Arbeitsblatt: Der Ku-Klux-Klan

Material-Details

Interview mit einem Anhänger des Klans, allg. Infos und Bilder.
Geschichte
Neuzeit
8. Schuljahr
6 Seiten

Statistik

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15.07.2009

Autor/in

Sarah Hauswirth
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Zehn Wahrheiten über den KuKluxKlan Der rassistische Geheimbund KuKluxKlan gewinnt in den USA wieder an Einfluss. Was wollen die Männer unter den weißen Kapuzen? Hier die Antworten auf die wichtigsten Fragen. 1. Warum heißt der KuKluxKlan so? Ku Klux soll vom griechischen Wort „kyklos (der Kreis) kommen. Die Gründer fügten dann das Wort „Klan hinzu, weil sie schottischirischer Abstammung waren und so den Stolz auf ihre Wurzeln betonen wollten. 2. Wie gefährlich ist der KuKluxKlan? Da viele KlanGruppen im Geheimen operieren, ist das Ausmaß der kriminellen Aktivitäten nur schwer erkennbar. 2005 wurde zum Beispiel das Klanmitglied Daniel James Schertz zu einer Haftstrafe von 14 Jahren verurteilt. Sein Plan war aufgeflogen, mit Bomben Busse für mexikanische Wanderarbeiter zu sprengen. Mitte der 90er Jahre steckten Klanmitglieder Dutzende Schwarzenkirchen im Süden der USA in Brand. In den vergangenen Jahren wurden immer wieder Mitglieder wegen Körperverletzung, Totschlag oder der Planung von Terrorakten zu Gefängnisstrafen verurteilt. 3. Warum tragen die Mitglieder die weißen Kapuzen? Der Zweck ist offensichtlich das Verbergen der eigenen Identität. Die Herkunft der rituellen Kleidung ist nicht ganz klar. Die Kapuzen ähneln denen, die in katholischen Ländern wie Spanien in der Karwoche getragen werden. Das rote Kreuz auf den weissen Roben weckt Assoziationen zu mittelalterlichen Kreuzrittern. Andere Theorien gehen davon aus, dass die Farbe Weiss die weisse Rasse symbolisieren soll. Im Übrigen tragen Klansmänner und frauen ihre Roben in vielen Farben. 4. Was will der Klan? Er kämpft für „das Überleben der weissen Rasse und ein starkes gottesfürchtiges Amerika. Die Mitglieder der Rassistengruppe sehen sich anderen Gruppen (Juden, Schwarzen, LatinoEinwanderern, etc.) gegenüber als benachteiligt an. Sie wenden sich gegen illegale mexikanische Immigranten, RapMusik, Bürgerrechte für Schwarze, gemischtrassige Ehen, Homosexualität und die „linke Bundesregierung in Washington. Sie sind für die „Rückführung schwarzer Amerikaner nach Afrika und das uneingeschränkte Recht Waffen zu tragen. 5. Wie ist er organisiert? „Den Klan gibt es nicht. Heute existieren in den USA etwa 80 bis 150 Gruppen, die sich KuKluxKlan nennen. Manche haben nur ein Dutzend, andere bis zu mehrere Hundert Mitglieder. Manche der Gruppen agieren alleine, andere kooperieren mit anderen KlanGruppen. Einige scheinen nur lose Zusammenschlüsse zu sein, die über das Internet zusammengehalten werden, andere sind aktive Gruppen, die Demonstrationen, Treffen und Kreuzverbrennungen veranstalten. Über sonstige Aktivitäten schweigen sie sich aus. Eine zentrale Führung aller Klans gibt es nicht. 6. Wie viele Mitglieder hat der Klan? Da viele KlanGruppen Geheimbünde sind oder im Untergrund agieren, gibt es keine verlässlichen Zahlen. Die Schätzungen gehen von 5‘000 bis 12‘000 Mitgliedern in den USA aus. 7. Ist es wahr, dass ein USPräsident KlanMitglied war? Es gibt viele Gerüchte, aber keine Beweise. Zahlreiche Politiker, vor allem im Süden der USA, sollen jedoch bis in die 60erJahre Mitglieder gewesen sein. Der heute 89 jährige demokratische Senator von West Virginia, Robert Byrd, war in den 40erJahren KlanMitglied. „Ich werde nie mit einem Neger an meiner Seite in den Streitkräften dienen, sagte er damals. Heute sieht er sein damaliges Engagement als schweren Fehler an. 8. Seit wann gibt es den KuKluxKlan? Sechs ehemalige Südstaatensoldaten gründeten den Klan nach dem amerikanischen Bürgerkrieg im Jahr 1866. Anfangs war der Freundeskreis als Nachbarschafts organisation aktiv, bald aber schon als Einschüchterungsinstrument gegen „Besatzer aus dem Norden des Landes und freigelassene schwarze Sklaven. Der Klan wurde zur rasch wachsenden Terrororganisation, die mit Morden, Folterungen und Brandstiftungen die USA verstörte. 1871 löste sich der erste Klan auf. 1915 entstand der zweite Klan. Er richtete sich gegen Schwarze, Juden, Katholiken und Gewerkschafter. Anfang der 20er hatte er mehr als vier Millionen Mitglieder. Der Einfluss schwand in den 30er und 40erJahren. In den 50ern und 60ern meldeten sich vor allem im Süden der USA KlanGruppen mit Morden an Schwarzen und Bürgerrechtsaktivisten sowie Brandstiftungen zurück. 9. Welche Bedeutung hat das brennende Kreuz? Es gibt zwei Arten von brennenden Kreuzen: die rituelle Kreuzverbrennung und das „Warnkreuz. Ersteres steht im Zentrum der Treffen der Klans, die Robentragenden Mitglieder bilden einen Kreis um das Flammenkreuz und breiten die Arme aus, um ihren Glauben an Gott zu bekräftigen. Das Kreuz ist ein Symbol für das Licht von Jesus Christus, das die Dunkelheit zurückdrängen soll. Im mittelalterlichen Schottland soll das Kreuz auch als Symbol gegen Tyrannei benutzt worden sein. Das „Warnkreuz hingegen stellen Klanmitglieder in den Vorgärten von missliebigen Gemeindemitgliedern auf, um ihnen Angst vor weiteren „Strafmaßnahmen einzujagen. 10. Sind KuKluxKlanLeute auch NeoNazis? Das hängt von der Gruppierung ab. Generell spielt die Religion bei den KlanGruppen eine große Rolle, bei den Nazis eher nicht. Doch vermischen sich bei manchen moderneren KlanGruppen KuKluxKlanElemente mit denen der Nazis. Die traditionelleren Klans stehen SSTätowierungen und Hakenkreuzen eher ablehnend gegenüber. „Obama wird nicht lange Präsident sein Jahrelang war der KuKluxKlan fast vergessen. Die Morde und Brandstiftungen waren ein düsteres Kapitel der USGeschichte. Doch nun gewinnt der rassistische Geheimbund wieder an Einfluss. Die beiden KKK Führer Earl Johnson und Carl Dupre sprechen offen über ihre Weltsicht. FOCUS Online: Der KuKluxKlan wird assoziiert mit Morden. Sind Sie stolz, einer solchen Organisation anzugehören? Dupre: Wir haben eine lange Geschichte. Manches daran war vielleicht nicht immer richtig. Aber grundsätzlich ist es doch nicht falsch, seine Rechte als Weisser zu verteidigen, wenn es sein muss mit Waffengewalt. FOCUS Online: Das heißt, Sie würden auch für Ihre Ziele töten? Dupre: Wir geben alles für unsere Überzeugungen, unser Leben, unser Vermögen, unsere Würde. Wenn es darum geht, unseren Lebensstil zu verteidigen, müssen wir auch damit rechnen, dass wir dafür kämpfen müssen. Ich habe 25 Schusswaffen zu Hause. FOCUS Online: Wozu? Dupre: Zur Selbstverteidigung (grinst), wozu sonst? Ich bin vorbereitet auf alles, was in den nächsten Jahren kommt. FOCUS Online: Was will der Klan eigentlich im 21. Jahrhundert? Dupre: Wir wollen ein starkes, weisses und christliches Amerika. Wir wollen ein sicheres Amerika, ohne Schwarze, Juden, Mexikaner und Homosexuelle. Schwarze und Mexikaner begehen weit häufiger Schwerverbrechen als Weisse. Warum sollen wir das tolerieren und die Augen verschließen, nur weil sie Minderheiten sind? Wir wollen Gleichbehandlung für die weisse Rasse, nicht Bevorzugung von minderwertigen Minderheiten. Der Wahlspruch des Klans ist: Für Gott, die Rasse und unser Land. FOCUS Online: Glauben Sie, es ist in Gottes Sinn, wenn Klanmitglieder Schwarze und Schwule verprügeln oder töten? Dupre: Gott ist nicht tolerant, er ist gerecht. Und er bestraft die, die nicht seinen Gesetzen folgen. Der Klan ist ein Instrument des Herrn, und wir führen seinen Willen aus. FOCUS Online: Ihre Gruppe sind die „Bayou Knights of the Ku Klux Klan. Wie ist Ihr Klan organisiert? Johnson: Wir sind ein traditioneller Klan. Ich bin der Boss, der sogenannte „Imperial Wizard (ReichsHexenmeister), der allen vorsteht. Jeder Bundesstaat hat dann einen Führer, den sogenannten „Grand Dragon (Großen Drachen). Carl Dupre hier ist zum Beispiel der Grand Dragon des Bundesstaates Louisiana. Dann gibt es noch „Night Hawks (Nachtfalken), die für die Sicherheit zuständig sind und „Kludds, das sind die spirituellen Leiter einer KlanGruppe. Die normalen Mitglieder tragen weiße Roben, die Night Hawks tragen Schwarz, Carl hat eine grüne Robe und ich eine rote oder eine weiße mit roter Schärpe. FOCUS Online: Wie entwickeln sich die Mitgliederzahlen des KuKluxKlans? Johnson: Ich kann nur für unseren Klan sprechen. Genaue Zahlen will ich Ihnen nicht mitteilen. Aber ich kann Ihnen sagen, dass wir vor fünf Jahren Gruppen in den Bundesstaaten Arkansas, Louisiana und Mississippi hatten. Heute haben wir zusätzlich Gruppen in Tennessee, Oklahoma, Texas und Missouri. Die Mitgliederzahl hat sich in der gleichen Zeit mindestens verdoppelt. Und was ich so höre, geht es anderen KlanGruppen ebenso. FOCUS Online: Worauf führen Sie das zurück? Dupre: Wir weissen Amerikaner haben die Nase voll. Viele wollen wieder ihren Stolz auf Amerika zeigen dürfen, auf das weisse Amerika, das uns zum besten Land der Welt gemacht hat. Wir wollen nicht, dass die USA in 50 Jahren ein DritteWeltLand sind. Deshalb müssen wir dafür sorgen, dass der Einfluss von Liberalen und Ausländern in unserer Gesellschaft geringer wird. „Dies ist kein Kostümfest, dies ist bitterer Ernst FOCUS Online: Wie rekrutieren Sie Ihre Mitglieder? Johnson: Wir rekrutieren nicht, wir wählen aus. Wir nicht viele Mitglieder, sondern nur die Elite, die Die Leute. die zu uns kommen, dürfen nicht vorbestraft oder homosexuell sein, und sie dürfen gemischtrassige Beziehung gehabt haben. Wir sind Familie, viele werden von Mitgliedern angesprochen treten dann bei. wollen Besten. keine wie eine und FOCUS Online: Glauben Sie nicht, dass die Kapuzen, die Rituale und das brennende Kreuz viele junge Menschen abstösst? Johnson: Dies ist kein Kostümfest, dies ist bitterer Ernst. Wir sind Traditionalisten, jedes Ritual hat seine Bedeutung. Es gibt auch Klangruppen, die tragen Anzüge und Krawatten und diskutieren nur im Hinterzimmer. Wir sind der echte Klan. Im Übrigen sind es gerade die Rituale, die viele anziehen in dieser Zeit, die nichts Ehrenhaftes mehr zu haben scheint. FOCUS Online: Können auch Frauen Mitglieder sein? Johnson: Wir haben uns auch für Frauen geöffnet. Frauen leisten wertvolle Dienste bei der Unterstützung der Männer für den Kampf unserer Ziele. In Führungsrollen wollen wir aber keine Frauen. Frauen sind nicht dafür geschaffen. Und Männer würden nicht folgen, wenn Frauen das Sagen haben. FOCUS Online: Das ist aber in der westlichen Welt längst üblich. Johnson: Die Männer, die diesen weiblichen Führungskräften folgen, sind keine wirklichen Männer. Außerdem müssen wir nicht die Fehler wiederholen, die in der restlichen Gesellschaft begangen wurden. FOCUS Online: Wen unterstützt der Klan im aktuellen USPräsidentschaftswahl kampf? Johnson: Wir sagen dazu nichts. Was glauben Sie, was passieren würde, wenn bekannt würde, dass der KuKluxKlan den Kandidaten oder unterstützt? Der Mann hätte nicht den Hauch einer Chance. FOCUS Online: Es steht ja vielleicht auch eine Frau zur Wahl. Dupre: Hillary? Eine Frau gehört ins Haus. Aber nicht ins Weiße Haus. FOCUS Online: Was sind die wichtigsten Themen bei der Präsidentenwahl im November? Johnson: Die Überflutung Amerikas durch illegale mexikanische Einwanderer und der zunehmende Sittenverfall. Nun dürfen schon Schwule in diesem Land heiraten. Wir hier in Amerika machen uns zu viele Sorgen um den Iran und den Irak. Präsident Bush ist ein Idiot, dass er unsere Soldaten dort verheizt. Er sollte die Grenze zu Mexiko sichern, und die Soldaten sollten diese Horden von Mexikanern stoppen. FOCUS Online: Barack Obama hat realistische Chancen, der erste farbige Präsident der USA zu werden. Das muss für ein Klanmitglied der Albtraum sein, oder? Dupre: Sollte Obama, dieser muslimische Nigger, Präsident werden – (Dupre schüttelt das Sturmgewehr in seiner Hand) – so wird er das bestimmt nicht lange bleiben.