Arbeitsblatt: Französische Revolution_3

Material-Details

Frankreich wird Republik/ Die Herrschaft der Jakobiner/ Schrecken und Tod/ Ende der Revolutionszeit
Geschichte
Politik
7. Schuljahr
4 Seiten

Statistik

51734
536
7
04.01.2010

Autor/in

Michael Nicola
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

Downloads Arbeitsblätter / Lösungen / Zusatzmaterial

Die Download-Funktion steht nur registrierten, eingeloggten Benutzern/Benutzerinnen zur Verfügung.

Textauszüge aus dem Inhalt:

Die Zeit des Schreckens Frankreich wird Republik Die Nationalversammlung hatte eine ähnliche Staatsform wie in England herbeiführen wollen: Ein König sollte wohl an der Spitze des Staates stehen, er sollte aber von den Vertretern des Volkes abhängig sein. ( Konstitutionelle Monarchie mit demokratischer Grundlage). Immer mehr Franzosen meinten jedoch, der Staat könnte auch ganz ohne einen König auskommen. Nach der Flucht von Louis XVI. wurde die Stimmung noch erbitterter, radikaler. Volksmassen stürmten das Schloss und bedrohten den König. In der Nationalversammlung gab es erregte Debatten. Vor allem die Führer der Radikalen, Danton, Marat und Robespierre, waren von einem fanatischen Hass gegen das Königtum und die bisherige Adelsherrschaft erfüllt. „Der Feind steht nicht nur an den Grenzen, der Feind sitzt in den Tuilerien! rief Robespierre mit scharfer Stimme. „Der König ist im Einvernehmen mit den Feinden Frankreichs! Krieg allen Tyrannen! Kampf allen Feinden der Freiheit! Tod allen Königen und Fürsten! Danton Marat Robespierre Am 10. August 1792 gelang es den Radikalen, die Oberhand in der Nationalversammlung zu gewinnen. Der König wurde abgesetzt und mit Frau und Kindern als „Bürger Louis Capet (er stammte aus dem Haus der Capetinger) eingekerkert. Frankreich war nunmehr eine Republik: Ein Staat ohne einen König an der Spitze, ein Staat, in dem die Teilung der Gewalten durchgeführt war. – Die Ausrufung der Republik war der neunte Schritt auf dem Wege der Revolution. In einem Staatsprozess wurde Louis XVI. nach sechswöchiger Verhandlung zum Tode durch das Fallbeil verurteilt. Am 21. Januar 1793, 10 Uhr früh, fiel der Kopf des Königs. Marie Antoinette, 1774 – 1792 Königin von Frankreich. Zusammen mit Louis XVI. wurde sie eingekerkert und folgte am 16. Oktober 1793 – 38jährig – ihrem Mann in den Tod. Am Morgen ihrer Hinrichtung schrieb sie ihre letzten Worte auf den Einband ihres Gebetbuches. le 16ème octobre à 4 heures du matin Mon dieu Layez pitié de moi Mes yeux nont plus de larmes pour pleurer pour vous, mes pauvres enfants Adieu, adieu Marie Antoinette der 16. Oktober, 4 Uhr morgens Mein Gott! Hab Erbarmen mit mir! Meine Augen haben keine Tränen mehr, um für euch zu weinen, meine armen Kinder. Adieu, adieu! Marie Antoinette Datei: UMT_XX_7_51734_Franzsische-Revolution_3.doc auf dem Weg zur Guillotine kurz vor der Hinrichtung nach der Hinrichtung Die Herrschaft der Jakobiner Mit der Hinrichtung des Königs und der Königin war die Revolution noch nicht zu Ende. Trotz des Rückzugs der feindlichen Heere war die Republik in Gefahr. Noch immer herrschten Not und Elend, Hunger und Arbeitslosigkeit. Lebensmittelkarten mussten eingeführt werden. Das Geld war immer weniger wert. Man druckte Papierscheine mit immer höheren Summen, für die man doch nichts bekam: Es gab eine Inflation. Dazu war das Volk sich gar nicht einig. Noch waren viele Königstreue im Lande, und unter den Republikanern gab es verschiedene Parteien, die sich heftig bekämpften. Schliesslich aber setzten sich die Radikalen unter der Führung von Robespierre, Danton und Marat vollends durch. Man nannte sie nach ihrem Treffpunkt – dem Kloster St. Jakob – Jakobiner. Die Jakobiner wollten das Leben des französischen Volkes völlig umgestalten. Alles, was an die Königszeit erinnerte, sollte ausgerottet werden. Sie teilten das ganze Land in neue Bezirke und Kreise ein. Eine neue Zeitrechnung wurde eingeführt. Man zählte nicht mehr seit „Christi Geburt, sondern nach Jahren der Republik. Die bisherigen Monatsnamen wurden durch „natürliche ersetzt: Schneemonat, Regenmonat, Keimmonat usw. Jeder fünfte Tag galt jetzt als Ruhetag. Eine neue Kleidermode sollte Reifrock und Kniehose verdrängen. Im Mittelpunkt ihrer Anstrengungen stand die Erziehung der Jugend. „Alle Kinder sollen gemeinschaftlich erzogen werden: sie sollen ein und dieselbe Kleidung, Nahrung, Erziehung und Pflege erhalten, so Guillotine wollte es Robespierre. Und Danton ergänzte: „Ehe die Kinder den Eltern gehören, gehören sie der Republik. Was gelten die Ansprüche des einzelnen gegenüber denjenigen der Nation? Das Bleibende aus der grossen Umgestaltung war die Befreiung der französischen Landbevölkerung. Die Bauerngesetze des Jahres 1793 machten die Bauern zu freien Eigentümern des von ihnen bebauten Bodens, ohne dass sie einen Kaufpreis dafür zu zahlen hatten. Jeder Kleinbauer oder Tagelöhner konnte Land aus dem enteigneten Adels- und Kirchenbesitz dazukaufen. So wurden die Bauern in Frankreich unabhängig und abgabenfrei – im Gegensatz zu den übrigen europäischen Bauern. Schrecken und Tod „Wir werden Frankreich eher in einen Leichenacker umwandeln, als den Versuch aufgaben, es in unserem Sinne umzugestalten – so hatten die Jakobiner verkündet, und so handelten sie auch. Von 1793 bis 1794 errichteten sie eine wahre Schreckensherrschaft. Die Gefängnisse füllten sich mit Adeligen und Geistlichen, aber auch mit reichen und armen Bürgern, die anders dachten als sie. Tag für tag arbeitete auf dem „Platz der Revolution in Paris dass Fallbeil, die Guillotine, wie dieses Datei: UMT_XX_7_51734_Franzsische-Revolution_3.doc Seite 2 Hinrichtungsgerät genannt wurde. Weitere Tausende wurden in den Gefängnissen ermordet. Spitzel der Jakobiner in allen Häuserblocks und Manufakturen, willkürliche Verhaftungen, Verurteilungen ohne Verteidiger und Zeugen – das war das System des revolutionären Terrors, wie es vor allem Robespierre aufrichtete. – Es war der zehnte Schritt auf dem Wege der Revolution. Aber „die Revolution frass ihre Kinder. Einer traute dem anderen nicht mehr. Einer beschuldigte den anderen, von den Ideen der Revolution abgefallen zu sein. Einer schickte den anderen unter das Fallbeil. Schliesslich fiel am 28. Juli 1794 auch der Kopf Robespierres. Die Hinrichtung Robespierres und seiner Anhänger auf dem Platz der Revolution in Paris. Das Ende der Revolutionszeit Mit dem Tode Robespierres fand die Schreckensherrschaft ihr Ende. Langsam kehrten wieder friedlichere Zustände ein. – Diese allmähliche Beruhigung können wir als einen elften Schritt auf dem Wege der Revolution bezeichnen. Doch es war eine Beruhigung im Schatten neuer Gefahren. In den immer wieder ausbrechenden Kämpfen gegen die äusseren Feinde waren neue Männer mächtig geworden: Die Generale der französischen Armee. Am 9. November 1799 vertrieb einer von ihnen die Volksvertretung in Paris und machte sich selbst zum Alleinherrscher Frankreichs. Sein Name war Napoleon Bonaparte. Das war der zwölfte Schritt und das Ende der Revolution. WIR MERKEN UNS: Im 18. Jahrhundert gab es in Frankreich drei streng voneinander getrennte Stände: Geistlichkeit, Adel sowie Bürger und Bauern. Der Napoleon Bonaparte dritte Stand trug die Lasten des Staates. Aufgerüttelt durch die Ereignisse in den USA erhoben die Bürger ihren Ruf nach „Freiheit – Gleichheit – Brüderlichkeit. Die grossen Abschnitte der Französischen Revolution von 1789 waren: 1789 – 1792 der Sturz des königlichen Absolutismus und die Errichtung der Republik (Sturm auf die Bastille am 14. Juli 1789) 1792 – 1799 der Terror einer radikalen Gruppe und die Zeit der allmählichen Beruhigung 1799 der Staatsstreich eines neuen Alleinherrschers Fragen Aufgaben UMT_XX_7_51734_Franzsische-Revolution_3.doc Seite 3 1. Wie denkst du über die Vorstellungen von Danton und Robespierre betreffend die Erziehung der Kinder? 2. Überprüfe, ob die Jakobiner in ihrer Schreckensherrschaft die Menschenrechte von 1789 befolgten. 3. Erstelle ein Balkendiagramm von 12 führenden Vertretern des dritten Standes auf Millimeterpapier mit folgenden Daten: Bailly, Astronom (1736 – 1793) Barnave, Rechtsanwalt (1761 – 1793) Brissot, Schriftsteller (1754 – 1793) Cambacérès, Beamter (1753 – 1824) Carnot, Militäringenieur (1753 – 1823) Danton, Rechtsanwalt (1759 – 1794) La Fayette, Offizier (1757 – 1834) Marat, Arzt und Schriftsteller (1743 – 1793) Robespierre, Rechtsanwalt (1758 – 1794) Saint-Just, Schriftsteller (1767 – 1794) Sieyès, Geistlicher (1748 – 1835) Vergniaud, Rechtsanwalt (1753 – 1793) 4. a) Stelle fest, welchen Berufsgruppen diese Männer der Revolution angehörten b) Wie alt waren sie 1789? c) Wie alt waren sie, als sie starben? d) Wer von ihnen ist in den Lesetexten erwähnt? e) Wie viele von ihnen haben die Schreckensherrschaft überlebt? f) Verstehst du nun diesen Satz „Die Revolution frass ihre Kinder. Datei: UMT_XX_7_51734_Franzsische-Revolution_3.doc Seite 4