Arbeitsblatt: Land-Stadt Flucht

Material-Details

AB über die Land-Stadt Flucht in Indien anhand einem Bsp.
Geographie
Asien
3. Schuljahr
3 Seiten

Statistik

42307
537
3
06.07.2009

Autor/in

Seraina Frehner
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

LandStadtFlucht Das ist Pandir. Er ist traurig, weil seine großer Bruder Senthill heute seine Familie verlässt und von Surat nach Mumbai zieht. Es war zu Beginn der Regenzeit als Senthill ganz aufgeregt mit einer Zeitung unter dem Arm nach Hause kam und sein Weggehen verkündete. An diesem Abend wurde noch lange geredet. Pandir konnte aus seinem Zimmer, dass er mit 5 seiner Geschwister teilen muss, alles hoeren. Senthill hatte in einer Zeitung gelesen, dass es in Mumbai Arbeit für Ihn gebe und er wollte dort mit Computern Geld verdienen. Die Eltern waren sehr erbost. Senthill sollte doch zuhause bleiben und bei der Ernte helfen. Pandir konnte lange nicht schlafen und musste über das Gehörte nachdenken. Und am nächsten Morgen stand er sehr früh auf um mit seinem Bruder zu reden. Pandir: Willst du wirklich wegziehen? Senthill: Ich wollte doch schon immer was mit Computern machen und hier gibt es doch keine Ausbildungsmöglichkeiten! Und außerdem gibt es hier schon jetzt nicht mehr genügend für uns alle zu tun. Wie soll es erst werden, wenn du groß bist? Pandir: Aber wo willst du dort wohnen? Senthill: Ich finde schon was und kleiner als das Zimmer, was wir uns hier teilen müssen, wird es kaum sein können. Und außerdem braucht Mutter dann das Essen nur noch auf 8 Personen verteilen. So bleibt auch für dich mehr übrig. Pandir: Ach. An das wenige Essen habe ich mich schon gewöhnt. Mein Magen knurrt gar nicht mehr so schlimm. Senthill: Aber wenn wir im nächsten Jahr wieder ein Stück Land abgeben müssen, damit wir die Schulden bezahlen können, wird es bestimmt nicht besser. Pandir: Kommst du uns denn auch bald mal wieder besuchen? Senthill: Klar, sobald ich mein erstes richtiges Geld verdient habe, werde ich mir eine Zugfahrkarte kaufen und euch besuchen. Pandir: Und was .? Senthill: Du bist ganz schön neugierig, Kleiner. Hier! Lies dir die Zeitung durch und du wirst genau wissen, warum ich hier weg will! Lies den Text durch und streiche die wichtigsten Informationen mit einem Leuchtstift an. Wohnen in Dharavi Wie Senthill ziehen jährlich einige Tausend Menschen in die Großstädte. Da diese Einwanderer aber häufig sehr wenig Geld mit in die Stadt bringen, leben sie zunächst in den so genannten Slumgebieten, wohin es auch Senthill verschlägt. In Mumbai gibt es insgesamt 1930 solcher Slums, wobei Dharavi im Stadtkern der Grösste ist. Dort leben 800.000 Menschen auf einer Fläche von 2,2 km. In der Schweiz leben in einer 90 m2 Wohnung im Schnitt vier Personen. In Dharavi würden bei 31.5 Menschen in einer solchen Wohnung leben. Leben in Dharavi Als Senthill sich im Dharavi umsieht, ist er zunächst sehr schockiert. Das Leben im Slum ist in erster Linie durch eine bedrückende Enge gekennzeichnet. Beim Erkunden fallen ihm die langen Schlange vor den sanitären Einrichtungen auf. Jemand erklärt ihm, dass sich im Schnitt etwa 500 Menschen eine Toilette teilen müssen. Und auf einen Wasseranschluss kommen im Dharavi 1400 Menschen. Als er weitergeht, entdeckt er einen alten Mann, der versucht eine Ratte tot zu schlagen. Er spricht ihn an und der alte Mann erzählt vom täglichen Kampf gegen Unrat, Gestank, Ungeziefer und Ratten. Und auch die Sorgen um die mühsam eingerichteten Hütten erwähnt der Inder. Senthill erfährt, dass die Stadt öfter in nächtlichen Räumaktionen die Bewohner der illegalen Siedlung auf LKWs an den Stadtrand verfrachtet und anschließend deren Hütten einreißt Arbeiten in Dharavi Auf seinem weiteren Weg durch den Dharavi stutz Senthill. Zwischen den eng stehenden Wohnhütten entdeckt er Frauen und Männer, die dort ihrem Beruf nachgehen. Er sieht Näherinnen und Schuster und als er weiterläuft, entdeckt er zwischen den Häusern sogar eine Bekleidungsfabrik. Er ist frohen Mutes beim Gedanken an seine eigene Zukunft, als ihn eine Frau anspricht. Sie weiß, dass fast alle Zuwanderer zunächst eine 612 monatige Phase extremer Armut erleben und dann häufig als Bauarbeiter und ungelernte Arbeiter im Handwerk und in der Industrie eine gering bezahlte Beschäftigung finden. Sie erwähnt weiter, dass das Haupthindernis gegenüber einem weiteren Aufstieg in besser qualifizierte Berufe nicht die Kastenschranken sind, sondern der mangelnde Zugang zu Krediten und das minimale Angebot an gut bezahlter Lohnarbeit Er erfährt, dass die meisten Bewohner des Dharavi ihr Geld auf mit irgendeiner Form des Straßenhandels verdienen oder indem sie einfachen Dienstleistungen anbieten, z.B. in dem sie Früchte oder Fettgebäck auf einem ausgebreiteten Tuch am Straßenrand anbieten. Die meisten Menschen dort wechseln dabei saisonal ihre Beschäftigung. Wer im Sommer Papierdrachen verkauft, lebt im Winter vielleicht vom Aufsammeln von Glasscherben oder Metall. Wer Schulkinder in einem Kasten auf seinem Rad zur Schule bringt, ist im Sommer einige Monate arbeitslos. Schreibe einen Brief von Senthill an Pandir, indem du ihm mitteilst, in wieweit sich die Hoffnungen auf ein besseres Leben in der Stadt erfüllt haben. Lieber Pandir,