Arbeitsblatt: Fabeln 2 a
Material-Details
Fabeln 2a und 2b
(Vgl. Fabeln Fragen u. Antworten)
Deutsch
Textverständnis
8. Schuljahr
2 Seiten
Statistik
53487
549
10
05.04.2010
Autor/in
Bruno Schärer
044 910 13 21
Land: Schweiz
Registriert vor 2006
Textauszüge aus dem Inhalt:
Name: Klasse: Fabeln 2 1. Fabel Das Kamel Als die Menschen das Kamel zum ersten Male sahen, erstaunten sie über die Grösse des Tieres und flohen bestürzt davon. Bald merkten sie aber, dass es nicht so furchtbar sei, wie sie es erwartet hatten, sondern dass man es leicht bändigen könne. Sie fingen es mit geringer Mühe ein und verwendeten es zu ihrem Nutzen. Ganz geduldig liess es alles mit sich geschehen und wich jeder Gefahr aus. Nun fingen die Menschen an, weil es trotz seiner Grösse und Stärke sich nie widerspenstig zeigte, sondern sich jede Kränkung ruhig gefallen liess, es zu verachten, zäumten es auf und liessen es von ihren Kindern leiten. 2. Fabel Das Lamm und der Wolf Ein Lämmchen löschte an einem Bache seinen Durst. Fern von ihm, aber näher der Quelle, tat ein Wolf das gleiche. Kaum erblickte er das Lämmchen, so schrie er: „Warum trübst du mir das Wasser, das ich trinken will? „Wie wäre das möglich, erwiderte schüchtern das Lämmchen, „ich stehe hier unten und du so weit oben; das Wasser fliesst ja von dir zu mir; glaube mir, es kam mir nie in den Sinn, dir etwas Böses zu tun! „Ei, sieh doch! Du machst es gerade, wie dein Vater vor sechs Monaten; ich erinnere mich noch sehr wohl, dass auch du dabei warst, aber glücklich entkamst, als ich ihm für sein Schmähen das Fell abzog! „Ach, Herr! flehte das zitternde Lämmchen, „ich bin ja erst vier Wochen alt und kannte meinen Vater gar nicht, so lange ist er schon tot; wie soll ich denn für ihn büssen. „Du Unverschämter! so endigt der Wolf mit erheuchelter Wut, indem er die Zähne fletschte. „Tot oder nicht tot, weiss ich doch, dass euer ganzes Geschlecht mich hasset, und dafür muss ich mich rächen. Ohne weitere Umstände zu machen, zerriss er das Lämmchen und verschlang es. 3. Fabel Das Pferd und der Esel Ein Bauer trieb ein Pferd und einen Esel, beide gleichmässig beladen, zu Markte. Als sie schon eine gute Strecke vorwärts gegangen waren, fühlte der Esel seine Kräfte abnehmen. „Ach, bat er das Pferd kläglich: „Du bist viel grösser und stärker als ich, und doch hast du nicht schwerer zu tragen, nimm mir einen Teil meiner Last ab, sonst erliege ich. Hartherzig schlug ihm das Pferd seine Bitte ab: „Ich habe selbst meinen Teil, und daran genug zu tragen. Keuchend schleppte sich der Esel weiter, bis er endlich erschöpft zusammenstürzte. Vergeblich hieb der Herr auf ihn ein, er war tot. Es blieb nun nichts weiter übrig, als die ganze Last des Esels dem Pferde aufzupacken, und um doch etwas von dem Esel zu retten, zog ihm der Besitzer das Fell ab und legte auch dieses noch dem Pferde oben auf. Zu spät bereute dieses seine Hartherzigkeit. „Mit leichter Mühe, so klagte es, „hätte ich dem Esel einen kleinen Teil seiner Last abnehmen und ihn vom Tode retten können. jetzt muss ich seine ganze Last und dazu noch seine Haut tragen. 4. Fabel Das Rebhuhn und die Hühner Ein Hühnerfreund kaufte ein Rebhuhn, um es in seinem Hof mit seinem andern Geflügel laufen zu lassen, allein die Hühner bissen und trieben es stets vom Fressen ab. Dies schmerzte das Tier sehr, denn es glaubte, es geschehe ihm diese Zurücksetzung, weil es fremd sei; betrübt zog es sich in einen Winkel zurück. Bald aber tröstete es sich, als es sah, dass sich die Hühner untereinander ebenso bissen und sprach zu sich: Wenn diese schlechten Tiere Feindseligkeiten sogar gegen sich selbst ausüben, so werde ich wohl eine solche Behandlung mit Gleichmut ertragen können. B.S.