Arbeitsblatt: Das Klima des Mittelmeerraumes

Material-Details

Informationsblatt
Geographie
Europa
8. Schuljahr
2 Seiten

Statistik

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488
5
29.09.2009

Autor/in

Cüneyt Camci
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Das Klima des Mittelmeerraumes Der Mittelmeerraum ist fast ausschließlich vom nach ihm benannten Mittelmeerklima bestimmt. Dieser Klimatyp wird der subtropischen Klimazone zugerechnet und heißt auch Winterregenklima der Westseiten. Dieses Klima ist gemessen am gesamten Landanteil der am weltweit geringsten verbreitete nur zwischen 1,7 und 3% der Landoberfläche werden ihm zugerechnet. Der Mittelmeerraum nimmt allein zwischen 50 und 60% dieses Anteils ein. Ähnliche Klimate finden sich in recht kleinen Abschnitten anderer kontinentaler Westseiten (Kalifornien, Mittelchile, Südafrika, Südwestaustralien). Dieses Klima kommt dadurch zustande, dass sich die Region im Einflussbereich zweier Großwetterlagen befindet: Im Sommer bestimmt das Azorenhoch das Geschehen, indem es sich praktisch über den ganzen Mittelmeerraum ausbreitet. Windarmes, sonnenscheinreiches Wetter ist die Folge. Im Winter stellt sich ein umgekehrter Effekt ein: das Hoch verlagert sich nach Süden und lässt den Mittelmeerraum im Einflussbereich der Westwinde zurück. Es stellt sich eine typische Zugbahn winterlicher Zyklonen ein, die über Nordeuropa von sibirischen und skandinavischen Hochs nach Süden abgedrängt werden und daher in den Mittelmeerraum ziehen. Dort können sie sich über dem Mittelmeer immer wieder mit Wasser anreichern, so dass sie bis in den Nahen Osten Regen bringen. Charakteristisch für das Mittelmeerklima sind daher milde, regenreiche Winter und heiße, trockene Sommer. Das Verbreitungsgebiet des Olivenbaums fällt mit der 5 Januarisotherme zusammen, das entsprechende Klima wird auch als Ölbaumklima bezeichnet. Die höheren Lagen sind generell kühler (heißester Monat unter 22C). Unterschiede in den Klimaausprägungen bestehen aber nicht nur zwischen Tief und Hochlagen, sondern auch zwischen nördlichem und südlichem, westlichen und östlichen Mittelmeerraum. Im westlichen Mittelmeerraum fällt tendenziell höherer Niederschlag. Dies betrifft insbesondere die Westseiten der Kontinentalmassen, an denen sich winterliche Zyklonen abregnen können. So übersteigen die Niederschlagsmengen z. B. an der Ligurischen Küste (Genua) und in Nordportugal die 1000mmMarke, auch Rom, Algier und Gibraltar erhalten reichliche winterliche Regenmengen. Der östliche Mittelmeerraum ist dagegen deutlich kontinentaler geprägt nur die Westseiten der Gebirge (Levanteküste, Montenegro, Westgriechenland) erreichen noch Niederschlagshöhen über 500 mm im Jahr, während die Ostseiten schnell sehr trocken werden können. Zudem sind die nördlichen Regionen grundsätzlich kühler und feuchter als die südlichen. Auch die Länge der sommerlichen Trockenheit nimmt von Nord nach Süd und von West nach Ost zu. Sind in Avignon beispielsweise nur etwa 45 Tage im Jahr arid, steigt dieser Wert in Jerusalem auf fast 200 Tage an. Bezeichnend für mediterranes Klima sind starke Variabilitäten in Niederschlag und Temperatur. So können insbesondere im kontinentalen Ostteil späte Wintereinbrüche mit Schneefall noch im März auftreten, andererseits sind Hitzeperioden von deutlich über 40C und lange Dürren keine Seltenheit. Die winterlichen Regen können sintflutartige Ausmaße annehmen und erreichen teilweise an einem einzigen Tag das Mehrfache eines ganzen Monatsdurchschnitts. Überschwemmungen und verstärkte Erosion sind die Folgen. Katastrophal für die Landwirtschaft kann das Aufeinanderfolgen mehrerer nasser oder trockener Jahre sein. Am Südrand des Mittelmeeres erfolgt bereits der Übergang zu Steppen und sogar Wüstenklima. Das Steppenklima beginnt unterhalb von 300 mm Jahresniederschlag und betrifft weite Teile der libyschen und ägyptischen Küste, aber auch einige kleinräumige Regionen in Spanien: Im Windschatten des zentralspanischen Hochlandes (der Meseta) und der angrenzenden Gebirge erhält das Kap Gata bei Almería beispielsweise nur noch etwa 200 mm. Gaza muss mit 130 mm auskommen. Im äußersten Süden reicht die Wüste bis an die Küste heran. Der Nordrand der Adria wird bereits in die gemäßigte Zone gerechnet. In der Poebene, in Venetien und an der slowenischen Küste tritt keine geschlossene Trockenperiode mehr auf, obwohl die Temperaturen auch dort mild ausfallen. Das weiteste Vordringen des Mittelmeerklimas nach Norden wird im Rhônetal beobachtet, wo die klimatypischen Ausprägungen bis etwa 45 nördlicher Breite beobachtet werden.