Arbeitsblatt: Ursachen von Rechtsextremismus

Material-Details

Zusammenfassung der wichtigsten Ursachen, die zu Rechtsextremismus führen können.
Diverses / Fächerübergreifend
Anderes Thema
9. Schuljahr
1 Seiten

Statistik

46218
355
5
23.09.2009

Autor/in

Nils Lundsgaard-Hansen
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Ursachen von Rechtsextremismus Die Ideologie (Neonazitum) ist für die meisten Jugendlichen zu Beginn unwichtig. Was in einer rechtsextremen Gruppe gesucht wird, sind zunächst vor allem das Gefühl von Zusammengehörigkeit (aufgrund fehlender Anerkennung) und gemeinsame Erlebnisse (aufgrund von persönlicher Langeweile). Folgende Gründe können dazu beitragen, dass jemand rechtsextrem wird: Reiz des Verbotenen Was verboten ist, zieht Jugendliche oft besonders an, weil sie sich so von den Erwachsenen abzugrenzen versuchen. Fatal ist dies in rechtsradikalen Kreisen, weil Jugendliche schnell zu Mitwissern oder sogar Mittätern werden und so kaum noch aus der Szene aussteigen können. Fehlen männlicher Vorbilder Männlichkeitsrituale (Kampf, Trinken, Unerschrockenheit) werden in rechtsextremen Gruppen zelebriert, weil zu Hause die männlichen Vorbilder fehlen. Politische Einstellung im Elternhaus Kinder können aus Protest gegen linke Einstellung der Eltern rechts werden oder rechts werden, weil sie dies von den Eltern so mitbekommen. Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit Wer irgendwelche „schwachen Gruppen abwertet – beispielsweise Juden, Homosexuelle oder Obdachlose – kann auch von rechtsextremen Kreisen schnell eingenommen werden. Etabliertenvorrechte Viele Rechtsextremisten haben das Gefühl, dass Alteingesessene Privilegien beanspruchen dürfen. Das heisst, wer länger an einem Ort ist, dem steht ihrer Meinung nach mehr zu als denjenigen, die neu dazukommen. Der wichtigste Grund, warum jemand rechtsextrem wird, ist oft die fehlende Anerkennung, die sich auf verschiedene Arten äussern kann: Wer sich von seinen engsten Mitmenschen nicht anerkannt fühlt, sucht die fehlende Anerkennung an einem anderen Ort, beispielsweise in einer rechtsextremen Gruppe. Wer sich am Arbeitsplatz, im Quartier oder in der Schule nicht anerkannt fühlt, sucht die fehlende Anerkennung an einem anderen Ort, beispielsweise in einer rechtsextremen Gruppe. Wer das Gefühl hat, selber keinen Einfluss auf die Gesellschaft zu haben, versucht diesen Einfluss dadurch zu gewinnen, dass er sich einer Gruppe – beispielsweise einer rechtsextremen – anschliesst, weil er hofft, die Gruppe hätte mehr Einfluss als er selber. Jegliche Art von fehlender Anerkennung kann zur sogenannten „Selbstaufwertung durch Abwertung anderer führen. Das heisst, wer selber das Gefühl hat, nichts wert zu sein, versucht sich selber dadurch mehr Wert zu geben, dass er andere, ähnlich Schwache oder noch Schwächere, abwertet. In Deutschland (vergleichbar mit der Schweiz) war im Jahr 2005 jeder vierte Bürger anfällig für Teile rechtsextremen Gedankenguts!