Arbeitsblatt: Globale Probleme - Armut

Material-Details

Dossier über Armut in der Welt
Geschichte
Neuzeit
7. Schuljahr
10 Seiten

Statistik

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587
10
21.01.2010

Autor/in

Hanspeter Peterhans
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Globale Probleme im 3. Jahrtausend: Armut Was ist für dich arm? Mit diesem Arbeitsblatt kannst du dich in die Situation armer Menschen hinein versetzen: Arme Menschen müssen verzichten auf: Tägliches Frühstück Bücher Coole Kleider Computer Spielzeug Medizin bei Krankheit Süssigkeiten Taschengeld Gesundes Mittagessen Eigenes Bett Musikinstrument Reitstunden Kinobesuch Schwimmbadbesuch Fussballtraining Tägliches Abendessen Freundinnen/Freunde Playstation Schulunterricht/Ausbildung Auto/Velo Licht Internet Ferien Handy Darauf könnte ich leicht verzichten: Darauf könnte ich gar nicht verzichten: Globale Probleme im 3. Jahrtausend: Armut Was ist Armut heutzutage? Wer hungern muss und wer kein Geld für die nötigsten Dinge hat, der ist arm. Kinder, die arm sind, haben oft kein sauberes Wasser und keine medizinische Versorgung. Sie können nicht zur Schule gehen oder haben kein Dach über dem Kopf. Arm sein bedeutet auch, ohne Sicherheit zu leben, machtlos zu sein und Naturkatastrophen oder Gewalt schutzlos ausgeliefert zu sein. Armut kann auch bedeuten, an allem, was das Leben schön macht, nicht teilhaben zu können. Ein Mensch gilt als absolut arm, wenn er von einem Dollar pro Tag leben muss. Davon betroffen sind etwa 1,2 Milliarden Menschen weltweit, ein großer Teil davon sind Kinder. Besonders viele Menschen, die mit weniger als einem Dollar pro Tag auskommen müssen, leben in Südasien und in Afrika südlich der Sahara. Auch bei uns in der Schweiz leben viele Menschen in Armut. Unter den Armen bei uns sind viele Kinder, alte Leute und allein erziehende Frauen. In Schweiz und in anderen Industrieländern versucht der Staat mit Sozialhilfe die schlimmsten Auswirkungen der Armut zu mildern. Armut betrifft viele Kinder und Jugendliche. Sie ist der Hauptgrund für die hohe Sterblichkeit bei Kindern unter fünf Jahren, vor allem in Afrika südlich der Sahara. Die Mädchen und Jungen bekommen von klein auf nicht genug Nahrung, kein sauberes Trinkwasser, keine medizinische Versorgung, keinen Schulunterricht und haben kein Dach über dem Kopf. Wenn Kinder nicht genug essen oder zu wenig gesunde Nährstoffe erhalten, wachsen sie nicht genug und ihr Gehirn kann sich nicht gut entwickeln. Ausserdem sind sie anfälliger für Krankheiten und können lebenslang behindert sein. Armut gefährdet nicht nur die körperliche Entwicklung der Kinder. Sie macht sie auch Globale Probleme im 3. Jahrtausend: Armut schutzlos. Für arme Kinder gehören Ausbeutung, Gewalt und Missbrauch zum Alltag. Die weltweite AIDS-Epidemie und kriegerische Konflikte treffen gerade die ärmsten Kinder am härtesten. Viele arme Kinder müssen bereits hart arbeiten um zu überleben. Kinder, die in Armut leben, sind genauso begabt wie Kinder, die gut versorgt werden. Aber arme Kinder haben kaum die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten zu entwickeln und als gleichberechtigte Mitglieder an der Gesellschaft teilzunehmen. Arme Kinder haben eine 10-mal geringere Chance, das Alter von 5 Jahren zu erreichen als andere Kinder. Globale Probleme im 3. Jahrtausend: Armut Wer macht was gegen Armut? Im September 2002 haben alle Staatschefs der Welt vereinbart, gegen die Armut in der Welt vorzugehen. Die Erklärung „Eine kindergerechte Welt hat klare und zeitlich fest gelegte Ziele. So soll zum Beispiel der Anteil der absolut Armen, die von weniger als einem US-Dollar am Tag überleben müssen, bis zum Jahr 2015 weltweit halbiert werden. Auch die deutsche Regierung hat sich verpflichtet, die Armut zu bekämpfen (Aktionsprogramm zur Armutsbekämpfung 2001). Armut ist nicht nur ein persönliches Schicksal, sondern auch die Folge von gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Fehlentwicklungen. Daher genügt es z.B. nicht, armen Menschen etwas zu essen oder Geld zu geben, damit sie sich etwas zu essen kaufen können. Sie brauchen Land oder eine Arbeit, damit sie in Zukunft ihr Leben aus eigener Kraft bewältigen können. Manchmal hilft schon ein kleiner Kredit, damit die Familie Hühner kaufen und Eier verkaufen kann. Damit weniger Kinder sterben, brauchen sie sauberes Wasser, gesunde Ernährung und medizinische Versorgung. Alle Kinder müssen lesen, schreiben und rechnen lernen. Mädchen und Frauen brauchen besondere Hilfe. Vor allem brauchen sie ein eigenes Einkommen, damit sie den Schulbesuch der Kinder, Essen und Schulmaterial sowie eine vernünftige Ernährung und Gesundheitsversorgung für die gesamte Familie finanzieren können. Die armen Menschen müssen in ihren Staaten mitbestimmen dürfen, damit sie sich gegen soziale Ungerechtigkeit zur Wehr setzen können. Der Welthandel muss fairer werden, die Waren müssen zu angemessenen Preisen eingekauft und verkauft werden. Kinder bei der Armutsbekämpfung in den Mittelpunkt stellen Bei der Bekämpfung von Armut sind Kinder bisher zu wenig beachtet worden. Sie sollten selbst sagen können, worunter sie am meisten leiden und was man an ihrer Situation verbessern kann. Wer kann helfen? • Die armen Menschen selbst Durch gezielte Hilfe zur Selbsthilfe können die Menschen selbst ihre Situation In die Hand nehmen. Wenn sie bereit sind, etwas Neues zu lernen und Verantwortung für ihr Leben zu übernehmen, sich verstärkt an politischen Entscheidungsprozessen beteiligen und sich z.B. zu Projektgemeinschaften und Interessenverbänden zusammenschließen können sie ihr Leben gemeinsam verändern. Globale Probleme im 3. Jahrtausend: Armut • Die Regierungen der Länder Es ist die Aufgabe des Staates, sich um die Kinder in ihrem Land zu kümmern! Die Regierungen sind für die Bekämpfung der Armut in ihren Ländern verantwortlich. In Zusammenarbeit mit Organisationen und Fachkräften müssen sie dafür sorgen, dass die Gesundheit und Entwicklung der Kinder an erster Stelle stehen. Wenn viele Regierungen nur auf einen kleinen Anteil ihrer Ausgaben für Waffen verzichten würden, hätten sie mehr Geld, das sie für Kinder ausgeben könnten. • Die Industrieländer Die reichen Länder sollten den armen Ländern die Schulden erlassen. Indem sie die eigenen Militärausgaben senken, könnten sie den Anteil an Entwicklungshilfe erhöhen. Die internationalen Wirtschaftsbeziehungen lassen sich verbessern, indem Handelsschranken z.B. für Kakao, Zucker, Früchte abgebaut werden. So können die armen Länder höhere Einnahmen erzielen. • Nichtregierungs-Organisationen Nicht-Regierungsorganisationen wie z.B. UNICEF helfen armen Ländern. Sie sind unabhängig von der Politik der Regierungen, können vermitteln und etwas bewirken, wenn die Regierungen dazu nicht in der Lage sind. Jeder Einzelne kann etwas tun, um die Arbeit dieser Organisationen zu unterstützen. • Die Vereinten Nationen Die Staats- und Regierungschefs von 189 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen haben im Jahr 2000 anlässlich des sogenannten Millenniums-Gipfel in New York eine ehrgeizige Strategie für eine neue globale Partnerschaft für Entwicklung verabschiedet. Die folgenden acht Entwicklungsziele sollten bis im Jahre 2015 umgesetzt sein: • • • • • • • • Bekämpfung von Hunger und Armut weltweit Grundschulbildung für alle Förderung der Gleichstellung der Geschlechter und Stärkung der Rolle der Frau Senkung der Kindersterblichkeit Verbesserung der Gesundheit von Müttern Bekämpfung von HIV/Aids, Malaria und anderen Krankheiten Sicherung der ökologischen Nachhaltigkeit Aufbau einer weltweiten Entwicklungspartnerschaft Globale Probleme im 3. Jahrtausend: Armut Obdachlose und arbeitende Kinder gehören heute zum Straßenbild vieler Städte. Besonders in armen Ländern steigt ihre Zahl. Schon 5Jährige sind darunter. Aber auch bei uns leben Kinder auf der Straße. Allerdings sind es nicht so viele und nicht so junge. Weltweit wird die Zahl der Straßenkinder auf 100 -200 Millionen geschätzt. Ihre Zahl ist in den einzelnen Ländern sehr unterschiedlich. Es gibt viele Gründe dafür, dass Kinder auf der Straße leben. Eine wesentliche Ursache ist die zunehmende Armut weltweit. Heute müssen etwa 1,3 Milliarden Menschen mit weniger als 1 Dollar pro Tag auskommen, das ist gut 1 EUR. Etwa 60 dieser Armen leben in Asien, 20 in Afrika, südlich der Sahara. Ähnliche Entwicklungen zeichnen sich auch in den ehemaligen Ostblockstaaten ab. Seit dem Zusammenbruch des Kommunismus leben auch in Rumänien, Bulgarien und Russland immer mehr Kinder auf der Straße. Durch die Armut verändern sich die Familien. Den Männern gelingt es nicht mehr, Arbeit zu finden und die Familie zu ernähren. In Lateinamerika verdienen heute viele Frauen und Kinder auf der Straße mehr als ihre Männer und Väter mit ihren Gelegenheitsjobs. Alkoholismus, Drogenmissbrauch, Gewalt oder die Trennung von der Familie sind häufig die Folge. Die meisten Kinder in den armen Ländern verlassen ihre Familie, weil alles besser ist als Hunger, Gewalt und Missbrauch zu Hause. Globale Probleme im 3. Jahrtausend: Armut Globale Probleme im 3. Jahrtausend: Armut Globale Probleme im 3. Jahrtausend: Armut Globale Probleme im 3. Jahrtausend: Armut