Arbeitsblatt: Balladen
Material-Details
Angaben zu versch. Balladen
Deutsch
Anderes Thema
8. Schuljahr
5 Seiten
Statistik
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9
04.03.2010
Autor/in
Roland Kissling
Land: Schweiz
Registriert vor 2006
Textauszüge aus dem Inhalt:
BALLADEN Die traurige Krönung bei Mörikes Die traurige Krönung handelt es sich um eine echte Gespensterballaden. Als zentrales Thema wird das Schuld Sühne Thema behandelt. Durch die Ermordung des rechtmäßigen Thronerben erschleicht sich König Milesint die Krone von Irland. Er stirbt am Tag seiner Krönung einen mysteriösen Tod. Der Erlkönig Erlkönig ist eine Ballade von Johann Wolfgang von Goethe, die er 1782 schrieb. Eine gängige Interpretation des Gedichtes sieht den Erlkönig als Metapher für die todbringende Krankheit des Kindes. Der Erlkönig beschreibt den nächtlichen Ritt eines Vaters und seines Kindes. Das Kind sieht die Gestalt des Erlkönigs, von dem es sich bedroht fühlt. Der Vater versucht, seinen Sohn zu beruhigen und den Visionen des Kindes natürliche Erklärungen zu geben, wie Nebel, das Rascheln der Blätter oder den Schimmer der Bäume. Das Kind wird jedoch immer unruhiger; es fühlt sich immer mehr von den gespenstischen Gestalten bedroht. Diese Gestalten – der Erlkönig und seine Töchter werden aus der Perspektive des Kindes dargestellt und scheinen ganz wirklich zu sein. Als der Sohn schließlich in einen Schrei ausbricht und sich vom Erlkönig tätlich angegriffen fühlt, verliert auch der Vater seine Fassung und versucht nur noch, so schnell es geht den Hof zu erreichen. Dort erkennt er, dass das Kind tot ist. Aus den 40er Jahren Wer knattert so spät durch Nacht und Wind? Es ist der Vater mit seinem Kind. Der Vater mit seinem Sohne Fritz Auf BMW mit Soziussitz. Mein Vater, mein Vater, jetzt fahr aber zu, Dort hinten kommt einer auf NSU Wir lassen uns von diesem nicht schlagen!! Will Fritz in der nächsten Kurve sagen. Mein Vater, mein Vater, mir wird so bang, Siehst Vater du nicht den Bahnübergang, Der unüberwacht in nebliger Ferne? Mein Sohn, wir haben ne Boschlaterne! Doch zu schnell gehts, er schnappt nach Luft, Weil der Vergaser so fürchterlich pufft. Mein Sohn, mein Sohn, das erklär ich dir später Der hat doch nur zwei Kubikzentimeter! Mein Vater, siehst du dort jene Gestalt? Sicherlich, sie rennt durch den Wald! Sie fahren mit hundert an ihr vorbei. Oh Vater, mein Vater, hörst du diesen Schrei? Es dröhnet und kracht, Das Unheil rast durch die Nacht. Die Telephonstangen werden zu Wänden. Der Vater zittert und friert an den Händen. Sei ruhig, mein Sohn, wir überfuhren sie, Ich kanns nicht erklären, ich weiss nicht wie! Mein Vater, siehst du den Schupo dort nicht Mit Bleistift, Papier und strengem Gesicht? Sie fahren wie Schurken die Straße dahin, Es schwindet ihnen Verstand und Sinn. Dem Vater grauset, er gibt mehr Gas: Halt dich, mein Sohn, sonst passiert noch was! Mein Kind, mein Kind, das geht uns nichts an, Er erreicht als erster das Haus am Meer. Wir haben ne falsche Nummer dran. Und übrigens fahren wir viel zu schnell, Jetzt ist es dunkel und nicht mehr hell. Der Sozius hinter ihm. war leer. Der Knabe im Moor Die Ballade zeichnet sich durch einen regelmäßigen und geschlossenen Aufbau aus. Schon am Anfang des Betrachtens des Gedichtes fällt eine inhaltliche Dreiteilung auf. „Die erste Strophe, der balladeske Mittelteil (Strophe II- V) und die sechste Strophe mit dem deutenden Rückblick auf das Moor strukturieren als Sinneinheiten das Gedicht. In der Eingangsstrophe wird die schaurige Atmosphäre hergestellt, die das nachfolgende Geschehen bestimmen soll. In dieses unheimliche Geschehen der Natur wird jetzt der Knabe in der zweiten Strophe eingeführt. Er ist durch die Fibel, welcher er fest in der Hand hält, als Schuljunge gekennzeichnet und es ist deshalb anzunehmen, dass er auf dem Heimweg ist. Bevor er allerdings sein Zuhause erreicht muss er das Moor, mit seinen unheimlichen Geräuschen und den immer wieder auftauchenden Geistergestalten, durchqueren. Der Knabe trifft zunächst auf den gespenstischen Gräberknecht, den diebischen Fiedler Knauf, die unselige Spinnerin, den ungetreuen Geigeman und zum Schluss auf die verdammte Magret. Wobei die verdammte Magret den Höhepunkt der gespenstischen Stimmung ausmacht, da sie die einzige der Geister ist, die sich mit der Äußerung „ Hoho meine arme Seele! Gehör verschafft. Die im Gedicht auftauchenden Geistergestalten stellen keinesfalls eine Erfindung der Droste dar, sondern sind tatsächliche Spukgestalten, die den Kindern der damaligen Zeit durch Erzählungen wohl bekannt waren. So ist es auch verständlich, weshalb die Angst des Jungen durch die auftretenden Spukgestalten immer größer wird. Man kann die Spukgestalten der Ballade dabei näher bestimmen, die in einer Katechisierung des Aberglaubens vorgeführt werden. „Gräberknecht und Fiedler Knauf büßen ein benennbares Vergehen, nämlich Diebstahl und Betrug. Diese Delikte sind nicht zufällig aus der Vielzahl der möglichen Sünden ausgewählt. Es sind Verfehlungen, die auch der Knabe täglich begehen könnte. Und es sind Verstöße, die unmittelbar die funktionierende Ordnung des menschlichen Zusammenlebens bedrohen. Das Erzählen von ihnen im Volksglauben diente damals pädagogischen Absichten. Der Geigenmann, oder vielmehr dessen Melodei, und der Torfgräber werden als gespenstig bezeichnet. Ihre Strafe ist die Ruhelosigkeit im Grabe. Dagegen bleibt die Schuld der Spinnlenor im Text ungenannt. Durch die Adjektive unselig und gebannt wird allerdings deutlich, dass ihr Vergehen von anderer, weit schlimmerer Art sein muss. Am Schlimmsten jedoch scheint das Verbrechen der „verdammten Magret zu sein, den das Adjektiv „verdammt stellt im Vergleich zu den bisherigen genannten Spukgestalten eine Steigerung des Vergehens dar. Beim Lesen der Ballade stellt sich ein nun immer schneller werdender Rhythmus beim Leser ein. Durch den Beginn der vierten Strophe mit den Worten „Voran, Voran entwickelt sich ein Gefühl selbst auf der Flucht vor etwas zu sein. Das Moor will den Knaben holen, ihn nicht mehr loslassen und es pfeift und brodelt unter seinen Füßen. Denn nicht nur durch die nacheinander auftretenden Geister verstärkt sich das beklemmende Gefühl, auch durch die vielen Personifikationen wird das beklemmende Gefühl im Gedicht aufrecht erhalten. Die Droste belebt damit die einzelnen Elemente des Naturraums. „Im Haidenrauche wimmelt es, was auf eine Vielzahl nicht genannter, sich bewegender Wesen hinweist. Doch was ist dies was sich da bewegt? An einem schönen Sommertag würde man dies als ein erfrischendes Sommerlüftchen wahrnehmen, doch in dieser Stimmung, die bereits am Anfang der Ballade erzeugt wurde, schließt man als Leser auf weitere Gefahren, vor denen sich der Knabe in Acht nehmen sollte. Dieser Gefahren sind auch dem Knaben bewusst, denn er hält zitternd die Fibel in der Hand und rennt, als ob er gejagt würde. Doch trotzt dass er rennt nimmt er die unheimlich Eindrücke der Natur deutlich wahr. In der fünften Strophe erreicht die Ballade ihren Höhepunkt. Als einzige der Geistergestalten verschafft sich die „verdammte Magret mit dem Aufruf „Ho, ho, meine arme Seele Gehör. Diesen Ausruf erteilt die „verdammte Magret aus der „klaffenden Höhle. Beim genauen Betrachten des Wortes Höhle fällt deutlich auf, dass die Höhle nur einen Lautwert von einer „klaffenden Hölle entfernt ist. In dieser Strophe scheint der Knabe bereits verloren. „Wärnicht Schutzengel in seiner Näh, seine bleichenden Knöchelchen fände spät ein Gräber im Morgenschwehle. Nur sein Schutzengel kann ihn vor dem Tod im Moor retten. Die letze Strophe spiegelt die Erlösung des Knaben wieder. Der Boden unter ihm „gründet sich, er verlässt das Moor und hat ein Ziel fast erreicht. „Der Blick des Knaben ist vom Moor weg auf ein Ziel gerichtet: mit dieser Änderung der Blickrichtung ist zugleich die Rettung verbunden! Dem Moor, als Ort der Bedrohung, wird das Haus gegenübergestellt, welches durch die leuchtende Lampe ein Gefühl der Behaglichkeit und Geborgenheit ausdrückt. Noch einmal blickt der Knabe mit Schaudern zurück in das Moor und er atmet auf, den Gefahren im Moor entkommen zu sein. Zur Interpretation (eine Assoziation/Überlegung und nicht unbedingt fundiert und mit Quellen belegt, aber wahrscheinlich): Das Moor war früher auch Hinrichtungsstätte diese Spukgestalten sind also nicht zufällig dort gelandet. Der Geigenmann und Fiedler Knauf sind ein und derselbe. Belsazar Die Ballade Belsazar hat Heinrich Heine geschrieben, um vor der menschlichen Überheblichkeit zu warnen, weil der König, von dem das Gedicht handelt, für seine Gotteslästerung mit dem Leben bezahlt hat. Daran trägt er allein die Schuld. Die Ballade lässt sich in folgende Teile einteilen: Situation in der Stadt – Gelage im Schloss – Freude bei den Knechten – zunehmende Trunkenheit des Königs – Gotteslästerung – Befehl, das Tempelgerät zu holen – Entweihung durch Trinken aus heiligem Becher – Verhöhnung Gottes – eigenes Erschrecken – Erscheinung der Feuerschrift – Angst der Knechte – vergeblicher Versuch der Magier – Belsazars Ende Die Handlung der Ballade spielt in Babylon. In der Stadt ist es zu mitternächtlicher Stunde ruhig, und im Schloss sitzen der König Belsazar und einige Getreue beisammen und feiern ein rauschendes Fest. Der König und sein Gefolge werden vom Sprecher negativ dargestellt. Die Nachtruhe steht in einem starken Kontrast zur Feier: „da lärmt des Königs Troß (V. 4). Während sie zusammen sind, wird viel getrunken. Die Knechte genießen die Feier, und der König genießt es, sich von den Knechten feiern zu lassen. Auch der König erscheint von Anfang an negativ; er wird mit dem Adjektiv „störrig (V. 10) beschrieben Störrisch ist eigentlich jemand, der sich widersetzt, und so kann man sich fragen, gegen wen sich der mächtige König von Babylon wehrt. Das wird im zweiten Teil des Gedichts deutlich. Weil die Feier ihren Fortgang nimmt, lässt sich Belsazar dazu hinreißen, Gott zu lästern. Dafür gibt es zwei Gründe: zum einen die Tatsache, dass er sich nach dem Genuss von so viel Wein mutig fühlt, zum anderen die Tatsache, dass er einen Sieg über die Israeliten errungen und den Tempel beraubt hat (vgl. V. 19f.). Nun scheint sich Belsazar mächtiger als Gott zu fühlen. Um seine Macht zu demonstrieren und Gott zu demütigen, lässt er sich „viel gülden Gerät (V. 19) aus dem geraubten Tempelschatz herbeibringen und einen heiligen Becher „bis am Rand (V. 22) füllen. Indem er so den heiligen Gegenstand entweiht, lästert er Gott nicht nur mit Worten, sondern auch mit Taten. Belsazar leert den Becher „hastig bis auf den Grund (V. 23) und besiegelt seine Gotteslästerung mit den Worten: „Jehova! Dir künd ich auf ewig Hohn, / Ich bin der König von Babylon! (V. 25f.). Die Hast, mit der er den Becher leert, verrät schon erste Zeichen von Unsicherheit, und die Worte, mit denen er Gott lästert, wirken eher trotzig als überlegen. Dass er sich des Ungeheuren seines Anspruchs bewusst ist, zeigt der dritte Teil des Gedichts. Im Moment der Gotteslästerung selbst wird es Belsazar unheimlich zu Mute. Ähnlich ist die Reaktion der anderen. Hier kündigt sich eine Wende im Gedicht an: „Es wurde leichenstill im Saal (V. 30). Plötzlich erscheint eine geheimnisvolle Hand, die mit „Buchstaben von Feuer (V. 34) etwas an die Wand schreibt. Die Anwesenden sind entsetzt, der eben noch so stolze und prahlerische König sitzt plötzlich „stieren Blicks (V. 35) da, „Mit schlotternden Knien und totenblaß (V. 36). Das mag am Unheimlichen des Vorgangs liegen. Der Tod wird ein zweites Mal erwähnt. Der König und seine Getreuen ahnen etwas. Es gibt einen Zusammenhang mit der Gotteslästerung. Belsazar unternimmt einen letzten Versuch sich gegen das Schicksal zu wehren, indem er Magier beauftragt, die Schrift zu entziffern und zu deuten, doch vergebens. Die letzte Strophe berichtet in vergleichsweise einfachen Worten davon, dass der König noch in derselben Nacht „Von seinen Knechten umgebracht (V. 42) wird. Natürlich ist die Überheblichkeit Belsazars der hauptsächliche Grund für seine Bestrafung. Es sind aber noch andere Gründe möglich, z.B. Babylon braucht einen neuen König. – Hinter dem Mord stecken Agenten der unterlegenen Israeliten. – Die Knechte sind falsche Freunde: Erst feiern sie mit dem König, und als er einen schwachen Moment hat, töten sie ihn. – Jemanden aus der Stadt hat das ewige Feiern gestört, und es gelang ihm, einige Knechte gegen Belsazar aufzubringen. – Die Knechte haben selbst Angst bekommen vor einer möglichen Rache Gottes und wollten durch die Ermordung des Königs drohendes Unheil abwenden. – Alle Macht ist vergänglich – auch die eines Königs. Zur Aussageabsicht – Überheblichkeit und ihre Bestrafung – bieten sich folgende Verallgemeinerungen und mögliche Aktualisierungen an: – menschlicher Hochmut allgemein, auch gegenüber Mitmenschen; – alle menschliche Herrschaft ist nur relativ und zeitlich begrenzt; – daran denken, dass alles Handeln Folgen hat.