Arbeitsblatt: Kosovo

Material-Details

Ausführlicher Text über den Kosovo mit einem persönlichen Auftrag für Schüler und Schülerinnen aus dem Kosovo
Geographie
Europa
8. Schuljahr
9 Seiten

Statistik

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22.02.2010

Autor/in

Myriam Lüthi
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Kosovo Kosovo ist ein Land in Südosteuropa. Das Land liegt im westlichen Teil der Balkanhalbinsel. Seine Bevölkerung wird auf rund 2,1 Mio. Einwohner geschätzt. Die neuere Geschichte ist durch den Kosovokrieg im Jahr 1999 und dessen Folgen geprägt. Der völkerrechtliche Status des Landes ist international umstritten. Am 17. Februar 2008 proklamierte das Parlament in der Hauptstadt Priština die Unabhängigkeit des Territoriums von Serbien. Bisher erkennen 64 der 192 UNMitgliedstaaten die Republik Kosovo als unabhängig an, allerdings haben noch nicht alle dieser Staaten auch tatsächlich schon diplomatische Beziehungen aufgenommen bzw. Botschafter entsandt. Serbien betrachtet Kosovo unverändert als seine Autonome Provinz Kosovo und Metochien. Der Internationale Gerichtshof (IGH) prüft derzeit in einem Gutachten, ob die Unabhängigkeitserklärung des Kosovo im Einklang mit dem Völkerrecht steht. Beim IGH haben 21 Staaten, die Kosovo anerkannt haben, und 14 Staaten, die sich gegen die Unabhängigkeit aussprechen, Stellungnahmen eingereicht. Nach russischen Angaben sollen bis zu 44 UNMitgliedstaaten die Unabhängigkeit Kosovos ablehnen. Kosovo wurde nach dem Kosovokrieg unter die Verwaltung der Vereinten Nationen gestellt. Zudem wird die politische Entwicklung seit dem 9. Dezember 2008 durch die Rechtsstaatlichkeitsmission der Europäischen Union im Kosovo („EULEX Kosovo) überwacht. Dies gilt auch für die Region Nordkosovo, die von der Regierung Kosovos derzeit nicht kontrolliert wird. Amtssprache: albanisch, serbisch Hauptstadt: Prishtina/Priština Staatsform: Republik Fläche: 10‘908 km Einwohnerzahl: 2‘100‘000 Unabhängigkeit: 17. Februar 2008 Nationalfeiertag: 17. Februar Geographie Kosovos Die Republik Kosovo liegt in Südosteuropa im zentralen Teil der Balkanhalbinsel. Sie grenzt im Norden und Nordosten an Serbien, im Südosten an Mazedonien, im Südwesten an Albanien und im Westen an Montenegro. Sie hat eine Fläche von 10,908 km und eine Bevölkerungszahl von etwa 2 Millionen Einwohnern. Die mittlere Bevölkerungsdichte beträgt 195 Einwohnern pro Quadratkilometer. Räumliche Gliederung Das Gebiet des Kosovos ist sehr gebirgig. Das SarPlaninaGebirge liegt an der Grenze zu Mazedonien. Sie erhebt sich vom Süden bis in den Südosten des Landes. Dieses Gebiet gilt als wichtiges Reiseziel für Touristen, Hauptreisezentren sind Brezovica und Prevalac. Der Berg Đeravica ist mit 2.656 über NN die höchste Erhebung des Kosovos, er befindet sich an der Grenze zu Albanien. Die zentrale Region Drenica, Crnoljeva und der östliche Teil des Kosovo, auch bekannt als Goljak, sind überwiegend hügelige Gebiete. Gewässer Zwar ist der Kosovo ein Binnenstaat, trotzdem gibt es mehrere bedeutende Flüsse und Seen innerhalb seiner Grenzen. So ist der wichtigste Fluss des Landes, mit einer Länge von 122 km, der weiße Drin der in die Adria mündet. Weitere wichtige Flüsse sind Sitnica mit 90 km Länge, Lumbardhi Pejes mit 62 km Länge, Morava Binqes mit 60 km Länge und der Lepenci mit 53 km Länge. Der wichtigste See der sich im nordwestlichen Teil des Landes befindet, ist der Gazivoda mit rund 9,1 km Fläche. Das Land umfasst zahlreiche größere und kleinere Seen, wie der BatlavaSee mit 3,27 km Fläche der im südwestlichen Teil liegt, der BadovacSee mit 2,57 km Fläche im Nordosten und der RadoniqSee mit 5,96 km Fläche im dem südwestlichen Teil. Ebenen Es gibt zwei Hauptebenen im Kosovo. Die Metohija (albanisch: Rrafsh Dukagjinit) befindet sich im Westteil Kosovos, die Ebene Kosovos liegt im Ostteil. Zwischen den zwei Ebenen liegen die niedriger gelegenen hügeligen Gebiete von Drenica. Die Ebene Kosovos ist dabei etwas höher gelegen als die Ebene von Metohija. Die Durchschnittshöhe der Ebene Kosovos beträgt 550 und die der Ebene von Metohija 450 m. Klima Da das Kosovo sich zwischen dem Mittelmeer und den bergigen Regionen Südosteuropas, auf der Balkanhalbinsel befindet, schwanken die Temperaturen saisonal recht stark. Im Sommer sind Höchsttemperaturen von 30C erreichbar, im Winter sind die Temperaturen durchschnittlich 10C. Im Kosovo herrscht kontinentales Klima mit warmen Wettern im Sommer und teils sehr kalten, schneereichen Wintern. Umwelt und Natur Das Land verschiedene Wasserquellen und Wasserfälle, wie der Wasserfall von Mirusha, die Schlucht bei Peja, die Wasserquelle des Flusses Drin, die Marmorhöhle in Gandime und das Tal der Bistrica bei Prizren. Rund 446 km wird von Eichen, Buchen, Kastanien und anderen verschiedenen Nadelhölzern bestanden, 200 km wird als Ackerland genutzt besonders zum Aufbau von Weizen, Gerste, Mais, Weintrauben, Tabak, Kartoffeln und Pflaumen. Vielen Flüsse im Kosovo werden aufgestaut. Durch die Bildung von Stauseen sind viele Gewässer fischreich geworden. Man findet unteranderem Forellen, Karpfen, Aale, Barben, Welse, Hechte und Schollen, sowie auch Huchen. In verschiedenen Regionen des Kosovos leben noch seltene Tiere wie Bären, Luchse, Auerhahne und sogar Schildkröten. Seltene Pflanzen wie Edelweiß, Alpenveilchen und Päonien sind ebenfalls zu finden. Zudem besitzt das Land zahlreiche Karstquellen, Mineralquellen und Gletscherseen. Größte Städte Wichtige Städte Wegen unterschiedlicher Angaben ergeben sich bei den Einwohnerzahlen einzelner Städte verschiedene Ergebnisse. Die 10 größten Städte (Stand 2009) Priština 210‘837 Einwohner Prizren 129‘832 Einwohner Uroševac 102‘623 Einwohner Peć 82‘299 Einwohner Đakovica 78‘838Einwohner Kosovska Mitrovica 75‘829 Einwohner Gnjilane 72‘386 Einwohner Podujevo 51‘917 Einwohner Fushë Kosova 34‘915 Einwohner Orahovac 27‘143 Einwohner Bevölkerung Die Bevölkerung des Kosovo wird auf circa 1,9 bis 2,2 Millionen Einwohnern geschätzt. Sie ist im europäischen Vergleich sehr jung: 33 sind unter 16 Jahre alt, über die Hälfte der Bevölkerung ist jünger als 25 Jahre, nur 6 über 65 Jahre. Die Geburtenrate übertrifft die Sterberate derzeit deutlich: 23 Geburten pro 1000 Einwohnern standen im Jahr 2003 sieben Todesfälle pro 1000 Einwohner gegenüber, sodass die Bevölkerung wächst. Die kosovarische Bevölkerung hat sich seit 1982 verdoppelt. Die Lebenserwartung für Frauen beträgt 71, die der Männer 67 Jahre. Der Anteil der Landbevölkerung liegt zwischen 60 und 65%. Schätzungsweise ein Viertel der rund 2 Millionen Kosovaren lebt und arbeitet im Ausland, vor allem in Deutschland, den Vereinigten Staaten, Österreich und der Schweiz. Ethnien Der Anteil der KosovoAlbaner wuchs im Laufe des letzten Jahrhunderts infolge hoher Geburtenzahlen beständig an. Eine nichtserbische Bevölkerungsmehrheit wies Kosovo bereits 1912 auf, als die osmanische Herrschaft endete. Wann zuletzt oder ob jemals eine serbische Mehrheit bestand, ist unter Historikern umstritten. Kosovo wird heute in großer Mehrheit von Albanern bewohnt. Schätzungen der Weltbank aus dem Jahr 2000, denen das statistische Amt von Kosovo bis heute folgt, gehen von 88 Albanern, 7 Serben und 5 der übrigen ethnischen Gruppen aus. Zu letzteren gehören Türken, Bosniaken, Torbeschen, Goranen, Janjevci (Kroaten), Roma, Aschkali und BalkanÄgypter. Nach dem Krieg 1999 wurde ein Teil der serbischen Minderheit vertrieben. Die Mehrheit der KosovoAlbaner sind sunnitische Muslime, die Mehrheit der Serben gehören der serbischorthodoxen Kirche an. Es gibt unter den Albanern aber auch Katholiken und Orthodoxe, ebenso gibt es unter den slawischen Ethnien auch Muslime. Geschichte In den politischen Debatten um Kosova werden immer wieder historische Fakten oder Halbwahrheiten herbeigezogen. Der Streit dreht sich vor allem um die Frage, wer das Land zuerst bewohnt hat. Die Frage ist bis heute nicht endgültig geklärt. Klar ist nur, dass Verhältnisse, die zum Teil mehr als 1000 Jahre zurückliegen, sicherlich keine Menschenrechtsverletzungen oder Besitzansprüche in heutiger Zeit rechtfertigen können. Im Mittelalter war Kosova Kerngebiet des serbischen Königreichs. Aus dieser Zeit stammen noch viele bedeutende Klöster. Allmählich drangen die Osmanen auf dem europäischen Balkan ein. So kam es am 28. Juni 1389 zur grossen Schlacht auf dem Amselfeld (Fusha Kosovës Kosovo Polje Amselfeld der Name Kosova ist vom serbischen Namen für Amsel abgeleitet). Es standen sich die Osmanen und ein Verbund christlicher Armeen, bestehend aus serbischen, albanischen, ungarischen, bosnischen und bulgarischen Truppen, gegenüber. Die Schlacht hatte auf beiden Seiten Zehntausende von Toten zu Folge. Obwohl es keinen wirklichen Sieger gab, waren die christlichen Truppen zu stark geschwächt, um den osmanischen Vorstoss weiter aufhalten zu können. Viele Serben verliessen darauf Kosova, und albanische Einwanderer aus den Bergen rückten nach. Am Ende des 19. Jahrhunderts war Kosova das Zentrum der albanischen Rilindja Bewegung, die sich für das Albanische innerhalb des Osmanischen Reichs stark machte. Nach dem Zusammenbruch des Osmanischen Reichs wurde Kosova Teil Serbiens. Schon von Anfang an war das Verhältnis zwischen den serbischen Machthabern und den Albanern gespannt. Vertreibungen und Massenauswanderungen auf beiden Seiten setzten sich fort. Von 1945 bis 1990 war Kosova eine autonome Provinz. Ab 1981 kam es jedoch immer wieder zu Spannungen und grösseren Unruhen. Die Lage wurde nach dem Auseinaderfall Jugoslawiens während der 90er Jahre, als Slobodan Milosevic regierte, immer dramatischer. Die Albaner verloren ihre Arbeitsstellen bei staatlichen Betrieben und der Verwaltung und wurden immer mehr von den Serben schikaniert. Im Mai 1992 stmmten die Albaner Kosovas in einer von den Serben nicht anerkannten Abstimmung für die Unabhängigkeit. Die »Republik Kosova« und ihre Regierung unter Ibrahim Rugova wurden international nicht anerkannt. Zumeist friedlich setzten sich die Albaner für ihre Rechte ein und versuchten, mit privaten Schulen und einem parallelen Gesundheitswesen, die nötigste Versorgung sicherzustellen. In dieser Zeit holten immer mehr Albaner, die schon seit langer Zeit im Westen arbeiteten, ihre Familien aus der Krisenregion. Ab Anfang 1996 kam es zu ersten Anschlägen auf serbische Polizisten. Die schnell wachsende kosovarische Befreiungsarmee UÇK entzog immer weitere Gebiete der serbischen Kontrolle. Die Vergeltungsschläge der Serben richteten sich oft gegen die Zivilbevölkerung und die Repressionen wurden immer härter. Im Sommer 1998 flüchteten Hunderte von Kosovaren nach Albanien. Innerhalb Kosovas gab es schon Tausende von Vertriebenen und immer mehr flohen ins Ausland. Die späten Interventionen der internationalen Gemeinschaft, die den Ereignissen jahrelang tatenlos zugesehen hatte, waren erfolglos. Trotz eines Ultimatums verweigerte die serbische Seite die Zustimmung zum Frieden von Rambouillet. Die Nato machte ihre Drohungen wahr und bombardierte mit UNOMandat ab Ende März 1999 während 78 Tagen Jugoslawien. Während dieser Zeit wurden die Albaner systematisch aus Kosova vertrieben und die Serben begingen Gräueltaten an der Zivilbevölkerung. Hunderttausende Kosovaren suchten Zuflucht in Albanien, Mazedonien und Montenegro. Nachdem mit Milosevic eine Einigung vereinbart worden war, konnten am 11. Juni 1999 NatoTruppen in Kosova einmarschieren. Eine UNOMission wurde mit dem Aufbau einer zivilen Verwaltung beauftragt. Kosovaren im Ausland Kosova ist traditionell eine ärmliche Gegend. Deshalb zogen ab Ende der Sechziger Jahre oft junge Männer als Gastarbeiter nach Mitteleuropa. Mit dem Geld, das sie dort verdienten, konnte meist das Überleben einer ganzen Grossfamilie gesichert werden. Die Männer arbeiteten in der Regel nur während einer Saison im Ausland, verliessen aber ihre Heimat im nächsten Jahr wieder. Viele hatten zu Hause Frau und Kinder. Nach einigen Jahren in der Fremde hatten die meisten auch schon Anrecht auf eine dauernde Aufenthaltsbewilligung. Als die Situation in Kosova immer unerträglicher wurde, nahmen immer mehr Gastarbeiter ihre Familie mit in die Fremde. Dort waren sie wenigstens sicher. So wuchs die albanische Gemeinschaft im Ausland immer schneller. Innert kürzester Zeit wurden die Albaner während der Neunziger Jahre zur zweitgrössten ausländischen Volksgruppe in der Schweiz. 1998 lebten schätzungsweise 160.000 Kosovaren in der Schweiz. 1999 während des Krieges in Kosova waren es sogar mehr als 200.000. Da das Albanische in Kosova unterdrückt war und verfolgt wurde, entstand in Mitteleuropa eine Exilgemeinschaft, die zum Beispiel auch Zeitungen produzierte und mit ihren Geldüberweisungen den Zurückgebliebenen das Überleben sicherte. Mit dem Geld der Emigranten finanzierte sich aber auch die UÇK. 1999 erschien erstmals ein Buch über die Kosovaren in der Schweiz. Darin ist beschrieben, wie die albanische Bevölkerung in der Schweiz innert kurzer Zeit zur zweitgrössten ausländischen Gemeinschaft wurde, mit welchen Problemen die Albaner hier kämpfen, weshalb viele Mühe zeigten, sich zu integrieren und wie die Behörden das Flüchtlingsproblem zu bewältigen suchten. 2008 folgte eine umfangreiche Publikation auf Deutsch. Die Autoren wollen den Lesern ein unbekanntes Volk, das zwischen uns lebt, näher bringen. Die Präsenz der grossen albanischen ExilGemeinden wird immer mehr auch in den Gastländern wahrgenommen und akzeptiert. Zur sich immer weiter integrierenden und heimisch werdenden Gesellschaft der KosovaAlbaner kommt gerade auch in der Schweiz eine grosse Anzahl von Albanern aus Mazedonien und sehr wenige Albaner aus Albanien selbst. So, dies sind die Sachen die ich im Internet über den Kosovo gefunden habe. Natürlich kennst du eine ganz andere Seite dieses Landes, schliesslich ist es ja DEIN Land. Ich fände es sehr spannend, wenn du mir in einem Text mal deine Sicht und deine Meinung über den Kosovo aufschreiben würdest. Wie empfindest du dieses Land? Fühlst du dich dort wohl? Was ist besonders dort? Gibt es etwas das dir besonders gut gefällt? Was? Gibt es etwas das dir gar nicht gefällt? Was? Was sollte ich unbedingt noch über den Kosovo erfahren? Was kannst du mir erzählen, damit ich etwas über die Kultur des Kosovos erfahre? Dies sollen nur einige Hilfen für deinen Text sein!