Arbeitsblatt: Angriff der Hunnen

Material-Details

Mit dem Angriff der Hunnen begann die Völkerwanderung in Europa. Das Römische Reich zerfiel.
Geschichte
Altertum
6. Schuljahr
2 Seiten

Statistik

4102
1647
64
30.01.2007

Autor/in

Marcel Schoch
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Sturm über Europa Der Kampf um Rom Angriff der Hunnen Bedrohung für die Weltmacht Rom Die Westgoten hatten bisher friedlich in der Nachbarschaft des Römischen Reiches gelebt. Aber dann kamen die Hunnen. Im Jahr 376 nach Christus hatten sich Kinder, Frauen und Männer mit ihren Habseligkeiten an der Donau gesammelt, an der Grenze zum Römischen Reich. Es dauerte Wochen, alle auf notdürftig zusammengezimmerten Flößen in Sicherheit zu bringen. Man wusste, die beutegierigen Hunnen waren im Anmarsch. Viele Völker hatten die Hunnen bereits überfallen und unterworfen. Dann fielen sie auch ins Land der Goten ein. Sie überrannten sie und vertrieben sie mit Gewalt aus ihren Wohnsitzen. Furchtbares hörte man von den Waffen der Hunnen und ihrer unglaublichen Reichweite. Schreckliches erzählte man über ihr Aussehen. Als einziger Ausweg blieb den Westgoten die Flucht über die Donau. Sie baten Kaiser Valens um Aufnahme und gelobten, sich seiner Herrschaft zu unterwerfen, nach seinen Gesetzen zu leben und Christen zu werden. Gefahr für ganz Europa Aus den Tiefen der Steppen Asiens waren die Hunnen gekommen. 375 unterwarfen sie Alanen und Ostgoten und trieben die Westgoten vor sich her. Ihr Heer war dazu geschaffen, die Welt zu erschüttern. Sie tauchten auf, wo man sie am wenigsten erwartete und überfielen die Völker mit Raub und Hinterlist. Für die Menschen der Antike waren sie die fürchterlichsten aller Krieger. Nie zuvor hatten sie solch eine brutale Kriegsführung erlebt. Sie waren maßlos geschwind. Auf ihren wendigen Pferden saßen sie, als wären sie eins mit ihnen. Keiner von ihnen rührte einen Pflug an und bebaute den Acker. Sie kannten keine andere Beschäftigung als die Jagd und streiften räuberisch umher. Die Hunnen waren kriegerische Reiternomaden alles, was sie brauchten, raubten sie: Getreide, Vieh, Gold, sogar Menschen. Auch wenn viele kleinere Gruppen auf eigene Faust plündernd umherzogen, die Hunnen waren weit mehr als eine Ansammlung wilder, undisziplinierter Horden. Sie ordneten sich völlig ihren Führern unter und waren zu weiträumigen strategischen Aktionen fähig. Eine Gefahr für ganz Europa. Wunderwaffe der Hunnen Ein Schwert, einige Münzen, Beigaben aus einem Grab in Österreich. Eine war tödlich: die dreiflügelige Spitze eines Hunnenpfeils. Sie fand ihr Ziel im Wirbel eines Germanen. Der ungarische Archäologe Peter Tomka hat einen bedeutenden Hunnenschatz ausgegraben: den Fund von Pannonhalma. Unscheinbare Goldfolien gehören dazu. Mit ihnen konnte er einen der gefürchteten Reflex-Bögen rekonstruieren. Die Wunderwaffe der Hunnen, die wegen ihrer Reichweite und wegen ihrer Durchschlagskraft gefürchtet war. Aus anderen Goldbeschlägen gelang es dem Archäologen Tomka, das Zaumzeug der Hunnenpferde zu rekonstruieren. Sie führten sie an Trensen und setzten den Pferden erstmals richtige Sättel auf, die den Reitern Halt gaben. So waren die Hunnen wendige Reiter und gefürchtete Bogenschützen zugleich. In vollem Ritt konnten sie ihre Pfeile abschießen, bis zu 30 in der einer Minute. Die oströmische Bevölkerung gab den Schwarzen Hunnen nun einen Namen, mit dem später alle asiatischen Reitervölker bezeichnet wurden: Tartaros Tartaren. (Dieses Wort können wir mit: die Teuflischen übersetzen. Mit den Hunnen kam auch eine asiatische Krankheit nach Europa: Die Pocken. Die Schwarzen Hunnen haben einen geradezu dämonischen Eindruck auf ihre Feinde gemacht: Bei ihnen war es Sitte, den männlichen Kleinkindern die Gesichter zu zerschneiden, um den Bartwuchs zu verhindern. Die Krieger schmierten sich Schwarzerde in die Kampfwunden, damit sich dort dickhäutige Narben bildeten. Auch praktizierten sie die Sitte der Kopfdeformation, weshalb viele Hunnen hohe Turmschädel aufwiesen. Derartig deformierte Schädel wurden sowohl in Thüringen als auch am Talas (Kirgisien) gefunden. Der Oberkopf wurde als äußeres Zeichen ihrer Unterwerfung kahlgeschoren, da nur der als Khagan bezeichnete Hordenführer das Recht besaß, langes Haupthaar zu tragen.