Arbeitsblatt: Sagen

Material-Details

Solothurner Sagen, allgemein alles über Sagen und Lektionen über den Dialekt und das Hochdeutsche
Deutsch
Gemischte Themen
5. Schuljahr
7 Seiten

Statistik

45358
389
9
07.09.2009

Autor/in

flipe (Spitzname)
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Verschiedene Erzählungen Fabel: Eine Fabel ist eine Geschichte, in der hauptsächlich Tiere und manchmal auch Pflanzen vorkommen. Am Ende einer Fabel kommt, wie auch bei Geschichten üblich, eine Belehrung fürs Leben. 1 Der Rabe und der Fuchs Im Schnabel einen Käse haltend, hockt auf einem Baumast Meister Rabe. Von dieses Käs es Duft herbeigelockt, spricht Meister Fuc hs, der schlaue Knabe: Ah, Herr von Rabe, guten Tag! Ihr seid so nett und von so feinem Sc hlag! Entspricht dem glänzenden Gefieder auch noch der Wohlklang Eurer Lieder, dann seid der Phönix Ihr in diesem Waldrevier. Dem Raben hüpft das Herz vor Lust. Der Stimme Zier möc ht er nun lassen schallen; er tut den Schnabel auf und läss den Käse fallen. Der Fuc hs nimmt ihn und pricht: Mein Freundchen, denkt an mich! Ein jeder Schmeichler mästet sich vom Fette dessen, der ihn gerne hört. Name:_ Die Lehre sei dir einen Käse wert! Der Rabe, scham- und reuevoll, schwört, etwas spät, dass ihm so was nie mehr passieren soll. Märchen Ein Märchen ist eine Geschichte, in der Menschen aber auch Tiere vorkommen. Das beste Beispiel dafür sind die Märchen der Gebrüder Grimm. In den Märchen kommt eine so genannte Moral der Geschichte vor. 2 Hänsel und Gretel Es waren einmal 2 Kinder die von den Eltern im Wald ausgesetzt wurden. Auf der Suche nach dem Heimweg kamen sie zu einem Knusperhäuschen aus Schokolade und Süßigkeiten, naschten davon, dann kam die böse Hexe und sperrte den Hänsel ein, den sie später essen wollte. Doch Gretel nützte eine günstige Situation und stieß die Hexe in den Ofen. Die Kinder waren frei, nahmen Schmuck und Edelsteine der Hexe mit und flüchteten zurück in ihr zuhause. Name:_ Legende Eine Legende ist eine Geschichte, in der sagenhafte Dinge geschehen und Menschen, Götter wie auch ab und zu Tiere vorkommen. Die Menschen benutzten früher Legenden um Sachen zu erklären, die sie selbst noch nicht verstehen konnten. Auch bei der Legende gibt es meistens ein gutes Ende. 3 Name:_ 1. Definition Sammelbezeichnung für mündlich überlieferte Erzählungen, deren Anspruch auf Wahrheit grösser als beim Märchen ist. Sagen knüpfen stets an realen Gegebenheiten an, gestalten diese fantasievoll aus und steigern sie zumeist ins WunderbarPhantastische. Sie hängen meist eng mit geschichtlichen Ereignissen zusammen. Die heutige Verwendung des Begriffs Sage als Bezeichnung für eine Erzählung von Begebenheiten, die historisch nicht bezeugt sind, setzt die Sage mit Fiktion gleich. 2. Merkmale Die Sage beruht auf mündlicher Überlieferung anonymer Verfasser. Sie wurde nicht, wie fälschlicherweise angenommen wird, vom Volk gedichtet. Die meisten Sagen entstehen durch die gewollte Überlieferung geschichtlicher Ereignisse. Manchmal schrieben Verfasser eine Sage auch mit dem Ziel, den Personen beizubringen, nichts Falsches zu tun. In die Sage gehört auch die Vermenschlichung von 4 Name: und. In jeder Sage ist ein vorhanden. Sie konfrontiert einen einzelnen Menschen mit einem einzelnen Ereignis. Während der Märchenheld von seiner Natur und guten Mächten geleitet die Gefahr besteht, muss sich der Sagenheld aus eigener Kraft und sittlichen Entscheidungen durchsetzen. Von jeder Sage gibt es mehrere Versionen, weil jeder Erzähler inhaltlich Die Sage ist im Unterschied zum Märchen an Ort und Zeit gebunden und knüpft an ein 5 Name:_ bestimmtes Ereignis an. Auch die Personen haben meist einen bestimmten Namen. Meist hat die Sage einen wahren geschichtlichen Kern. Historische Ereignisse, von denen die Sage berichtet, liegen meist zeitlich weit zurück. Sie setzt den Glauben der Zuhörer voraus. Denn wenn jemand die Sage nicht glaubt, wird er sie auch nicht weitererzählen. Jedes Volk und jedes Gebiet hat seine Sagen, auch der Kanton Solothurn. - Die Sage hat oft ein , aber es gibt auch einige mit gutem Ende. 6 Name:_ 3. Vertreter von Sagen Es gibt keine eigentlichen Vertreter von Sagen. Die Volkserzählungen wurden recht spät von meist regionalen Autoren gesammelt und schriftlich festgehalten. Als Beispiel erwähnen wir: „Solothurner Sagen, gesammelt und aufgezeichnet von Elisabeth Pfluger 1975. 4. Verschiedene Sagentypen a) Diese Sagen handeln sich um Naturvorgänge, die ins Menschenleben eingreifen und furchterregend oder segenbringend wirken. Beispiel: „E Stollenwurm Solothurn) b) 7 Name:_ Diese Sagen erzählen grausame Geschehnisse im Zusammenhang mit Hexenglauben und Träumen. Beispiel: „Ufem Zälgeprütschlistäg c) In diesen Sagen geht es um bestimmte Orte. Beispiel: „Di hööchi Brugg d) Diese Sagen erzählen von geschichtlichen Ereignissen, Personen und Familien. Beispiel: „Der schwarze Tod Kappel) e) 8 Name:_ Diese Sagen berichten über aussergewöhnliche Gestalten. f) Der Mythos oder die Göttersagen Diese Sagen handeln vom Leben und Handlungen der heidnischen Götter. 9 Name:_ 5. Wie wurden Sagen weitergegeben und überliefert? Die meisten Sagen entstanden bereits vor vielen Jahrhunderten. In früheren Zeiten war das Verbreiten von Nachrichten und Neuigkeiten noch nicht so einfach wie heute. Es gab noch keine Zeitungen, kein Radio, kein Fernsehen und natürlich auch kein Internet. Wandergesellen, Schauspielergruppen, die übers Land zogen, und Flugblattverkäufer übernahmen häufig diese Aufgabe und verbreiteten viele Neuigkeiten und Geschichten. Beim Weitererzählen veränderten die Erzähler die Geschichten immer wieder durch Ausschmückungen, Ergänzungen oder Übertreibungen. Den Kern der Geschichte, die genauen Angaben über die beteiligten Personen, den Ort und die Zeit veränderten die Erzähler jedoch nicht, damit das Erzählte auch glaubwürdig blieb. Gruppenarbeit (3-er, oder 4-er Gruppen): 10 Name:_ Jede Gruppe erhält eine Solothurner Sage Elisabeth Pfluger) Bi der Zofigerbrugg D Seelebueche am Meierain Ufem Zälgeprütschlistäg Der chybig Dolder Di hööchi Brugg S Karlisloch und der Trauebach Der Chaarerhans und sGhölchrüz Auftrag 1: Lest die Sage einzeln leise durch und besprecht anschliessen gemeinsam den Text. Gibt es noch Unklarheiten, die besprochen werden müssen? Nach einer Viertelstunde besprechen wir dies gemeinsam in der Klasse. Notizen: 11 Name:_ 12 Name:_ Auftrag 3: Wählt aus der Sage eine kurze Passage aus. Versuche diese Passage in die Standartsprache Hochdeutsch) zu übersetzen. 13 Name:_ Unterschiede zwischen der Standartsprache und dem Dialekt: Sucht Unterschiede 14 Name:_ Auftrag 3: Wählt aus der Sage eine kurze Passage aus. Lest diese Passage euch gegenseitig laut vor. sehr präzise lesen) 15 Name:_ Frage: Wie wisst ihr, wie welche Wörter ausgesprochen werden müssen? Lest ihr vor, was ihr effektiv lest, oder ergänzt ihr mit eigenen Ideen? Lest ihr aus dem Bauch heraus? Notizen: 16 Name:_ Zeit: Besprechung nach 30 Minuten Wie liest man einen solchen Text laut? 17 Name:_ 6. Wie wird eine Sage richtig ausgesprochen? Bekanntlich hat jedes Dorf seine Eigenheiten in der Aussprache und Betonung, im Wortschatz, den Wendungen und der Satzmelodie. Die Texte spiegeln stets die Sprache des Erzählers, mit der Fülle oder Kargheit seines Ausdruckes und den typischen Wörtern und Wendungen seines Dialektes. Sie wählte ungefähr die Mitte zwischen alter und neuer Mundartschreibweise. 18 Name:_ Wo st seht, muss man stets scht lesen. Mit Vokalverdoppelungen ging sie möglichst sparsam um und verwendete, in Anlehnung an die Schriftsprache, auch das Dehnungsh. – ie wird auch ie gelesen; steht für langes i. Aus dem Buch „ Solothurner Sagen von Elisabetz Pfluger Hast du noch eigenen Erkenntnisse? 19 Name:_ Im Hochdeutschen: Das Lautprinzip (phonetisch-phonologisches Prinzip) Faustregel: Schreibe, wie du sprichst. Aber sprich deutlich und sprich Hochdeutsch! Problematisch sind mundartliches und undeutliches Sprechen und ungenaues Hinhören. Das Lautprinzip ist das Hauptprinzip der Rechtschreibung, denn wir haben eine Lautschrift. 26 Buchstaben des lateinischen Alphabets stehen für mindestens 42 Laute, die darüber hinaus noch in der Aussprache variiert werden, zur Verfügung. Dazu kommen die Umlautbuchstaben Ä/ä,Ö/ö,Ü/ü und das ß. Manche Laute werden deshalb mit Buchstabengruppen geschrieben wie ch, ck, sch, au, ei, . 20 Name:_ Dem Lautprinzip folgt auch die Trennung am Zeilenende: Es wird nach Sprechsilben getrennt. Das gilt jetzt durchgehend; so können auch Fremdwörter nach Silben getrennt werden und daneben wie in der Fremdsprache (Pädagoge Pädagoge). Auftrag 4: Sucht Wörter, die die ganze Gruppe nicht verstehen. Welche sind es? 21 Name:_ Auftrag 5: Ist das problematisch? Was macht ihr mit solchen Wörtern? Wie versteht ihr die Sage trotzdem? Kann man den Text trotz unverstandenen Wörtern verstehen? Sucht in der Gruppe nach Lösungen und Antworten. 22 Name:_ 23 Name:_ 7. Elisabeth Pfluger (aus Wikipedia) Elisabeth Pfluger (* 21. Oktober 1919 in Härkingen) ist eine Schweizer Schriftstellerin und Sagensammlerin. Sie sammelt seit ihrer Schulzeit Zeugnisse aus der solothurnischen Volkskultur, insbesondere in Form von Sagen, Anekdoten und Sprüchen, und hat diese in zahlreichen Aufsätzen und Büchern veröffentlicht. Elisabeth Pfluger gab zudem von 1983 bis 2006 den volks- und landeskundlichen Solothurner Kalender heraus. Bis 1981 wirkte sie als Lehrerin, zuerst in Neuendorf SO und ab 1949 in der Stadt Solothurn. Sie ist die Schwester des Heimatforschers Jules Pfluger. Von ihrem 1972 erschienen Buch Solothurner Sagen schrieb der damalige solothurnische Landammann Franz Josef Jeger, dass es der Autorin damit gelungen sei, das reiche Sagengut des Solothurner Volkes vor dem Abgleiten in die Vergessenheit zu bewahren. 24 Name:_ Diesem ersten Sagenband, herausgegeben vom Regierungsrat des Kantons Solothurn, folgten 1984 die Solothurner Geschichten und 1986 Solothurner Geistersagen, beide im Aare Verlag erschienen, sowie 2004 in der Schriftenreihe der Zentralbibliothek Solothurn Settigi Sache gids, ein weiterer Band mit Geister- und anderen unheimlichen Sagen. Neben diesen Marksteinen in Elisabeth Pflugers sagensammlerischer Tätigkeit stehen verschiedene weitere Veröffentlichungen mit Geschichten, Anekdoten und Spruchweisheiten. 25 Name:_ 8. Methoden im Umgang mit Unverstandenem: Clés magiques: 26 Name:_ 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 27 Name:_ Andere Methoden: 28 Name:_ 9. Übersetzung in den eigenen Dialekt Auftrag 6: Übersetze eine Passage deiner Sage in dein eigenes Dialekt. Der Text darf in unseren Ohren nicht mehr fremd klingen. Achte besonders auf die Vokale, auf Endungen, etc. 29 Name:_ Auftrag 7: 30 Name:_ Lies mit deinem Pultnachbar deinen Text laut vor und prüft ihn gegenseitig kritisch. Wenn du mit deinem Ausschnitt beendet hast, hör deinem Pultnachbarn genau zu. Was für Erkenntnisse hast du gewonnen? Gibt es Ähnlichkeiten zu dem Text deines Pultnachbarn? Auftrag 8: Gibt es gewisse Regeln im Mundart? Versuche in der Gruppe gewisse Regeln auszumachen und halte sie fest! 31 Name:_ 32 Name:_ 10. Zu einem Foto eine Sage erfinden und diese vortragen. Auftrag 9 Partnerarbeit) Suche im Internet ein Bild eines Naturphänomens. Versuche in einer von dir erfundenen Sage zu erklären, wie dieses Naturphänomen entstand. Berücksichtige dabei die Merkmale der Sage und baue einige in deiner Sage ein. Wenn du die Sage geschrieben hast, studiere sie ein. Versuche die Sage verständlich, wenn möglich auswendig, zu erzählen. Vielleicht kannst du ja noch ein kleines Rollenspiel zu deiner Sage erfinden? Das Vortragen wird von der LP und den bewertet. Viel Spass 33 Name:_ Ein Beispiel: Erkennst du die Hexe am Felsen? Welche Sage könnte dahinter stecken? Erfinde sie und schreibe sie auf. Überlege: Woher kam die Frau? Was hat sie Böses getan? Mit wem traf sie zusammen? Welches Ereignis liess sie versteinern? Warum gerade an dieser Stelle? Wie wurde sie zur Hexe? 34 Name:_ Zeit: ca. 2 3 Lektionen Deutsch Thema Sagen (Lösung) 1. Definition 35 Name:_ Sammelbezeichnung für mündlich überlieferte Erzählungen, deren Anspruch auf Wahrheit grösser als beim Märchen ist. Sagen knüpfen stets an realen Gegebenheiten an, gestalten diese fantasievoll aus und steigern sie zumeist ins Wunderbar-Phantastische. Sie hängen meist eng mit geschichtlichen Ereignissen zusammen. Die heutige Verwendung des Begriffs Sage als Bezeichnung für eine Erzählung von Begebenheiten, die historisch nicht bezeugt sind, setzt die Sage mit Fiktion gleich. 2. Merkmale Die Sage beruht auf mündlicher Ueberlieferung anonymer Verfasser. Sie wurde nicht, wie fälschlicherweise angenommen wird, vom Volk gedichtet. Die meisten Sagen entstehen durch die gewollte Ueberlieferung geschichtlicher Ereignisse. Manchmal schrieben Verfasser eine 36 Name:_ Sage auch mit dem Ziel, den Personen beizubringen, nichts Falsches zu tun. In die Sage gehört auch die Vermenschlichung von Pflanzen und Tieren. In jeder Sage ist ein Konflikt vorhanden. Sie konfrontiert einen einzelnen Menschen mit einem einzelnen Ereignis. Während der Märchenheld von seiner Natur und guten Mächten geleitet die Gefahr besteht, muss sich der Sagenheld aus eigener Kraft und sittlichen Entscheidungen durchsetzen. Von jeder Sage gibt es mehrere Versionen, weil jeder Erzähler inhaltlich etwas dazugetan oder weggenommen hat. Die Sage ist im Unterschied zum Märchen an Ort und Zeit gebunden und knüpft an ein bestimmtes Ereignis an. Auch die Personen haben meist einen bestimmten Namen. Meist hat die Sage einen wahren geschichtlichen Kern. Historische Ereignisse, von denen die Sage berichtet, liegen meist zeitlich weit zurück. Sie setzt den Glauben der Zuhörer voraus. Denn wenn jemand die Sage nicht glaubt, wird 37 Name:_ er sie auch nicht weitererzählen. Jedes Volk und jedes Gebiet hat seine Sagen, auch das Senseland. Die Sage hat oft ein tragisches Ende, aber es gibt auch einige mit gutem Ende. Deutsch Thema Sagen (Lösung) 3. Vertreter von Sagen Es gibt keine eigentlichen Vertreter von Sagen. Die Volkserzählungen wurden recht spät von meist regionalen Autoren gesammelt und schriftlich festgehalten. 4. Verschiedene Sagentypen a) Natursagen 38 Name:_ Diese Sagen handeln sich um Naturvorgänge, die ins Menschenleben eingreifen und furchterregend oder segenbringend wirken. b) Toten- und Gespenstersagen Diese Sagen erzählen grausame Geschehnisse im Zusammenhang mit Hexenglauben und Träumen. c) Lokalsagen In diesen Sagen geht es um bestimmte Orte. d) Geschichts- oder Geschlechtersagen Diese Sagen erzählen von geschichtlichen Ereignissen, Personen und Familien. e) Heldensagen Diese Sagen berichten über aussergewöhnliche Gestalten. 39 Name:_ f) Der Mythos oder die Göttersagen Diese Sagen handeln vom Leben und Handlungen der heidnischen Götter. 40 Name:_