Arbeitsblatt: Verbreitung von Doping

Material-Details

Der Text geht der Frage nach, wie viele Sportler gedopt sind und wie viele tatsächlich bei einer Dopingprobe hängen bleiben.
Lebenskunde
Ethik / Moral
9. Schuljahr
1 Seiten

Statistik

54133
591
3
04.02.2010

Autor/in

Nicci (Spitzname)
Land: andere Länder
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Wie weit verbreitet ist Doping? Wie viele Spitzensportlerinnen und Spitzensportler dopen sich? Nur ein geringer Prozentsatz der vorgenommenen Dopingkontrollen erweist sich als positiv. Die Zahl der tatsächlich dopenden Athleten muss aber deutlich höher eingeschätzt werden als die Zahl der überführten. Manche nehmen Medikamente ein, die den Konsum von verbotenen Substanzen verschleiern sollen. Andere manipulieren bei der Dopingkontrolle. Wieder andere setzen Medikamente so ab, dass sie zum Zeitpunkt der Kontrolle nicht mehr aufzuspüren sind. Und nicht wenige nehmen Dopingmittel ein, die bei der Analyse noch gar nicht gesucht werden, weil ihre Verwendung noch nicht bekannt ist. Nachuntersuchungen (d. h. Jahre später) der Dopingproben bei einer Tour de France haben ein Blutdoping mit EPO durch fast alle Teilnehmer ergeben! Wie hoch die Differenz zwischen der Zahl der positiv Getesteten und der Zahl der tatsächlich Gedopten ist, kann niemand genau sagen. In 30 Jahren Dopingkontrollen bei Olympischen Spielen wurden bei 16872 Dopingproben nur 53 Athletinnen und Athleten positiv getestet, d. h. nur 0,31 Prozent. Dabei ist heute bekannt, dass sich in den Jahren zwischen 1960 und 1990 in manchen Disziplinen und Sportarten nahezu alle Weltspitzenathleten gedopt haben. In der Vergangenheit kam es nicht selten vor, dass bekannte Leichtathleten ihre Startzusage für ein Meeting an das Versprechen knüpften, nicht kontrolliert zu werden. Zudem waren Manipulationen bei Kontrollen nicht selten. So wurde, wenn der Kontrolleur nicht so genau hinschaute, öfters z.B. „sauberer Fremdurin abgegeben. Rechtfertigen diese Fakten die Vermutung, dass auch heute jeder Spitzensportler gedopt ist? Sicher nicht. Zwar dürfte die Dopingquote in einschlägigen Sportarten und Disziplinen nach wie vor hoch sein, zumindest im absoluten Spitzensport. Es gibt aber sicherlich andere Disziplinen, in denen auch ungedopt Spitzenleistungen möglich sind. Je mehr Technik und Koordination in einer Disziplin oder Sportart eine Rolle spielen, desto geringer dürfte der Vorteil sein, der durch Doping erzielt werden kann. Info In einer Studie der Medizinischen Hochschule Lübeck wurden Nutzer verschiedener Fitnessstudios in Norddeutschland befragt. 24% der befragten Männer und 8% der befragten Frauen gaben den Missbrauch von anabolen Steroiden zu. Bei den von ihnen genannten Medikamenten handelte es sich in 94% der Fälle um Substanzen, die die Leber schädigen. Sie stammten hauptsächlich vom Schwarzmarkt. Zu 14% waren sie allerdings von Ärzten verschrieben worden, obwohl dies einen Verstoss gegen das Berufsrecht und das Arzneimittelgesetz darstellt. Nur ein Viertel der Sportler, die den Anabolikamissbrauch zugaben, waren „ausreichend über gesundheitliche Folgen informiert. Zum Teil werden im so genannten Fitnesssport heute 10 bis 100mal höhere Dosierungen genommen als bei der Behandlung von Kranken empfohlen wird – und diesen Kranken gibt man diese Medikamente aufgrund der schädlichen Nebenwirkungen nur mit grössten Bedenken! Das Paradoxe daran: Krankheit und manchmal sogar Tod werden in Kauf genommen, um gesund, fit und „gut auszusehen.