Arbeitsblatt: Edgar Allan Poe

Material-Details

Ein Hintergrundtext zu Edgar Allan Poe und seinem Wer "Das verräterische Herz".
Deutsch
Leseförderung / Literatur
7. Schuljahr
2 Seiten

Statistik

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26.08.2009

Autor/in

Roman Hofer
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Edgar Allan Poe: Tell Tale Heart – Das verräterische Herz Edgar Allan Poe wurde als Sohn der Schauspielerin Elizabeth Poe, geb. Arnold, verwitwete Hopkins, und des Schauspielers David Poe in Boston geboren. 1811 starb seine Mutter nach längerer Leidenszeit an Tuberkulose. Sein Vater David, dem man Neid auf den Erfolg seiner Frau nachsagte, hatte die Familie bereits 1810 verlassen und war spurlos verschwunden. Edgar Poe wurde von der Familie Allan adoptiert. Das Verhältnis zwischen seinem Ziehvater John Allan und Poe stand bis zu Poes Weggang von seinen Adoptiveltern unter keinem guten Stern. Ständige Geldsorgen und Poes künstlerische Neigungen vertrugen sich nicht mit den Vorstellungen des Tabakhändlers Allan. Als Edgar Allan sechs Jahre alt war, zog seine Familie vorübergehend nach Schottland. Ausbildung Im Winter 1815 ging Poe auf die Old Grammar School in Irvine, Schottland, von wo er mit acht Jahren auf ein Internat (Manor House, Stoke Newington) in der Nähe Londons wechselte. Im Jahr 1820 beendete er den dortigen Schulbesuch und zog mit der Familie nach New York. Mit 17 Jahren besuchte Poe die Universität von Virginia in Charlottesville. Bereits ein halbes Jahr später brach er sein Studium allerdings wieder ab. Im darauf folgenden Jahr schrieb er sich in die US Army unter dem Namen Edgar A. Perry ein. Er erreichte den Dienstgrad eines Sergeant Major und verließ die US Army, um im Juni 1830 erneut auf die US Military Academy nach West Point zurückzukehren. 1831 verließ er die Akademie und ging nach Baltimore. Eigentlich sollte er nun eine Lehre bei seinem Pflegevater David beginnen, doch er hatte andere dichterische Ambitionen und so kam es zum Bruch zwischen den beiden. Mittlerweile hatte er auch seinen ersten Gedichtband veröffentlicht. Heirat und Exzesse 1836 heiratete er seine 13jährige Cousine Virginia Clemm in Richmond. Mehrere Engagements bei Zeitungen wechselten in rascher Folge. 1847 starb seine Ehefrau. Ab 1848 reihten sich mehrere Bekanntschaften aneinander, Nancy Richmond, Sarah Helen Whitman, Sarah Elmira Royster. Vermutlich versuchte Poe mehrfach Selbstmord zu begehen. Die Droge seiner Wahl war, neben diversen Alkoholika, Laudanum, eine Mixtur, die neben Alkohol und Opium noch andere psychoaktive Substanzen enthalten kann. Auf Opium im Speziellen lassen Anspielungen in seinem Werk schließen (u.a. Der Fall des Hauses Usher). Am 7. Oktober 1849 starb Poe in einem Hospital (möglicherweise an Sepsis), nachdem er hilflos auf der Straße aufgefunden worden war. Es existiert die Theorie, wonach Poe das Opfer so genannter Wahlschlepper geworden ist. Diese brachten anlässlich politischer Wahlen Menschen auf der Straße in ihre Gewalt, betäubten diese und zwangen sie unter Androhung von Gewalt, für einen bestimmten Politiker zu stimmen. Poe geriet kurz vor seiner Ankunft in Baltimore direkt in einen Wahlkampf. Andererseits galt Poe als Quartalssäufer und als krankhaft empfindlich. Gemäß einer neueren Theorie (1996) jedoch starb er an Tollwut. Dass Poe in den USA so nachhaltig verdammt wurde und als zügellos und alkoholabhängig hingestellt wurde, liegt auch an seiner Feindschaft mit den führenden Literaten und Verlagen seiner Zeit, die er immer wieder in bissigen und harten Satiren angriff. Sein Nachlassverwalter, Rufus Wilmot Griswold ein konservativer Christ sorgte weiter dafür, dass sich das Bild Poes als eines trinksüchtigen Sünders in den USA verfestigte. Erst durch die Franzosen Charles Baudelaire und Stéphane Mallarmé, die zahlreiche Werke Poes übersetzten, wurde Poe in Europa bekannt und auf diesem Umweg auch in den USA als bedeutender Autor anerkannt. Baudelaire schreibt: In der Literatur jedes Landes gibt es Männer, in deren Stirnfalten . das Wort Pech geschrieben steht. .Doch wenn man ihr Leben aufmerksam prüft, findet man Talente in ihnen, Tugenden, Begnadung. Die Gesellschaft bricht über sie den Stab und schließt auf charakterliche Laster, die nur aus der Verfolgung durch die Gesellschaft entstanden sind. .(.) haben in mir die Überzeugung reifen lassen, dass die Vereinigten Staaten für Poe einen großen Käfig bildeten und dass er sein ganzes Leben über die heftigsten Anstrengungen machte, dem Einfluss dieser Atmosphäre zu entfliehen. Das verräterische Herz Der Protagonist erzählt detailliert von seinem Plan und dem Vorgehen bei der Ermordung eines alten Mannes, dessen Blicke er nicht ertragen kann. Der Mord gelingt. Er verbirgt den Leichnam unter den Fußbodendielen im Schlafzimmer des Ermordeten. Drei Polizisten werden von den Nachbarn aufgrund der beim Mord entstandenen Geräusche geschickt, um nach dem Rechten zu sehen. Der Mörder überzeugt die Polizisten davon, dass nichts vorgefallen sei, glaubt jedoch den überlauten Herzschlag des Ermordeten zu hören. Er verrät sich im völligen Wahn der Polizei, da er der nervlichen Belastung nicht länger standhält. Wirkung und Interpretation Die Erzählung zeichnet sich aus durch die immense Spannung, die der IchErzähler mit Hilfe von quälender Langsamkeit und eingestreuten Verzögerungen des Berichts der Mordtat erzeugt. Dabei werden Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Erzählers geweckt, der sich selbst als Insasse einer Anstalt ausweist und immer wieder eine Geisteskrankheit abstreitet, was beim Leser die gegenteilige Meinung provoziert. Ein Grund für den Mord außer der angeblichen Abscheulichkeit des Auges des alten Mannes wird nie genannt. Der Erzähler versucht seine Tat dadurch zu rechtfertigen, dass der alte Mann ihn mit seinem bösen Blick verhext haben soll. Die dadurch entstehende Zweideutigkeit einerseits die Anspielungen auf übersinnliche Mächte, andererseits eine eventuelle Geisteskrankheit des Erzählers könnte durchaus Poes Absicht gewesen sein. Eine andere Interpretationsmöglichkeit ist, dass sich letzten Endes das Gewissen des Mörders meldet, welches das Herz des Ermordeten wieder schlagen lässt und so den Erzähler zum Eingeständnis seiner Tat zwingt.