Arbeitsblatt: Industrialisierung, soziale Frage

Material-Details

Wem nützt die Industrialisierung? Karl Marx
Geschichte
Neuzeit
8. Schuljahr
5 Seiten

Statistik

4424
2006
154
12.02.2007

Autor/in

Panagiota Sotiropoulos
Imfeldstrasse 99
8037 Zürich

0765114146
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Die Industrialisierung Wem nützt die Industrialisierung? Sozialform: Einzelarbeit Zeit: 25 min Ziel: Du kennst die Begriffe Bourgeoisie und Proletariat Du weißt wer Karl Marx war und kennst seine Forderungen Du vergleichst die Forderungen von Karl Marx mit denen von Papst Leo XIII Info: Die Erfindung der Maschinen gab den Menschen die Chance zu einem besseren, angenehmeren Leben. Man konnte mehr Stoffe, mehr Eisen und mehr Kohle herstellen. Man konnte besser Handel treiben und reisen. Mehr Getreide gedieh auf den Feldern. Aber nur ein kleiner Teil der Menschen profitierten offenbar von diesen Neuerungen. Einem grossen Teil dagegen, nämlich den Fabrikarbeitern, schien es schlechter zu gehen als zuvor. Die Unterschiede zwischen Arm und Reich schienen grösser als je zuvor. Daher wurde die industrielle Entwicklung und besonders die Lage der Arbeiter kritisch beurteilt. Einer der bedeutendsten und wirkungsvollsten Kritiker war der deutsche Philosoph und Wirtschaftswissenschaftler Karl Marx (1818-1883). Auftrag: 1. a) Lies den Text „Die Forderungen nach sozialen Reformen und das Rundschreiben von Papst Leo XIII. b) Stelle einen Vergleich her. Auswertung: Vergleiche mit dem Lösungsblatt Material: Info – Blatt Arbeitsblatt Lösungsblatt Die Industrialisierung Die Forderungen nach sozialen Reformen und/oder nach sozialistischer Revolution Karl Marx „Die Geschichte aller bisherigen Gesellschaften ist die Geschichte von Klassenkämpfen. Freier und Sklave, Baron und Leibeigener, Zunftbürger und Gesell, kurz, Unterdrücker und Unterdrückte standen in stetem Gegensatz zueinander und führten einen ununterbrochenen, bald versteckten, bald offenen Kampf. Unsere Epoche zeichnet sich dadurch aus, dass sie die Klassengegensätze vereinfacht hat. Die ganze Gesellschaft spaltet sich mehr und mehr in zwei grosse, feindliche Lager, in zwei grosse, einander direkt gegenüberstehende Klassen: Die Bourgeoisie („bourgeois auf französisch für „bürgerlich; gemeint sind die Fabrikanten, Unternehmer, Arbeitgeber, Besitzenden) und das Proletariat (das Wort stammt vom lateinischen „proles, was soviel bedeutet wie „Nachkommenschaft; gemeint sind die Fabrikarbeiter, Arbeitnehmer, Besitzlose). Die Bourgeoisie besitzt sämtliche Produktionsmittel (d.h. die Maschinen) sowie Verkehrsmittel, während die besitzlosen, versklavten Arbeitermassen des Proletariats in den Fabriken zusammengedrängt und soldatisch organisiert werden. Sie sind die Knechte der Bourgeoisie, sie sind täglich und stündlich geknechtet von der Maschine. Das Proletariat muss eines Tages durch eine Revolution die politische Gewalt ergreifen um eine neue Organisation der Arbeit aufzubauen. Der Bourgeoisie werden sodann alles Kapital (Geld) sowie alle Produktions- und Verkehrsmittel entrissen und verstaatlicht (d.h. der Staat, mit dem Proletariat jetzt anstelle der Bourgeoisie an der politischen Macht, erlangt Besitz und Kontrolle über Kapital, Produktions- und Verkehrsmittel und verteilt diese neu). Diese proletarische Revolution wird das Ende der Zweiklassengesellschaft bedeuten, an deren Stelle eine Gemeinschaft mit freien Entwicklungsmöglichkeiten eines jeden treten wird. Aber wir haben nicht behauptet, dass die Wege, um die proletarische Revolution durchzuführen überall dieselben seien. Wir wissen, dass man die Institutionen, die Sitten und die Traditionen der verschiedenen Länder berücksichtigen muss, und wir leugnen nicht, dass es Länder gibt wie Amerika oder England, wo die Arbeiter auf friedlichem Weg zu ihrem Ziel gelangen können. Wir müssen aber auch anerkennen, dass in den meisten Ländern der Die Industrialisierung Hebel unserer Revolution die Gewalt sein muss; die Gewalt ist es, an die man eines Tages appellieren muss, um die Herrschaft der Arbeit zu errichten. (aus: „Das kommunistische Manifest, 1848) Die Industrialisierung Papst Leo XIII Aus einem Rundschreiben von Papst Leo XIII über die Arbeiterfrage (1891): «Allmählich sind die Arbeiter der Herzlosigkeit reicher Besitzer schutzlos überantwortet worden. Durch den Eigennutz von Arbeitgebern, welche die Arbeiter masslos ausbeuten und nicht wie Menschen, sondern wie Sachen behandeln, ist eine unwürdige Lage entstanden, die beendet werden muss. Der Lohn darf nicht so niedrig sein, dass er für den Lebensunterhalt eines genügsamen, rechtschaffenen Arbeiters nicht ausreicht Jedoch wäre es falsch, das Verhältnis zwischen der besitzenden und der unvermögenden, arbeitenden Klasse so darzustellen, als ob zwischen ihnen von Natur ein unversöhnlicher Gegensatz bestehe, der sie zum Kampf aufrufe Ganz das Gegenteil ist wahr Zwischen beiden Klassen soll ein gewisses Gleichgewicht bestehen. Die eine hat die andere durchaus nötig. Der Besitz ist auf Arbeit angewiesen und die Arbeit auf Besitz» Welches sind Gemeinsamkeiten zwischen Karl Marx und Papst Leo XIII? Wo unterscheiden sich die Ideen von Karl Marx und Papst Leo XIII? Die Industrialisierung Lösungsblatt zum Posten 4.2. Gemeinsamkeiten Papst Leo XIII und Karl Marx sind beide der Meinung, dass die Gegensätze und das Reichtumsgefälle zwischen der Bourgeoisie sowie dem Proletariat ein gesundes Mass überschritten haben. Beide finden, dass das Proletariat ökonomisch (finanziell) entschieden besser gestellt werden muss und dass die einzelnen Fabrikarbeiter in ihrer Würde besser respektiert werden müssen. Unterschiede das Proletariat muss gemäss Leo mit friedlichen Mitteln für seine gerechtfertigten Ziele kämpfen und die Zweiklassengesellschaft soll erhalten bleiben. bei Marx kommen für das Proletariat je nach Situation friedliche Mittel oder aber auch pure Gewalt in Frage um die angestrebten Veränderungen herbeizuführen. Die ganze bestehende Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung mit den beiden Klassen (Bourgeoisie und Proletariat) soll gestürzt werden.