Arbeitsblatt: Die Entstehung der Vereinigten Staaten

Material-Details

Zusammenfassung: Loslösung vom europ. Mutterland bis 1914
Geschichte
Anderes Thema
8. Schuljahr
3 Seiten

Statistik

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30.07.2009

Autor/in

Alain Marc Wisslé
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Die Entstehung der Vereinigten Staaten Bald nachdem sich die 13 Kolonien zusammengeschlossen und sich im Unabhängigkeitskrieg (1776 – 83) als erste Kolonie von ihrem europäischen Mutterland gelöst hatten, wuchs das Staatsgebiet der USA gewaltig an. Im Frieden von 1783 gewannen die USA alles Land zwischen Appalachen und Mississippi. Von Frankreich kauften sie 1803 Louisiana, das Gebiet zwischen dem Mississippi und den Rocky Mountains von Spanien 1819 Florida. 1845 schloss sich die Republik Texas den USA an. Im daraus folgenden Krieg mit Mexiko, gewann die Union 1848 die Westküste des Kontinents mit Nordmexiko und Kalifornien. 1867 verkaufte der russische Zar Alaska an die USA. Die neu erworbenen Gebiete wurden im Laufe der Zeit neue gleichberechtigte Bundesstaaten. Die neuen Ländereien jenseits der Westgrenze der 13 Gründerstaaten mussten besiedelt und wirtschaftlich erschlossen werden. Nomadisierende Jäger und Abenteurer, die Trapper stiessen gewöhnlich als erste Weisse in unbewohnte Landstriche vor. Ihnen folgten Farmer. Gesetze sorgten dafür, dass Siedler urbar gemachten Boden zu Eigentum erhielten. Von 1820 bis 1920 wanderten über 33 Mio. Menschen aus Europa und Asien in die USA ein. Wirtschaftliche Krisen und Arbeitslosigkeit, politische Verfolgung und Unterdrückung, Bevölkerungsüberschuss und Abenteuerlust trieben viele Menschen in die neue Welt. Hier gab es zwar auch arme und reiche, aber noch keine Klassengegensätze und hemmende Traditionen. Als 1848 in Kalifornien die ersten Goldlager entdeckt wurden, brachen viele Abenteurer nach dem Sacramento – Tal auf. Die Amerikaner – Europäer, die ihre Heimatländer wegen religiöser und politischer Unterdrückung verlassen hatten – waren nicht bereit, auch den Indianern die Menschenrechte zuzubilligen. Die Weissen zerstörten rücksichtslos die Jagdgründe der Indianer, vertrieben die Rothäute aus ihren angestammten Gebieten oder unterwarfen sie dank besseren Waffen. Um die Mitte des 19. Jh. Verschärften sich die wirtschaftlichen und politischen Gegensätze zwischen den Nord und den Südstaaten. In den Neuenglandstaaten des Nordostens blühten Handel und Industrie. Um sich von europäischer Konkurrenz zu schützen, forderten die Nordstaaten Schutzzölle. Im Süden und Westen der USA gab es kaum eine Fabrik und keinen Mittelstand selbstbewusster, freier Bürger. Hier beherrschten Plantagenbesitzer die Wirtschaft. Sie liessen ihre Monokulturen – Reis, Tabak, Zucker, Erdnüsse, Baumwolle – durch Negersklaven bearbeiten und lebten von der Ausfuhr der angebauten Produkte. Ausfuhrbeschränkungen als Folge der Schutzzölle waren für den Süden ebenso existenzbedrohend wie die Forderung der Nordstaaten, die Sklaverei abzuschaffen. England und Frankreich hatten in der ersten Hälfte des 19. Jh. den Sklavenhandel und die Sklaverei verboten. Die sklavenfreien Nordstaaten wünschten, dass auch die Südstaaten die Sklaverei abschafften. In Zeitungen und Flugschriften wurde sie immer häufiger angeprangert. Grosses Aufsehen erregte 1852 das Buch Onkel Toms Hütte. Es schildert die unmenschliche Behandlung der Neger und zeigte, wie durch Sklavenverkäufe oft ganze Familien auseinandergerissen wurden. Dies nahm man aber in den Südstaaten in den Kauf, weil man die Plantagenwirtschaft mit möglichst billigen Arbeitskräften betreiben wollte. Die Auseinandersetzungen um die Gleichberechtigung der Neger erreichten ihren Höhepunkt, als 1860 Abraham Lincoln, ein Gegner der Sklaverei, zum Präsidenten der USA gewählt wurde. Weil Lincoln sich für die Befreiung der Neger einsetzte, traten 11 Südstaaten aus der Union aus und vereinten sich im Bund der „Konföderierten Staaten von Amerika. Der Präsident war entschlossen, das Auseinanderbrechen der Union zu verhindern. 1861 führten die wirtschaftlichen Interessengegensätze zwischen Nord und Südstaaten und die unterschiedliche Auffassung in der Sklavenfrage zum Bürgerkrieg (Sezessionskrieg), der bis 1865 dauerte und über eine halbe Million Menschenopfer forderte. Nach hartnäckigen, wechselvollen Kämpfen siegten schliesslich die Nordstaaten dank ihrer wirtschaftlichen Übermacht, ihrer grösseren Bevölkerungszahl und dank der erfolgreichen Wirtschaftsblockade. Die endgültige Spaltung der Union konnte vermieden werden. Noch während des Bürgerkrieges hatte Lincoln die Sklaverei abgeschafft. Das Rassenproblem war aber dadurch nicht gelöst. Durch die Abschaffung der Sklaverei und durch die Wirtschaftskrise, welche in den Südstaaten auf den Bürgerkrieg folgte, verloren viele Neger ihren Arbeitsplatz auf den Plantagen und ihr Zuhause. Angezogen vom wirtschaftlichen Wohlstand wanderten mehr als eine Mio. Neger in die Nordstaaten aus. Damit hatte der Norden sein Negerproblem. Auch hier errichtete man nun Schranken zwischen Schwarz und Weiss. Um die Gleichberechtigung der Neger im Süden wie im Norden zu verhindern, schlossen sich negerfeindliche Weisse zu Geheimbünden zusammen. Der berüchtigtste war der KluKluxKlan. Seine Mitglieder überfielen Schwarze, peitschten sie aus oder töteten sie. So schüchterten sie die Neger ein und hinderten sie daran, das Wahlrecht auszuüben. In der zweiten Hälfte des 19. Jh. erlebten die USA einen gewaltigen wirtschaftlichen Aufschwung. Von 1850 bis 1900 steig die Produktion von Mais und Baumwolle auf das 5fache, jene von Weizen gar auf das 7fache. Eisenbahngesellschaften erschlossen das Landesinnere. Das dichte Bahnnetz erleichterte den Warenaustausch. Auch die Bodenschätze wurden nun vermehrt ausgebeutet. Bald standen die USA in der Erzeugung von Blei, Kupfer, Eisen, Stahl, Steinkohle und Erdöl an der Spitze aller Länder der Erde. Bankiers und Unternehmer waren bald einflussreicher als Plantagenbesitzer und Politiker. Die Grossunternehmer scheuten weder Bestechung noch Erpressung, um die Monopolstellung ihrer Konzerne auszubauen. Die Maschinen und Autoindustrie (Fliessbandarbeit) warf Riesengewinne ab. Eine grosse Handelsflotte transportierte amerikanische Rohstoffe, Fertigwaren und Lebensmittel über die Ozeane. Bis gegen Ende des 19. Jh. wurde die Aussenpolitik der USA durch die MonroeDoktrin bestimmt: Präsident Monroe hatte 1823 den europäischen Mächten jegliche Einmischung auf dem amerikanischen Kontinent untersagt, ihnen aber auch die Nichteinmischung der USA in europäische Verhältnisse zugesichert. Kurz vor 1900 wurden aber die USA auch aussenpolitisch aktiv. Sie unterstützten Kuba im Kampf gegen das Mutterland Spanien und eroberten die spanische Kolonie Puerto Rico und die Philippinen. Um die Philippinen behaupten zu können, erwarben die USA verschiedene Inseln im Stillen Ozean (Hawaii und Samoa) und stiegen rasch zur wichtigsten Macht im Pazifik auf. Dies lief vor allem den Interessen Japans entgegen, das seinen Machtbereich ebenfalls auszudehnen begann. Um 1900 besassen die USA die drittgrösste Flotte der Welt. Nun wurde auch der Bau des schon lange geplanten Panamakanals wieder aktuell. Als Kolumbien, dem die Kanalzone gehörte, die Erstellung ablehnte, zettelte die USA in jenem Gebiet einen Aufstand an. Die unter amerikanischem Schutz gegründete Republik Panama trat den Kanalbereich sogleich an die USA ab: 1914 konnte der Kanal eröffnet werden.