Arbeitsblatt: Afghanistans schwacher Staat

Material-Details

Warum ist der afghanische Staat so instabil? Das Erbe des Kalten krieges und A. als Beispiel für einen 'failing state'
Geschichte
Neuzeit
12. Schuljahr
2 Seiten

Statistik

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343
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28.07.2009

Autor/in

spitznämli (Spitzname)
Land: Österreich
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Das Land in Daten Fläche  km (Weltrang  ) Einwohner     je km  (Stand , Weltrang  ) Hauptstadt Kabol (Kabul) Amtssprachen Paschtu, Dari  Bevölkerungszus setzung ca  % Paschtunen, %  Tadschiken, %  mongolstämmige Hesoren  (Hazara), % Usbeken u Städte  Kabol/Kabul   Einw   (Stand ),  Qandahar/Kandahar    Einw  (Stand ), Herat   Einw  (Stand ),  Mazar­i Sharif   Einw   (Stand ), Jalalabad    Einw  (Stand ),  Konduz/Kunduz   Einw   (Stand ),  Religionen % Muslime (% Sunniten,  % Schiiten) (Stand  ) Sprachen % Dari (Persisch der  Tadschiken), % Paschtu, %  Sprachen der anderen Ethnien Erwerbstätige nach  Der Staat Afghanistan vom Imperialismus bis heute Die Grenzen Afghanistans waren im   Jahrhundert unter dem Einfluss  zweier imperialer Mächte an den Grenzen der afghanischen Fürstentümer und  Stammesgebiete entstanden, nämlich dem Russlands im Norden und  Großbritanniens, Indien war damals britische Kolonie, im Osten  Während ein  moderner Zentralstaat, wie er sich in Europa mit der Überwindung des  Feudalismus im   jahrhundert entwickelt hatte, Afghanistan nur künstlich  übergestülpt wurde, blieb das Königreich in Dorfgemeinschaften, Clans, Stämme  sowie religiös oder ethnisch definierte Gemeinschaften aufgeteilt  Diesen fühlten  sich die Menschen im Land eigentlich zugehörig und vertrauten ihnen eher als  dem Staat  Afghanistan war von Beginn an ein schwacher Staat Im Zuge des   Jahrhunderts entwickelte sich Afghanistan zu einem  Rentierstaat, der finanziell von anderen Ländern (v  a  USA, Sowjetunion)  abhängig war  Seit den er Jahren stammten über  Prozent der  Staatseinnahmen von auswärts, namentlich aus der Entwicklungshilfe  Die  Wirtschaftssektor staatliche Politik bestand darin, die Beziehungen zwischen den verschiedenen  Landwirtsch  ,% (/)  (bpb de) lokalen Führern und der bürokratischen Elite der Hauptstadt Kabul in ein  Gleichgewicht zu bringen  Gelder wurden ebenso wie  Posten in Verwaltung und Militär klientelistisch an  Mächtige in der Stadt und am Land verteilt  Als  Gegenleistung verhielten sich die Potentaten loyal und  kontrollierten ihren Teil des Staatsgebiets  Seinen  Aufgaben, die Wirtschaft zu entwickeln oder seinen  Staatsbürgern im gesamten Land über Polizei und  Gerichtsbarkeit Schutz zu gewähren kam der  afghanische Staat nicht nach   Gleichzeitig stellte die Kluft zwischen Kabul und dem  Foto einer afghanischen Familie aus dem frühen   Jht übrigen Land ein konstantes Spannungsfeld dar, das sich  bis heute auf das politische Geschehen auswirkt  Dem Staat, der im urbanen Raum verankert  war und der für eine politische Modernisierung eintrat, stand der ländliche Raum gegenüber,  welcher den von der Regierung ausgehenden Impulsen misstraute  Eine Identität oder gar  Loyalität mit dem afghanischen Staat prägte sich daher kaum aus  Die Afghanen dachten eher  in den Grenzen der eigenen Sippe/Familie, des eigenen Dorfes oder Stammes   Bis zu Beginn des Kalten Krieges war das Interesse der Großmächte am Land am  Hindukusch gering, als das Land langsam unter sowjetischen Einfluss geriet, während im  Osten im von Indien losgelöste Pakistan die Amerikaner an Bedeutung gewannen  Diese  Frontstellung, die sich langsam und von der Weltöffentlichkeit kaum wahrgenommen,  zwischen USA und SU auch an diesem Punkt der Erde konnte entstehen, weil es einen  regionalen Konflikt zwischen Afghanistan und Pakistan um Gebiete an ihrer Grenze gab   Dadurch sah Ost wie West Möglichkeiten, die eigene Einflusssphäre auszubauen, bzw  es  bestand, wie es an die eigene Bevölkerung gerichtet zunehmend hieß, die Notwendigkeit, den  Vormarsch des Feindes im mittleren Osten aufzuhalten   Die Machtergreifung der kommunistischen Demokratischen Volkspartei Afghanistan im April   führte zu einem offenen Bruch zwischen Staat und ländlicher Bevölkerung  Der Versuch  der zahlenmäßig schwachen, überwiegend städtischen Parteimitglieder, dem System tribaler  und lokaler Autonomien ein Ende zu bereiten und durch radikal umgesetzte Reformen im  Eilverfahren einen modernen Staat zu schaffen, rief im ganzen Land Aufstände der lokalen  Eliten hervor  Als die neue Regierung  gestürzt wurde und die Sowjetunion Truppen ins  Land schickte, um eine neue kommunistische Regierung zu stützen, verschärfte sich dieser  Konflikt weiter und beschränkte den Handlungsradius der Regierung auf Kabul und einige  Provinzstädte Darauf folgte ein militärischer Kampf zwischen der zerfallenden afghanischen Armee und den  Sowjet­Truppen einerseits, sowie den Guerillakriegern (Mudschaheddin) aus den Districts  und der verschiedenen Stämme und Ethnien andererseits, der nicht nur die Autorität des  Staates, sondern auch alle Ansätze von Infrastruktur (Straßen, Verwaltungsgebäude, Wasser­  und Stromversorgung, Krankenhäuser usw ) zerstörte Im Rahmen dieses Krieges griffen die Rebellen genauso wie die Zentralregierung auf  bewaffnete Milizen von lokalen Machthabenden und von Kriegsherren zurück  Als sich die  Sowjetarmee nach jährigem Krieg  zum Rückzug gezwungen sah lag die Macht in den  Händen der Kriegsherren und regionaler Führer, die nun kein gemeinsames Ziel mehr hatten   Die verbleibende staatliche Autorität wurde weiter bekämpft und  vollständig  entmachtet Während die Welt aus dem Würgegriff des Kalten Krieges entlassen wurde, trat Afghanistan  erst dessen Erbe an  Der Staat existierte nicht mehr, die von Amerikanern und islamischen  Staaten finanzierten Kämpfer gegen die sowjetischen Besatzer, fanden keinen Weg zu einer  Machtteilung und eines staatlichen Neubeginns  Stattdessen stürzten die hochgerüsteten  Kriegsherren das Land in einen blutigen Bürgerkrieg weitab von der (westlichen)  Öffentlichkeit, die den Segen einer neuen Friedenszeit in den ern genoss   konnte die  junge fundamentalistische Bewegung der Taliban die Oberhand gewinnen und bis  den  größten Teil des Landes gegen die sich formierende