Arbeitsblatt: Afghanistan im Kalten Krieg

Material-Details

Text zur sowjetischen Invasion Analysetabelle für den Text (wer, warum, wie, öffentlichkeit?)
Geschichte
Neuzeit
12. Schuljahr
2 Seiten

Statistik

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394
3
28.07.2009

Autor/in

spitznämli (Spitzname)
Land: Österreich
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Arbeitsblatt: Afghanistan und die Weltpolitik Afghanistan bis zum Putsch 1978: „Westen „Osten Region/Afghanistan Akteure – wer handelt? Motive – warum handeln sie so? Mittel – wie u. auf welcher Ebene handeln sie Öffentlichkeit – wie verhalten sich die Medien? Was weiß/will die Bevölkerung? II Afghanistan nach dem Putsch 1978: „Westen Akteure Motive Mittel Öffentlichkeit „Osten Region/Afghanistan III Afghanistan nach dem 11. September 2001: „Westen Akteure Motive Mittel Öffentlichkeit „Osten Region/Afghanistan Afghanistan im Kalten Krieg Durch einen Staatsstreich gelangte die kommunistische Partei Afghanistans am 27. April 1978 an die Macht. Die Partei war jedoch nur schwach in der Bevölkerung verankert. Grosse Teile des immer noch bäuerlichen afghanischen Bevölkerung – va. am Land sahen sich weniger einer politischen Ideologie, als viel mehr ihrem Stamm, ihrer Sippe oder ihrer Dorfgemeinschaft verpflichtet. Ging es um Werte so baute man auf die stark religiös geprägten Traditionen. Der Staat war für die meisten Afghanen fern ihres Alltags. Schutz und Hilfe erhielten sie eher von lokalen Notabeln oder den Stammesälteren. Als die neue Regierung die Staatsmacht in ganz Afghanistan durchsetzen wollte, eine Bodenreform zur Kollektivierung der Güter plante, privilegierte Gruppen in den Dörfern und Tälern vertrieb und die rücksichtslose Säkularisierung des Landes einleiten wollte, war die Lebensweise vieler Afghanen und die Stellung ihrer Anführer bedroht. Die Spannungen entluden sich in einem Bürgerkrieg. Der Sturz der Regierung 1979 veranlasste die Sowjetunion, Truppen nach Kabul zu entsenden, um die kommunistische Partei in dieser Situation zu unterstützen. Afghanistan sollte dem Osten nicht verloren gehen. Die neue Regierung, so erklärten die staatstreuen Zeitungen der sowjetischen Öffentlichkeit, sei durchsetzt von „blutrünstigen Agenten des US-Imperialismus. Da die Aufstände in Afghanistan zur Mobilisierung und Einigung der vielen Gruppen auf die islamische Religion Sowjetische Panzer in Afghanistan (80er) zurückgriffen, fürchtete Sowjetunion fürchtete außerdem, dass in den angrenzenden Sowjetrepubliken mit islamischer Bevölkerung ebenfalls Aufstände ausbrechen und einen Flächenbrand Russland bedrohen könnte. Genau das wiederum, war es, worauf die USA hofften. Schon seit 1978 unterstützten die Vereinigten Staaten Rebellengruppen in Afghanistan gegen die Zentralregierung mit Waffen. Nach dem sowjetischen Einmarsch 1979 beliefen sich die geheimen Waffenlieferungen auf 65.000 Tonnen jährlich! Gegen Ende der 1970er Jahre war eine Entspannungsphase zu Ende gegangen. Die Rethorik zwischen Moskau und Washington wurde härter, die Sowjetunion stationierte neue Mittelstreckenraketen in der DDR, die USA beschlossen die NATO weiter aufzurüsten und der US-Kongress weigerte sich ein Abrüstungsabkommen mit Russland abzusegnen. Europa sah sich bedroht und Amerika seinen guten Willen mit Füßen getreten. In Moskau sah man den Westen, der sowjetische Dissidenten feierte und wieder aufrüstete als Schuldigen. Afghanistan jedenfalls wurde in den westlichen Medien zum Land edler Freiheitskämpfer und stolzer Gotteskrieger, die Sowjetunion zum brutalen Besatzer. Die Besatzung überschattete auch die Olympischen Sommerspiele 1980 (Moskau/Tallinn), welche die USA nutzten, um die Sowjetunion vor der Weltöffentlichkeit durch einen Olympia-Boykott, zu dem auch Westeuropa gedrängt wurde, anzuklagen. Die Mudschahedin (‚Gotteskrieger), wie sich die gegen Regierung und Sowjets gerichteten Truppen nannten, hatten ihren Generalstab in Pakistan, das von den USA, wie von islamischen Staaten wie dem Iran oder Saudi-Arabien als Verteilerzentrale für die massiven Unterstützungsgelder genutzt wurde. Unterstützt wurden säkulare Kriegsherren genauso wie religiös motivierte islamistische Gruppierungen gegen die Sowjetunion. Diese Gelder sollten später in die Kassen der fundamentalistischen Taliban fließen! Ziel der USA war es, mehr als nur die sowjetische Einflusssphäre zu begrenzen, ihren Feind in einen moralisch aufreibenden und materiell wie menschlich kostenschweren jahrelangen Guerillakrieg zu verwickeln, wie man ihn selbst in Vietnam erlebt hatte. Im Rahmen des Kalten Krieges war der afghanische Bürgerkrieg somit zu einem klassischen ‚Stellvertreterkrieg geworden, der weitab von Moskau, Washington oder Berlin in einem unterentwickelten Land zwischen Ost und West geführt wurde, indem man jeweils eine der beiden Bürgerkriegsparteien finanziell oder militärisch unterstützte. Erst 1988/89, als der Kalte Krieg seinem Ende entgegen ging, zogen die sowjetischen Truppen unter Vermittlung der UNO ab. Afghanistan hatte auf seiten der Rebellen und auf jener der staatlichen Armee zwischen 1 und 1,5 Millionen Tote zu beklagen. Auf sowjetischer Seite starben in den ca. 10 Jahren der Intervention etwa 15.000 Mann. Inoffiziellen Schätzungen zufolge soll der in der SU unpopuläre Krieg das Vierfache an Gefallenen gefordert haben. Zehntausende wurden verwundet bzw. gesundheitlich und psychisch für ihr Leben gezeichnet. (u.a. aus: Bernd Stöver. Der Kalte Krieg 1947-1991, Bonn 2007) Ein sowjetischer Lastwagen nach einem Guerilla-Angriff