Arbeitsblatt: Die Erörterung
Material-Details
Theorie zum Aufbau einer Erörterung (lineare und dialektische Erörterung) mit Beispielen und Aufgabenstellung
Deutsch
Texte schreiben
8. Schuljahr
5 Seiten
Statistik
54004
1338
91
03.02.2010
Autor/in
Ladina Weber
Land: Schweiz
Registriert vor 2006
Textauszüge aus dem Inhalt:
Die Erörterung In einer Erörterung setzt man sich in argumentierender Weise mit einem Sachverhalt, einer Fragestellung, einem Ereignis, einem Text oder Begriff auseinander. Dabei werden die Grundregeln des Argumentierens beachtet. Formal unterscheidet man zwei Grundformen: die lineare und die dialektisch aufgebaute Erörterung. Das wirksame, differenzierte und überzeugende Argumentieren ist das und einer guten Erörterung. Grundregeln für das Argumentieren Jede wertende Äusserung, Meinung, Behauptung oder These begründen Beweisführung durch eigene Erfahrungen, konkrete Beispiele, überprüfbare Tatsachen und durch Hinweise auf Spezialisten, Publikationen, allgemeine Wertvorstellungen (z.B. Menschenrechte) Einseitigkeiten, Verallgemeinerungen, Vorurteile, Schuldzuweisungen vermeiden Erörterungen nach einem bestimmten Aufbau gliedern Sprachliche Gestaltung Sachliche und klare Ausdrucksweise Einfache, kurze Sätze Keine direkte Rede Zeitform: grundsätzlich Präsens, Wechsel zu Vergangenheit und Zukunft möglich Neutrale Formulierungen Ich- bzw. Wir-Formen erst bei der persönlichen Stellungnahme am Schluss Sprachliche Verknüpfungen Die Argumentationsketten müssen nicht nur inhaltlich, sondern auch auf sprachlicher Eben logisch verknüpft sein. Dazu stehen Konjunktionen mit unterschiedlichen Funktionen zur Verfügung: Konjunktionen (Funktionen) Beispiele temporal (zeitlich) während, wenn, nachdem, als, sobald, seit, bis, bevor modal (die Art und Weise darstellend) indem, indem dass, dadurch, dadurch dass, dass kausal (begründend) weil, da, denn final (eine Absicht/einen Zweck darstellend) damit konditional (eine Bedingung darstellend) wenn, falls, sofern konzessiv (eine Einschränkung darstellend) obwohl, obgleich, obschon, wenn auch, aber, jedoch instrumental (die Mittel darstellend) indem, dadurch dass komparativ (einen Vergleich darstellend) wie, als, als ob Die lineare Erörterung In einer linearen Erörterung geht es im Gegensatz zur dialektischen Erörterung nicht um eine Gegenüberstellung von Pro und Kontra, sondern um die argumentative Begründung eines Standpunktes, die geradlinig (linear) zum Fazit hinführt. Dabei sind die Grundregeln für das Argumentieren zu beachten. Anwendungsmöglichkeiten: Leserbriefe, Gesuche, Beschwerden, Beanstandungen, Einsprachen, Kündigungsschreiben u.a. Aufbau und Inhalt Teile Einleitung Umfang zirka 10-20% Inhalt Allgemeine Einführung ins Thema mit einem geschichtlichen Aspekt, einem aktuellen Bezug, einem Sprichwort oder Zitat, einer Begriffsdefinition oder einem persönlichen Erlebnis Abschluss wenn möglich mit einer Frage, die im Text beantwortet wird Bemerkungen Das Interesse der Leser wecken; schrittweise Hinführung zum Thema Noch keine persönliche Stellungnahme Sollte die Aufgabenstellung eine Frage beinhalten, kann diese am Schluss der Einleitung nochmals aufgenommen werden Hauptteil zirka 60-80% 3 bis 5 Punkte des Themas erörtern Anwendung der Argumentationstechnik Steigerung vom weniger Wichtigen zum Wichtigen Verschiedene Aspekte des Problems thematisieren Argumentationsketten klar aufbauen Neutrale Perspektive Optische Gliederung der einzelnen Teile, bei längeren Texten Zwischentitel setzen Schluss zirka 10-20% Der Schluss kann folgende Elemente beinhalten: eine Antwort auf die eingangs gestellte Frage, eine Zusammenfassung, eine Folgerung, einen Ausblick in die Zukunft, einen persönlichen Wunsch u.a. Der Schluss rundet die Erörterung ab und muss mit dem Text in engem Zusammenhang stehen Die Schlusssätze sollten überzeugend wirken Die persönliche Meinung muss klar zum Ausdruck kommen Auftrag Schreibe eine lineare Erörterung zu einem der folgenden Themen: 1. Warum ist eine gute Schulbildung heute wichtiger denn je? 2. Warum Jugendliche nicht zu Alkohol greifen sollten Die dialektische Erörterung In vielen gesellschaftlichen Fragen gibt es nicht einfach ein Entweder-Oder, sondern oft sind verschiedene Haltungen, Einstellungen, Meinungen und Lösungen möglich. Diesem Umstand trägt die dialektische Erörterung Rechnung, indem sie Pro und Kontra, das Für und Wider, die Vorteile und Nachteile oder in der Sprache der Dialektik die Thesen und Antithesen einander sachlich gegenüberstellt. Aus dieser Gegenüberstellung ergibt sich am Schluss eine persönliche Stellungnahme in Form einer Synthese, einer Schlussfolgerung, eines Fazits. Dabei gibt es nie die „richtige Lösung oder Schlussfolgerung. Wichtig jedoch ist, dass die eigene Meinung gut begründet wird. Auch hier gelten die Grundregeln für das Argumentieren. Anwendungsmöglichkeiten: allgemeine Stellungnahmen, Leserbriefe, Fachberichte u.a. Aufbau und Inhalt Auftrag Schreibe eine dialektische Erörterung zu einem der folgenden Themen: 1. Spitzensport – Leistung um jeden Preis? 2. Er ist Fluch und Segen zugleich, der Fernseher 3. Sollten Computer bereits im Kindergarten eingeführt werden? 4. Kampfhunde – Liebling oder Monster