Arbeitsblatt: Bärenmärchen

Material-Details

Grimm-Märchen zum Thema Bär
Biologie
Tiere
5. Schuljahr
2 Seiten

Statistik

52175
330
8
08.01.2010

Autor/in

Björn Dokter
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Der Zaunkönig und der Bär (Gebrüder Grimm) Zur Sommerszeit gingen einmal ein Bär und ein Wolf im Wald spazieren. Da hörte der Bär so schönen Gesang von einem Vogel und sprach: „Bruder Wolf, was ist das für ein Vogel, der so schön singt? Das ist der König der Vögel, sprach der Wolf, „vor dem müssen wir uns neigen. Es war der Zaunkönig. „Wenn das so ist, antwortete der Bär, „so möchte ich auch gerne seinen königlichen Palast sehen. Komm und führe mich hin! „Das geht nicht so, wie du meinst, sprach der Wolf, „du musst warten, bis die Frau Königin kommt. Bald darauf kam die Frau Königin und hatte Futter im Schnabel und der Herr König auch. Sie wollten ihre Jungen füttern. Der Bär wäre gerne nun gleich hinterher gegangen, aber der Wolf hielt ihn am Ärmel und sagte: „Nein, du musst warten, bis Herr König und Frau Königin wieder fort sind. Also nahmen sie das Loch in acht, wo das Nest stand und trabten wieder ab. Der Bär aber hatte keine Ruhe, denn er wollte den königlichen Palast sehen. Er trat nach einer kurzen Weile wieder vor. Da waren König und Königin richtig ausgeflogen. Er guckte hinein und sah fünf oder sechs Junge, die lagen darin. „Ist das der königliche Palast, rief der Bär, „das ist ein erbärmlicher Palast! Ihr seid auch keine Königskinder, ihr seid unehrliche Kinder! Wie das die jungen Zaunkönige hörten, wurden sie gewaltig bös und schrien: „Nein, das sind wir nicht, unsere Eltern sind ehrliche Leute. Bär, das wollen wir dir beweisen! Dem Bären und dem Wolf ward Angst, sie kehrten um und setzten sich in ihre Höhlen. Die jungen Zaunkönige aber schrien und lärmten und als ihre Eltern wieder Futter brachten, erklärten sie: „Wir rühren kein Fliegenbeinchen mehr an, auch wenn wir dabei verhungern, bis ihr ausfindig gemacht habt, ob wir ehrliche Kinder sind oder nicht. Der Bär ist dagewesen und hat uns gescholten. Da sagte der alte König: „Seid nur ruhig, das wissen wir bald. Schon flog er mit der Frau Königin vor die Höhle des Bären und rief hinein: „Alter Brummbär, warum hast du meine Kinder gescholten? Das soll dir übel bekommen, das wollen wir in einem blutigen Krieg ausmachen. Also war dem Bären der Krieg angekündigt und alle vierfüssigen Tiere (Ochs, Esel, Rind, Hirsch, Reh und was es sonst noch alles auf der Erde gibt) waren aufgefordert, dem Bären zu helfen. Der Zaunkönig aber berief alles, was in der Luft fliegt; nicht allein die Vögel gross und klein, sondern auch die Mücken, Hornissen, Bienen und Fliegen mussten herbei. Als nun die Zeit kam, in der der Krieg beginnen sollte, da schickte der Zaunkönig Kundschafter aus. Er wollte wissen, wer der kommandierende General des Feindes war. Die Mücke war die listigste von allen, schwärmte im Wald, wo der Feind sich versammelt hatte, herum und setzte sich endlich auf ein Blatt des Baumes, unter dem die Taktik besprochen wurde. Da stand der Bär, rief den Fuchs zu sich und sprach: „Fuchs, du bist der schlauste unter den Tieren, du sollst der General sein und uns anführen. „Gut, antwortete der Fuchs, „aber was für Zeichen wollen wir verabreden? Niemand wusste es. Da sprach der Fuchs: „Ich habe einen schönen, langen, buschigen Schwanz, der sieht fast wie ein roter Federbusch aus. Wenn ich den Schwanz in die Höhe halte, so geht die Sache gut und ihr müsst los marschieren, lass ich ihn aber herunterhängen, so lauft ihr weg, so schnell ihr könnt! Als die Mücke das gehört hatte, flog sie wieder heim und verriet dem Zaunkönig alles haargenau. Als der Tag anbrach, an dem die Schlacht stattfinden sollte, da kam das vierfüssige Getier mit Gebraus dahergerannt, dass die Erde zitterte. Der Zaunkönig mit seiner Armee flog durch die Luft daher. Sie surrten, schrieen und schwärmte, dass einem Angst und Bange wurde. Schon gingen sie von beiden Seiten aufeinander los. Der Zaunkönig aber schickte die Hornisse hinab, sie sollte sich dem Fuchs unter den Schwanz setzen und aus Leibeskräften stechen. Wie nun der Fuchs den ersten Stich bekam, zuckte er, dass er das eine Bein aufhob. Doch er ertrug es und hielt den Schwanz noch in der Höhe. Beim zweiten Stich musste er ihn einen Augenblick herunterlassen, beim dritten aber konnte er sich nicht mehr halten, schrie und nahm den Schwanz zwischen die Beine. Wie das die Tiere sahen, meinten sie, alles wäre verloren und fingen an zu laufen, jeder in seine Höhle. So hatten die Vögel die Schlacht schon gewonnen. Da flogen Herr König und Frau Königin heim zu ihren Kindern und riefen: „Kinder, seid fröhlich, esst und trinkt nach Herzenslust, wir haben den Krieg gewonnen! Die jungen Zaunkönige aber sagten: „Noch essen wir nichts, der Bär soll erst vors Nest kommen, sich entschuldigen und sagen, dass wir ehrliche Kinder sind. Da flog der Zaunkönig vor das Loch des Bären und rief: „ „Brummbär, du sollst vor das Nest zu meinen Kindern kommen, dich entschuldigen und sagen, dass sie ehrliche Kinder sind, sonst werden wir dir die Rippen im Leib zertreten! Da kroch der Bär in der grössten Angst hin und bat um Entschuldigung. Jetzt waren die jungen Zaunkönige erst zufrieden, setzten sich zusammen, assen und tranken und machten sich lustig bis in die späte Nacht hinein.