Arbeitsblatt: Ikebanagefäss

Material-Details

Aufgabestellung zum Entwerfen von Ikebanagefässen mit weiss- und schwarzgebranntem Ton. Bildersammlung zu Ikebanagefässen. 2xA3 Seiten im doppelseitigem Layout zum Ausdrucken und Zusammenfalten (=4xA4 Seiten).
Bildnerisches Gestalten
Plastik
12. Schuljahr
4 Seiten

Statistik

43863
987
3
09.08.2009

Autor/in

mugen (Spitzname)
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

ENTWERFEN UND VERWERFEN Der Entwurf als Produkt Entwerfen heisst Generieren und Hinterfragen von Ideen, Dingen, Ereignissen und Bedeutungen sie neu zu interpretieren, wo vorher etwas Anderes war. Der Entwurfsprozess selbst ist ein komplexer Vorgang. Fragen müssen neu gestellt, Probleme eruiert und formuliert, Vorhandenes hinterfragt, Abklärungen und Entscheidungen getroffen, Experimente durchgeführt und überprüft werden. Der Denk- und Bildhorizont im Gebiet, welches sich eröffnen soll, ist noch offen und unübersichtlich, ohne Grenzen, ohne Akzente, ohne Hierarchien. Zugleich wird das Entwerfen mit den Begriffen Suchen und Finden nur unvollständig beschrieben, da das Gesuchte beim Entwerfen noch unbekannt ist. Vorläufig besteht das Suchen im Zusammenhang einer vorhandenen oder angenommenen Problem- AUFGABE: ENTWURF IKEBANA GEFÄSS Entwerft ausgehend von Grundelementen aus den unterschiedlichen Ikebana-Formen ein zweiteiliges Gefäss. Das eine Gefäss wird später in weissem Ton umgesetzt, das andere in schwarzem. Die beiden Objekte sollen in einem Zusammenhang stehen. Wie die Verbindung dieser Teile aussieht ist Gegenstand der Aufgabe. Sie können ineinandergreifen, zusammengestellt werden, Gegensätze oder ein Set bilden etc. Zu neuen Formen kommt Ihr durch Transformieren, Spiegeln, Ansetzen, Wegnehmen und Kombinieren von Elementen. Es ist auch erlaubt, sich von den Grundformen der Ikebana-Gefässe zu entfernen und als Ausgangslage eine Form aus der Natur aufzugreifen (z.B. Fisch, Knospe etc.). Material: Bleistift, Filzstift, Kugelschreiber A4 Papier Zeit: 2 3 Lektionen Benotung: der Gesamtnote der Tonarbeit Kriterien: Ideenreichtum, Innovation Ästhetik der einzelnen Objekte „Organische Verbindung der bei- den Gefässteile Sorgfältige Darstellung stellung vor allem in Fragen, Absichten, Ahnungen oder als Ideen. Im Laufe des Entwurfsprozesses können sich neue, überraschende Lösungen entwickeln. Sobald in der gegebenen Problemstellung ein vorläufiger Ansatz gefunden ist, kann dieser mit dem Gesuchten in Beziehung gesetzt und dadurch erst verdeutlicht und umrissen werden. Entwurfsprozesse verlaufen selten gradlinig – erst im Nachhinein lassen sie sich überblicken und rekonstruieren. Oft ist das Entwerfen von Widersprüchen, Sprüngen und Brüchen durchsetzt. Da erweisen sich diejenigen Momente als entscheidend, wo Entschlüsse getroffen werden, die auf Gesetzmässigkeiten fundieren, welche aus dem spezifischen Entwurfsprozess heraus resultieren. IKEBANA DESIGN IKEBANA Was ist Ikebana Ikebana (Ike arrangieren, hana Blume) ist die japanische Kunst des Blumenarrangierens. Ikebana ist eine eigenständige, ausschliesslich in Japan entwickelte Kunstform. Neben der Teezeremonie, der Kalligraphie, der Dichtkunst und der Musik gehörte sie zwingend zur Ausbildung jedes Adligen. Nageire (hohe Keramikgefässe) Praktiziert wurde sie auch von Samurai und den Priestern der buddhistischen und shintoistischen Klöster. Sie war zunächst nur Männern vorbehalten. Erst im Verlauf der Edo-Zeit (1603-1867) wurden die Frauen des Adels in dieser Kunst unterrichtet. Für den Nageire-Stil werden hohe, schlanke Vasen verwendet. Durch die Form des Gefässes reduziert sich das Blumen- und Zweigmaterial auf nur wenige Elemente. Die heutigen Nageire Arrangements bestechen durch ihr Schlichtheit. Sinn des Ikebana Das Ikebana-Arrangement soll einerseits die Natur in den Lebensraum des Menschen bringen, jedoch gleichzeitig die kosmische Ordnung darstellen. Durch das Arrangement stellt der Gestalter sowohl sein Verhältnis zur Natur als auch seine jeweiligen Gefühle dar, die ihn während des Gestaltens bewegen. In den klassischen Schulen des Ikebana muss auch immer die jeweilige Jahreszeit durch die Auswahl des Materials zu erkennen sein. Im Gegensatz zur dekorativen Form des Blumensteckens in der westlichen Welt, schafft das Ikebana eine Harmonie von linearem Aufbau, Rhythmik und Farbe. Während im Westen die Anzahl und Farbe der Blumen betont und hauptsächlich die Blüten beachtet werden, betonen die Japaner die linearen Aspekte der Anordnung. In dieser Kunst werden ebenfalls Vase, Stängel, Blätter, Zweige sowie auch die Blüten beachtet. Jiyuka (Freestyle Keramikgefässe) Freistil-Arrangements haben keine feste Gestaltungsregel, jedoch fliessen im Grundstil erlernte Elemente in die Realisierung hinein. Eine Vielfalt an verschiedensten Gefässen erlauben ein freies, Gestaltungsformen Moribana (flache Keramikgefässe) Für die Moribana-Stilform werden flache Schalen verwendet. Diese können rund, oval, eckig oder unregelmässig geformt sein. Mit Hilfe eines Kenzan (Blumenigels) werden Zweige und Blumen arrangiert. Wichtig ist ein ebener Boden, um den Kenzan gut positionieren zu können. originelles Arbeiten, immer mit dem Hintergrund, beim Betrachter einen Ueberraschungseffekt oder eine optische Wirkung, die nicht erwartet wurde, zu erzielen. Diese flache Form bietet viele Möglichkeiten, evt. sogar die Kombination von mehreren Gefässen. Beim Moribana unterscheidet man in allen Schulstilen die „aufrechte und die „geneigte Form mit zusätzlich unterschiedlichen Variationen. Shoka/Rikka (V-förmige Keramikgefässe) Rikka-Arrangements sind die ursprünglichste Form der Blumenstellkunst. Die vereinfachte Form dieser Rikkas sind die Shoka- Arrangements, die ebenfalls in meist V-förmigen Gefässen mit ei- nem Einsatz für den Kenzan (Blumenigel) gearbeitet werden. Auch hier soll die Linie der Zweige, die Blumen und das Beimaterial wirkungsvoll zur Geltung kommen.