Arbeitsblatt: Guantanamo

Material-Details

Artikel über das Gefangenenlager in Guantanamo und über Folter
Geschichte
Anderes Thema
8. Schuljahr
2 Seiten

Statistik

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399
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05.08.2009

Autor/in

Alexandra Ebneter
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Guantánamo – ein Symbol der Rechtlosigkeit Guantánamo Bay im Südosten von Kuba hat einen hervorragenden natürlichen Hafen. Die USA sicherten sich 1903 die Pacht über ein etwa 70 km2 grosses Gebiet. ein Vertrag von 1934 gewährt den USA die Nutzung der Bucht auf unbegrenzte Zeit gegen Bezahlung einer Jahresgebühr von 4085 USDollar. Der dort eingerichtete Militärstützpunkt zur Versorgung der Atlantikflotte wir seit Januar 2002 als völlig ausbruchsicheres Gefangenenlager für internationale Häftlinge im „Krieg gegen den Terror benutzt. Jumah alDossari ist bahrainischer Staatsbürger. Er wurde Ende 2001 in Pakistan festgenommen und nach Kandahar in Afghanistan überstellt, ehe man ihn im Januar 2002 nach Guantánamo brachte. Er gibt an, in USGewahrsam gefoltert worden zu sein. So sei er geschlagen, mit dem Tode bedroht, in Einzelhaft gehalten und extremer Kälte ausgesetzt worden. Jumah alDossari soll seit seiner Festnahme mindestens 12 Selbstmordversuche unternommen haben. Im November 2005 sagte er seinem Anwalt, er habe sich das Leben nehmen wollen, um der Welt zu zeigen, dass die Haftbedinungen in Guantánamo unerträglich seien. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK), die einzige humanitäre Organisation, welche befugt ist, das Lager regelmässig aufzusuchen, hat nach Berichten der New York Times bereits im Juli 2004 in einem vertraulichen Bericht an die USRegierung die angewandten Verhörmethoden als Folter bezeichnet und die Haftbedingungen scharf kritisiert. Auch in wiederholten Medienberichten ist von Folter und unmenschlicher Behandlung die Rede. Nach fünf Jahren des Bestehens des Gefangenenlagers wurden lediglich vier Gefangene angeklagt und nur einem davon, David Hicks, der Prozess gemacht. Eine Untersuchung der Pentagondokumente ergab, dass 55 der nach Guantanamo verbrachten Häftlinge keiner feindseligen Handlung gegen die USA beschuldigt werden. Nur 8 werden beschuldigt, für eine terroristische Gruppierung gekämpft zu haben. Als eine seiner ersten Amtshandlungen als neuer Präsident der Vereinigten Staaten hat Barack Obama am 20. Januar 2009 die Aussetzung aller Verfahren vor dem Militärtribunal verfügt. Die neue Regierung will die Rechtmässigkeit der Verfahren überprüfen lassen. Zwei Tage später unterschrieb er ein Dekret zur Schliessung des Gefangenenlagers innerhalb eines Jahres und ein Dekret zum Verbot „harter Verhörmethoden. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich auf Guantánamo noch 245 Häftlinge in Gewahrsam. Folter Anfang 2004 bestätigte ein PentagonBericht die Foltervorwürfe. Genannt wurden: Drohung von Vernehmungsbeamten gegenüber einem Häftling, seine Familie zu verfolgen Verkleben des Mundes eines Häftlings mit Klebeband wegen des Zitierens von Koranversen Verschmieren von Flüssigkeit im Gesicht eines Häftlings unter Angabe, es handle sich um Menstruationsblut Anketten von Häftlingen in fetaler Position KoranSchändungen Schlafentzug Darüber hinaus wurde die Praxis des so genannten Waterboardings als gängige Verhörmethode bezeichnet, bei der der Eindruck des Ertränkens erzeugt wird. Gefangene berichteten auch über andere Formen schwerer körperlicher und seelischer Misshandlung, bis hin zur Abtrennung von Gliedmassen.