und Berlioz beim „Elefant(en)) veralbert. Auch Rossini bleibt nicht verschont, indem eine seiner Arien unter den Fossilien parodiert erscheint. Die waren zwar zu dem Zeitpunkt schon tot und hätten es ihm nicht verübeln können, gleichwohl mochte Saint Saëns niemanden und demnach auch deren Bewunderer nicht verärgern. So erschien das Werk bei seinem Verleger Jacques Durand erst nach seinem Tode (16. Dezember 1921) und die erste postume Wiedergeburt des Werkes fand zur Karnevalszeit am 25. Februar 1922 unter der Leitung von Gabriel Pierné in Paris statt. Die Orchesterbesetzung: Flöte (Pikkoloflöte in Nr. 14), Klarinette, Glasharmonika, Xylophon, Klavier I, Klavier II, 1. Violine, 2. Violine, Viola, Violoncello und Kontrabass. Der „Karneval der Tiere gehört zum Genre der Programmmusik. • • Die „Introduction et marche royale du Lion (Introduktion und königlicher Marsch des Löwen) stellt den Einzug der Tiere in eine Arena dar, im Mittelplatz ist mehrfach deutlich der „König der Tiere, nämlich der Löwe zu vernehmen, der mit raunendem Grollen sein Maul aufreißt. Instrumente: Klavier I, Klavier II, Streicher • „Poules et coqs (Hühner und Hähne) Instrumente: Klarinette in B, Klavier I, Klavier II, 1. Violine, 2. Violine, Viola. Tierporträt: Tierstimmen der Hühnervögel werden durch die Streichinstrumente vorgestellt. Wildes „Gezeter lässt den Gedanken an eine Schar pickender und streitender Hühner zu. Das „Gackern der Hühner imitieren die Streicher, das „Kikeriki der Hähne die Klaviere und die Klarinette. • „Hémiones (Animaux veloces), Halbesel (schnelle Tiere) Instrumente: Klavier I, Klavier II. Tierporträt: Von der Schnelligkeit der Steppentiere Die Darstellung bezieht sich in ihrem Wesen auf Fluchttiere (wie Gazellen, Zebras etc.). Die hierzu durch die Klaviere intonierten Läufe werden in rasendem Tempo über 4 Oktaven präsentiert. Sie lassen so ein Bild von der Schnelligkeit der Steppentiere entstehen. • „Tortues (Schildkröten) Die Instrumente: Klavier I, Streicher Tierporträt: Von der Langsamkeit der Kriechtiere. Parodie I: „La,la,la,la,la, partons, marchons! Parodie II: „Ce bal est original dun galop infernal! aus Orpheus in der Unterwelt von Jacques Offenbach. Dieses Stück ist eine der erwähnten Veralberungen eines Komponisten, die Saint Saëns sich leistete. Grundlage für dieses Stück ist der bekannte CanCan, zu dessen wilder Musik die Tänzerinnen kreischend und juchzend ihre Beine so weit hochreißen, dass der Zuschauer Einblick unter ihre Röcke erhält. Bei den „Tortues gewinnt der Zuhörer den Eindruck, das Stück von Offenbach sei der Zeitlupe zum Opfer gefallen. Dreimal langsamer (und damit müde und schleppend) wird der CanCan, der ehemalig schnellste Tanz der Welt, von den Streichinstrumenten unisono präsentiert • „LElephant (der Elefant) Instrumente: Klavier II, Kontrabass Tierporträt: Dressurakt in der Arena Parodie: Danse des sylphes aus Fausts Verdammung von Hector Berlioz, außerdem eine Anspielung auf das Scherzo aus Mendelssohns Musik zum Sommernachtstraum. Hier nimmt SaintSaëns gleich den nächsten Berufskollegen aufs Korn: Hector Berlioz. Der Elefant versucht sich an dem aus Fausts Verdammnis entnommenen Elfentanz („Danse des Sylphes). Die Musik hierzu ist von SaintSaëns zur Plattitüde verfremdet worden und der trägt dazu bei, dass die Darbietung des Tanzes trampelig und unbeholfen daherkommt. Das größte lebende Landsäugetier wird hier von dem Kontrabass, dem größten und tiefsten Streichinstrument des Orchesters vorgestellt. • • „Kangourous (Kängurus), Instrumente: Klavier und Klavier II Tierporträt: Hüpfende Fortbewegung der Beuteltiere. Die Kangourous werden von den zwei Klavieren vorgestellt und sind in ihrer hüpfenden Art unschwer zu erkennen. Sie bewegen sich abwechselnd fort. Ihre Sprünge beginnen langsam und werden immer schneller ,bis sie schließlich ihr Tempo wieder verlangsamen. • „Aquarium (Das Aquarium) Instrumente: Flöte, Glasharmonika, Klavier I, Klavier II (una corda), Violine I, Violine II, Viola und Violoncello (con sordino). Die hier eingesetzte Glasharmonika ist ein idiophones Friktionsinstrument, dessen feiner ätherischer Klang durch Reiben der Glasschalen mit wassergenetzten Fingerkuppen entsteht. Zurzeit Camille SaintSaëns hatte das Instrument seine Hochblüte längst überschritten und war wegen seines geringen Klangvolumens aus der Mode gekommen. Und dennoch hatte Camille SaintSaens es in seine Instrumentation mit einbezogen. Tierporträt: Zierfische Ein Stimmungsbild. Die Bewegungen in der Musik und die perlenden Läufe der Klaviere gemahnen an ein sich sanft bewegendes Wasser mit von der Glasharmonika „gemalten, aufsteigenden Luftblasen. • „Personnages à longues oreilles (Persönlichkeiten mit langen Ohren) Instrumente: Violine I, Violine II Tierporträt: Tierstimmen Mit diesem Titel sind Esel gemeint. Der typische Eselsschrei, das langgezogene „I aah, wird von den Violinen präsentiert. • „Le coucou au fond des bois (Der Kuckuck in der Tiefe des Waldes) Instrumente: Klarinette in (dans la coulisse), Klavier I, Klavier II Tierporträt: Kuckucksruf aus der Ferne Ein Stimmungsbild. Die ruhige Musik steht für die Atmosphäre eines unbelebten Waldes, aus der Ferne ist immer wieder der Ruf des Kuckucks (Klarinette) zu vernehmen. • „Voliere (Das Vogelhaus) Instrumente: Flöte, Klavier I, Klavier II, Streicher Tierporträt: Vogelstimmen Ganz anders präsentiert sich die Volière. Lebhaft geht es in dem Vogelkäfig zu, ein Stück, das ganz auf die Querflöte zugeschnitten ist, die ein fröhliches Vogelgezwitscher imitiert: schnelle, ausgeschriebene Trillerketten, Akkordbrechungen und chromatische Läufe ahmen das Fliegen und Flattern der kleinen Vogelhausbewohner nach. Die Klaviere mit ihren kurzen Tonrepetitionen, chromatischen Läufen, Vorschlägen und Trillern in hohen Lagen imitieren den Gesang exotischer Vögel. Das Tremolo der hohen Streicher vermittelt ein ständiges Schwirren in der Luft; nur die Celli und Bässe mit ihren Pizzicati sorgen für etwas Ruhe. • „Pianistes (Pianisten) Instrumente: Klavier I, Klavier II, Streicher Tierporträt: Pianisten Dass Tiere „Pianistes sind, ist eine interessante, aber anhand des präsentierten • Stücks nachvollziehbare Erfahrung. Denn nicht nur Tiere in Tiergärten locken Jahr für Jahr viele Neugierige an, sondern auch Musikanten verstehen sich darauf, mit ihrer Musik immer wieder ihr Publikum anzuziehen. SaintSaëns, der selbst ein hervorragender Pianist war und zahlreiche anspruchsvolle Klavierwerke sowie fünf Klavierkonzerte komponiert hatte, lässt hier die zwei Klavierspieler, die an einer an Czerny denkende KlavierEtüde ihre Fingerfertigkeiten beweisen wollen, Tonleitern exerzieren. Nach anfänglichem „Warmspielen bringen sie nunmehr ihre Etüde mit Begleitung der Streicher bravouriös zu Ende, Applaus. • „Fossiles (Fossilien) Instrumente: Klarinette in B, Xylophon, Klavier I, Klavier II, Streicher Ein kurioses Instrument ist auch hier das Xylophon. Zur Entstehungszeit des Karnevals (1886) war es im Orchester noch längst nicht etabliert. Tierporträt: versteinerte Tiere Diese sind bekanntlich eigentlich nur Abdrücke von Knochen im Gestein. SaintSaëns lässt gleichwohl die Knochen klappern, intoniert von einem Xylophon, dessen wirbelnde Melodie auf den Hartholzstäben den Eindruck von tanzenden Knochentieren beschwört. Das GebeinMotiv hierzu stammt aus dem „Danse Macabre, ebenfalls von SaintSaëns, es wird von den Holzbläsern und dem Xylophon gespielt. Das Motiv des Todes, das Aufspielen zum Tanz, wird jedoch in erster Linie von der SoloVioline intoniert. Des Weiteren benutzt er die schon im 18. Jahrhundert bekannte Melodie des Kinderliedes „Ah! vous diraije maman, dessen Anfangstakte Mozart zum Thema seiner 12 Klaviervariationen (KV 265) inspirierte. Das Stück Fossiles, in Rondoform, schnell und lächerlich gespielt, besteht aus einer Reihe von Zitaten. • „Le Cygne (der Schwan) Instrumente: Violoncello, Klavier I, Klavier II Tierporträt: weißer Wasservogel Ein Stimmungsbild. Es ist das einzige Stück aus dem „Karneval der Tiere, zu dem Camille SaintSaëns zu seinen Lebzeiten gestanden hat. Ein prachtvoller Schwan gleitet auf einem See dahin. Der Größe und Schönheit des Tieres angemessen, wird die Romanze vom Violoncello in seiner tenoralen Stimmlage gespielt. • „Final (Finale) Instrumente: Pikkoloflöte, Klarinette in C, Glasharmonika, Xylophon, Klavier I, Klavier II, Streicher Mit dem Finale schließt sich der Kreis der Tierporträts. Wie schon in der Introduction des Königsmarsches eröffnen die Klaviere, diesmal unterstützt von der Pikkoloflöte, der Klarinette, der Glasharmonika und dem Xylophon, mit einem brillanten Tremolo das Finale. Nach 10 Takten münden die Einleitungstakte in einem sehr schnellen Galopp. Hier treten die Tiere noch einmal zusammen auf. Wer genau hinhört, kann erkennen, dass fast alle der präsentierten Tiere noch einmal einen kurzen Auftritt haben.