Arbeitsblatt: Schokolade
Material-Details
Eine Arbeit, rund um die Schokolade.
Wirtschaft, Arbeit, Haushalt
Anderes Thema
klassenübergreifend
12 Seiten
Statistik
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07.02.2010
Autor/in
Désirée Holenstein
Land: Schweiz
Registriert vor 2006
Textauszüge aus dem Inhalt:
Zwischenprüfung Hauswirtschaft Holenstein Désirée Inhaltsverzeichnis Geschichte2 Der Kakaobaum3 Die Fermentation.4 Das Trocknen5 Verarbeitung zu Kakao5 Die Lagerung.5 Die Reinigung5 Das Rösten6 Das Brechen und Mahlen6 Nährwert der Kakaobohnen.6 Verarbeitung zu Schokolade.7 Das Feinwalzen.7 Das Conchieren.7 Temperieren und Formen7 Schokoladenlagerung8 Schokolade ist besser als ihr Ruf8 Unwahrheiten über die Schokolade.9 Ist der Platz der Schokolade in der modernen Ernährung gerechtfertigt?.10 Schokoladentafeln im Vergleich10 Psychologische Aspekte.11 Quellen11 Herausgeberwerke11 Zeitschriften.11 Filme11 Internetressourcen.12 1 Zwischenprüfung Hauswirtschaft Holenstein Désirée Geschichte Die Geschichte der Kakaobohnen begann vor langer Zeit. Ihr Ursprung findet sich in der Maya-Mythologie. Amerikanische Forscher entdeckten bereits in 2500 Jahre alten Keramikgefässen Kakaoreste. Kakao war den Ureinwohnern kostbar und heilig, sie nannten es „braunes Gold. Schon früh erkannten die Azteken die medizinische Wirkung des Kakao. Sie benutzen ihn gegen Fieber, Vergiftungen, Schlangenbisse und zum Desinfizieren von Schnittwunden. Da im Hochland von Mexiko, aus klimatischen Gründen, kein Kakao wuchs, waren sie dabei auf den Handel mit den Maya angewiesen. Kakaobohnen dienten ihnen also auch als Zahlungsmittel, und so mussten die Völker ihre Abgaben in Form von Kakao entrichten. 1519 erreichte Hernàn Cortez die Küste von Vercruz. Er begegnete dort einem Getränk, dass die Azteken „Xocolatl (herbes Wasser) nannten. Der Begriff Schokolade ist ebenfalls ein aztekischer Begriff und kommt vom Wort „Xocoatl. Es diente ihnen vor allem als Stärkemittel und bestand aus getrockneten, gerösteten und gemahlenen Kakaobohnen, die mit Chilies, Nelken, Zimt, Maismehl und Kakaobutter verfeinert wurden. Daraufhin liess Cortez grosse Kakaoplantagen anlegen, da er den wirtschaftlichen Nutzen des Kakaobaumes erkannte. Im 19. Jahrhundert gelangte dann der Kakaobaum nach Europa, besser gesagt nach Grossbritannien. Da die Spanier schnell den Wert dieser neuen Handelsware erkannten, belegten sie den nach Spanien ausgeführten Kakao mit einer hohen Steuer. Am Anfang war der Schokoladengenuss natürlich nur dem Adel vorbehalten. Schokolade zu trinken wurde schnell zu einem gesellschaftlichen Ereignis, und schon bald traf man sich in Kaffee- und Schokoladenstuben. Ebenfalls im 19. Jahrhundert stieg die Produktion von Rohkakao deutlich an, da man links und rechts des Äquatorgürtels weitere Kakaoanbaugebiete erschloss. Nun wurde der Kakao auch für den Rest der Bevölkerung zugänglich. Die Gründung bedeutender Unternehmen und weitere wesentliche Erfindungen zur Schokoladenproduktion fallen ebenfalls in dieses Jahrhundert. Bereits 1848 stellte ein Brite die erste Ess-Schokolade in Tafelform her. Diese fand aber zunächst wenig Anhänger. 2 Zwischenprüfung Hauswirtschaft Holenstein Désirée Die Entwicklung der Milchschokolade stammt aus der Schweiz. Sie wurde von Daniel Peter mit dem Trockenmilchpulver von Henri Nestlé hergestellt. Im Laufe der Jahre wurde genau festgelegt, was für Zutaten in der Schokolade enthalten sein mussten, und natürlich auch welche Zutaten sich auf keinem Fall in der Schokolade befinden durften. Auch heute ist die Erfolgsgeschichte der Schokolade noch lange nicht beendet: Es gibt immer weitere Kreationen, Varianten und Techniken, um aus den ursprünglichen Kakaobohnen das Genussmittel Schokolade herzustellen. Der Kakaobaum Der Kakaobaum ist eine tropische Pflanze und braucht darum gleichmässig warmes Klima und viel Wasser. Demzufolge wachsen Kakaobäume nur in ganz bestimmten Regionen der Erde. In einem Gürtel von 20 Breitengraden nördlich und südlich des Äquators liegt ihr idealer Standort. Jungpflanzen werden häufig unter sogenannte Mutterbäume gepflanzt, da sie sehr empfindlich sind und viel Schatten und Windschutz benötigen. Es dauert ganze 5 Jahre, bis eine Jungpflanze das erste Mal Blüten trägt. Ausgewachsene Bäume werden bis zu 9 Meter hoch. Ihre Rinde und ihr weisses Holz sind so empfindlich, dass eine maschinelle Pflege und Ernte nicht möglich ist. Da also ein hoher Anteil an Handarbeit erforderlich ist, werden die Bäume häufig auf kleineren Farmen angebaut. Die Blüten der Kakaobäume kommen direkt aus dem Stamm. Sie tragen zwar das ganze Jahr hindurch Blüten; daraus entwickeln sich aber nur wenige Früchte. Um den Erfolg des Bestäubens zu garantieren, übertragen Plantagenarbeiter in mühevoller Handarbeit mit feinen Pinseln die Pollen auf die Blütennarben. Den richtigen Reifezustand haben die Früchte nach etwa 5-6 Monaten erreicht. Da es nicht immer einfach festzustellen ist, ob eine Frucht bereits ihre perfekt Reife erreicht hat, gibt es einen einfachen Trick: Man schüttelt die Früchte. Reife Früchte verursachen Geräusche, da sich ihre Samen bereits von der Plazenta gelöst haben. Wird der Zeitpunkt der Ernte falsch gedeutet, lassen sich die Samen nur schwer aus der Frucht lösen und behindern später auch den Fermentationsvorgang. Andererseits lösen sich zu reife Früchte auch niemals selbst vom Baum, sodass bei einer Überreifung die Samen bereits von neuem beginnen, sich zu keimen. 3 Zwischenprüfung Hauswirtschaft Holenstein Désirée Die Haupternte der Kakaofrüchte findet nach der Regenzeit statt. Eine Kakaofrucht wird zwischen 10 und 30 cm lang und enthält 30-50 Kakaobohnen, die im weissen Fruchtfleisch eingelagert sind. Die Kakaofrüchte können ganz unterschiedliche Farben besitzen, wobei beispielsweise die Edelsorte „Criollo weissliche Kakaobohnen mit wenigen Pigmenten besitzt. Sie liefert eine eher milde Kakaomasse. Im Gegensatz dazu stehen die purpurfarbenen Kakaobohnen des Konsumkakaos „Forastero, woraus eine herbe Kakaomasse entsteht. Kakaofrüchte werde auch heute noch wie vor 500 Jahren geerntet, nämlich von Hand mit einer Holzstange, an dessen Ende ein scharfes Messer befestigt wird. Auf diese Weise kann man die neuen Blüten schonen, was mit Maschinen nicht möglich wäre. Die Fermentation Die Fermentation ist ein Gärvorgang, der nur unter tropischen Klimabedingungen möglich ist. Dabei werden die Kakaosamen freigegeben, während sich das zuckerhaltige Fruchtfleisch zersetzt. Wie bereits bei der Ernte, müssen die frisch geernteten Früchte weiterhin mit grösster Vorsicht behandelt werden, da sie sehr anfällig sind auf Fäulnis und Druckstellen. Sobald die Früchte aufgrund der Wärme und der Feuchtigkeit in ihrem Innern zu keimen beginnen, ist eine Fermentation nicht mehr möglich. Darum wird diese Arbeit noch an den Sammelstellen auf den Plantagen verrichtet. Mit einem gezielten Schlag werden die Früchte geöffnet, und die nassen Samen mit dem feuchten Fruchtfleisch werden manuell entfernt. Die eigentliche Fermentation findet dann in Körben oder ähnlichen Behältern statt. Es gibt verschiedene Fermentationsmethoden, wobei das Trocknen zwischen Bananenblättern eine der verbreitesten ist. Die Samen beginnen unter den Bananenblätter zu schwitzen, womit der Gärvorgang in Gang gesetzt wird. Die Samen müssen bei diesem Vorgang mehrmals gewendet werden, bis sie sich ausgeschwitzt haben, was etwa 2-8 Tage dauert. Während die Samen in der Sonne schwitzen, beginnt das zuckerhaltige Fruchtfleisch durch die Einwirkung von anaeroben Mikroorganismen (Hefen) sich in Alkohol umzuwandeln. Bei der folgenden Oxidation von Alkohol in Essigsäure wird Sauerstoff benötigt, der durch das Mischen und Wenden der Samen herbeigeführt wird. Gleichzeitig verändert sich die Farbe der Samen. Anfangs noch weisslich-gelb, werden sie nun langsam schokoladenbraun, wobei die Bitterstoffe abgebaut werden und die typischen 4 Zwischenprüfung Hauswirtschaft Holenstein Désirée Schokoladenaromen entstehen. Die hierbei entstandenen Aromen sind Vorstufen des eigentlichen Kakaoaromas, das sich später beim Rösten der Bohnen entwickelt. Erst wenn die Samen vollständig fermentiert sind, werden sie Kakaobohnen genannt. Das Trocknen Die Kakaobohnen müssen nun für die weitere Verarbeitung handels- und lagerfähig gemacht werden. Um das zu erreichen, muss ihr Wassergehalt von 50% auf 5-7% reduziert werden. Fermentierte Kakaobohnen werden nun auf Matten, auf Drahtgittern oder in grossen Holzkisten ausgebreitet und der Sonnenbestrahlung ausgesetzt. Auch bei diesem Vorgang, der 5-7 Tage dauert, müssen die Bohnen immer wieder von Hand gewendet und aussortiert werden. Die durch das Wenden ständig frisch hinzu geführte Luft verhindert die Schimmelbildung. Kakao, der für den Handel getrocknet wurde und transportfähig ist, nennt man Rohkakao. Verarbeitung zu Kakao Die Lagerung Da nur ein optimales Ausgansprodukt ein hochwertiges Endprodukt garantiert, wird der Rohkakao zuerst auf seine Qualität geprüft. Dies geschieht durch sogenannte Stichproben aus den Säcken. Sind die Bohnen in Ordnung, werden sie in grossen Silos gelagert. Dabei zu beachten sind die Temperatur, die Luftfeuchtigkeit und die Belüftung des Raumes. Die Reinigung Für die spätere Verarbeitung des Kakaos ist die Reinheit ein bestimmender Qualitätsfaktor. Die Kakaobohnen müssen also mit speziellen Anlagen gereinigt werden. Das geschieht mit stark saugenden Luftströmen, Sieben und Bürsten. Dies führt dazu, dass kleine Steine, Nägel, Holzteile und Sackfasern zutage treten und entfernt werden können. Anschliessend werden im Labor der Fettgehalt und der Wasseranteil geprüft. 5 Zwischenprüfung Hauswirtschaft Holenstein Désirée Das Rösten Bei diesem Vorgang werden die Bohnen streng nach Sorten getrennt und solange geröstet, bis sie dem gewünschtem Bräunungsgrad entsprechen, was in der Regel 10-35 Minuten dauert. Die farbliche Veränderung legt damit das endgültige Schokoladenbraun fest. Das Rösten wird allgemein als einer der wichtigsten Schritte des komplizierten Weges von der Bohne zur Schokolade bezeichnet, denn bei diesem Vorgang wird das Aroma gebildet. Das Brechen und Mahlen In grossen Brechanlagen werden die Bohnen nun geknackt. Dies geschieht mit grossen Walzen, die die harten Schalen zertrümmern. Aufgebrochene Schalenteilchen bläst es durch einen kräftigen Luftstrom weg. Die Schalen werden aber keinesfalls weggeworfen, sondern werden gesammelt und der chemischen Industrie zur Verfügung gestellt, für die die Schalen ein wertvolles Ausgangsprodukt darstellen. Den zurückbleibenden Kakaokernbruch nennt man in der Fachsprache „Nibs. Die Qualität der Bohnen wird auch hier streng überwacht, denn Kakaokernbruch muss mehr als 50% Fettgehalt aufweisen, darf dabei aber nicht mehr als 3% Feuchtigkeit und 2% Fremdbestandteile enthalten. Als nächstes gilt es, die beiden Bestandteile Kakaobutter und Pulver zu trennen, wobei das Zellgewebe der gebrochenen Kakaokerne regelrecht zerrissen wird. Kühlt die Kakaomasse ab, erstarrt sie. Nährwert der Kakaobohnen Kakao enthält wie Tee und Kaffee einen hohen Anteil an Alkaloiden, welche stimulierend auf den Organismus wirken. Erstaunlich ist, dass Kakao nicht zu den Genussmitteln, sondern zu den Nahrungsmitteln gezählt wird. Der Grund dafür ist, dass Kakao auf kleinstem Raum einen hohen Nährwert vereint, nämlich bis zu 55% Fett, 14% Eiweiss, 9% Stärke und 2,6% Mineralstoffe. Kakao trägt zu einer genussreichen Ernährung bei, sollte jedoch nur in vernünftigen Mengen genossen werden. 6 Zwischenprüfung Hauswirtschaft Holenstein Désirée Verarbeitung zu Schokolade Das Feinwalzen Die Herstellung der Schokolade birgt ein Geheimnis: Die Zugabe weiterer Zutaten wie, Zucker, Milchpulver, Gewürze oder anderer Geschmacksstoffe, zum Ausgangsprodukt Kakaomasse. Die Komponenten werden bei einer Temperatur von 40-50 C im Mischer vermengt und werden dann in den sogenannten Vorwalzwerken auf eine Partikelgrösse von etwa 0,2 mm zerkleinert. Damit ist es aber noch nicht genug; das Schokoladenpulver muss noch feiner werden. Dies geschieht in den Feinwalzwerken. Ist die Schokolade da durch, hat sie nur noch einen Korndurchmesser von 0,02 mm. Das ist eine Feinheit, die von der Zunge nicht mehr als Partikel wahrgenommen werden kann. Das Conchieren Nun gilt es nur noch die Schokoladengrundmasse geschmacklich abzurunden und fliessfähig zu machen. Diesen Vorgang nennt man Conchieren. Er wird allgemein auch als Veredelungsprozess für das feine Aroma bezeichnet. Das Wort kommt aus dem Spanischen, wo man ursprünglich in langen Steinmulden die gewalzte Schokolade bei 30 C mehrere Tage lang hin und her bewegt hatte. Heutzutage dauert das Conchieren nur noch wenige Stunden. Den ersten Schritt beim Conchieren nennt man das Trockenconchieren, wobei der Feuchtigkeitsgehalt der Masse auf weniger als 1 Prozent reduziert wird und gleichzeitig sich unerwünschte Bitterstoffe verflüchtigen. Nach etwa 10 Stunden folgt das Flüssigconchieren, wobei Kakaobutter hinzugegeben wird und die Masse so verflüssigt. Das Ziel dabei ist, eine homogene Masse zu bekommen. Heute gibt es natürlich rationellere und auch billigere Methoden der Verfeinerung. Man kann beispielsweise die Homogenisierung und die Geschmacksveredelung in getrennten Prozessen erreichen. Wie dem auch sei; die Hersteller von Spitzenprodukten werden sich niemals von althergebrachten Verfahren trennen, denn sie liefern immer noch die besten Ergebnisse. Temperieren und Formen Die Masse muss jetzt temperiert werden. Nach dem Conchieren hat sie eine Temperatur von etwa 50 C. In der nächsten Phase wird sie schrittweise auf etwa 7 Zwischenprüfung Hauswirtschaft Holenstein Désirée 28 C herunter gekühlt, um sie anschliessend wieder auf 32 C zu erwärmen. Das Ziel dabei ist, der Schokolade ihren seidigen Glanz zu verleihen. So erhalten auch die Fettkristalle Stabilität, damit sich die Schokolade später knackig brechen lässt. Die Schokolade ist nun genussbereit und muss lediglich noch abgekühlt und verpackt werden. Schokoladenlagerung Dunkle Schokolade ist mindestens zwei Jahre haltbar, Milchschokolade etwa anderthalb Jahre und die weisse Schokolade nur etwa ein Jahr. Entzieht man der Schokolade Sauerstoff, wird sie länger haltbar. Sie sollte an einem trockenen Ort aufbewahrt werden und keinem Temperaturschock ausgesetzt sein. Eine Temperatur zwischen 12 und 20 C wäre optimal, da sich sonst Fettreif bildet. So nennt man eine dünne Schicht von Fettkristallen an der Schokoladenoberfläche. Die Schokolade verliert dabei ihren Glanz und es entsteht ein weisslicher Belag. Besonders weisse Schokolade nimmt gern fremdartige Gerüche an, darum sollte sie geruchsneutral, luftdicht und nicht in der Nähe von stark riechenden Lebensmitteln gelagert werden. Schokolade ist auch lichtempfindlich. Ist sie zu lange Zeit dem Licht ausgesetzt, löst sich das in ihr enthaltene Fett auf und sie oxidiert. Das hat eine starke Geschmacksveränderung zur Folge. Je höher der Kakaoanteil der Schokolade ist, desto kleiner ist die Gefahr einer Oxidation. Schokolade ist besser als ihr Ruf In eine gesunde Lebensweise mit regelmässiger Bewegung lässt sich Schokolade mühelos einfügen, denn ein Zusammenhang zwischen Schokolade und Übergewicht ist nicht nachweisbar. Erstaunlich ist auch die Tatsache, dass normalgewichtige Menschen eher mehr Süsses konsumieren als übergewichtige. Schokolade ist weit weniger kariesfördernd als ihr Zuckergehalt vermuten lässt und gehört in keiner Studie zu den topkariogenen Lebensmitteln. Die in der Schokolade vorhandenen Polyphenole sind eine mögliche Erklärung dafür, denn diese bremsen nachweislich das Wachstum von Bakterien. Für Sportler ist der Glykämische Index (GI) von grosser Bedeutung, denn gerade vor einem Start kann der Verzehr von ausgewählten Lebensmitteln entscheidend sein. 8 Zwischenprüfung Hauswirtschaft Holenstein Désirée Der Glykämische Index zeigt an, wie schnell verschiedene Lebensmittel, im Vergleich zu Weissbrot, den Blutzucker ansteigen lassen. Bei dieser Rangliste steht die Schokolade unter dem Zucker, den Brat- und Salzkartoffeln und unter dem Weissbrot. Auch die Kakaobutter ist weit besser als ihr Ruf, denn sie gehört zu den wertvollsten Fetten und findet auch in der Medizin und Kosmetik Verwendung. Sie beeinflusst den Cholesterinspiegel nicht. Im Gegenteil: Die Kakaobutter verstärkt die Blutgefässe. Unwahrheiten über die Schokolade Akne: Akne ist nicht die Folge vom Verzehr von Schokolade, sondern von verstopften Talgdrüsen. Seit den 70er Jahren ist bekannt, dass Schokolade keinen direkten Einfluss auf diese Störung hat, und trotzdem sind noch viele Leute von diesem Zusammenhang überzeugt. Es gibt sogar wissenschaftliche Studien, die einen solchen Zusammenhang klar widerlegen. Migräne: Dass Schokolade als alleiniger Faktor Migräne verursacht, ist sehr unwahrscheinlich. Man hat nachgewiesen, dass solche Attacken oft auf den Konsum von Käse, Zitrusfrüchten oder Rotwein zurück zu führen sind. Bei einer Studie mit 80 betroffenen Personen gaben lediglich 13 Personen an, ihre Migräne könnte auf den Konsum von Schokolade zurückgeführt werden. Toxizität: Schokolade enthält leicht stimulierende Substanzen wie Koffein oder Theobromin, aber der Verdacht, diese Stoffe könnten toxisch wirken, ist entkräftet. Zum Vergleich: Eine Reihe Schokolade enthält tatsächlich weniger Koffein als eine Tasse Kaffee, Tee oder Colagetränk. Eine normalgewichtige Person müsste als etwa 10 Tafeln Schokolade essen, bis erste Anzeichen von Störungen auftauchen könnten. Verstopfung: Verdauungsstörungen sind meist nicht auf einzelne Lebensmittel zurückzuführen, sondern sind die Folge von unvorteilhaften Essgewohnheiten. Die beste Gewähr für eine geregelte Verdauung bietet eine nahrungsfaserreiche Ernährung, eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und ein Minimum an sportlichen Aktivitäten. 9 Zwischenprüfung Hauswirtschaft Holenstein Désirée Ist der Platz der Schokolade in der modernen Ernährung gerechtfertigt? Die in der Schokolade vorhandene Kakaobutter liefert eine grosse Menge an Vitamin E. Auch die Vitamine B2 und B12 sind vertreten. Zusätzlich enthalten der Kakao und die Schokolade wichtige Mineralstoffe wie Eisen, Kupfer, Zink und die Milchschokolade zusätzlich Calcium aus der Milch. Nicht zu vergessen sind die bioaktiven Substanzen, die in jeder Kakaobohne zu 11-13% vertreten sind. Studien beweisen, dass alle bioaktiven Substanzen in der Schokolade vom Körper aufgenommen werden und dort ihre gesundheitsfördernde Wirkung entfalten. Schokoladentafeln im Vergleich Dunkle Schokolade: Fe, Mg, Cu. Eisen ist Bestandteil des Hämoglobins und somit wichtig für den Sauerstofftransport im Blut. Cacao extra: Vitamine B12 E; Ca P. Fe, Mg, Cu. Kupfer wirkt bei der Eisenaufnahme sowie bei der Bindegewebesynthese mit und ist Bestandteil von Enzymen. Milchschokolade: Vitamine B12 E; Ca P. Calcium und Phosphor sind Bausteine der Knochen und Zähne und wirken bei der Übertragung von Nervensignalen mit. Weisse Schokolade: Vitamine B2, B12 E; Ca P. Vitamin B2 unterstützt die Freisetzung von Energie aus der Nahrung. Chocmel (mit Honig und Mandeln): Vitamine B2, B12 E; Ca P, Mg, Cu. Vitamin ist ein starkes Antioxidans und schützt Blutpartikel, Körperzellen und essentielle Fettsäuren vor oxidativer Zerstörung Schokolade mit Mandeln: Vitamine B2, B12 E, Folsäure; Ca P, Fe, Mg. Folsäure ist in den ersten Schwangerschaftswochen unerlässlich, damit sich das Neuralrohr des Embryos schliessen kann. Frigor noir: Vitamin E; P, Fe, Mg, Cu. Magnesium spielt eine wichtige Rolle bei der Muskelkontraktion sowie als Co-Faktor von verschiedenen Enzymen. Ryon au lait: Vitamin B12; Ca P. Vitamin B12 unterstützt das Wachstum der Zellen, hilft im Nervensystem und in der Fett- und Proteinverwertung. Quelle: Nutritio, 40, 8-9. 10 Zwischenprüfung Hauswirtschaft Holenstein Désirée Psychologische Aspekte Es gibt Leute, die sind davon überzeugt, dass die Kakaobohnen ein kleines Weltwunder sind, und dass es in der Schokoladenbranche viel Erfahrung, Gefühl und Leidenschaft benötigt. Ein Faktor, durch den unser Wohlbefinden beeinflusst wird, ist der Genuss, der allgemein auch als ewig dauernde Verführung beschrieben wird. Eine Person isst in der Schweiz im Durschnitt 11 Kilogramm Schokolade pro Jahr. Warum vermittelt der Verzehr von Schokolade Wohlgefühl und Entspannung? Dafür gibt es wahrscheinlich mehrere Gründe. Das Wort „Schokolade löst im Hirn die Ausschüttung von endogenen Opiaten aus und das Ergebnis ist ein Glücksgefühl. Wahrscheinlich spielen alle verschiedenen Inhaltsstoffe der Schokolade ihre ganz individuelle Rolle. Schokolade wird oft als Suchtmittel bezeichnet und ist bei uns kulturell tief verankert. Als Mitbringsel, Belohnung, Trösterchen – die Schokolade nimmt viele verschiedenen Formen und Aufgaben an, den Menschen ein Stückchen Entspannung und Wohlbefinden zu vermitteln. Quellen Herausgeberwerke Veldboer P. (1996). Weltbild (Hrsg.), Das grosse Buch der Schokolade (S.6-47). Ostfildern: Dr. Cantzsche Druckerei GmbH &Co. Zeitschriften Conrad, C. (1995). Zum Glück gibts Schokolade. Nutritio, 27, 3-8. Mühlemann, P. (2000). Schokolade: Genuss für Körper und Seele. Nutritio, 40, 3-12. Filme Schulfernsehen SF DRS: Wie kommt die Schoko in den Laden?. Produktion: „Willi wills wissen (1996). Co.Tec Verlag: Aus Kakaobohnen wird Schokolade. Produktion: Medien für die Bildung, Victor Steffens. 11 Zwischenprüfung Hauswirtschaft Holenstein Désirée ARD-Produktion: Süsser Traum – Schokolade. Aufnahmedatum: Freitag, 9. April 2004. Internetressourcen ml, 12. Mai 2008. 12