Arbeitsblatt: Kiderarbeit auf Mülldeponien

Material-Details

Text über Kinder die auf Müllkippen ihr Geld verdienen.
Geschichte
Neuzeit
8. Schuljahr
1 Seiten

Statistik

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15.07.2009

Autor/in

Sarah Hauswirth
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Im Müll aufgewachsen – Kinder vom Smoky Mountain Ein Müllberg bis zum Horizont. Beissender Gestank vermischt sich mit dem schwarzen Qualm brennender Abfälle. Die Mittagssonne steht senkrecht über der Mülldeponie von Phnom Penh, die von den Menschen „Smoky Mountain getauft wurde. Schon von weit her kann man den rauchenden Berg erkennen. Hunderte Familien arbeiten Tag und Nacht auf der Mülldeponie. Die meisten von ihnen leben in den Slums rund um Smoky Mountain und werden zu dieser Arbeit gezwungen. Es gibt kein Wasser, keinen Strom und keine Toiletten. Die hygienischen Bedingungen sind katastrophal. Kleinkinder krabbeln durch den Müll – sie kennen es nicht anders. Hier werden sie gross. Langsam und behutsam schreitet Roeung Sarom durch den Unrat. Mit jedem Schritt vertreibt er Unmengen von Fliegen, die in kleinen schwarzen Wolken davon schwirren. In seiner Hand hält der Zehnjährige einen Eisenhaken, mit dem er die frisch angelieferten Müllbeutel aufreisst und durchwühlt. Alles wird untersucht und aussortiert Plastik, Eisen, Aluminium, Glas, Kleidung und Essensreste bis hin zu Mangokernen, die gesammelt werden, um sie als Saatgut weiterzuverkaufen. Roeung ist eines der vielen Kinder, die tagtäglich auf dem Smoky Mountain arbeiten. Unter ihnen herrscht ein regelrechter Konkurrenzkampf und jeder hofft, dass er die besten Abfälle ergattern kann. „Letzte Woche hat jemand ein Goldkettchen gefunden und konnte dieses für viel Geld verkaufen berichtet der kleine Roeung. Die Arbeit auf dem Müllberg ist eigentlich gar nicht zumutbar. Die meisten Kinder haben klaffende Eiterwunden und enorme Infektionen an Armen und Beinen. Während sie sich auf der Müllkippe fortbewegen, schneiden sie sich immer wieder an scharfen Kanten von Büchsen oder anderen Gegenständen. Zeit zu desinfizieren bleibt ihnen keine, zudem ist gar kein Verbandsmaterial vorhanden. Eine Pause einlegen ist untersagt und auch sonst macht kaum je jemand eine, da dabei wichtige Arbeitszeit verloren geht. Die Infektionen sind alles andere als harmlos, sie können dazu führen, dass die Müllkippenarbeiter ein Bein oder Arm verlieren oder gar an einer Blutvergiftung sterben. Auch Bisswunden sind keine Seltenheit. Roeung zeigt stolz seinen rechten Arm, welcher eine etwa fünf Zentimeter lange und dick angeschwollene Narbe zeigt. „Hier wurde ich bei der Arbeit von einer Ratte gebissen, sagt er stolz. Die Wunde hat sich entzündet und der Arm ist schon ganz dunkel geworden. Roeung wohnt mit seiner Mutter und seinen drei Geschwistern in einer kleinen, mit Palmblättern gedeckten Holzhütte am Rande von Smoky Mountain. Seinen Vater hat er nie kennen gelernt. Dieser verstarb an AIDS als Roeung zwei Monate alt war. Auch seine Mutter Arth und er selbst sind HIVpositiv. Wie lange Roeung unter diesen Voraussetzungen leben wird, weiss niemand.