Arbeitsblatt: Frankreich - ist Einkaufen im Ausland billiger?

Material-Details

Aktueller Text, begleitend zum Text im Geobuch von Klett
Geographie
Europa
7. Schuljahr
1 Seiten

Statistik

3762
1255
17
14.01.2007

Autor/in

Claudia Hug


Land: andere Länder
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Ist Einkaufen im Ausland günstiger? Ein Kassensturz-Vergleich zeigt: 17 von 20 Markenprodukten sind in der Schweiz trotz Aktion teurer als in Deutschland. Landauf, landab, Woche für Woche locken die Detailhändler ihre Kunden mit allerlei Aktionen. (.) Laut Ökonomieprofessor Reiner Eichenberger von der Universität Freiburg haben diese Aktionen jedoch einen Haken: Die Läden müssen Werbemittel versenden, sie müssen dauernd die Preise neu anschreiben, und das kostet alles sehr viel. Aktionsstrategien sind sehr viel teurer als Tiefpreisstrategien, und natürlich schlagen die Kosten schlussendlich auf die Preise. Allein die Migros gibt für Aktionsinserate jährlich 60 Millionen Franken aus. Dieses Geld könnte der Grossverteiler auch einsetzen, um die Preise generell tief zu halten. Kassensturz wollte wissen, wie günstig Schweizer Aktionen wirklich sind und ob die teure Schweiz wenigstens bei Aktionen mit dem billigeren Ausland mithalten kann. Dazu ist Kassensturz-Zuschauerin Sandra Krell zum Einkaufen in die beiden Deutschen Discounter Lidl und Edeka in der Nähe von Waldshut gefahren. Sie verglich die Deutschen Preise mit einer Auswahl Schweizer Aktionsprodukte von Migros, Coop, Pick Pay und Denner. Die Aktionen wurden alle in der selben Woche eingekauft. Der Preisvergleich ist für die Bülacherin Sandra Krell Routine: Ich kaufe einmal wöchentlich in Deutschland ein, weil es für mich einfach günstiger zu stehen kommt als in der Schweiz. Ich schätze, ich gebe pro Jahr zwischen 3000 und 4000 Franken aus in Deutschland. Der Kassensturz-Vergleich zeigt: Trotz Aktion in der Schweiz sind siebzehn von zwanzig Produkten in der Schweiz teurer. Zum Beispiel bei der Migros: Das Duo-Pack Kinderriegel kostet hier mit Aktion Fr. 5.60, in Deutschland ohne Aktion Fr. 4.70. Für hundert Gramm Nutella bezahlen Migros-Kunden in der Schweiz 79 Rappen. In Deutschland nur 60 Rappen. Bei Coop sind drei Liter Meister Proper Flüssigwaschmittel trotz Aktion 21 Prozent teurer, Pfeffernüsse sogar 66 Prozent teurer als in Deutschland. Bei Denner kostet ein Duo-Pack Binden sechs Prozent mehr als in Deutschland und Nescafé Gold war 10 Prozent teurer. Laut Nestlé wird in der Schweiz eine andere Mischung verkauft. Und: Nescafé war auch in Deutschland Nescafé-Aktion. Weshalb die grossen Preisunterschiede? In Deutschland können die Händler ihre Ware bei der Markenindustrie viel günstiger beziehen als bei uns in der Schweiz. Wir haben deutlich höhere Einkaufspreise und haben daher eine Preisbindung, wo wir gar nicht günstiger sein können, sagt Eva-Maria Bauder, Leiterin Unternehmenskommunikation von Denner. Auch die Aktionen von Pick Pay waren in Deutschland günstiger: Eine Schachtel Pralinen von Chocolat Pavot war während der Vergleichswoche in der Schweiz 37 Prozent teurer, Nesquik kostete sogar 63 Prozent mehr. Nur drei Aktionen waren in der Schweiz günstiger als im Nachbarland: Kinder-Bueno von der Migros, Nivea-Handcreme von Pick Pay und Fanta von Denner. Coop war der einzige Laden, in dem alle verglichenen Aktionsprodukte mehr kosteten als in Deutschland. Statt ständig Aktionen nachzujagen, wollen immer mehr Schweizerinnen und Schweizer von den tiefen Preisen in Deutschland profitieren: Allein in der süddeutschen Grenzregion geben Herr und Frau Schweizer jährlich mindestens 440 Millionen Euro aus. Laut einer Umfrage der Zeitschrift K-Tipp würde zwei Drittel der Konsumentinnen und Konsumenten in der Schweiz generell tiefe Preise den Aktionen vorziehen. () Doch noch locken die Schweizer Detailhändler ihre Kundinnen und Kunden vor allem mit Aktionen. (Kassensturz vom 9.11.2004)