Arbeitsblatt: Gruppenarbeit Tibet

Material-Details

Gruppenpuzzle Tibet
Geographie
Asien
10. Schuljahr
15 Seiten

Statistik

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838
11
13.03.2010

Autor/in

Marco Corti
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Thema 1: Der tibetische Buddhismus und der Dalai Lama Der 14. Dalai Lama Die 50jährige Besetzung Tibets durch China, hat den zum politischen Oberhaupt aller Tibeterinnen und Tibeter gewordenen 14. Dalai Lama, Tenzin Gyatso (geb. 1935), zu einer Berühmtheit gemacht. Seit seiner Flucht ins Exil trägt er die Lehren des tibetischen Buddhismus in die ganze Welt hinaus und setzt sich prominent für die tibetische Kultur ein. Seit der Flucht 1959 aus Tibet, lebt er im nordindischen Dharamsala im Exil, welches so auch zum Sitz der tibetischen Exilregierung geworden ist. Weil der Dalai Lama, der ursprünglich nur religiöses Oberhaupt des tibetischen Volkes war, seit dem 17.Jh (5. Dalai Lama) auch als politischer Machthaber gilt, repräsentiert der 14. Dalai Lama sein Volk als Staatsoberhaupt und als religiöses Oberhaupt gleichzeitig. Aus diesem Grund befürchten viele Tibeterinnen und Tibeter, dass der Tod dieses 14. Dalai Lamas auch das Ende für die Bestrebungen eines unabhängigen Tibets bedeuten könnte. Sein Einsatz für das Tibetische Folk hat ihn mit vielen bekannten und Einflussreichen Personen in der ganzen Welt und unzähligen Medienvertretern zusammengebracht. Eigentlich bezeichnet er sich als Geistlichen bzw. als einfacher Mönch, der die buddhistischen Lehren auf Erden vertreten soll. Sein Einsatz für die „Sache Tibets und die Anprangerung der Politik Chinas machten ihn aber zum Sprachrohr für sein Volk und zu einer berühmten Persönlichkeit im Weltgeschehen, welchem überall grosse Aufmerksamkeit geschenkt wird. Immer wieder protestiert China, wenn Repräsentanten von Staaten den Dalai Lama empfangen wollen, und droht mit Massnahmen, welche meist die wirtschaftlichen Beziehungen mit diesen Staaten betreffen. China ist zu einem wichtigen Handelspartner geworden. Medial bezichtigt die chinesische Regierung den Dalai Lama immer wieder, den Missmut gegenüber den Chinesen zu schüren. Weil das religiöse Oberhaut Tibets ein derart wichtiger politischer Faktor ist, hat die chinesische Regierung hat dafür gesorgt, auch dort Einfluss zu nehmen. Sie hat das vom Dalai Lama selber bestimmte Kind, welches Panchen Lama (zweithöchster Geistlicher) werden soll, und wiederum die Aufgabe haben wird den zukünftigen Dalai Lama zu finden entführt und hält ihn an einem unbekannten Ort fest. Gleichzeitig hat sie eine eigene Wahl getroffen, wer die als Panchen Lama eingesetzt werden soll. So soll gewährleistet werden, dass der zukünftige Dalai Lama eine Person ist, welche der chinesischen Regierung „genehm ist. Tibetische Tradition: Die Wiedergeburt des Dalai Lama 1 Die Ernennung des Dalai Lamas, des höchsten religiösen Führers des tibetischen Volkes, erfolgt nach dem Tod seines Vorgängers durch eine eingehende Suche. Es werden Orakel befragt und die höchsten Geistlichen suchen nach Zeichen, in welcher Region der neue Dalai Lama wiedergeboren werden könnte. Der sechste Dalai Lama wurde entführt und starb auf der Reise. Die damaligen mongolischen Besatzer forderten die Ernennung eines neuen Dalai Lamas nach ihrem Geschmack, aber die Tibeter weigerten sich ihn anzuerkennen. Sie machten sich stattdessen selber auf die Suche nach der Inkarnation und fanden ihn 1708 in Litang. Dies auch aus dem Grund, weil der sechste Dalai Lama in einem seiner Gedichte geschrieben hatte: Weisser Kranich, leih mir deine Schwingen, ich geh nicht weiter als bis nach Litang, und von dort kehre ich zurück. Es werden also Gesandte ausgeschickt, die den potentiellen Inkarnationen z.B. Gegenstände des verstorbenen Dalai Lama zeigen, und testen, ob der Knabe diese Gegenstände wieder erkennt. Aufgrund der Aussagen der Orakel und den Reaktionen der Knaben wird dann bestimmt, wer die Reinkarnation des verstorbenen Dalai Lama ist. Dieser Knabe wird dann noch sehr jung einer klösterlichen Erziehung erzogen und lernt die Lehren Buddhas. Der jetzige 14. Dalai Lama wurde als 4jähriger Junge ins Kloster gebracht. Wenn ein Dalai Lama stirbt, geht er nach der Idee des tibetischen Buddhismus eigentlich ins ewige Nirwana ein, weil er den höchsten spirituellen Grad erreicht hat. Das Rad des Lebens bzw. die Mechanismen der Wiedergeburt lassen nur diejenigen ins Nirwana (den ewigen Frieden) eintreten, welche die höchste spirituelle Stufe erreicht haben. Die meisten Menschen sind in diesem Sinne noch nicht weit genug ins Nirwana einzugehen, sondern werden wiedergeboren, und müssen sich in einem neuen Leben wiederum bewähren. Beim Dalai Lama, dem höchsten Geistlichen, wird nun aber davon ausgegangen, dass er aus Überzeugung und eigener Entscheidung wiedergeboren wird, weil er weiterhin für die Lehren des Buddismus unter den Menschen wirken will. Der Dalai Lama gilt in den Lehren des tibetischen Buddhismus als ständige Reinkarnation des Gottes Avalokiteshvara (tibetisch: Chenresig), der Gottheit des Mitgefühls. Er gilt als Gestalt, die den Menschen, die guten Willens sind, das Elixier der Barmherzigkeit und Weisheit bringt. Stirbt der Dalai Lama, ist es die Aufgabe des nächsthöheren in der Hierarchie, des Panchen Lama, seine Reinkarnation ausfindig zu machen. Gemäss tibetischem Glauben und Tradition ist die Wiedergeburt theoretisch überall auf der Welt möglich. Er wurde bisher mit einer Ausnahme (der 4. Dalai Lama von 15881617 war der Enkel des damaligen mongolischen Herrschers Altan Khan) immer innerhalb des tibetischen Volkdes gefunden. 2 Die Religion „tibetsicher Buddhismus Der tibetische Buddhismus ist erst im 7. Jh n.Chr. durch eine Vermischung der schamanistischanimistischen BönReligionen mit dem aus Indien eingeführten Lehren Buddhas entstanden. Der damalige König Tibets (Songtsen Gampo) verheiratete sich neben weiteren Frauen sowohl mit der Königstochter Nepals, als auch mit der Kaisertochter Chinas. Beide waren fromme Buddhistinnen und brachten buddhistische Kulturgüter nach Tibet. Er verlegte die Hauptstadt von Yarlung nach Lhasa und liess ein System glanzvoller Tempel (u.a. den Jokhang Tempel) erbauen. Die Kaisertochter Chinas, die er 641 n.Chr. ehelichte, brachte ein Bildnis des jungen Buddha Sakyamuni (dem erleuchteten Buddha Gautama) mit, welches bis heute im Jokhang Tempel steht, und die bedeutendste Buddha Darstellung Tibets ist. Unter seiner Herrschaft begann auch die Entwicklung einer eigenen tibetischen Schriftsprache. Da er sich des Mangels einer einheitlichen tibetischen Schrift bewusst wurde, schickte er Gelehrte nach Indien, wo sie eine Schrift entwickeln und die Sprache vereinheitlichen sollten. Dies auch, um die umfangreiche buddhistische Literatur vom Sanskrit ins Tibetische zu übersetzten. Unter dem darauffolgenden König wurde im 8.Jh. n. Chr. das erste Kloster gegründet und durch einen Gelehrten aus Indien (Padmasambhava) ein indischbuddhistisches Hochschulsystem eingeführt. Der indische Gelehrte gilt auch als Autor des Bardo Thödol, des tibetischen Totenbuches, welches den Übergang von diesem in nächste Leben in detaillierte rituelle Abläufe einbettet. 3 Das Lebensrad 1. Nabe (mitte) Es ist ein Schwein, eine Schlange und ein Hahn abgebildet. Sie symbolisieren Unwissenheit, Hass und Gier, die sich in einem ständigen Kreislauf jagen und ‚in den Schwanz beissen. 2. Erster Ring 3. Die hilfreichen (links aufsteigend) und die nicht hilfreichen (rechts absteigend) Karmas ( Entwicklung und Veränderung bewirkendes Handeln) 4. Die sechs Daseinsbereiche: Höllenwesen Hungergeister Tiere Titanen (Halbgötter) Götter Menschen Das ganze Rad wird in dieser Darstellung gehalten von Mara, dem scharfzähnigen Dämon des Todes, der die Funktion des Teufels hat und verkörpert das verbissne Festhalten am leidvollen irdischen Dasein. Das Bardo Thödol, das tibetische Totenbuch Bardo Thödol beudeutet eigentlich: Befreiung durch Verstehen (Hören) im Zwischenzustand. Der Zwischenzustand (das Bardo) nach dem Tod dauert gemäss dem tibetischen Totenbuch 49 Tage. Es dauert drei bis vier Tage, bis man sich seines Todes bewusst wird und seinen GeistKörper erlangt. Ist die Befreiung (der Eingang ins Nirwana) bis dahin nicht direkt erreicht worden, beginnt eine Art Reise, auf derer den Verstorbenen verschiedene Gottheiten und Begebenheiten aus seinem Leben begegnen. Mittels oder trotz diesen oftmals furchteinflössenden Begegnungen soll der Verstorbene immer wieder den Weg zur Befreiung suchen. Die sieben Wochen nach dem Tod sind folgendermassen strukturiert: Tag 14: Unbewusster Zustand, Bildung des Geist Körpers Tag 4 11: Vision der 42 friedvollen Gottheiten Tag 1219: Vision der 58 zornvollen Gottheiten Tag 20 41: Wanderung durch den Bardo. Begegnung mit seiner früheren Lebenswelt. 4 Tag 42 49: Suchen nach einem geeigneten Ort für die Wiedergeburt Leitfragen zum Thema 1: Der tibetische Buddhismus und der Dalai Lama • Was wissen sie nun über den tibetischen Buddhismus und die Wiedergeburt? Fassen Sie kurz die wichtigsten Punkte kurz zusammen. • Was halten sie vom Image des Dalai Lama? Welche Rolle spielt er ihrer Meinung nach in dieser Religion, dem tibetischen Volk und im heutigen Weltgeschehen? • Wie würden sie das Image der tibetischen Kultur im Westen beschreiben und welche Bedeutung kommt ihr zu? Wie beurteilen sie die Zukunftsaussichten der tibetischen Kultur? 5