Arbeitsblatt: Südafrika
Material-Details
Kurze Übersicht über Südafrika. Viele Bilder und ein paar Fragen.
Geographie
Afrika
7. Schuljahr
11 Seiten
Statistik
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50
18.01.2010
Autor/in
Myriam Lüthi
Land: Schweiz
Registriert vor 2006
Textauszüge aus dem Inhalt:
Südafrika Die Republik Südafrika ist ein Staat an der Südspitze Afrikas. Südafrika ist ein sehr gemischtes Land, in dem Menschen aller Hautfarben leben und das aufgrund dieser Vielfalt oft als Regenbogennation bezeichnet wird. Englisch, Amtssprache Afrikaans, isiNdebele, isiXhosa, isiZulu, NordSotho, SüdSotho, Setswana, Siswati, Tshivenda, Xitsonga Hauptstadt Pretoria Fläche 1.219.912 km Einwohnerzah 48.782.756 (Stand November 2008) Geografie Das Land liegt am südlichsten Rand des afrikanischen Kontinents und hat eine Küstenlinie, die sich über mehr als 2.500 km ausdehnt und an zwei Ozeanen liegt (dem Atlantischen und dem Indischen Ozean). Südafrika hat eine Fläche von 1.219.912 km, das entspricht ungefähr dem fachen der Fläche Deutschlands. 3,4 Die Drakensberge durchziehen das Land vom Nordosten bis Lesotho im Südosten, wo sie mit dem Thabana Ntlenyana ihren höchsten Punkt (3.482 m) erreichen. Nordwestlich von Bloemfontein erstreckt sich die KalahariWüste durch Botsuana bis nach Namibia hinein. Am Kap Agulhas, der äußersten Südspitze des Kontinents, treffen sich Atlantik und Indischer Ozean, westlich davon liegt das Kap der Guten Hoffnung. Die meisten Flüsse Südafrikas entspringen in den Drakensbergen und fließen nach Osten in Richtung Indischer Ozean. Der mit 1.860 km längste Fluss, der Oranje, entspringt auch in den Drakensbergen, fließt aber nach Westen und mündet in den Atlantischen Ozean. Die Augrabiesfälle am OranjeFluss im Nordwesten des Gordoniadistriktes wurden 1778 von Hendrik Wikar entdeckt, haben eine Breite von rund 150 Meter und sind etwa 56 hoch. Klima Südafrika hat eine große Anzahl von Klimazonen. Von extremer Wüste in der Kalahari an der Grenze zu Namibia bis zu subtropischem Klima im Südosten und an der Grenze zu Mosambik. Das allgemeine Klima ist durch die Lage am südlichen Wendekreis überwiegend sonnig und trocken. Schnee gibt es im Winter meist nur in den Gebirgen. Die über das Jahr verteilten Niederschläge nehmen von Südosten nach Nordwesten ab, gleichzeitig nehmen die Temperaturen zu. Durch seine Größe und mehrere Faktoren (Meeresströme, Höhenlage) bedingt, variiert das Klima zwischen den verschiedenen Teilen des Landes: das Klima der Westküste ist durch den Benguelastrom aus der Antarktis kühler und trockener. An der Ostküste sorgt der Agulhasstrom aus dem Indischen Ozean für ein eher feuchtes und warmes Klima. Die Lage auf der Südhalbkugel führt dazu, dass die Jahreszeiten den europäischen entgegengesetzt sind. Im Winter, zwischen Juni und August, kann in den Drakensbergen, auf dem Highveld und in Johannesburg (1753 m) und Umgebung Schnee liegen, abends und nachts ist es dann sehr kalt. Tagsüber steigen die Temperaturen auf etwa 23 C, im Sommer auf 30 C. Im Boland, der Region um Kapstadt (15 m), herrscht im Winter kühles Klima mit Nieselregen. Von November bis März ist es dort warm bis heiß und trocken. In den Küstengebieten KwaZuluNatals, unter anderem in Durban (5 m) und entlang der Ostküste, ist die Luftfeuchtigkeit hoch, es weht jedoch meist ein kühlender Wind vom Meer. Die Temperaturen liegen hier ganzjährig etwa zwischen 25 und 35 C. Das Plateau im Osten des Landes ist durch warme, aber selten unangenehm heiße Temperaturen gekennzeichnet. In der KarooHalbwüste und der Kalahariwüste kommt es dagegen zu extrem hohen Temperaturen. Am Westkap weht eine ständige, frische Brise. Die Sommer sind warm und selbst die Winter mild. Die Südküste ist durch ein gemäßigtes Klima charakterisiert. Es überwiegt eine Trockenvegetation mit ausgedehnten Savannengebieten, die im Westen in die Kalahariwüste und im Südwesten in die Karoo übergehen. Tierwelt Südafrika ist mit Recht stolz auf sein reiches Naturerbe, das in den zahlreichen Naturreservaten und National Parks sorgfältig geschützt wird. Das Land ist Heimat für mehr als 300 Säugetierarten, mehr als 500 Vogelarten, mehr als 100 Reptilienarten sowie für unzählige Insektenspezies. Nicht alle Tiere sind leicht zu beobachten. Abgesehen davon, dass viele Arten nachtaktiv sind, spielen Jahreszeit, Ort, Witterung und natürlich auch der Zufall eine Rolle. Hier eine kleine Auswahl an Tieren, die in Südafrika leben. Elefanten Die massigen Tiere sind bis zu 4 Meter hoch und bringen bis zu 6 Tonnen Gewicht auf die Waage. Allein ihr Herz wiegt 25 Kilo. Elefanten sind damit die grössten Landsäugetiere auf der Erde. Die Dickhäuter leben rein vegetarisch. Täglich verschlingen sie etwa 300 Kilogramm Laub und anderes Grünzeug. Ist ein Baum zu hoch, wird er auch schon mal umgeknickt oder ausgerissen. Elefanten trinken rund 200 Liter Wasser pro Tag. Elefanten leben in Sippenverbänden von 6 bis 200 Tieren. Das Leittier ist stets weiblichen Geschlechts. Die jungen Bullen werden im Alter von 12 bis 15 Jahren, mit Einsetzen der Geschlechtsreife, aus den Herden vertrieben. Sie schliessen sich dann kleinen Junggesellenherden an. Löwen Löwen wiegen bis zu 200 Kilogramm. Beim Angriff können sie Geschwindigkeiten von 50 km/h erreichen und bis zu 12 Meter weit springen. Sie reissen fast ausschliesslich pflanzenfressende Huftiere. Nachdem sie ein Beutetier erlegt haben, verzehren sie gewöhnlich zuerst die Eingeweide. Erst danach machen sie sich über das Fleisch her. Das Jagen geschieht nahezu immer durch weibliche Tiere. Dennoch erhalten die männlichen Tiere stets den Löwenanteil an der Beute. Giraffen Giraffen gelten als die grössten Landtiere der Welt. Ausgewachsene Bullen erreichen eine Grösse von nahezu 6 Metern bei einer Schulterhöhe von über 3 Metern. Die auffällig gemusterten Tiere sind Baumäser. Fast den ganzen Tag lang sind sie mit der Nahrungssuche beschäftigt. Sie wandern von Baum zu Baum und reissen kleine Zweige und Blätter ab. Ihre bevorzugte Speise ist das Laub der dornigen Akazienbäume. Zum Trinken müssen Giraffen ihre Vorderbeine sehr weit auseinanderspreizen. In dieser Position werden sie oft Beute von Löwen, gegen die sie sich ansonsten durch kräftige Schläge mit ihren langen Beinen recht gut verteidigen können. Krokodile Die Zahl der Krokodile im Kruger Nationalpark (grösster Nationalpark Südafrikas) wird auf 3000 geschätzt. Ebenso hoch ist die Zahl im St. Lucia Wetland Park. Mehrere Arten sind vertreten, am häufigsten aber das Nilkrokodil, das bis zu 6 Meter lang werden kann. Zur Fortbewegung im Wasser dient den Tieren ihr kräftiger Schwanz. An Land nutzen sie die ebenfalls kräftig entwickelten Beine, mit denen sie ihre massigen Körper jederzeit pfeilschnell durch Uferschlick und Morast bewegen können. Krokodile gehen gewöhnlich nur im Schutz der Dämmerung auf Jagd. Die Tiere ernähren sich, solange sie klein sind, vorwiegend von Würmern, Käfern und Krebsen. Später ergänzen Fische, Wasservögel und mittelgrosse Säuger die Liste ihrer Beutetiere. Nashörner Nashörner sind in ganz Afrika vom Aussterben bedroht, und selbst in den Nationalparks ist es nicht leicht, die Tiere zu schützen. Wilderern gelingt es weiterhin, Nashörner zu töten, und die Hörner zu hohen Preisen auf dem schwarzen Markt zu verkaufen. Das pulverisierte Horn ist besonders bei japanischen Männern als Potenzmittel begehrt. Nashörner sind Vegetarier und fressen hauptsächlich Laub und Zweige. Die Tiere werden bis zu drei Tonnen schwer und bis zu 40 Jahre alt. Nashörner besitzen ein nur schwaches Sehvermögen, dafür aber einen feinen Geruchssinn und ein scharfes Gehör. Sie haben ausser dem Menschen keine Feinde. Bevölkerung Obwohl Südafrika viermal so groß ist wie Deutschland, hat es nur 49 Millionen Einwohner (Deutschland: 82 Millionen). • • Die größte Bevölkerungsgruppe (rund 39 Millionen Menschen) sind die Schwarzafrikaner. Sie gehören zu neun verschiedenen Völkern: Zulu (die meisten Schwarzafrikaner sind gehören zu dieser Gruppe), Xhosa, Swasi, Ndebele, Nguni, NordSotho, Tswana, SüdSotho, Tsonga, Venda. Rund 4,7 Millionen Südafrikaner sind Weiße: Die Buren sind Nachkommen der Niederländer, der Deutschen und der Franzosen, die ab dem Jahr 1652 in Südafrika einwanderten: Sie nennen sich Afrikaners und sprechen Afrikaans. Die englischsprachigen Südafrikaner sind Nachkommen der englischen Siedler, die ab 1820 hierher kamen. Apartheid – Politik der Rassentrennung in Südafrika BEGRIFFSERKLÄRUNG: Unter dem Begriff APARTHEID versteht man die frühere Rassentrennung zwischen Schwarzen und Weißen in Südafrika. Wie die Apartheid begann: Die ansässigen Europäer hatten große Angst um ihren Reichtum, ihre Vorrechte und Besitztümer, als 1910 der Staat Südafrika gegründet wurde. Die Politik der konsequenten Rassentrennung wurde durch ein Bündel von Gesetzen eingeleitet, die alle Rechte der schwarzen Bevölkerungsmehrheit immer weiter beschnitten: 1911 zum Beispiel, dass Schwarze ausschließlich niedere Arbeiten zu verrichten hatten. 1913 erklärte man 7,3 der Fläche Südafrikas zu Reservationen für Schwarze und verbot ihnen, außerhalb dieser Gebiete Land zu erwerben. Die Apartheidsgesetze betrafen nicht nur Schwarze. Auch Farbige und Asiaten litten darunter. Große und kleine Apartheid Die kleine Apartheid betraf die rassische Trennung im Alltagsleben: Verbot des Betretens öffentlicher Parks Separate Abteile in öffentlichen Verkehrsmitteln getrennte öffentliche Toiletten und Badestrände eigene Schulen und Krankenhäuser für Farbige Getrennte Restaurants, Theater, Kinos, Banken, Postämter Der gesamte Alltag der Nichtweißen wurde von der kleinen Apartheid geprägt. Unmissverständliche Regelungen wurden durch Schilder erreicht, auf denen, zum Beispiel am Strand, neben einem Verbot für Hunde, das Verbot für NonWhites ausgesprochen war. Die große Apartheid Die große Apartheid meint die räumliche Trennung im großen Maßstab getrennte Wohngebiete in jeder Stadt, in jedem Dorf, getrennte Schulsysteme mit unterschiedlich qualifizierten Lehrern und ausschließliches Wahlrecht für Weiße. Vermerk im Ausweis, welcher Rasse man zugehört durch den Buchstaben für Coloureds Die Wohngebiete der weißen Bevölkerung, auch Europeans genannt, lagen durchweg in den geographisch und strukturell angenehmsten Bezirken jeder Ortschaft. Wurden die festgelegten Bereiche für die Weißen zu eng, mussten die Farbigen, auch Coloureds genannt und Asiaten, Teile ihrer Wohngebiete räumen und in neu zugewiesenen Bereichen neu bauen. Die schwarze Bevölkerung war in ihrem abgelegenen Wohngebiet so weit außerhalb der Gemeinden, oft hinter natürlichen oder künstlichen Hügeln sowie Müllkippen verbannt, dass sie nicht als Teil der Gemeinde angesehen werden konnte. Das Ende der Apartheid 1989 trat Frederik Willem de Klerk als südafrikanischer Staatspräsident an. Er ging auf die seit langem existierenden Widerstandsbewegungen des ANC mit Nelson Mandela ein und begann mit dem Abbau der Apartheidpolitik. De Klerk hob wesentliche Gesetze auf, die als Pfeiler der Apartheid galten. Die Übergangsphase von der Apartheid zur Demokratie dauerte von 1990 bis 1994. Während dieser Zeit wurden die verbliebenen Gesetze der Rassentrennung beseitigt. Alle in Südafrika wohnhaften Menschen konnten sich frei und ohne Einschränkungen bewegen. Viele Schwarze nutzten diese Chance und zogen in Städte. Die neue Regierung sah sich vor große Probleme gestellt. Die vorausgegangenen Unruhen hatten Südafrika in eine ökonomische Krise gestürzt. Diese brachte eine hohe Verschuldung bei der Weltbank mit sich. Im Weiteren sollten die Ungleichheiten zwischen den Rassen beseitigt werden. Dies würde unter anderem bessere Schulen und eine bessere Gesundheitsversorgung für Schwarze bedeuten, beides war jedoch mit hohen Kosten verbunden. Unterschiedlichste Interessen führten zu verschiedenen Landstreitigkeiten. Schwarze, die während der Apartheid ihr Land aufgeben mussten und gezwungen worden waren, in die Homelands zu ziehen, forderten ihr Land zurück. Die nun dort ansässigen Weißen oder Industriebetriebe machten ihre neueren Rechte geltend. Mandela und de Klerk erhielten 1993 den Friedensnobelpreis. In Anlehnung an das südafrikanische Regime wird heute eine systematische Rassendiskriminierung, insbesondere durch einen Regierungsapparat, als Apartheid bezeichnet. Durch eine UNKonvention wurde Apartheid 1973 zum Verbrechen gegen die Menschlichkeit erklärt. In Orania gibt es bis heute eine kleine Gemeinde von Buren, die sich als neue Keimzelle eines südafrikanischen Burenstaates sehen und offen für die Wiedereinführung der Apartheid einstehen. Nelson Mandela Der Politiker war Präsident des Afrikanischen Nationalkongresses ANC, (19911997) und der erste schwarze Staatspräsident von Südafrika (19941999), der aufgrund von demokratischen Wahlen gewählt wurde. Er verbrachte seine Kindheit beim Stamm der Tembu, studierte Jura, war Rechtsanwalt und verbrachte 27 Jahre als politischer Gefangener in Haft. Er kämpfte jahrzehntelang für die Befreiung Südafrikas von der Apartheid. Dabei wurde er neben Martin Luther King und Malcolm als Vertreter des Kampfs gegen die weltweite Unterdrückung der Schwarzen zur Leitfigur für Menschenrechte. Nelson Mandela erhielt 1993 zusammen mit de Klerk für seinen gesellschaftspolitischen Kampf um die Demokratisierung von Südafrika den Friedensnobelpreis. Aufgabe: Wie viele Menschen leben in Südafrika? Warum ist das Wetter an der Westküste kühler als an der Ostküste? Wann ist in Südafrika Winter? Wann und warum wurde die Politik der Apartheid eingeführt? Was bedeutete dies damals für die Schwarzen, Farbigen und Asiaten im alltäglichen Leben? Was ist unter der großen Apartheid zu verstehen? Ab wann und warum wurde schließlich die Apartheid abgeschafft? Was sagen die Vereinten Nationen (UN) zu diesem Thema? Wie glaubst du, wie haben sich Schwarze und Farbige damals in Südafrika wohl gefühlt? Nelson Mandela war 27 Jahre im Gefängnis, als politischer Gefangener. Nach seiner Entlassung hat aber wieder weiter für die Rechte der Schwarzen gekämpft. Er wurde sogar Präsident von Südafrika. Wie denkst du hat er dies geschafft, dass ihn das Gefängnis nicht kaputt gemacht hat?