Arbeitsblatt: Winkelriedmythos
Material-Details
Über Bild und Text zur Wirklichkeit der sich verändernden Geschichtskultur.
Geschichte
Schweizer Geschichte
8. Schuljahr
1 Seiten
Statistik
54367
724
2
07.02.2010
Autor/in
donatus stemmle
Zur Leematt 4
8926 Kappel a.A.
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044 764 23 02
078 760 77 83
078 760 77 83
Land: Schweiz
Registriert vor 2006
Textauszüge aus dem Inhalt:
Des adels her was feste; Ir ordnung dick und breit Verdross die fromen geste (Krieger), Ein Winkelreider der seit: He, wend ir‘s gniessen lan Min arme kind und frouwen, So wil ich ein frevel (Selbstmord) bstan! 1533 Halbsuterlied, in der Chronik des Zugers Werner Steiner Zurückhaltung ist angebracht, wo es um Art und Weise der Heldenverehrung und um unbesehene Projektionen von den Vorfahren auf die Nachwelt geht. Pathos und Euphorie sind Angelegenheiten des Zeitgefühls, beziehungsweise des Stils. In der Sache hingegen, nämlich mit dem militärischen Beitrag zum Werden und Wachsen der mittelalterlichen Eidgenossenschaft, können wir es nicht für einen Fortschritt halten, wenn darüber vornehmlich geschwiegen wird. Das Bild, das auf diese Weise von der Vergangenheit entsteht, ist schief, und die Vorstellung von der Gegenwart, als ob diese ohne immer wieder erbrachte militärische Leistungen der früheren Geschlechter so geworden wäre, ist es erst recht. 1986 Walter Schaufelberger, in Kriegführung und Kriegertum zur Sempacher Zeit Der Mythos bleibt solange lebendig und wirkkräftig, als eine Gemeinschaft aus ihrem Selbstverständnis und ihrer Existenzerfahrung heraus bereit ist, an ihn zu glauben. Deshalb ist es für die Geschichtswissenschaft ein sinnloses Unterfangen, wollte sie den Mythos abschaffen. Und ebenso müssig ist es, historische Erkenntnis mit dem Mythos widerlegen zu wollen. Wissenschaftliche Kritik und Mythos bewegen sich nämlich in völlig verschiedenen Denkkategorien. Die Geschichtswissenschaft kann sich mit dem Mythos nur so befassen, dass sie ihn selbst eben als Mythos – zu ihrem Untersuchungsobjekt wählt und seinen Stellenwert in der Gesellschaft prüft. Oder anders gesagte, . sie hat ihm in durchaus positivem Sinn seinen eigenen Wert als gesellschaftliches Phänomen beizumessen. 1986 Guy P. Marchal, Leopold und Winkelried – Die Helden von Sempach, oder: Wie ein Geschichtsbild entstand Interpretatorische Widersprüche sind oft Folgen zweifelhafter methodischer Verfahren. Sie sind im Bild der alten Schweiz wohl nirgendwo so zahlreich und massiv wie bei den gängigen Vorstellungen vom Schweizer als Krieger. Es ist, legt man strenge wissenschaftliche Massstäbe an, nicht sehr weit her mit dem geläufigen Bild. Der Mythos vom waffenfähigen Bauern, der nur in der Schweiz anzutreffen sei, ist – um mit der Kritik gleich fortzufahren – wohl noch weniger haltbar als der Mythos vom Krieg als magischem Ritual. 1991 Peter Blickle, Friede und Verfassung, in Innerschweiz und frühe Eidgenossenschaft