Arbeitsblatt: Zeitzonen

Material-Details

Infotext zur Entstehung der Zeitzonen
Geographie
Kartographie / Gradnetz
8. Schuljahr
3 Seiten

Statistik

4526
1719
59
15.02.2007

Autor/in

Corina Götschmann


Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

ZEITZONEN Eine Zeitzone ist ein Abschnitt der Erdoberfläche, auf dem zu einem gegebenen Zeitpunkt die gleiche Uhrzeit und das gleiche Datum gilt. Bei der Bildung der Zeitzonen besteht das Bestreben, einerseits den Tag am Gang der Sonne (Erdrotation) auszurichten und andererseits Gebiete mit einheitlicher Zeit zu definieren, zwischen denen ein leicht zu berechnender Zeitversatz (meist 1 Stunde) besteht. Dies könnte erreicht werden, indem man die Zeitzonen als Gebiete zwischen zwei Geographischen Längen mit einem Abstand von 15 definiert. Um der administrativen und kulturellen Zusammengehörigkeit bestimmter Gebiete aber Rechnung zu tragen, wurde bei der Bildung der tatsächlichen Zeitzonen von diesen Linien abgewichen. Für die Antarktis, die theoretisch in 24 Zeitzonen liegen würde, wurde sogar komplett die Koordinierte Weltzeit („UTC) festgelegt. Entstehung Ursprünglich verfügte jeder größere Ort über seine eigene Uhrzeit, die nach der Sonne synchronisiert wurde. Wenn die Sonne ihren höchsten Punkt über dem Horizont erreichte, war es 12 Uhr mittags. Reist man mit dem Finger auf der Landkarte Richtung Osten, dann schreitet man in der Zeit voran, in Richtung Westen dagegen dreht man die Zeit zurück. Dieser Zeitreise ist jedoch eine Grenze gesetzt, die so genannte Datumsgrenze. Überschreitet man sie Richtung Osten, gewinnt man einen Tag hinzu, in Richtung Westen verliert man einen Tag. Die Vielfalt der lokalen Zeitrechnungen, die obendrein mit sehr unterschiedlicher Genauigkeit erfolgte, bereitete schon lange vor Aufkommen der Eisenbahnen Probleme, die sich jedoch nur wenig im Alltagsleben zeigten. In den 1840-1860er Jahren wurden in fast allen Europäischen Ländern landesweit einheitliche Zeitenzonen festgelegt. Diese folgten jedoch keinem festen Raster, sondern waren meist auf die Lokalzeit der jeweiligen Hauptstadt bezogen. Mit der Entstehung grenzüberschreitender Bahnlinien wurde für die jeweilige Strecke eine bestimmte Zeit verwendet, was dazu führte, dass die Ortszeit von der Bahnzeit abwich beim Zusammentreffen mehrerer Strecken entsprechend viele, teilweise nur um Minuten verschiedene Zeiten. So wurde die Gestaltung von Reiseplänen zu einer komplizierten Fleißarbeit. Der Antrieb, die Zeitzonen zu vereinheitlichen und zu systematisieren kam daher vor allem von den Bahngesellschaften. Ein weltweites Zeitzonensystem wurde zuerst 1879 vom kanadischen Eisenbahningenieur Sir Sandford Fleming (1827–1915) als Eisenbahnzeit vorgeschlagen. Dies führte nach einigen vorbereitenden internationalen Konferenzen auf der Internationalen Meridiankonferenz im Oktober 1884 in Washington D.C. dazu, dass die Erde zunächst in 24 Stundenzonen von je 15 Längengraden aufgeteilt wurde. Die Differenz zwischen jeder Zone betrug damit 60 Minuten oder eine Stunde und somit 23 Stunden maximal zu der jeweils rückwärts gesehenen, ersten Zeitzone. Auf dieser Konferenz einigte man sich auf den 1883 zur Berechnung der Weltzeit festgesetzten Greenwich-Meridian als Nullmeridian. Einführung in der Schweiz In der Schweiz wurde bereits mit der Gründung des Bundesstaates 1848 eine einheitliche Zeit eingeführt. Da damals nur Bern und Genf über ausreichend genaue Sternwarten verfügten, wurde die Berner Zeit verwendet. Ab dem Jahr 1859 erfolgte die Ermittlung in der neuen Sternwarte in Neuenburg bei Genf, weiterhin jedoch auf Basis der Berner Ortszeit. Da Bern auf 7,5 Grad östlicher Länge liegt, ergab sich ein Verzug von 30 Minuten gegenüber der MEZ. Zumindest in einigen Orten wurde parallel die Ortszeit weiter verwendet, so hatte der Genfer Inselturm beispielsweise um 1880 drei Uhren: Die Rechte zeigte die Berner Zeit, die Mittlere zeigte die Ortszeit (Bern -5 Minuten), das linke die Zeit von Paris bzw. die der Bahnlinie nach Paris (Berner Zeit -20 Minuten). Bedingt durch die verbindliche Einführung in Deutschland und Österreich, erließ der Berner Regierungsrat am 18. Mai 1894 eine Weisung, nach der zur Vermeidung einer verwirrenden Zweispaltigkeit der Zeitbestimmung [.] diese mitteleuropäische Zeit auch für das bürgerliche und amtliche Leben eingeführt werden, und es sollten sämtliche öffentlichen Uhren (Kirchenuhren und andere) auf den 1. Juni nächsthin um 30 Minuten vorgerückt werden. Dieser Wechsel wurde von den anderen Kantonen zum gleichen Datum nachvollzogen. Die Pariser-Uhr am Genfer Inselturm blieb noch bis in die 1940er Jahre aktuell, da Frankreich erst am 10. März 1911 von Pariser auf Westeuropäische Zeit wechselte, und erst unter der deutschen Besetzung ab 1940 die Mitteleuropäische Zeit übernahm. Die heutige Situation Heute sind die Zeiten in den verschiedenen Zeitzonen an die Koordinierte Weltzeit (UTC) angekoppelt, die damit die Funktion der Greenwich Mean Time (GMT) übernommen hat. Genau wie Letztere ist auch die UTC nach dem nullten Längengrad ausgerichtet, dieser verläuft durch Greenwich/London. Die Zeiten in den anderen Zeitzonen ergeben sich durch Hinzufügen oder Abziehen einer (meistens) ganzzahligen Anzahl von Stunden, je nach ihrem (mittleren) Abstand vom so genannten nullten Längengrad. Jedem Land wird eine Zeitzone zugeordnet. Länder mit sehr großer Ost-WestAusdehnung haben mehrere Zeitzonen. So ist zum Beispiel Russland über elf Zeitzonen verteilt, die USA über sechs, Kanada über fünf, Brasilien über vier, sowie Australien und Mexiko über drei Zeitzonen. China hingegen hat trotz seiner großen Ost-WestAusdehnung nur eine Zeitzone. Die Zeitzonen bezogen auf Mitteleuropäische Zeit (MEZ). Bei Mitteleuropäischer Sommerzeit (MESZ) müssen Sie -1 addieren, d.h. 2 wird zu 1, 1 zu 0, -6 wird zu -7