Arbeitsblatt: Blinder Langläufer
Material-Details
Porträt eines blinden Langläufers, der in Vancouver an den olympischen Spielen über 50 km starten wird.
Am Schluss müssen 9 Wörter aus dem Text erklärt werden.
Deutsch
Lesefertigkeit
7. Schuljahr
2 Seiten
Statistik
55804
803
7
27.02.2010
Autor/in
andreas vincenzi
Land: Schweiz
Registriert vor 2006
Textauszüge aus dem Inhalt:
Ein blinder Läufer lebt seinen olympischen Traum Gerd Braune, Vancouver BaZ 27. 2. 2010 Gold bei den Paralympics hat er schon. Jetzt schreibt Brian McKeever (30) Geschichte. Er ist der erste Wintersportler, der sowohl an Olympischen wie an Paralympischen Spielen teilnimmt. Seine Augen sind direkt auf seinen Gesprächspartner gerichtet, er lächelt. Aber Brian McKeever sieht sein Gegenüber nicht, der Kanadier ist weitgehend blind. «Es gibt keinen Tag, an dem ich mir nicht wünsche, besser sehen zu können», sagt er, «aber es hat mich zu dem gemacht, was ich bin.» Es, das ist die Erbkrankheit Morbus Stargardt, die macht, dass der 30Jährige nur noch über zehn Prozent seiner Sehkraft verfügt. Dennoch wird er für Kanada am Sonntag im Langlaufwettbewerb über 50 Kilometer starten – und zwei Wochen später bei den Paralympics dabei sein. McKeever schreibt olympische Geschichte. Er ist der erste Athlet der Winterspiele, der an Olympischen und Paralympischen Spielen teilnimmt. Jahrelang hat er darauf hingearbeitet. Vor vier Jahren gewann er paralympisches Gold. Mithilfe seines sechs Jahre älteren Bruders Robin, der ihm bei den Paralympics den Weg weisen darf, hat er sieben Medaillen gewonnen. Nun ist er am Ziel angelangt – der Teilnahme an den Olympischen Spielen in Kanada. Geschenkt wurde ihm das Ticket nicht. «Er musste sich seinen Platz verdienen», sagt Tom Holland, Trainer des kanadischen Verbands. «Er hatte eine Chance und er nutzte sie.» Beim letzten Qualifikationsrennen schaffte McKeever den Sprung ins Team. Jetzt stellt er sich in Vancouver geduldig den Fragen der Journalisten. Wenn McKeever seine Lebensgeschichte erzählt, geht es immer wieder um seinen Vater. Bill McKeever litt – wie später sein Sohn – an Morbus Stargardt, einer Krankheit, bei der die Sehschärfe im zentralen Sehfeld zerstört wird. Bill und seine Frau Jean bereiteten ihre Kinder darauf vor, dass auch ihre Sehkraft schwinden könnte. Erblindet mit 21. Im Alter von drei oder vier Jahren hörte Brian erstmals von seinen Eltern: «Wenn ihr Probleme mit den Augen habt, sagt es sofort.» Aber mit den Jahren wuchs die Hoffnung, dass er nicht erkranken würde. McKeever ging zur Schule, las Bücher und machte seinen Führerschein. Er war ein begeisterter Langläufer. Während sich sein Bruder für die Winterspiele 1998 in Nagano qualifizierte, nahm er an seiner ersten Junioren-WM teil. Aber in dieser Zeit bemerkte er erste Veränderungen seiner Sehkraft. Er war 20 Jahre alt und Student. Er sass in den Hörsälen hinten und konnte lesen, was auf der Tafel stand. Vier Monate später sass er in der ersten Reihe. «Und innerhalb von zwei Jahren war ich den rechtlichen Definitionen zufolge blind.» Seine Sehbehinderung sei kein schwarzer Fleck, beschreibt McKeever, eher ein «Blitzlicht». Nur an der Peripherie ist die Sehkraft erhalten. Durch geschickte Augenbewegung kann er den blinden Fleck umgehen, aber auf Distanz verschwimmt alles. «Es ist wie ein Donut», sagt Trainer Holland. «Er sieht den zentralen Teil des Bildes nicht.» /home/bildpf/UMT/201002/UMT_DE_7_55804_Blinder-Langlufer Vater Bill war ihm Vorbild. Dieser hatte trotz Sehbehinderung eigenhändig das Ferienhaus der Familie gebaut. «Du bist stark genug. Du wirst damit umgehen können», sagte er seinem Sohn. Aber wie sollte dieser weiter Langlaufen können? Brian bat seinen Bruder um Hilfe, lief weiter Ski und schloss sich dem paralympischen Team an. Nun ist Robin der Begleiter, der darauf achtet, dass Brian die Strecke sicher passiert. An Olympia aber darf er seinen Bruder nicht zur Seite haben. Er wird sich beim Massenstart seinen Weg bahnen müssen und dabei auf sein Erinnerungsvermögen hoffen: «Ich bin die Strecke mehrmals gefahren, um mich mit ihr vertraut zu machen.» Eine Medaille erwartet er von sich nicht. Sein Traum war es, bei Olympia dabei zu sein. Ein Traum, der am Schlusstag der Winterspiele von Vancouver Realität wird. Versuche folgende Wörter zu erklären. Du kannst das Internet aber auch das Wörterbuch benützen. 1. Paralympics: 2. Erbkrankheit: 3. Nagano: 4. Hörsälen: 5. Definitionen: 6. Peripherie: 7. Donut: 8. Massenstart: 9. Realität: /home/bildpf/UMT/201002/UMT_DE_7_55804_Blinder-Langlufer