Arbeitsblatt: Aegypten

Material-Details

Die Mumifizierung
Geschichte
Altertum
6. Schuljahr
3 Seiten

Statistik

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03.03.2010

Autor/in

Ivana Cikes
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Die Mumifizierung Die alten Ägypter hatten einen grossen Wunsch: Sie wollten ewig leben. Sie glaubten an ein neues Leben nach dem Tod und sie meinten, es würde so sein wie das Leben auf der Erde. Eine Mumie ist ein ausgetrockneter Leichnam, der nicht verwesen kann. In frühester Zeit liessen die Ägypter ihre Toten auf natürliche Weise mumifizieren: Der Körper wurde im Boden begraben und der heisse Wüstensand trocknete ihn aus. Schliesslich wurde er so hart wie Stein. Die Mumifizierung war ein langer, schwieriger und kostspieliger Vorgang. Dabei spielte das Vermögen eine Rolle. Die Armen hatten bescheidene Begräbnisse, Adelige und Diener des Königs und der Königin wurden mit grossem Aufwand begraben. Die Pharaonen, die ägyptischen Könige, waren die reichsten im Lande. Die Menschen glaubten, dass ein Pharao nach seinem Tode ein Gott wurde. Deshalb wurden die Pharaonen besonders sorgsam mumifiziert und mit grossem Prunk begraben. Die Einbalsamierer brauchten siebzig Tage, um einen Leichnam zu mumifizieren. Für das Begräbnis eines Königs oder eines Adligen arbeiteten die Einbalsamierer in Werkstätten in der Nähe des Grabes, in dem die Mumie beigesetzt werden sollte. Die Einbalsamierer nahmen zunächst die inneren Organe heraus. Mit Hilfe von Metallhaken entfernten sie das Gehirn durch die Nasenlöcher. Sie schlitzten den Körper an der linken Seite auf und nahmen die Leber, die Lungen, den Magen und die Gedärme heraus. Jedes dieser Organe wurde mit Natron behandelt und dann in einen Behälter gelegt, der Kanope genannt wurde. Nur das Herz wurde an seinem Platz gelassen. In späteren Zeiten wurde auch das Herz entfernt und einbalsamiert. An seine Stelle wurde ein Skarabäus aus Stein gelegt. Der Körper wurde mit in Leinen eingewickelten Salzpäckchen (Natron) ausgestopft. Auch von aussen wurde er mit Natron bedeckt. Es trocknete den Körper genauso aus wie der Wüstensand. Nach vierzig Tagen wurden die Natronbündel entfernt. Der ausgetrocknete, geschrumpfte Körper wurde mit Schwämmen gesäubert und mit Ölen, Salben, Gewürzen und Harz bestrichen. Der Kopf und der Körper wurden mit frischen Packungen ausgestopft, die mit gleichen Stoffen getränkt waren. Die Augenhöhlen wurden mit Leinen ausgestopft und geschlossen. Die Nasenlöcher verstopfte man mit Bienenwachs. Die Arme wurden gekreuzt, die Finger und Zehennägel mit goldenen Kappen bedeckt. Der Schnitt an der linken Seite wurde vernäht. Dann schmückte man die Mumie mit Goldschmuck und kostbaren Steinen. Schliesslich wurden sorgfältig lange, schmale Leinenstreifen um den Körper gewickelt. Finger, Zehen, Arme und Beine wurden getrennt umgewickelt. Zwischen die einzelnen Schichten kamen Leinentücher und nach einigen Schichten wurde alles mit Harz verklebt. Nach zwanzig Schichten hatte der Körper wieder seine frühere Grösse. Während des langen Vorgangs konnte es geschehen, dass ein Ohr oder eine Zehe abfiel. Diese Teile und alles Material, das vom Einbalsamieren übrig geblieben war, wurde in Gefässen aufbewahrt und später nahe beim Grab beerdigt. Zwischen die Binden wurden Amulette gesteckt. Kleine Figuren, die wie Mumien geformt waren und Uschbetis genannt wurden, trugen Ackerbaugeräte. Man glaubte, dass die Uschbetis auf den Feldern der anderen Welt für die Mumien arbeiten würden. Der umwickelte Kopf wurde mit einer Gesichtsmaske bedeckt. Manche waren aus Leinen und Gips hergestellt, manche aus Gold gemacht und mit Edelsteinen verziert. Diese Maske wurde auch umwickelt. Danach wurde das ganze Paket in ein Leinentuch gewickelt und ein letztes Mal mit Harz bestrichen. Die Mumie war fertig. In der Zwischenzeit bereiteten Künstler, Bildhauer und Tischler das Begräbnis vor. Sie stellten einen oder mehrere Särge für die Mumie her. Diese wurden von innen und aussen mit Göttern, Göttinnen und Schutzformeln bemalt. Man machte Schmuck und Möbel für die Mumie, die mitbegraben wurden. Statuen des Toten kamen mit ins Grab. Ein prächtiger Sarkophag aus Stein nahm den Mumiensarg auf. Die Wände des königlichen Grabes wurden ausgemeisselt und mit Szenen bemalt, die nach dem Glauben der Ägypter auf magische Weise zum Leben erwachen würden. Die Szenen zeigen das neue Leben des Toten in der anderen Welt. Tänzer und Musiker unterhielten ihn. Diener arbeiteten auf den Feldern und brachten ihm Nahrung. Die Götter und Göttinnen der Toten hiessen ihn willkommen. Ein langer, feierlicher Trauerzug brachte die Mumie zum Grab. Sie lag auf einem kunstvollen Schlitten, der von Ochsen gezogen wurde. Die Kanopen standen in einer Truhe auf einem anderen Schlitten. Es folgten Priester, die Familie, Diener und Klagefrauen, die für ihr Weinen bezahlt wurden. Träger trugen die vielen Güter, die mit der Mumie begraben wurden. Kam der Trauerzug am Grab zum Stillstand, vollzogen die Priester ein letztes Ritual an der Mumie, welches, das „Öffnen des Mundes genannt wurde. Der Mund der Mumie wurde nicht wirklich geöffnet, sollte aber auf magische Weise die Fähigkeit erhalten, wieder zu sprechen und zu essen. Dann wurde die Mumie in den Sarkophag gelegt, der mit einem schweren Steindeckel geschlossen wurde. Die Kanopentruhe mit den Gefässen, die von ihrem jeweiligen Gott beschützt wurden, stand in der Nähe. Die Trauernden verliessen das Grab und der Eingang wurde mit einer Wand aus Steinplatten verschlossen. Endlich war die Mumie an ihrem ewigen Ruheplatz und auf dem Weg zu einem neuen Leben.